Die sechs Rollen des Coachs

Stephan LandsiedelDass Coaching als Bezeichnung für Tätigkeitsfelder so umfassend genutzt wird, liegt nicht zuletzt auch daran, dass Coaching-Interventionen auf verschiedenen Ebenen der Persönlichkeit ansetzen. Nach Robert Dilts, dem Entwickler des Modells der sechs Neurologischen Ebenen, kann ein Coach mit einem entsprechenden Ansatz und den dazugehörigen Techniken an jeder der neurologischen Ebenen ansetzen, um den Coachee bei der Beantwortung der aufkommenden Fragen zu unterstützen. Dementsprechend nimmt er für jede dieser Ebenen eine andere Rolle an, die an sie angepasst ist.

Die Umgebungs-Ebene: Der Coach als Guide/Caretaker
Auf der grundlegendsten Ebene ist ein Coach ein Helfer, der den Coachee dabei unterstützt, sich und seinen Platz in seiner sich verändernden Umwelt zu finden. Dabei wird der Coachee vom Ist- zum Soll-Zustand geführt. Voraussetzung dafür ist, dass der Guide vorher dort war und den besten Weg zu dem Ziel kennt, das der Coachee sucht.

Die Verhaltens-Ebene: Der Coach als Coach/Performance-Coach
Auf dieser Ebene finden die Interventionen statt, die an den Verhaltensleistungen des Coachees ansetzen – das traditionelle Coaching. Ziel des Coaching-Prozesses ist es, bestimmte Ressourcen und Fähigkeiten bewusst zu machen und sie zur bewussten Kompetenz weiterzuentwickeln.

Die Ebene der Fähigkeiten: Der Coach als Teacher
Auf der Ebene der Fähigkeiten und Kompetenzen geht es darum, den Coachee dabei zu unterstützen, dass er sich weitere kognitive Fähigkeiten und Strategien aneignet oder solche entwickelt. Ziel ist es, dass er nach der Intervention neue Kenntnisse erworben hat, die ihm auf seinen Weg helfen.

Die Ebene der Werte und Glaubenssätze: Der Coach als Mentor
Auf der vierten Ebene übernimmt der Coach die Funktion des Mentoren, der dem Mentee den Zugang zu seinen unbewussten Kompetenzen eröffnet. Ziel ist es, dessen eigene Widersprüche und Ambivalenzen aufzulösen, ihn zum Ablegen seiner einschränkenden Glaubenssätze zu bewegen und seine Werte und Einstellungen positiv zu beeinflussen.

Die Ebene der Identität: Der Coach als Sponsor
Auf der Ebene der Identität wird das Selbst des Coachee einbezogen. Als Sponsor übernimmt der Coach die Aufgabe, seinen Klienten bei der Entdeckung und Förderung seiner Potenziale und Gaben zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Entwicklung der Identität des Coachee und auf dessen Wachstum, und ihn in die Lage zu versetzen, dass er die Möglichkeiten wahrzunehmen lernt, die ihm offenstehen.

Die Ebene der Spiritualität: Der Coach als Awakener
Neben den bisherigen Ebenen erstreckt sich die Intervention auch auf die Ebene der Mission und der Vision. Der Awakener ist ein Vermittler, der den Klienten unter Berücksichtigung seiner Integrität und Kongruenz in Kontakt mit seiner Mission bringt.

Ausschlaggebend dafür, welche Rolle der Coach einnimmt, sind Thema, Ziel und Anforderungen des Coachee oder des Coachings. Dementsprechend sollte das Repertoire eines professionellen Coachs auch möglichst alle Rollen umfassen. Wenn er in die Situation kommt, dass während eines Coachings ein Wechsel der Interventionsebene auftritt und er eine andere Rolle einnehmen muss, so sollte der Coach diese Überleitung dem Coachee auch deutlich machen, um so die Transparenz zu gewährleisten.

Wenn das Coaching darauf angelegt ist, auf den oberen Ebenen zu intervenieren, so hat dies oft auch positive Auswirkungen auf die anderen, darunter gelegenen Ebenen.

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