IV. Fragetechniken

4.4 Fragetechniken und Frageformen des Zirkulären Fragen

Beispiel aus der Coachingpraxis

Coach: "Was meinen Sie, warum ihr Vorgesetzter Ihnen unsere Telefon-nummer gegeben hat?"
Mitarbeiter: "Er sagte, Sie können mir helfen."
Coach: "Was denken Sie, warum Sie seiner Meinung nach Hilfe brauchen?"
Mitarbeiter: "Damit ich meinen Job besser mache."
Coach: "Was glaubt er, soll sich ändern, damit Sie besser werden in Ihrem Job?"
Mitarbeiter: "Wenn es mir gut geht, dann wird meine Arbeit auch besser."
Coach (zur Führungskraft): "Woran erkennen Sie, dass es Herrn xy besser geht?"'
Führungskraft: "Wenn sie nicht müde ist, kann sie sich konzentrieren."
Coach (zu Mitarbeiter): "Was denkt Dein Vorgesetzter, ist der Grund für Deine Müdigkeit?"
Mitarbeiter: "Er denkt, ich habe Stress mit dem Hausbau."
Coach: "Was müssen wir Ihrer Meinung nach tun, damit Sie weniger Stress mit dem Hausbau haben?"
Führungskraft: "Wir haben darüber gesprochen, dass …"
Coach (zu Mitarbeiter): "Was soll Ihrer Meinung nach geschehen?"
Mitarbeiter: "Wenn ich einen anderen Arbeitsplatz bekomme …"
Coach: "Was können wir tun, damit es Dir besser geht?"
Mitarbeiter: "Ihr könnt für mich einen neuen Arbeitsplatz finden."
Coach: "Was wird an einem anderen Arbeitsplatz anders sein als bisher?" (Frage zur Möglichkeitskonstruktion)
Mitarbeiter: "Da kann ich meine Arbeit auch dann tun, wenn ich etwas müde bin."

Reflexion der Methode

Die Methode des zirkulären Fragens kommt aus der systemischen Therapie und ist untrennbar mit der systemischen Denkweise verknüpft. Daher sind beim Einsatz der Methode Vorkenntnisse aus der systemischen Theorie sowie gewisse Fertigkeiten seitens des Anleiters erforderlich. Zunächst muss der Anleiter, der selbst Teil des Systems ist, den Anspruch der Neutralität erfüllen. In der Klärung eines Beziehungskontextes läuft der Leiter Gefahr zwischen die Fronten der Konfliktparteien zu geraten. Er ist mit verschiedenen Personen und Werten, aber auch mit verschiedenen Wünschen und Aufträgen konfrontiert.

Um dem Anspruch der Neutralität möglichst gerecht zu werden, wird in der Therapie ein weiterer Therapeut als Beobachter eingesetzt.

In der sozialpädagogischen oder schulischen Praxis könnte stattdessen ein zweiter Anleiter diesen Platz einnehmen. Wahrt der Therapeut die Neutralität nicht und solidarisiert sich mit einer Partei, so läuft er Gefahr, Teilnehmer des Systems zu verlieren, so dass die Therapie nicht erfolgreich abgeschlossen werden könnte. Auch muss dem Anleiter bewusst sein, dass (zirkuläre) Fragen immer auch einen suggestiven Wert haben. Vom Anleiter wird daher ein hohes Maß an Selbstreflexion erwartet. Außerdem ist im Prozess selbst aktives Zuhören und eine permanente Reflexion des Gesagten von Nöten, um Anknüpfungspunkte für zukünftige Fragestellungen zu finden. Nur so erhält das zirkuläre Fragen eine produktive Dynamik.

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