Supervision

Als "Supervision" bezeichnet man grundsätzlich die Beratung von Mitarbeitern. Ursprünglich wurde der Begriff vor allem für die Anleitung von Menschen in psychosozialen Berufen benutzt. Heute richtet sich eine Supervision nicht mehr nur an spezielle Zielgruppen. Sie wird immer häufiger auch in der Wirtschaft benutzt, besonders Führungskräfte erhalten hier spezielle Anregungen. Viele Experten bezeichnen Coaching auch als "Management-Supervision".

Hierbei gibt es einen Unterschied: Bei einer Supervision werden Menschen angeleitet, die selbst andere Menschen unterstützen. Beim Coaching findet eher eine Anleitung für Manager statt. Ein Coach braucht deswegen auch mehr Fachwissen im wirtschaftlichen Bereich als eine Supervisorin. Ein guter Coach sollte über fachliches und psychologisches Wissen verfügen, um gut supervidieren zu können.

Das klassische Coaching ist für den Profit- und Leistungsbereich entwickelt worden. Konzipiert wurde es für das Management und für Unternehmen. Dabei soll die Funktionsfähigkeit des Mitarbeiters gefördert werden. Die Supervision ist für den Non-Profit-Bereich entwickelt worden. Die Zielgruppe sind Therapeuten, Sozialpädagogen, usw. Hierbei geht es nicht nur um rein wirtschaftliche Ziele, sondern die Person soll gezielt ihre eigenen Stärken entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Supervision?
  2. Formen der Supervision
  3. Womit beschäftigt sich die Supervision?
  4. Supervision Einsatz
  5. Systemische Supervision
  6. Warum ist Supervision wichtig?
  7. Supervision lernen
  8. Ziele einer Supervision
  9. Ablauf
  10. Einsatzgebiet
  11. Vor- und Nachteile
  12. Supervision im Coaching
  13. Praxisbeispiele

Was genau ist Supervision?

Was ist Supervision? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Allgemein versteht man unter diesem Begriff den Prozess der Unterstützung von Personen, die selbst anderen Menschen helfen. Eine Person, die eine entsprechende Ausbildung gemacht hat, leitet normalerweise die Supervisionen und hat die Aufsicht. Die Kunden, einzelne Menschen oder Gruppen sollen während einer Sitzung lernen, ihr Handeln zu überprüfen oder zu verbessern. Dazu setzt der Beratungsleiter gemeinsam mit dem Team die Ziele. Anschließend wird mit den Supervisanden lösungsorientiert gearbeitet. Supervisanden können sich auch gegenseitig supervidieren.

Supervision Definition

Unter diesem Begriff versteht man die Beratung von Mitarbeitern, und dies bezieht sich besonders auf die psychosozialen Berufe. Dabei werden Teams, Gruppen und Organisationen bei der Gestaltung ihres beruflichen oder ehrenamtlichen Handelns angeleitet. Supervisionen werden oft von externen und unabhängigen Lehrtherapeuten durchgeführt. Sie können aber auch während einer Familientherapie oder einer Gruppentherapie sinnvoll sein.

Was ist Supervision?

Supervisionen können als Einzelgespräch oder in einer Gruppe durchgeführt werden. Normalerweise gibt es hierbei einen Supervisor, einen Supervisanden und einen Auftraggeber. Die Supervisorin leitet die Sitzungen und führt die Beratung durch. Er arbeitet gemeinsam mit dem Supervisanden lösungsorientiert an den Fragen, hat die Aufsicht, und wertet die Ergebnisse am Ende ggf. mit dem Auftraggeber gemeinsam aus. Der Supervisand lässt sich beraten, er kann aber auch selbst supervidieren. Er reflektiert und bewertet seine tägliche Arbeit, um eventuell sein eigenes Verhalten zu verbessern. Der Auftraggeber vergibt den Auftrag, verhandelt die Auftragsbedingungen und gestaltet die Preise und die Zielsetzung.

Was für Formen der Supervision gibt es?

Es gibt unterschiedliche Settings (Situationen):

  1. Einzelsupervision
    Hierbei findet ein Einzelgespräch zwischen Supervisorin und Supervisand statt. Das Thema ist oft das persönliche Verhalten im Beruf, und die jeweiligen Erfahrungen, Gefühle und Gedanken.
  2. Gruppensupervision
    Bei einer Gruppensupervision werden mehrere Personen zusammen von einem Experten betreut. Das hat den Vorteil, dass sich die Teilnehmer untereinander austauschen und voneinander lernen können. Der Vorteil hierbei ist es, dass man unterschiedliche Methoden nutzen kann und verschiedene Blickwinkel erhält. Es wird immer lösungsorientiert gearbeitet. Auch während einer Familientherapie oder einer Gruppentherapie lässt sich damit arbeiten.
  3. Teamsupervision
    Bei dieser Teamsupervision steht der Umgang der Mitglieder eines Teams untereinander im Focus. Das Ziel hierbei ist ein gemeinsames Lernen, Lösungen finden, es geht um Zusammenarbeit, Prozesse, Ablauf und Struktur. Das Gelernte sollte dann gemeinsam in die Praxis umgesetzt werden.
  4. Fallsupervision
    Hierbei treffen sich mehrere Teilnehmer beispielsweise eines Ärzteteams im Bereich Pflege oder Psychologen während einer systemischen Familienberatung, um über den Umgang mit einem Patienten zu beraten. Dabei sollen die Betreuenden auch entlastet werden. Dies ist sinnvoll, wenn mehrere Institutionen für einen Patienten arbeiten.

Womit beschäftigt sich die Supervision?

Es wird konkret mit Personen an der Verbesserung ihres eigenen Verhaltens gearbeitet. Der Fachmann beschäftigt sich mit den praktischen Arbeiten der Teilnehmer. Auch die Beziehung der Rollen innerhalb eines Teams und deren Dynamik bei der Arbeit wird untersucht. Die Zusammenarbeit einer Gruppe und die Organisation einer Aufgabe werden ebenfalls genau betrachtet. Eine klassische Aufgabe der Supervision ist auch die Familientherapie.

Wo wird Supervision eingesetzt?

Sie wird häufig bei den sozialen Berufen oder im medizinischen Bereich verwendet. Ärzte, Sozialarbeiter, Psychotherapeuten, Sozialpädagogen, Pfarrer oder Erzieher können eine Beratung erhalten. Auch in der Wirtschaft, und hier besonders im Bereich der Führungskräfte, spielt dieses Wissen eine immer größere Rolle. Ebenso sind sie im Bereich der systemischen Familienberatung und in der Pflege von Bedeutung.

Was bedeutet systemische Supervision?

Bei der systemischen Supervision findet zum Thema berufliche Praxis eine Beratung statt. Hierzu verwendet man als Grundlage die Definition der soziologischen Systemtheorie. Man kann die systemische Supervision für Einzelpersonen, für Teams, für Gruppen oder für Organisationen benutzen. Bei der systemischen Therapie wird mehr in Zusammenhängen gedacht. Das Handeln eines Einzelnen wird im Bezug auf ein größeres System gesehen. Dabei sollte die Perspektive erweitert werden, man sollte mehr Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und eigene Lösungen finden. Für die systemische Therapie gibt es verschiedene Methoden, wie das zirkuläre Fragen, die Hypothesenbildung, Reflecting Teams oder das benutzen von Bildern, Metaphern und Skulpturen.

Warum ist Supervision wichtig?

Hierbei findet eine berufsbezogene Beratung statt, die üblicherweise von externen Fachleuten durchgeführt wird. Hauptthemen sind die Kommunikation und Zusammenarbeit im beruflichen Umfeld.

  • Supervision findet in Organisationen statt
    Sie dient der Organisationsentwicklung. Sie soll den Mitarbeitern helfen, ihre beruflichen Aufgaben noch optimaler zu erfüllen. Es sollte eine Selbstreflexion stattfinden, um die Qualität der Arbeit weiterzuentwickeln. Außerdem findet eine systemische Beratung statt.
  • Eine Supervision hat bestimmte Ziele
    Ein Ziel ist es, die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen. Die Qualität der Arbeit sollte sich verbessern, und die Grundstimmung zwischen den Mitarbeitern sollte möglichst gut sein. Die Mitarbeiter werden dabei unterstützt, auch sehr komplexe Aufgaben gut zu bewältigen.
  • Supervision für Teams
    Für die Teamentwicklung kann diese Technik besonders hilfreich sein. Sie wird häufig zur Personalförderung eingesetzt. Die Rollen und Strukturen innerhalb des Teams werden geklärt, und es sollte ein Austausch über praxisrelevante Themen stattfinden. Die direkten Vorgesetzten sollten an dem Mentoring teilnehmen.

Supervision lernen

Wenn man als Supervisorin arbeiten möchte, ist es sinnvoll, wenn man schon Erfahrung als Mediator sammeln konnte. Dies sollte man am besten in verschiedenen Situationen tun, wie als Co-Mediator oder während einer Mediation für ein Team. Während der Ausbildung lernt man alles über kritische Selbstreflexion und darüber, wie man die Kunden beim Ausbau ihrer eigenen Ressourcen unterstützen kann. In diesem Bereich gibt es verschiedene Institute, die eine Weiterbildung anbieten. So bietet etwa der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen eine Weiterbildung zum Thema "Was ist Supervision" an. Dabei lernt man verschiedene Methoden und Techniken, etwa aus der Gestalttherapie, dem Kommunikationstraining, dem Psychodrama, der Gesprächspsychotherapie, der systemischen Therapie, der systemischen Familienberatung, usw.

Ziele einer Supervision

Es gibt es grundsätzlich verschiedene Ziele: Die Zufriedenheit mit der Arbeit soll besser werden und Teamkonflikte lassen sich leichter lösen. Die Teilnehmer können lernen, mehr Kreativität im Beruf zu entwickeln und mit Stress und Überforderung im Beruf besser umzugehen. Konflikte mit den Vorgesetzten sollten geklärt werden und die Teilnehmer können etwas über ihre eigenen Potentiale lernen und diese auch entwickeln. Bei dieser Technik sollen auch psychische und finanzielle Verluste, die durch vorhandene Konflikte entstehen können, minimiert werden. Die Fähigkeit zur Kooperation und zur Konfliktbewältigung unter den Mitarbeitern sollte gestärkt werden, einem Burnout soll möglichst vorgebeugt werden, im Idealfall werden die Arbeitsprozesse optimiert und die Mitarbeiter können neue Perspektiven entwickeln.

Wie läuft eine Supervision ab

Es sollten viele Fragen des Kunden geklärt werden. Hierbei geht es um die Arbeitsabläufe, die Kontakte zu Klienten oder um effektives Arbeiten. Bei Menschen, die im psychosozialen oder im medizinischen Bereich arbeiten, kann es auch um Fallbesprechungen oder um den richtigen Umgang mit einer Diagnose gehen. Die Supervisorin sollte eine Anleitung zur Selbstreflexion geben. Es werden auch Übungen zur Kontaktgestaltung mit Patienten oder Kunden gemacht. Der Supervisor beschäftigt sich mit Störungen, die das berufliche Umfeld oder auch den Einzelnen betreffen. Der Supervisand sollte ein passendes Feedback für die Gestaltung seiner Arbeit erhalten. Es gibt häufig 4 Phasen: 1. die Identifizierung des Problems, 2. der Supervisor sammelt Informationen, 3. Phase der Bearbeitung, 4. Auswertung der Lösungen.

Wo kann Supervision eingesetzt werden

Sie lässt sich im beruflichen Bereich in vielen verschiedenen Gebieten einsetzen: in der Medizin, bei der Psychotherapie oder in Kliniken, bei Sozialpädagogen, Lehrern, Erziehern und allen weiteren Aufgaben im sozialtherapeutischen Bereich. Auch in der Pflege, während einer Familientherapie, einer Gruppentherapie oder während einer Psychotherapie ist diese Technik sehr hilfreich. Aber auch in der Wirtschaft und in der Wissenschaft wird dieses Wissen immer häufiger benutzt. In der Wirtschaft kann man Supervisionen zu unterschiedlichen Themen einsetzen: zur Teambildung, zur Weiterbildung von Führungskräften, zum Kommunikationstraining und zur Klärung von Beziehungsdynamiken. Das Ziel dabei ist es, die Organisation der Arbeit, die einzelnen Arbeitssituationen, die Atmosphäre und die Kompetenzen von einzelnen Mitarbeitern zu verbessern. Wie lange die Dauer einer Supervision sein sollte, hängt sehr von den jeweiligen Fragestellungen ab.

Vor- und Nachteile von einer Supervision

Diese Technik hat eine Menge Vorteile, aber sicherlich auch einige Nachteile. Der Umgang mit schwierigen Klienten und Kunden wird verbessert. Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Kooperation wird ebenfalls verstärkt. Die Teilnehmer erlernen neue Lösungsmöglichkeiten für Konflikte. Auch die beruflichen Stresssituationen werden genauer betrachtet. Im Idealfall verbessert sich die Kontakt- und die Verhandlungsfähigkeit. Auch während einer Projektentwicklung kann diese Methode hilfreich sein. Der Teilnehmer sollte über seine Rolle, seine Aufgaben und Ziele eine größere Klarheit finden.

Eine Schwierigkeit dieser Technik besteht darin, dass sie häufig erst zu spät eingesetzt wird. Die Konflikte am Arbeitsplatz können so eskalieren, dass man auch mit einer Supervision nicht mehr viel erreichen kann. Auch eine Teamsupervision kann Nachteile haben, da hierbei die Belange der einzelnen Personen zu kurz kommen können. Es kann möglich sein, dass in einem Team über alles, was ansteht, geredet wird, und der Prozess so nicht mehr richtig professionell ausgeführt wird. Es sollten daher immer klare Ziele gesetzt und ein fester zeitlicher Rahmen vorgegeben werden.

Supervision: Bedeutung für das Coaching

Coaching ist ebenfalls eine Beratungsmethode, und findet als Einzel-, Team- oder Projektcoaching statt. Hierbei geht es vor allem um die Anleitung des Managements, daher gibt es den Begriff Managementsupervision. Ein Coach sollte in jedem Fall wirtschaftliche Fachkenntnisse und eine gewisse Feldkompetenz besitzen.

Beim Coaching wird psychologisches und wirtschaftliches Wissen gebündelt, daher ist es auch für Führungskräfte sehr attraktiv. Das Coaching wurde für den Leistungs- und Profitbereich entwickelt, im Unterschied zur Supervision, die eher für den sozialen Bereich entwickelt wurde. Dabei kann es auch um rein betriebswirtschaftliche Ziele gehen, und die Funktionsfähigkeit der Handelnden soll verbessert werden. Es geht hierbei also mehr um den Bereich Personalentwicklung, bei der Supervision geht es eher um Personenentwicklung. Sehr häufig findet ein Coaching direkt am Arbeitsplatz des Kunden statt. Daher werden die gegebenen Hierarchien meistens akzeptiert. Die Veränderung, die beim Coaching entsteht, sollte von der Spitze der Hierarchie ausgehen, das heißt von den Führungskräften. Andernfalls werden eher die Menschen beraten, die geführt werden. Der Experte benötigt für ein Coaching auch Unternehmenserfahrung und Managementwissen. Es kann dabei ein Training von bestimmten Fähigkeiten oder Verhaltensweisen stattfinden. Bei beiden Fällen werden reflexive Techniken zur Verbesserung der Situation angewendet.

Ein guter Coach sollte beim Coachen keine direkten Lösungen anbieten, sondern den Kunden dabei begleiten, seine eigenen Lösungen herauszuarbeiten. Der Coach sollte immer ein kritischer und neutraler Gesprächspartner sein. Seine Methoden stammen aus dem Bereich der Führungskräfte- und Personalentwicklung. Es werden aber auch Methoden aus der Psychotherapie benutzt: die Ressourcenaktivierung (der Coach zeigt dem Klient seine positiven Ressourcen auf). Die Problemaktualisierung: Der Klient kann seine Probleme während der Sitzung erneut erleben. Der Coach versucht, die Probleme in Worte zu fassen. Unterstützung bei der aktiven Problembewältigung: Der Klient sollte im Gespräch herausfinden, wie er bestimmte Probleme lösen kann. Anschließend kann er die Problemlösung in die Realität umsetzen. Schließlich gibt es die motivationale Klärung: Der Coach hilft dem Klient dabei, seine bewussten oder unbewussten Ziele genauer zu klären.

Praxisbeispiele

1. Beispiel: Der Leiter eines Dienstleistungsunternehmen im wirtschaftlichen Bereich möchte herausfinden, ob er seinen Job behalten soll, oder sich lieber eine andere Arbeit suchen. Nach Ablauf von 4 Sitzungen stellt sich heraus, dass der Leiter seine Arbeit eigentlich gerne macht, eine gute Ausbildung in diesem Bereich hat und auch viel Berufserfahrung. Man kommt gemeinsam zu dem Schluss, dass er seine Arbeitsstelle besser behalten sollte. Dann stellt sich aber heraus, dass der Leiter auch gerne an Weiterbildungen teilnehmen würde, die das Unternehmen zwar anbietet, die dann aber nicht durchgeführt werden. Gemeinsam wird nun erarbeitet, dass der Leiter eigene Vorschläge für Schulungen macht, und anschließend dann entscheidet, ob er weiter in diesem Unternehmen arbeiten möchte.

2. Beispiel: Eine Gruppe von Lehrern an einer Berufsschule möchte eine Supervision. Sie haben Probleme im Umgang mit schwierigen Schülern und mit schwierigen Kollegen, ihnen fehlt die Freude am Lehrerberuf, und es gibt Streitigkeiten mit der Direktorin der Schule. Der Ausgangspunkt der Supervision ist die tägliche Arbeit, die die Lehrer erbringen müssen. Die Teilnehmer sollen sich dabei auch ihre persönliche Geschichte anschauen und überlegen, welche Zusammenhänge es mit den beruflichen Problemen geben könnte. Es werden auch Konflikte innerhalb des Teams diskutiert. Schließlich entwickelt die Gruppe ein Projekt für die eigene Schule, dass sich über mehrere Fächer streckt, um auch hier Veränderungen im Umgang anzustoßen.


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