Die Hürde erkennen – Der Coaching-Kompass

Nicolas LehnartZwischen dem gegenwärtigen Zustand und dem Ziel eines Coachee können sehr diverse Hindernisse liegen. Aufgabe des Coachs ist es, die Art des jeweiligen Hindernisses zu erkennen und entsprechend auf es zu reagieren, um die Intervention zum Erfolg zu führen. Unterschieden werden hier die „6 C“, die sechs Hürden im Coaching.

Confusion – die Nebelwand
Der Coachee ist sich teilweise oder vollkommen im Unklaren über sein Ziel bzw. über die nächsten Schritte auf dem Weg dorthin.
Mittels eingehender, präziser Fragen, wie sie die Fragetechnik des Metamodells vorsieht, ist es dem Coach möglich, die entsprechenden Informationen aus der Tiefenstruktur der Sprache des Coachee zutage zu fördern und so diese Unklarheit aufzulösen.

Comparison – der Perfektionsanspruch
Der Coachee vergleicht sich mit anderen Personen, deren Fähigkeiten und Kompetenzen bei ihm zu einer Entwicklung unangemessen hoher Erwartungen an sich selbst geführt haben. Die Folge sind schnelle Enttäuschung und eine eingeschränkte Fähigkeit, mit Frustrationserlebnissen umzugehen („es hat keinen Sinn, ich schaffe es ohnehin nicht“) oder Schuldzuweisungen nach außen hin.
Unter solchen Umständen unterstützt der Coach seinen Klienten dabei, indem er ihn wieder in einen ressourcenreichen Zustand zurückführt: er hinterfragt behindernde Glaubenssätze, teilt zu umfassende Ziele in kleinere auf und bietet Reframings an, um Enttäuschungen zu entmachten.

Catastrophe – Mini-Traumata
Auch kleinere Traumata (Lampenfieber o.ä.) können sich extrem hinderlich auswirken, wenn sie eine Art Eigenleben entwickeln und eventuell zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden und zu massiven Leistungsblockaden führen. Wenn Coachees sich auch langfristig noch über bestimmte Ereignisse den Kopf zerbrechen können oder vergleichbare Erfahrungen seitdem zu vermeiden versucht, könnte eine solche „catastrophe“ vorliegen.
Zur Intervention sollte auf die Phobietechnik oder wingwave zurückgegriffen werden.

Conflicts – Unterschiede prallen aufeinander
Verschiedene Arten von intra- oder interpersonellen Konflikten können sich auf ganz andere Bereiche auswirken, wenn sie zu besonderen Einwänden führten, Inkongruenzen verursachen oder zusätzliche Ökologie-Fragen aufwerfen. Mögliche Ausformungen dieser Hürde sind, wenn der Coachee einen Konflikt mit abwesenden Personen bearbeiten möchte oder wenn seine inneren Konflikte sich auf die bearbeiteten Themen auswirken; oder wenn es Konflikte zwischen verschiedenen Parteien oder innerhalb einer Gruppe gibt, mit der ein Coach arbeitet.
Möglichkeiten der Intervention sind u.a. das Verhandlungsmodell, Meta-Map, wingwave-coaching, die Schule des Wünschens und das Schlichtungsmodell zu nennen.

Context – das „richtige Leben“
Da ein Coaching in einem geschützten Rahmen stattfindet, muss es sich erst in der Realität bewähren. Um Hindernisse bei der Überführung vom Coaching-Kontext in die Wirklichkeit zu überwinden, sind umfassende Vorbereitung, flexible Reaktionen auf unerwartete Entwicklungen und vor allem klare Ziele nötig.

Conviction – Zweifel bremsen die Motivation
Einschränkende Glaubenssätze des Coachee, sogenannte „limiting beliefs“, können Hindernisse beim Erreichen seiner Ziele darstellen – sei es, weil sie ihm den Zugriff auf bestimmte Ressourcen versperren und ihn bei der Entfaltung seines Potenzials behindern, sei es, weil sie ihm gewisse Optionen verbauen; sowohl bewusst wie auch unbewusst.
Für die Erkundung und Veränderung von Glaubenssätzen bieten sich NLP-Techniken wie Reframing, Meta-Modell und der „Als-ob-Rahmen“ an.

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