Berufskodex für die Weiterbildung und Coaching

Nicolas LehnartCoaches sind keine Mediziner, die dem hippokratischen Eid unterliegen, oder Akademiker, die wissenschaftlichen Methoden verpflichtet sind – dennoch unterliegt auch ihr Handeln Werten und Normen, die ihre Tätigkeit leiten und beeinflussen sollten.
Eine Aufführung solcher ethischen Richtlinien für Personen, die auf dem Weiterbildungsmarkt tätig sind, hat das Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e.V. geleistet; diese lauten wie folgt:

  1. Die Weiterbildenden gehen in ihrer Tätigkeit von einem Menschenbild aus, das in der Werteordnung der Menschenrechte wurzelt.
    Die Weiterbildenden bekennen sich zum im Grundgesetz verankerten Schutz der Menschenwürde, begreifen Menschen als eine in ihren sozialen Beziehungen lebende Existenz mit unverwechselbarer Persönlichkeit und soziobiographischer Einmaligkeit mit dem Recht auf Selbstbestimmung. Sie unterstützen ihre Klienten in der Wahrnehmung ihrer Eigenverantwortung, sind sich des Spannungsfeldes zwischen dieser und ihrer Schutzpflicht bewusst; fördern sie in der Entwicklung ihrer Potenziale. Sie begreifen den Mensch als ganzheitliches Wesen aus Körper, Geist und Seele und richten ihre Trainingsmethoden daran aus.
  2. Die Weiterbildenden beteiligen sich an der Entwicklung der Gesellschaft unserer Welt. Sie übernehmen dabei eine besondere Verantwortung.
    Die Weiterbildenden gehen verantwortungsvoll mit ihrem Einfluss auf ihre Klienten und mit ihren Kenntnissen von deren persönlichen Informationen um. Des Weiteren berücksichtigen sie gesellschaftliche Entwicklungen und bilden sich im Rahmen ihrer Tätigkeit fort. Sie regen zum Überdenken von Haltungen und Standpunkten und zum lebenslangen Lernen an, bedenken bei ihren Handlungen Macht- und Ohnmachtsbeziehungen zwischen Menschen, fördern bürgerschaftliches Engagement und friedensorientierte Konfliktbeilegung, kulturelle Identitätsbildung parallel zu interkulturellen Begegnungen und nachhaltiges Wirtschaften.
  3. Die Weiterbildenden kommen ihrer besonderen persönlichen und sozialen Fürsorgepflicht gegenüber ihren Trainingsteilnehmenden nach.
    Die Weiterbildenden wenden Methoden an, die dem Artikel 1 entsprechen und begegnen ihren Teilnehmern mit Respekt, Achtung und Wertschätzung. Siegehören nicht Institutionen und Gruppierungen an, deren Haltungen und Überzeugungen denen des Artikel 1 widersprechen und arbeiten nicht nach den Methoden von L. Rob Hubbard (dem Begründer von Scientology).
  4. Die Weiterbildenden sehen sich gegenüber Nachfragenden ihrer Leistungsangebote zu den Prinzipien der Wahrheit, Klarheit und Vertraulichkeit verpflichtet.
    Im Gespräch mit potenziellen Auftraggebenden geben Weiterbildende wahrheitsgemäße Informationen über ihr Unternehmen, dessen Art der Arbeit und Erfolge, stellen ihre Trainings- und Entwicklungsaktivitäten zutreffend dar, legen die eigene Methodenkompetenz offen und wissen in selbstkritischer Einschätzung um die Grenzen ihrer eigenen Kompetenzen; bieten also keine Dienste an, die über diese hinausgehen.
  5. Das Verhältnis der Weiterbildenden untereinander soll gekennzeichnet sein von Respekt und Kollegialität, von Fairness und Kooperationsbereitschaft.
    Die Weiterbildenden bringen einander Respekt, Achtung und Wertschätzung entgegen, äußern Kritik adäquat und konstruktiv, wahren im Wettbewerb die kaufmännischen Sitten und gestalten eine eventuelle Zusammenarbeit angemessen und fair.
  6. Die Weiterbildenden wahren und fördern durch ihr Auftreten und ihre Arbeitsweisen das Ansehen des Berufsstandes.
    Die Weiterbildenden respektieren die Rechte der Organisation, der sie Angehörigen, treten für deren Ruf ein, beachten deren soziale Regeln und ethische Grundlagen, vermeiden irreführende Angaben über ihre eigenen Verbindungen und erkennen die berufsständisch organisierten Konfliktlösungsverfahren an.

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