Die eigene Entscheidungskompetenz trainieren

Autorenportrait: Stefanistefanievosse Voss ging mit 16 Jahren als Schülerin in die USA, zog mit 23 für ihren Arbeitgeber nach Argentinien und heuerte mit 25 auf einem Segelschiff an, um die Welt zu umrunden. Nach 15 Jahren internationaler Karriere in einem DAX-Konzern machte sie sich 2009 selbständig. Heute ist sie Vortragsrednerin, Moderatorin, Consultant und Coach. Ihre Themen sind Leadership, Kommunikation, Team und Diversity. Mehr Informationen: www.cutwater.de

Entscheidungskompetenz

Bei fast jeder Sportart lernt man Dinge, die auch im normalen Leben hilfreich sind. Das war jedoch nicht mein Antrieb, eine Weltumseglung zu machen, im Gegenteil. Ich wollte einfach nur segeln und ein aufregendes und schönes Jahr haben. Aber dann entwickelte sich meine 14 Monate dauernde Reise in erster Linie zu einem Crashkurs in Sachen Entscheidungskompetenz.

 Naivität kann hilfreich sein

Ich war 25, als ich in mein Abenteuerjahr gestartet bin. Es war sehr naiv von mir, auf einem Schiff anzuheuern, welches in einer Folge von langen Etappen um den Globus schippert, ohne vorher jemals lange Strecken gesegelt zu sein. Die Enge an Bord einer 20 Meter langen Yacht konnte ich mir nicht vorstellen. Auf einer Fläche von rund 30 – 35 m² Wohnfläche lebt man mit 10 – 12 Personen zusammen. Und so eine Etappe dauert nicht nur ein paar Stunden wie beim Küstensegeln, sondern wir waren häufiger mehr als zwei Woche auf See. Ohne Land in Sicht!

Hätte ich vorher gewusst, was mich erwartet, ich hätte diese Reise nie angetreten. Ich hätte mich niemals mit vollem Bewusstsein in diese konfliktträchtigen, anstrengenden und nervenaufreibenden Umstände begeben. Aber dass ich es eben doch gemacht habe, voller Optimismus und mit schon fast an Dummheit grenzender Naivität, das hat mir eins beschert: extrem wertvolle Erfahrungen.

Wenn alles anders läuft als geplant

Wenn Du nicht das bekommst, was Du erwartet hast, dann bekommst Du in jedem Fall Erfahrungen. Diesen Satz habe ich mal in einem Leadership-Seminar aufgeschnappt. Er ist die perfekte Beschreibung meines Segeljahres. Doch, ich habe auch Segeln gelernt, kann heute ein Wolkenbild interpretieren und mit einem Funkgerät umgehen. Das hatte ich vorher erwartet. Aber überhaupt nicht voraussehen konnte ich, dass ich eine Expertin für das Überwinden von Grübelfallen werden würde. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich mich mit meinen eigenen Verhaltens- und Denkmustern so fundamental würde auseinandersetzen müssen. Das war schmerzhaft, aber auch sehr wirkungsvoll. Denn ich habe einen ganz neuen Umgang mit Entscheidungen entwickelt. Und ich habe das Jammern und Schuldzuweisen bewusst abgelegt.

Im Mikrokosmos an Bord eines Schiffes lässt sich kein Konflikt lange unterdrücken. Die besondere Enge verlangt nach Klarheit und Klartext. Die innere Auseinandersetzung mit sich selbst auf der einen und mit den Mitseglern auf der anderen Seite ist ein intensiver und anstrengender Prozess. Aber als ich das Gelernte von meinem Leben auf See in mein normales (Berufs-) Leben an Land transferieren konnte wurde mir klar, welch wertvollen Schatz ich gehoben hatte.

Jammern ist das Dümmste, was Du im Sturm machen kannst

Stell Dir vor, Du willst den Atlantik überqueren. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist gut, Du bist optimistisch und die ersten Tage läuft alles wie am Schnürchen. Aber dann gibt es einen Wetterumschwung. Das herannahende Tiefdruckgebiet ist so groß, dass Du auf jedsegelnen Fall damit in Berührung kommen wirst. In dieser Situation wird kein guter Segler Trübsal blasen und sich ärgern. Im Gegenteil. Er wird immer
konzentrierter, checkt nochmal alle technischen Einrichtungen an Bord und sichert die Gegenstände unter Deck. Er ruht sich aus um Kraft zu haben, wenn es hart auf hart kommt. Er entscheidet sich bewusst dafür, sich mit den Gegebenheiten konstruktiv auseinanderzusetzen.

Im Alltag hingegen suchen wir erst mal gerne nach Schuldigen wenn es ungemütlich wird. Der neue Chef erfüllt seine Versprechen nicht, also werde ich bockig. Die Kollegin hat das Problem verursacht, dann soll sie es auch selbst wieder lösen. Ich kann nichts dafür, bin das arme Opfer, und die Umstände sind schwierig.

Eine solche Haltung ist an Bord eines Schiffes lebensgefährlich. Wer als Segler in eine Opferrolle fällt, der liefert sich aus. Der gibt im wahrsten Sinne des Wortes das Steuer aus der Hand. Jammern und Klagen schaffen keinerlei Perspektive. Sie sind nur eins: pure Energieverschwendung.

Annehmen was ist

Als Segler bist Du gezwungen, die Bedingungen genau so anzunehmen, wie sie jetzt sind. Segeln ist ein extrem auf das Hier und Jetzt fokussierter Sport. Natürlich sind Strategie und Planung wichtig. Aber es ist das flexible Agieren im aktuellen Moment und das ständige Beobachten und Ausnutzen der jetzt gerade herrschenden Einflüsse, welches den Segelsport ausmacht.

Um in diese Handlungsfokussierung hineinzukommen, musst Du die Problemsicht loslassen. Wenn Du Dich ärgerst, bleibt keine Energie für das Abwägen von Möglichkeiten. Wenn Du gegen die Umstände ankämpfst, anstatt sie anzunehmen, dann verpasst Du womöglich den entscheidenden Moment für einen wichtigen Kurswechsel. Du musst Dich immer wieder entscheiden, Deine Kraft im Hier und Jetzt zu verwenden.

Ich hatte viele Gelegenheiten, unseren erfahrenen Kapitän im Sturm zu beobachten. Seine absolute Fokussierung auf die Handlungsalternativen hat mich nachhaltig beeindruckt. Selbst nachdem uns ein Segel komplett zerrissen ist hat er nicht eine Minute damit verschwendet, zu schimpfen und wütend zu werden. Sondern er hat sofort neue Anweisungen gegeben, um diese schwierige Situation nicht noch schwieriger werden zu lassen.

Auf See gibt es kein Leben im Konjunktiv

Wenn beim Segeln die Leinen los gemacht werden sind eine Menge wichtiger Entscheidungen bereits gefallen. Ohne eine Möglichkeit, diese Entscheidungen zu korrigieren. Welchen Proviant nehmen wir mit? Welche Segel haben wir an Bord? Was ist in der Bordapotheke? Wie viel Diesel haben wir im Tank? Und besonders: Welche Crewmitglieder fahren mit?

Gerade bei einem langen Törn hat die Endgültigkeit dieser Entscheidungen massive Auswirkungen. Wenn ein dringend gebrauchtes Werkzeug nicht da ist, dann ist es nicht da. Wenn man vergessen hat, Mehl einzukaufen, dann gibt es an Bord kein frisches Brot. Ist ein nerviger Mitsegler an Bord, dann muss man ihn bis zum nächsten Hafen ertragen. Alle Gedanken in Richtung „hätten wir mal“, „könnten wir nur“ oder „wären wir doch“ sind zwecklos. Es ist wie es ist.

Das Loslassen vom Konjunktiv ist mir sehr schwer gefallen. Auf See wurde mir klar, wie oft ich mit Entscheidungen hadere. Wie häufig ich erst entscheide, dann um-entscheide und dann nochmal nachdenke und nochmal eine andere Richtung einschlage. Das geht an Bord nicht mehr. Das Segeln erlaubt kein Hin und Her. Es hat mich viel innere Einsicht und Kraft gekostet, den lästigen Konjunktiv bewusst aus meinem inneren Dialog herauszuhalten.

Klare Entscheidungen schaffen einen klaren Kurs

Man kann den Hafen nicht nur ein bisschen verlassen oder nur ein wenig den Anker lichten. Ganz oder gar nicht. Die eindeutige Kommunikation klarer Entscheidungen gehört zu den Dingen, die man an Bord eines Schiffes schnell lernt. Natürlich wird trotzdem viel diskutiert. Meinungen werden ausgetauscht und ein guter Skipper sucht den Dialog mit seiner Crew. Letztlich ist es jedoch die strikte Hierarchie innerhalb einer Segelcrew, die schnelle und klare Entscheidungen in schwierigen Situationen möglich macht.

Je länger ich unterwegs war, desto mehr wurde mir bewusst, wie sehr meine Entscheidungen direkte Konsequenzen haben. Heute habe ich eine klare Strategie für mein Handeln entwickelt. Das, was ich entscheiden kann, das entscheide ich und stehe dazu. Und wenn mir eine entscheidungen-bildEntscheidung größeres Kopfzerbrechen bereitet, dann entscheide ich bewusst, diese Sache jetzt nicht zu entscheiden. Ich gebe mir Zeit und Raum, Dinge zu überdenken und abzuwägen. Das schafft Klarheit und entlastet, denn das unproduktive Hinterfragen und Abwägen raubt Kraft.

Segeln ist eine Schule fürs Leben

In den Jahren seit meiner Reise habe ich zahlreiche Seminare, Fortbildungen und Trainings absolviert. Egal ob Konfliktmanagement, Moderation, Führung oder Teamspirit, am Ende geht es im Kern immer darum, gelungene Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.

Eine Weltumseglung ist das beste Mittel, diese Kernkompetenz zu erlernen. Leider kostet sie viel Geld, dauert rund ein Jahr, und man bekommt sie nur im Gesamtpaket mit schlechtem Wetter, Enge, Schlafmangel und Null Komfort. Aber für mich hat es sich definitiv gelohnt!

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Bernd und das steinerne Herz

Alexander Witt

Ein Gastbeitrag von Alexander Witt, Diplom-Psychologe, Psychotherapeut und Business Coach.

„Wie coache ich?“ – Immer wieder höre ich von Klienten die Frage: „Wie arbeiten Sie eigentlich? Wie muss ich mir so ein Coaching vorstellen?“ Und immer wieder finde ich es äußerst schwierig, eine komplexe Methode in wenigen Sätzen zu erklären. Dennoch möchte ich hier einen etwas ausführlicheren Versuch wagen, meine Vorgehensweise anhand eines Praxisbeispiels darzustellen.

Ich arbeite nach dem Gestaltansatz von Fritz Perls, einem bekannten deutsch-amerikanischen Psychotherapeuten. Er vertrat die Haltung, dass wir nur im Hier-und-Jetzt mit uns und der Umgebung im Kontakt, d.h. lebendig sein können. Klingt einfach, ist es aber nicht. Viele Menschen leben im Grunde ständig in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Sobald wir mit uns hadern, weil wir zum Beispiel letzte Woche im Job eine falsche Entscheidung getroffen haben, sind wir emotional blockiert. Wir haben dann weniger – und manchmal auch gar keine – Ressourcen mehr für den aktuellen Moment übrig. Ähnlich verhält es sich, wenn wir ständig in die Zukunft schauen: „Oh Gott, ich habe noch so viel zu tun! Übermorgen ist die Präsentation, hoffentlich geht da nichts schief! Ich muss alles dafür tun, dass mein Chef mit mir zufrieden ist!“ Auch hier sind wir nicht präsent, sondern in einem Paralleluniversum gefangen, das uns sämtliche Energie für das Hier-und-Jetzt raubt.

Methoden und Interventionen
Von besonderer Bedeutung sind daher Strategien, um den Klienten für seine aktuellen Empfindungen und Wahrnehmungen zu sensibilisieren. Anhand von sog. erlebnisorientierten Interventionen (z.B. Imaginationsübungen, Rollenspiele, Achtsamkeitsübungen, Arbeit mit inneren Anteilen) versuche ich den Klienten mit seinen Emotionen in Kontakt zu bringen. Denn nur, wenn ich meine Gefühle spüre, kann ich die für mich richtigen Entscheidungen treffen! Emotionen können als eine Art inneres Navigationsgerät verstanden werden, das leider von immer mehr Menschen unbewusst ausgeschaltet wird.

Bernd – Ein Fallbeispiel
Vor einigen Monaten hatte ich ein Coaching mit einem Manager eines großen Automobilkonzerns, den ich im Folgenden Bernd nennen möchte. Bernd war überaus erfolgreich, 70-Stunden-Wochen waren für ihn selbstverständlich. Er war ein „Arbeitstier“, hart zu sich selbst und hart gegenüber seinen Mitarbeitern. Ein Privatleben war kaum existent, Freunde hatten sich von ihm schon seit längerem zurückgezogen, weil die Arbeit für ihn immer an erster Stelle stand. In letzter Zeit litt er jedoch zunehmend unter Energielosigkeit und war auch nicht mehr so leistungsfähig wie gewohnt, was ihn in höchstem Maße irritierte. Die erste Sitzung war überaus beeindruckend: Bernd war leicht verspätet, wirkte bei der Begrüßung äußerst gereizt und nahm kaum Kenntnis von mir oder dem Coaching-Zimmer. Er stand unter immensem Druck, war hektisch, angespannt und kam gleich zur Sache: „Ich muss dringend wieder mein altes Leistungsniveau erreichen! Wie lange brauchen Sie dafür?“ Nachdem wir uns über den ungefähren Zeitrahmen verständigt hatten, führten wir eine gründliche Problem- und Zielanalyse durch. Hier fiel mir auf, dass Bernd sich zwar sehr für seine Ziele begeistern konnte („Stärke demonstrieren! Leistungsfähig sein! In der Firma aufsteigen!“) – angesprochen auf seine aktuellen Schwierigkeiten wich er aber jedes Mal gekonnt aus. Stattdessen legte er ein extrem hohes Tempo an den Tag, hielt sich nicht lange mit einem Thema auf, sondern sprintete von einem wichtigen Punkt zum nächsten.

Wenn Menschen so rasant unterwegs sind, kann das ein Zeichen für ein unbewusstes Vermeiden von negativen Emotionen sein. Ich schlug ihm also in der nächsten Sitzung vor, ein wenig inne zu halten und auf seine körperlichen Empfindungen zu achten. Bernd wirkte zunächst skeptisch, ließ sich aber dennoch auf eine Achtsamkeitsübung ein. Bei einer solchen Intervention wird die Aufmerksamkeit unter Anleitung des Coaches auf verschiedene Körperbereiche gelenkt, um sich selbst besser spüren zu lernen. Häufig geschehen dabei spannende Veränderungen, so auch dieses Mal: Im Bereich des Herzens nahm Bernd ein große Schwere wahr. Wir folgten diesem Gefühl und ich bat ihn weiter zu erforschen, was er denn für ein Bild vor sich sähe.

Alexander Witt„Ich sehe ein steinernes Herz, das mit einer schweren Kette und einem großen Schloss abgesperrt ist.“ In diesem Moment fing Bernd an zu weinen – erst sehr leise und kontrolliert, dann immer lauter. Ich versuchte ihm in diesem Moment Unterstützung und Halt anzubieten ohne den wichtigen emotionalen Prozess zu unterbrechen. Schließlich gelang es ihm seine Gefühlswelt in Worte zu packen: „Ich fühle mich so traurig und einsam! Schon seit Jahren lasse ich niemanden mehr an mich ran“. Ein paar Wochen zuvor habe er eine attraktive Frau kennen gelernt, die sich jedoch schon bald wieder von ihm abwendete, weil er keine Nähe zulassen konnte und mit seinen Gedanken immer nur bei der Arbeit war. Jetzt wurde ihm klar, wie sehr er sich vom echten Leben zurückgezogen hatte.

Epilog
Im weiteren Verlauf lernte Bernd in verschiedenen Situationen – auch während der Arbeit – auf sich zu achten und seine Bedürfnisse und Gefühle zu spüren. Er fing an, häufiger Pausen zu machen, wenn er sich müde fühlte oder schaltete für eine gewisse Zeit das Telefon aus, wenn er seine Ruhe haben wollte. Außerdem begann er wieder alte Freunde anzurufen und sich mit ihnen zu treffen. Ach ja: Leistungsmäßig war er bald wieder „ganz der Alte“, obwohl er nun nur mehr 50 Stunden pro Woche im Büro war. In der letzten Coaching-Sitzung zog Bernd folgendes Fazit: „Es ist schön wieder im Leben zu sein!“

Über den Autor
Alexander Witt ist Diplom-Psychologe, Psychotherapeut und Business Coach. Er arbeitet in eigener Praxis in München und berät Unternehmen im Hinblick auf leistungsfördernde soziale Umwelten. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen vor allem auf der Persönlichkeitsentwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern sowie im Bereich Teamsupervision und Gruppendynamik. Darüber hinaus leitet er Seminare zu den Themen Kommunikation, Führung und Burnout-Prävention.

 

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Coaching-Tip: Konstruktive Kritik – Wie man mit Freundlichkeit kritisiert

„Super, wie du die Termihead-1232157_960_720ne vorbereitet hast, aber das nächste Mal bitte doppelt so schnell!“ Was sich erst anhört wie positive Kritik ist im Abgang nicht mehr als eine gefühlte Ohrfeige. Das kennen wir alle, doch wie sieht freundliche und kontruktive Kritik aus? Und wie gestaltet man diese nachhaltig, mit win-win Situation und Lerneffekt mit positivem Gefühl?

Warum kritisieren wir überhaupt?

  • Man möchte eine Änderung im Verhalten anderer Personen herbeiführen, weil man sich selber oder Dritten (z.B. dem Unternehmen) einen Vorteil daraus verspricht.
  • Man möchte erreichen, dass jemand sich oder seine Leistung verbessert, bzw ihm dabei helfen, dies zu erreichen
  • Man möchte eine Diskussion über die Art und Weise bestimmten Verhaltens herbeiführen. Hier kann es durchaus sein, dass am Ende das Ergebnis zu Tage tritt, dass das Verhalten einer anderen Person korrekt und zielführend war. Die Kritik dient hier also der Überprüfung der eigenen Ansichten.
  • Man möchte jemanden verletzen. Auch das kann natürlich ein Motiv von Kritik sein. Darum soll es aber hier gerade nicht gehen.
  • Man möchte eigene Frustrationen und aufgestauten Ärger loswerden. Manchmal ist auch dies nötig und häufig führt dann eine sachliche Kritik dazu, dass die Fronten geklärt werden und beide beteiligten Seiten in der Folge wieder eine gute Arbeitsebene miteinander haben.
  • Man möchte das eigene Ego stärken. Indem man andere Personen kritisiert, kann man sich selber in eine übergeordnete Lage versetzen. Das kann gut für das eigene Ego sein, jedenfalls auf den ersten Blick.

Wie kann man freundlich negativ kritisieren?

  1. Niemanden angreifen. Wenn die Kritik nicht vorwurfsvoll, sondern sachlich formuliert ist, gelingt es dem Gegenüber einfacher, die Kritik aufzunehmen und umzusetzen.
  2. Über Handlungen und Verhalten sprechen, nicht über Personen. Eine Kritik sollte sich niemals gegen eine statistics-1445484_960_720Person selbst richten, denn jeder Mensch ist von Grund auf „Okay“. Es kann lediglich darum gehen, bestimmte Verhaltensweisen zu kritisieren, was sich in der Auswahl der Worte widerspiegeln sollte.
  3. Niemandem sagen, dass er nicht recht hat oder falsch liegt. Denn jeder Mensch hat seine eigene Realität und daher ein unterschiedliches Verständnis von richtig und falsch und einen differenzierten Blick auf die Dinge, geprägt von unterschiedlichen Erfahrungen. Es empfiehlt sich, stehts zukunftsgerichtet freundlich zu kritisieren und dauerthaft bei Geschehnissen in der Vergangenheit zu verharren.
  4. Nicht kritisieren. Vor jeder Kritik sollte man abwägen, ob diese Kritik im Moment wirklich erforderlich und zielführend ist. Jemand, der ständig kritisiert, verschießt sein Pulver schnell bei Kleinigkeiten und wird bei wirklich wichtiger, weil zielführender, Kritik dann nicht mehr wahrgenommen, sondern als Dauer-Nörgler abgestempelt. Wichtig ist, dass die nicht erwähnte Kritik keinen unsichtbaren negativen Stempel in der Beziehung zweier Menschen hinterlässt. Eine gute Kritik kann es dann also auch mal sein, nicht zu kritisieren.

Nicht zu vergessen: Es gibt nicht nur negative Kritik. Für das Team und den einzelnen Mitarbeiter, aber auch im Privatleben ist es wichtig positiv zu kritisieren und zu loben, wenn etwas gut gemacht wurde oder man sich über ein Verhalten freut.

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Erfolgreiches Coaching – wer trägt die Verantwortung?

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Die Investition von Zeit und Geld in einen Coach ist meist nicht gering. Egal, ob es um ein Bussinesscoaching geht oder um Coaching zu Themen dem privaten  Bereich. Doch gibt es eine Garantie für Erfolg? Und welche Verpflichtung hat der Coach in Bezug auf den Erfolg?

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Coaching:
Erfolgreiches Coaching basiert auf folgenden wesentlichen Voraussetzungen:

Gegenseitiges Vertrauen Der Coachee muss seinem Coach vertrauen können. Oft wird der Coach zusätzlich auch vertraglich an eine Schweigepflicht gebunden.

Akzeptanz Die passende Chemie ist eine Grundvoraussetzung für ein gelingendes Coaching. Sie muss zwischen dem Coach und dem Coachee stimmen.

Freiwilligkeit Wenn sich zwischen dem Coach und dem Coachee eine Beziehung entwickeln kann, nur dann kann der entsprechende nötige Dialog stattfinden, der zu einem erfolgreichen Resultat führen soll. Dieser Prozess kann nur auf freiwilliger Basis effizient stattfinden.

Unvoreingenommenheit Der Coach muss unvoreingenommen gegenüber dem Coachee sein und die Dinge von allen Seiten betrachten können. Besonders wichtig ist, dass der Coach dem Coachee auch den Perspektivwechsel vermitteln kann, damit dieser auch unterschiedliche Wahrnehmungspositionen einnehmen kann.

Aber ist es möglich, dass der Coach eine Garantie für ein Coaching oder ähnliche Maßnahmen gibt? Und was ist überhaupt ein erfolgreiches Coaching?

Coaching wird als ressourcen- und lösungsorientierte Prozessberatung verstanden: Der Coachee ist Experte für seine Probleme und Lösungen, der Coach ist Experte für den Weg zum Finden der Lösungen. Der Coach unterstützt den Coachee dabei, individuell passende Lösungen zu (er-)finden und gibt selbst keine Lösungen vor.

Beispiel: Der Coach bietet dem Top-Manager, den er begleitet, entsprechende Arbeitsmethoden an und unterstützt ihn durch seine erfahrene und objektive Sicht der Dinge. Die nötigen Aktionspläne zur Erreichung seiner Ziele kann jedoch nur der Manager selbst gemeinsam mit seinem Team in die Praxis umsetzen.

Ist es möglich, dem Kunden eine Garantie für das Coaching zu geben? Denn Coaching setzt unmittelbar beim Coachee an. Die Aufgabe als Coach ist es, den Coachee genau da abzuholen, wo er gerschluessel-successade steht – um dann gemeinsam mit ihm neue Wege zu erschließen, Brücken zu bauen, den Blick auf das ganze System, die ganze Landschaft zu weitern. Was der Coachee dafür benötigt, ist seine Bereitschaft, sich auf diesen Prozess einzulassen und neue Dinge zu probieren – um dann seinen Weg anders als bisher fortzusetzen oder neue Wege einzuschlagen. Und die Garantie für ein erfolgreiches Coaching? Den Schlüssel hierfür hat der Coachee  selbst in der Hand.

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Wie setzt man seine Ziele richtig?

Nur wenige Menschen setzen sich einfach in ihr Auto und fahren drauflos. Aber in ihrem Leben verhalten sich die meisten Menschen so. Ohne Ziel und Richtung hoffen sie eines Tages beim großen Glück anzukommen. Wo das ist? Das wissen sie nicht.

Der große Philosoph Seneca hat einmal gesagt: „Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger.“ Wo ist Dein Hafen? Wo willst Du hin?  Ziele geben unserem Leben Richtung und Sinn.

destination-1285851_640Stell Dir vor, Du willst eine Fahrkarte kaufen und sagst dem Mann am Schalter:„Ich möchte eine Fahrkarte kaufen.“ Er wird Dich fragen: „Wohin möchten Sie fahren?“ und Du sagst: „Ich weiß nicht – irgendwohin.“ Er wird antworten: „Dann kann ich Ihnen keine Fahrkarte verkaufen. Ich brauche eine klare Angabe.“ Genauso ist es mit unserem Bewusstsein. Es braucht eine klare Zielangabe, sonst kann es nichts für uns tun. Etwas, das man sich nicht vorstellen kann, kann man auch nicht erreichen. Wenn es kein Ziel gibt, wonach man sich ausgerichtet hat, dann ist jede Information, jedes Ereignis gleich gut. Du bist wie ein Schiff ohne Ruder – ein Spielball der Winde und Gezeiten. Wenn Du dagegen klare Ziele hast, dann bist Du ein Schiff mit Rudern, Segeln und Motor, das geradewegs auf sein Ziel zu segelt.

Die Hauptgründe für Misserfolg oder zu langsames Vorankommen sind die Verschwommenheit, Verwirrung und die Unfähigkeit, genau zu entscheiden, was man will und wie es zu erreichen ist. Wenn Du in Deinem Alltag keine Prioritäten setzt, wenn Du nicht weißt, welches Dein nächstes Ziel ist, dann wirst Du nur sehr langsam vorankommen. Du wirst von einer Sache zur nächsten schwanken und an vielen Tagen nichts abschließen. Du wirst zu einem Spielball der äußeren Einflüsse. Klare persönliche Ziele zu haben und eigenverantwortlich zu entscheiden, sind wichtige Faktoren für den beruflichen Erfolg und die individuelle Lebensqualität. Jedes Jahr an Silvester nehmen sich die Menschen bestimmte Dinge vor: „Ich will abnehmen. Ich möchte mehr Zeit für die Kinder haben. Ich will mehr Geld verdienen.“ Doch das sind nur fromme Wünsche. Oft schon nach kurzer Zeit sind die Vorsätze vergessen oder den alten Gewohnheiten zum Opfer gefallen. Die eigene Disziplin wurde überschätzt oder sie ist dem inneren Schweinehund zum Opfer gefallen. Nur allzu leicht finden sich Ausreden und vorgeschobene Erklärungen. Kein Wunder, denn die oben genannten Aussagenbulb-40701_640 sind viel zu schwammig und unpräzise. Ziele sollten konkret und messbar sein – erst dann entfalten sie ihre große Kraft und können uns bewusst und unbewusst auf die Erfüllung ausrichten. Klare Ziele sind einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Damit Ziele die volle Wirkung entfalten können, ist es wichtig, dass wir sie klar und präzise formulieren.

SMART … ist das nicht mittlerweile ein alter Hut? Das kennt doch jeder. Auffällig ist nur, dass trotzdem so viele Fehler bei der Formulierung von Zielen gemacht werden. Also ist es wohl doch nicht so einfach, oder?

Es kann nicht häufig genug betont werden, wie wichtig konkrete und messbar formulierte Ziele sind – und genau dafür benötigen Sie die SMART-Formel:

S – Spezifisch Ein Ziel sollte so genau und konkret wie möglich sein.

M – Messbar Wichtig ist hier die Nennung eines Mengengerüstes, einer Zeitangabe oder eines sonstigen messbaren Kriteriums. Ungünstige Formulierungen sind beispielsweise “möglichst niedrige Kosten”, “Erhöhung der Qualität”, “Ausbau des Marktanteiles” – hier fehlt das konkret messbare Kriterium.

A – Akzeptiert Ziele, die im Projektteam als unakzeptabel angesehen werden, haben wenig Aussicht auf Erfolg.

R – Realistisch Realistische Ziele werden leichter akzeptiert und motivieren deutlich stärker, als solche, die bereits im Vorfeld als unrealistisch angesehen werden.

T – Terminierbar Ein einfaches Kriterium: Die Nennung einer Zeitangabe. Trifft aber nicht immer auf alle Ziele zu.

Nutze diese super-einfache Formel und prüfe, ob deine Ziele die Kriterien erfüllen. Sind die Kriterien erfüllt – prima! Dann ist eine gute Basis für die weitere Arbeit geschaffen.

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