Wer evaluiert, verdient mehr!

Die Zeitschrift Wirtschaft und Weiterbildung berichtet in seiner April-Ausgabe von der 9. Coaching-Umfrage Deutschland (www.coaching-umfrage.de). Dabei kam heraus, dass die Coaches, die eine Evaluation betreiben, höhere Stundensätze verlangen können als ihre Kollegen.

Als Diplom-Psychologe mit einem Studienschwerpunkt in diesem Bereich und einer Diplomarbeit zum Thema Evaluation kann ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar Anmerkungen dazu los zu werden.

Kurz einige Aussagen der Studie: 367 Coaches wurden befragt. Insgesamt sind seit dem Krisenjahr 2009 die Stundensätze im Durchschnitt von 145 Euro auf 153 Euro in 2010 wieder leicht raufgegangen, berichtet die Studie.
Anmerkung: Das mag nicht viel heißen, denn meiner Erfahrung nach liegen die Sätze weit auseinander. Einige Coaches haben Top-Sätze bis zu 500 Euro pro Stunde und viele Einsteiger liegen auch bei 60 Euro.

Die Evaluation des Coachings impliziert Professionalität und ein oftmals ehrliches Interesse an der Qualität seiner Arbeit. Coaches, die systematisch Evaluation betreiben, können höhere Stundensätze veranschlagen. Evaluation birgt ein enormes Potential an Verbesserungen, die sich letztendlich sowohl positiv auf die Stundensätze auswirken und – viel wichtiger – auch auf die Wirksamkeit des Coaching-Prozesses. Dies stellt alle Parteien zufrieden, schafft eine klassische „Win-Win-Situation“ und sorgt in allererster Linie für Zufriedenheit beim Kunden. Gerade ein zufriedener Coachee empfiehlt seinen Coach weiter, was – nebenbei bemerkt – ein viel effektiveres Marketing darstellt als jegliche anderen Maßnahmen.

Nach der zitierten Studie scheint es hingegen keinen großen Unterschied zu machen, wie evaluiert wird. Da klingelt es natürlich in meinen psychologisch geschulten Ohren. Die Schlußfolgerung liegt nahe, dass es mehr die Botschaft nach außen ist: “Achtung, ich evaluiere! Meine Arbeit ist mir so wichtig, dass ich auch wissen will, war rausgekommen ist!” was hier den Ausschlag gibt. Traurig, wenn diese Botschaft nicht selbstverständlich rüber kommt, aber vielleicht zeigt es von noch tieferem Interesse, wenn man sagt: “Daher haben wir hier einen Evaluationsbogen. Bitte füllen Sie ihn mir aus.” Doch Evaluation geht noch viel weiter. Meistens begnügen sich Coaches damit zufragen, ob die Kunden zufrieden sind. Aber hat sich tatsächlich etwas verändert? In welchen Zeitabständen ist das zu überprüfen? Wo bekommt man noch zuverlässige Daten her, die über die reine Befragung des Coachee hinausgehen? Da fängt Evaluation erst an so richtig spannend zu werden.

Fazit: Liebe Coaches, evaluiert Eure Arbeit. Nutzt die Erkenntnisse, um den Prozess zu verbessern und kommuniziert das nach außen an Eure Kunden.

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