5 Wahrnehmungspositionen im Coaching

Nicolas Lehnart

Seine Fähigkeit zur Selbststeuerung und Selbstreflexion erlaubt es dem Coach, sich durch die freie Wahl seiner Einstellung und Verfassung bestimmten Situationen im Coaching anzupassen. Auf diese Weise versetzen sie sich nach Bedarf in eine der fünf Wahrnehmungspositionen (nach Schmidt-Tanger), von der aus sie eine bestimmte Situation erfassen können.

In der 1. Wahrnehmungsposition nimmt der Coach die Situation, den Klienten und die Themen aus seiner eigenen Perspektive wahr, indem er den gesamten Komplex auf sich wirken lässt und seine Gedanken, Gefühle und Assoziationen beobachtet.

  • „Wie fühle ich mich als Coach bei diesem Thema?“
  • „Welche Resonanz löst das Verhalten des Coachee bei mir aus?“
  • „Welche Glaubenssätze habe ich als Coach zu diesem Thema?“

Bei der 2. Wahrnehmungsposition wechselt der Coach in die Position des Coachee; Bedingung dafür sind empathische Fähigkeiten und die Bereitschaft, sich auf die Landkarte des Coachee einzulassen.

  • „Wie geht es dem Coachee bei diesem Thema?“
  • „Wie würde ich an seiner Stelle empfinden?“
  • „Wie wirkt mein Verhalten auf den Coachee?“

In der 3. Wahrnehmungsposition nimmt der Coach sich und den Coachee aus der Perspektive des neutralen Beobachters wahr, wodurch er andere Aspekte des Themas erkennt, die ihm ansonsten verborgen bleiben könnten.

  • „Was geschieht jetzt zwischen diesen Beteiligten?“
  • „Lassen sich Muster erkennen, die sich wiederholen?“
  • „Welche Metapher würde zu dieser Situation passen?“

In der 4. Wahrnehmungsposition oder Meta-Position betrachtet man sich selbst in seiner Rolle als Coach aus einem gewissen Abstand, der das Spektrum über das unmittelbare Empfinden erweitern (eine sogenannte reflexive Schleife).

  • „Wie gehe ich als Coach in dieser Situation mit mir selbst um?“
  • „Welche Erwartungen habe ich an mich selbst in dieser Situation?“

Die 5. Wahrnehmungsposition als systemische Perspektive stellt abschließend den Zusammenhang zum sozialen Umfeld des Coachee her, d.h. der Konfliktpartner und anderen Personen, die an der Situation beteiligt sind.

  • „Wie sieht diese Person die Situation?“
  • „Welche Auswirkung hat das Verhalten des Coachee auf diese Person?“
  • „Welche Ziele verfolgt diese Person?“

Das Analysieren einer Situation aus verschiedenen Perspektiven kann entscheidende zusätzliche Informationen offenlegen und die Palette der Lösungsalternativen erweitern (bzw. erst zugänglich machen) und beinhaltet darüber hinaus auch, eine Vorstellung von der eigenen Mission und Vision zu haben.

Emotionales Selbstmanagement ist für den Coach eine wichtige Ressource zur Einflussnahme auf den eigenen Zustand im Sinne des State-Management; Ziel ist es, als Coach mittels einer professionellen Coaching-Physiologie zur Verfügung zu haben, die eigene Themen zurückstellt und Raum für die Themen des Coachee lässt.

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