NLP: Unterschied Master Practitioner
Freitag, September 11th, 2009 | NLP Blog
Heute Abend beginnt in Wiesentheid unsere NLP-Master-Sommerkompaktausbildung. Wir sind voll ausgebucht! Ich möchte das zum Anlass nehmen, um kurz über einige prinzipelle Unterschiede zwischen Practitioner- und Master-Ausbildungen zu reflektieren.
“First you learn the rules, then you break them.” (deutsch: Zuerst lernt man die Regeln, dann erst darf man sie brechen.”) ist ein in NLP-Ausbildungen vielzitiertes Zitat. In der Practitioner-Ausbildung geht es um die NLP-Grundlagen. Es geht darum, sauber wahrzunehmen, Rapport herzustellen, Flexibilität zu entwickeln, die NLP-Grundannahmen zu reflektieren und nach Möglichkeit zu integrieren sowie wichtige Basis-Techniken kennen und anwenden zu lernen. Wenn man das kann, dann geht es an komplexere Formate, wie z.B. den systemischen TimeLine-ReImprint (s.u.). Die Formate im Pracititioner (zumindest nach DVNLP, INLPTA) werden sehr prozedural (im Sinnes des NLP-Meta-Programms) unterrichtet. Das ist meines Erachtens auch sehr wichtig, damit Methoden nicht nur intuitiv sondern zusätzlich auch systematisch verwendet werden können. Das intuitive Lernen und das damit verbundene “Lernen mit beiden Gehirnhälften” wird durch Metaphern, Geschichten und den gezielten Einsatz von Trance-Elementen zusätzlich angestrebt. Das eher rationale, bewusste Lernen erfolgt über saubere Strukturen und die sind im NLP gerade besonders ausgeprägt vorhanden. Dem Trainer hilft dabei die Orientierung an pädagogischen Konzepten wie z.B. das 4MAT-System. Die Klarheit der Grundlagenformate hat mich an NLP von Anfang an begeistert. Beispiel: Im positiven Denken heißt es oft: “Ja, da musst Du halt positiv denken. Sieh die Dinge doch nicht so negativ!” Ja, schön und gut, aber wie macht man das? NLP bietet dafür klare Schrittfolgen an, z.B. aus der Arbeit mit Submodalitäten: Ok, mach Dir jetzt ein Bild von Deiner Lösung. Sieh Dich selbst, z.B. wie Du gerade Dein Ziel erreichst. Jetzt mach es größer, verändere die Farbe usw. Meiner Ansicht nach unterstützt diese Struktur den Lernprozeß gerade am Anfang sehr stark.
Nachdem man jedoch diese Art von Wissen und Können erworben und in großem Umfang trainiert hat, wird es Zeit, “die Regeln zu brechen”. Es wird Zeit, selbst eigene Formate und Abfolgen zu entwickeln und sie situationsspezifisch anzupassen. Das anzustoßen und zu vermitteln ist für mich ein wichtiges Ziel im NLP-Master. Die Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, eigene NLP-Interventionen maßzuschneidern und den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Viele tun dies ganz explizit im Rahmen ihrer NLP-Master-Arbeit, manche in den meisten Übungen, die während dem Kurs statt finden. Hier findet also ein Wechsel des Meta-Programmes von prozedural hin zu optional statt.
Daraus ergibt sich ein weiterer Unterschied: Während man also im Practitioner die Formate durchgeht und zum Üben eigenes unerwünschtes oder optimierbares Verhalten sucht, das zu dem jeweiligen Übungsthema passt, kreiiert man im Master zunächst sein Wunschverhalten oder sein “Traumleben” und überlegt dann erst, mit Hilfe welcher NLP-Methoden (die man dafür natürlich gut beherrschen muss!) man die gewünschten Ziele erreichen kann. Anstatt an den Anfang also ein Format zu stellen, beginnen wir mit dem “Life Design” – dem Erschaffen der Wunschidentität. In den mehr als 15 Jahren, die ich nun mit NLP arbeite, bin ich immer wieder positiv überrascht worden, welche nachhaltigen Veränderungen möglich werden, wenn man nur lange genug dem Life-Design folgt und sich so sein Leben “neu” erschafft.
Viel Erfolg und Leidenschaft dabei
wünscht Stephan Landsiedel
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