Autor: Christina Uhl

Coaching zwischen Tür und Angel

– ein Gastbeitrag von Christoph Schalk

Wer viel Verantwortung hat, hat in der Regel auch viel zu tun. Da bleibt Führungskräften für das Coaching ihrer Mitarbeiter oft keine Zeit mehr. Coaching ist zwar wichtig, aber eben meistens nicht dringlich. Es lässt sich leicht auf die lange Bank schieben.

Dahinter steht der Gedanke, dass Coaching immer mit einem festen Termin verbunden ist, der auch noch eine gewisse Länge hat und idealerweise das Label „wiederkehrend“ trägt. Aber es geht auch anders. Es ist ohne großen Aufwand möglich, Coaching in den alltäglichen Umgang mit Ihren Mitarbeitern einzubauen. Es muss nicht immer das formelle und im Voraus geplante Gespräch sein.

Coaching zwischen Tür und AngelStellen Sie sich zum Beispiel vor, ein Mitarbeiter kommt mit einem Problem auf Sie zu und fragt Sie: „Was soll ich nur machen? Was empfehlen Sie mir?“

Ihre typische Reaktion ist vermutlich, dass Sie sich über weitere Details informieren lassen und dann selbst – möglicherweise sogar alleine und ohne den Mitarbeiter – das Problem lösen. Oder Sie sagen dem Mitarbeiter zumindest sehr genau, was er jetzt tun soll. Danach hat er ja schließlich auch gefragt, oder?

Aber nicht immer machen wir unsere Mitarbeiter damit glücklich, wenn wir Ihnen Lösungen vorgeben und ihnen die Lösungsfindung abnehmen. Alternativ können Sie nämlich auf die Frage des Mitarbeiters mit einer Gegenfrage reagieren: „Das ist wirklich schwierig. Aber stellen Sie sich mal vor, ich wäre heute aus irgendeinem Grund nicht da. Was hätten Sie selbst unternommen? Wie wären Sie mit dieser Situation umgegangen?“

Mit dieser Gegenfrage – so ungewöhnlich sie erst einmal klingen mag – sind Sie schon mitten in einem Coaching-Gespräch. Dies hat mehrere Vorteile:

  • In der Natur eines Coachinggesprächs liegt es, dass Sie die Fähigkeiten Ihres Mitarbeiters aktivieren. Sie fordern ihn heraus, seine Möglichkeiten voll zu nutzen.
  • Sie fördern das Selbstvertrauen Ihres Mitarbeiters. Sie werden staunen, was Ihr Mitarbeiter sich alles zutraut, wenn Sie ihm etwas zutrauen.
  • Sie drücken Wertschätzung aus. Ihr Mitarbeiter fühlt sich in seinen Fähigkeiten ernst genommen.
  • Sie schaffen langfristige Veränderung. Wenn Sie Ihrem Mitarbeiter vermitteln, dass Sie seinen Fähigkeiten vertrauen und davon überzeugt sind, dass er sein Anliegen selbst lösen kann, wird er beim nächsten Problem vielleicht selbstständig auf seine Ressourcen zurückgreifen – ohne zuerst zu Ihnen zu kommen.
  • Sie sparen Zeit: Statt künftig Probleme für Ihre Mitarbeiter zu lösen, können Sie die gewonnene Zeit darin investieren, Termine für „echte“ Coaching-Gespräche einzuplanen.

Auf dem Feld entscheiden die Spieler, nicht der Coach
Wenn ich in meinen Schulungen Führungskräften verdeutlichen will, wie sie ihre Rolle als Vorgesetzte mit einer Rolle als Coach verbinden können, verwende ich gerne die Skizze von einem Fußballfeld am Flipchart. Die Spieler befinden sich auf dem Spielfeld, der Coach am Spielfeldrand, also außerhalb des Spielfelds. Vor dem Spiel hat der Trainer klar abgesprochen, wer wie auf welcher Position spielt und was das Ziel ist (der Ball muss ins gegnerische Tor und nach Möglichkeit keine Bälle ins eigene Tor).

Der Schlüssel liegt darin, mit jedem Mitarbeiter klar abzusprechen, was sein „Spielfeld“ ist. Wo er also selbst entscheiden, eigene Ziele formulieren und selbständig Schritte zum Ziel gehen kann. Während eines Fußballspiels hat der Coach nichts auf dem Feld verloren. Er spielt nicht für seine Spieler. Er lässt Sie machen. Aber nach dem Spiel hilft er ihnen beim Auswerten und Reflektieren, damit sie beim nächsten Mal noch besser sind.

Mit CoaCoaching zwischen Tür und Angelching zwischen Tür und Angel können Sie Ihren Mitarbeitern immer wieder den Ball zurückgeben und ihnen deutlich machen, dass sie auf dem Spielfeld Verantwortung haben und selbst agieren können. Sie geben nur kleine Impulse, Ihre Mitarbeiter entscheiden und handeln.

Sie werden staunen, wie viel in Ihren Mitarbeitern steckt. Ihre Mitarbeiter werden ebenfalls staunen, wie viel in ihnen steckt, wenn man es ihnen zutraut. Manchmal müssen Sie als Coach etwas nachdrücklich sein und sich nicht dazu hinreißen lassen, schnell eine Lösung anzubieten. Auf lange Sicht werden Sie dafür mit selbstständigen Mitarbeitern belohnt werden.

Über den Autor
Coaching zwischen Tür und AngelChristoph Schalk ist Diplom-Psychologe, Senior Coach BDP und Master Coach EASC. Vom Magazin Focus als „Top Coach 2016“ ausgezeichnet. Zusammen mit einem Kollegen leitet er die Würzburger Business Coach Akademie und hat sich auch einen Namen als Fachbuchautor gemacht (u. a. „Mitarbeiter coachen – Gemeinsam Ziele erreichen“.

Mehr unter www.christophschalk.com

 

Coaching für angehende Lehrtrainer

Ein GastbEvi Anderson-Krugeitrag von Evi Anderson-Krug, NLP-Lehrtrainerin, DVNLP,  und Landsiedel-Trainerin für Augsburg und Kitzingen.

Viele frischgebackene NLP-Trainer, die den Wunsch haben, selbst DVNLP-zertifizierte NLP-Ausbildungen durchzuführen, brauchen dafür erst einmal eine Anerkennung zum Lehrtrainer. Die bekommen sie nicht durch den Besuch einer weiteren Fortbildung. Es sind vielmehr ein paar zusätzliche Auflagen zu erfüllen, um die begehrte Lizenz zu erhalten. Schließlich soll gewährleistet sein, dass die neuen Ausbilder auch über eine hohe fachliche und persönliche Kompetenz verfügen.

Eine der Voraussetzungen ist zum Beispiel der Nachweis über 20 Einzelcoaching-Stunden, die bei einem „NLP-Anwender, der mindestens Lehrtrainer, DVNLP, und Master Coach, DVNLP, oder mindestens Lehrtrainer, DVNLP, und NLP-Berater, DVNLP, ist“, in Anspruch genommen werden (Quelle: DVNLP). Es wird also ganz klar die erforderliche fachliche Mindestqualifikation des Coaches festgelegt, der diese Stunden leisten und bescheinigen kann. Dies ist eine Kombination, die in der Praxis nicht immer so leicht zu finden ist.

Als Master-Coach (seit 2009) und Lehrtrainerin (seit 2011) bin ich berechtigt, diese Coachings durchzuführen und biete das auch seit vielen Jahren an.

Die meisten Klienten, die ein „normales“ Coaching bei mir buchen, tun dies aus einem akuten oder schon länger anhaltenden Veränderungswunsch heraus. Etwa, um aus einer privaten oder beruflichen Krise herauszukommen, einen Neubeginn zu wagen oder endlich gemäß ihrer Berufung leben zu können. Meine Klienten entscheiden sich also häufig aus einem gewissen Leidensdruck heraus für die professionelle Begleitung – und natürlich aus freien Stücken.

Doch ist diese Freiwilligkeit auch bei Klienten vorhanden, die „Pflicht“-Coachingstunden absolvieren, um eine Lizenz zu erwerben? Das kläre ich sehr offen, sobald die erste Anfrage kommt. Ich hake gezielt nach, welche Bereiche er oder sie optimieren möchte und an welchen Stellen Entwicklungspotenzial schlummert.

Was sind klassische Themen, mit denen die angehenden Lehrtrainer /-innen zu mir kommen? Wie bei jedem Klienten ist auch das natürlich sehr individuell. Ich möchte hier einen möglichen Ablauf skizzieren und habe ein paar „typische“ Anliegen herausgegriffen. Aus Respekt vor der Privatsphäre meiner Klienten habe ich mich bewusst allgemein ausgedrückt oder manches leicht abgewandelt, um keine Rückschlüsse auf konkrete Personen zuzulassen.

Ein Fallbeispiel
Beim ersten Gespräch lasse ich meine Klientin erst einmal allgemein berichten, wo sie steht, was sie bewegt und was ihre Coachingthemen und Ziele für unsere Treffen sind. Das darf natürlich alle Lebensbereiche betreffen, nicht nur ihre Trainer-Laufbahn. Gemeinsam besprechen wir die nächsten Schritte und Prioritäten: Was ist akut besonders wichtig und/oder dringend?

In diesem Fall steht ein Umzug an, sie ist beruflich stark eingespannt und weiß gar nicht, wie sie die Coachings zeitlich organisieren soll. Außerdem hat sie gerade einen Kunden, bei dem die Auftragsklärung nicht so optimal gelaufen ist. Das Seminar läuft nicht so, wie sie es erhofft hat und sie sieht sich als Trainerin in der Rolle, versäumte Führungsaufgaben des Vorgesetzten an die Teilnehmer weitergeben zu müssen. Als ich nach ihren Ressourcen frage, nennt sie die Natur und jede Form von Bewegung draußen als ihre große Kraftquelle. Nur kommt sie leider grad zu wenig dazu. Wir verabreden einige Coaching-Blöcke von mehreren Stunden am Stück. Das erspart ihr Fahrzeit und wir können länger an ihren Themen arbeiten.

Das erste Folgetreffen findet draußen statt, ein ausgiebiger Spaziergang in der Natur – Ressourcen-Aktivierung pur. Sie berichtet vom letzten Seminar, vom Verhalten der Teilnehmer, von ihren zwiespältigen Gefühlen. Einerseits sei der Auftrag gut bezahlt, andererseits wären die Teilnehmer auch zum Großteil in die Schulung geschickt worden und daher nicht von vornherein motiviert. Das Thema „Werte“ steht an. Welche Werte hat sie persönlich, welche kann sie in ihrem Trainerberuf leben? Welche möchte sie gern stärker integrieren? Das Coaching im Gehen gibt ihr ausreichend Zeit zum Überlegen.  Sie ist im Umbruch, das weiß sie auch, und ihr wird klar, dass sie künftig andere Zielgruppen erreichen möchte. Daher auch der starke Wunsch, NLP-Lehrtrainerin zu werden. Finanzen sind ihr wichtig, doch sie möchte einen Sinn in ihrem Beruf sehen. Und ihr wird klar, dass sie gerade auf dem besten Weg dahin ist.

Ein paar Bäume werden utilisiert und symbolisieren ihren Auftraggeber, sowie den ein oder anderen herausfordernden Teilnehmer. Wahrnehmungspositionen-Wechsel, Meta-Positionen auf einem Baumstumpf und einem Hochsitz finden hier am Waldrand eine passende Umgebung.  Auch die ein oder andere Übung zur Körpersprache und Status  bringen wir hier unter. Als ein Spaziergänger mit einem großen Hund vorbeikommt, kann sie ihre Wirkung gleich testen. Vor großen Hunden hat sie normalerweise etwas Angst, doch sie sie aktiviert ihren „Circle of Excellence“, bleibt innerlich stark und ruhig. Und der Hund? Läuft in angemessenem Abstand an ihr vorbei, ohne ihr zu nahe zu kommen. Test bestanden.

Wir verabschieden uns nach diesem  Outdoor-Nachmittag  und sie fühlt sich „gut durchgelüftet und wunderbar neu sortiert“.

Das nächste Treffen hat den Schwerpunkt „Trainer-Identität“. Ein paar alte Glaubenssätze dürfen sich verabschieden. Vor allem der, ob sie das Recht hat, zu führen und als Alphatier auch deutlich älteren und männlichen Teilnehmern  Anweisungen zu geben.  Führen dürfen und trotzdem weiblich sein – ist das ein Widerspruch? Es ist ein erneut intensiver, spannender Vormittag.

Innere Antreiber werden in der Folge entlarvt, zum Beispiel der, „perfekt“ sein  zu müssen oder es immer allen recht machen zu müssen. Die ganze Bandbreite wundervoller NLP-Formate und kreativen Abweichungen kann ich hier nutzen.

Der Weg zum LehrtrainerDoch auch ganz pragmatische Themen finden in einem solchen Coaching ihren Raum. Das nächste Treffen ist recht kurzfristig eingeschoben und dauert auch nicht so lange. Sie hat ein paar akute Fragen und ich habe in ihrem neuen Wohnort beruflich zu tun. Wir treffen uns auf einen Kaffee. Strategieplanung, neue Prioritäten setzen. Sie hat einen neuen Auftrag ergattert und will nicht mehr so viel mit PowerPoint arbeiten. Zeichnen kann sie aber nicht, ihrer Meinung nach. Ich zeige ihr auf ein paar Blättern Papier die ein oder andere leicht umsetzbare Idee, ihren Stoff auf Flipcharts zu zeichnen. Sie übt ein wenig und kann es gar nicht fassen, wie gut sie das kann.  Manche Glaubenssätze („ich kann das nicht“) lassen sich auch einfach wegzeichnen.

Und so wechseln sich die Themen ab  – ob es nun um neue Strategien und Fähigkeiten geht oder um die ganz wichtige Frage nach der eigenen Vision im Trainerdasein. Es ist ein spannendes Feld und sehr individuell.

Über die Autorin
Evi Anderson-Krug lebt im Raum München und begleitet Menschen in Umbruchsituationen und beim Finden neuer Lebensziele. Sie ist Master-Coach und Lehrtrainerin (DVNLP), und somit berechtigt, die Coachings für angehende Lehrtrainer durchzuführen. Evi ist darüber hinaus unsere Trainerin in Augsburg und in Kitzingen.  Weitere Infos findet ihr unter www.anderson-krug.de

Wo geht´s denn bitte aus dem Hamsterrad?

Ein Gastbeitrag von Andreas Weitkamp, Gründer und Mitgeschäftsführer des Backoffice-Dienstleistungsunternehmens Training.Services

Wenn Sie einmal die letzten Artikel in diesem Blog betrachten, dann fällt Ihnen vielleicht auf, dass sich viele Themen nicht nur mit der inhaltlichen Ebene des Coachings beschäftigen, sondern mit dem Coach selbst. Stressbewältigung, Selbstcoaching, gute Vorsätze, 15 Gesetze für Deinen Erfolg – die Liste lässt sich erweitern…

Was uns dabei aufhorchen lässt, ist der rote Faden, der sich durch die Themen zieht: Coaches sind in der Regel Einzelunternehmer, sie sind für jeden einzelnen Aspekt ihres Unternehmens selbst verantwortlich.

Selbst und ständig…

Akquise? Essenziell. Rechnungen schreiben? Klar. Termine mit Kunden vereinbaren? Natürlich. Reisen organisieren? Vermutlich auch. Externe Räume organisieren? Ungern, aber vermutlich schon. Den eigenen Coaching-Raum sauber halten? Das macht sicher eine Putzhilfe. Facebook? Xing? LinkedIn? Blog Posts schreiben? Selbstverständlich, wie werden die potenziellen Kunden sonst aufmerksam. Telefonate entgegennehmen? Wann soll ich das denn noch machen. E-Mail-Kommunikation? Noch 148 Mails checken, muss nur noch kurz dieWelt retten…

Fällt Ihnen etwas auf? Bisher haben Sie noch niemanden gecoacht!

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, lassen Sie uns doch mal gemeinsam um die Ecke denken.

Müssen Sie das alles selbst machen?

Der einfachsteWeg, nicht mehr alles selbst machen zu müssen, ist das Delegieren. Aber für diese „bahnbrechende“ Neuigkeit hätten Sie den Artikel jetzt nicht lesen müssen – das wussten Sie vorher schon. Das eigentliche Problem ist ja: Woher bekommen Sie die Person, an die Sie vertrauensvoll Aufgaben abgeben können und wie soll das funktionieren, dass diese Person sowohl während normaler Bürozeiten verfügbar ist – als auch gleichzeitig keinen 40h-Vertrag beansprucht?

„OK“, werden Sie jetzt denken, „Thema erledigt, Problem weiter ungelöst!“
Oder doch nicht?

Lassen Sie sich in die Welt eines unserer Kunden entführen – vielleicht gefällt es Ihnen ja dort.

Fallbeispiel: Frau C. aus Berlin – Coach und Trainerin

Frau C. ist seit langen Jahren in der großen und unübersichtlichen Berufsgruppe der Trainer, Berater, Moderatoren, Coaches, Speaker und sonstigen Weiterbildner tätig. Früher war sie als Personalentwicklerin in mehreren mittelständischen und auch größeren Unternehmen angestellt und hat dort Personal- und Organisationsentwicklungsprojekte konzipiert und umgesetzt. Irgendwann wollte sie nicht mehr in den oft engen Grenzen einer Unternehmensorganisation mitlaufen, sondern ihren eigenen Weg gehen und sich selbständig machen.

Naheliegend, dass sie den bisherigen Arbeitsinhalt, der sie nach wie vor faszinierte, beibehielt und als Trainerin im Bereich Change Management und zusätzlich als Coach für Führungskräfte firmierte. Natürlich dauerte es einige Zeit, bis Sie sich im Markt etabliert hatte und die Auslastung stimmte. Aber dann tauchte ein neues Problem auf. Mit wachsender Auslastung stieg der organisatorische (und unbezahlte) Overhead immer mehr an, sodass ihr Körper irgendwann mit Hörsturz und ihre Psyche mit Erschöpfung reagierten. Soweit zur Vergangenheit.

Heute sieht ihr Arbeitsalltag anders aus: Ihr Festnetztelefon klingelt nicht mehr in ihrem Büro, sondern bei ihrem Backoffice-Dienstleister. Allerdings kein einfaches virtuelles Sekretariat, das nur Anrufe entgegennehmen und weitergeben kann, ohne inhaltliches Wissen zu haben. Bei ihrem Backoffice ist sie mit ihrer gesamten Büro-Infrastruktur technisch eingebunden: Das Telefon ist weitergeleitet, der Dienstleister meldet sich in ihrem Namen. Der Zugriff auf ihren Kalender ist eingerichtet, so kann das Backoffice innerhalb vereinbarter Parameter mit Kunden Termine vereinbaren. Wenn Frau C. aus dem Coaching kommt, stehen die neuen Termine schon im Kalender. Auch auf ihr Mailpostfach kann ihr Backoffice zugreifen – und beantwortet von einer eigenen Mailadresse im Namen von Frau C. bestimmte Anfragen eigenständig.

Wenn Frau C. unterwegs ist, kann sie im Telegrammstil Antworten auf Kundenmails texten – ihr Backoffice macht daraus lesbare, freundliche und mit präzisen Informationen versehene E-Mail-Kommunikation, bei der sich die Kunden aufgehoben und gut betreut wissen. Natürlich braucht es eine Zeit, bis das Vertrauen gewachsen ist und die Zusammenarbeit sich eingespielt hat. Aber da der Dienstleister einen sehr persönlichen Service für seine Kunden anbietet, kennt er schon bald die wichtigen Ansprechpartner ihrer Kunden und pflegt die Kundenbeziehung, ohne dass Frau C. überhaupt daran beteiligt ist. Die Reisebuchungen hat Frau C. übrigens auch nicht selbst vorgenommen, auch das hat ihr Backoffice nach ihren generellen Reise-Vorgaben, den Kalendereinträgen und einer kurzen Information per Mail übernommen. Reisedaten und Buchungsbestätigungen findet sie sowohl im elektronischen Kalender als auch per Mail.

Nach ihren Trainings sendet sie jetzt direkt die abfotografierten Flipcharts und Metaplanwände an ihr Backoffice – und hat meist innerhalb von nur zwei Tagen ein fertiges und professionelles Fotoprotokoll vorliegen, das ihr Kunde ebenfalls bereits erhalten hat. Die notwendigen Daten hat ihr Office aus dem Kalender ermittelt. Zukünftige Termine übernimmt das Office in eine Terminplanung, sodass Frau C. bei Bedarf auch die Möglichkeit hat, dem Dienstleister die gesamte Vorbereitung und
Steuerung zu überlassen.

Auch nach dem Coaching oder der Veranstaltung macht es sich Frau C. leichter als früher. Zu Beginn ihrer Selbständigkeit hat sie immer am Monatsende ihre Rechnungen geschrieben – mit Word, furchtbar aufwändig und fehleranfällig, weil sie dann einen ganzen Stapel Belege zuordnen musste. Heute scannt sie die Belege mit dem Smartphone, sobald sie sie erhält und sendet nach der Heimkehr alles als PDF-Datei an ihr Office. Dort wird über eine Online-Faktura-Software eine professionelle Rechnung erstellt, die sie dann selbst versendet oder inzwischen auch einfach direkt durch ihren Dienstleister verschicken lässt.

Fokussierung auf die wichtigen Dinge

So hat sich Frau C. nicht nur von ihrem Hörsturz erholt, sondern sich wertvolle Zeit eingekauft. Heute fokussiert sie sich auf die wesentlichen Dinge: ihre Coachees und Kunden, ihre Trainingskonzepte, die Akquise neuer Kunden und – auf sich selbst.Wenn sie keine Termine hat, geht sie mit ruhigem Gewissen zum Yoga, ihr Office nimmt ja währenddessen die Anrufe entgegen.

Das Backoffice arbeitet natürlich nicht ausschließlich für sie, aber der Dienstleister hat lange Erfahrung in der PE- und OE-Branche und die notwendigen Projekt- und Prozessmanagement-Skills, um die Anforderungen der verschiedenen Kunden so abzubilden, dass die Aufgaben zeitgerecht und in hoher Qualität erledigt werden. Die Abrechnung erfolgt über ein monatliches Zeitkontingent – vergleichbar einer Handy-Flatrate, die sekundengenau abgerufen wird. So kann Frau C. unabhängig von den gerade anstehenden Aufgaben die benötigte Zeit abrufen – bei Bedarf auch über ihr zugesichertes Kontingent hinaus. So bleibt ihr Service sowohl kalkulierbar als auch flexibel.

Hamsterrad – angehalten!

Gefällt Ihnen die Welt von Frau C.? Dann lassen Sie sich doch auch unterstützen – Ideen und Anregungen haben Sie ja jetzt genug. Und wenn Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, freuen wir uns, auch Ihre eigene Welt ein bisschen einfacher zu machen – unabhängig von Ihrem Wohnort.

training-services

Andreas Weitkamp und Carsten Hammermann erledigen für Ihre Kunden aus der Zielgruppe der Trainer, Berater, Coaches und Speaker alles, was nicht direkt vor Ort beim Kunden stattfindet.
Die so gewonnene Zeit können Training.Services-Kunden dann alternativ z.B. zur Akquise, für die Weiterentwicklung des eigenen Profils als Dienstleister – oder auch zum Auf- und Krafttanken nutzen.
www.trainingservices.info

Bernd und das steinerne Herz

Alexander Witt

Ein Gastbeitrag von Alexander Witt, Diplom-Psychologe, Psychotherapeut und Business Coach.

„Wie coache ich?“ – Immer wieder höre ich von Klienten die Frage: „Wie arbeiten Sie eigentlich? Wie muss ich mir so ein Coaching vorstellen?“ Und immer wieder finde ich es äußerst schwierig, eine komplexe Methode in wenigen Sätzen zu erklären. Dennoch möchte ich hier einen etwas ausführlicheren Versuch wagen, meine Vorgehensweise anhand eines Praxisbeispiels darzustellen.

Ich arbeite nach dem Gestaltansatz von Fritz Perls, einem bekannten deutsch-amerikanischen Psychotherapeuten. Er vertrat die Haltung, dass wir nur im Hier-und-Jetzt mit uns und der Umgebung im Kontakt, d.h. lebendig sein können. Klingt einfach, ist es aber nicht. Viele Menschen leben im Grunde ständig in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Sobald wir mit uns hadern, weil wir zum Beispiel letzte Woche im Job eine falsche Entscheidung getroffen haben, sind wir emotional blockiert. Wir haben dann weniger – und manchmal auch gar keine – Ressourcen mehr für den aktuellen Moment übrig. Ähnlich verhält es sich, wenn wir ständig in die Zukunft schauen: „Oh Gott, ich habe noch so viel zu tun! Übermorgen ist die Präsentation, hoffentlich geht da nichts schief! Ich muss alles dafür tun, dass mein Chef mit mir zufrieden ist!“ Auch hier sind wir nicht präsent, sondern in einem Paralleluniversum gefangen, das uns sämtliche Energie für das Hier-und-Jetzt raubt.

Methoden und Interventionen
Von besonderer Bedeutung sind daher Strategien, um den Klienten für seine aktuellen Empfindungen und Wahrnehmungen zu sensibilisieren. Anhand von sog. erlebnisorientierten Interventionen (z.B. Imaginationsübungen, Rollenspiele, Achtsamkeitsübungen, Arbeit mit inneren Anteilen) versuche ich den Klienten mit seinen Emotionen in Kontakt zu bringen. Denn nur, wenn ich meine Gefühle spüre, kann ich die für mich richtigen Entscheidungen treffen! Emotionen können als eine Art inneres Navigationsgerät verstanden werden, das leider von immer mehr Menschen unbewusst ausgeschaltet wird.

Bernd – Ein Fallbeispiel
Vor einigen Monaten hatte ich ein Coaching mit einem Manager eines großen Automobilkonzerns, den ich im Folgenden Bernd nennen möchte. Bernd war überaus erfolgreich, 70-Stunden-Wochen waren für ihn selbstverständlich. Er war ein „Arbeitstier“, hart zu sich selbst und hart gegenüber seinen Mitarbeitern. Ein Privatleben war kaum existent, Freunde hatten sich von ihm schon seit längerem zurückgezogen, weil die Arbeit für ihn immer an erster Stelle stand. In letzter Zeit litt er jedoch zunehmend unter Energielosigkeit und war auch nicht mehr so leistungsfähig wie gewohnt, was ihn in höchstem Maße irritierte. Die erste Sitzung war überaus beeindruckend: Bernd war leicht verspätet, wirkte bei der Begrüßung äußerst gereizt und nahm kaum Kenntnis von mir oder dem Coaching-Zimmer. Er stand unter immensem Druck, war hektisch, angespannt und kam gleich zur Sache: „Ich muss dringend wieder mein altes Leistungsniveau erreichen! Wie lange brauchen Sie dafür?“ Nachdem wir uns über den ungefähren Zeitrahmen verständigt hatten, führten wir eine gründliche Problem- und Zielanalyse durch. Hier fiel mir auf, dass Bernd sich zwar sehr für seine Ziele begeistern konnte („Stärke demonstrieren! Leistungsfähig sein! In der Firma aufsteigen!“) – angesprochen auf seine aktuellen Schwierigkeiten wich er aber jedes Mal gekonnt aus. Stattdessen legte er ein extrem hohes Tempo an den Tag, hielt sich nicht lange mit einem Thema auf, sondern sprintete von einem wichtigen Punkt zum nächsten.

Wenn Menschen so rasant unterwegs sind, kann das ein Zeichen für ein unbewusstes Vermeiden von negativen Emotionen sein. Ich schlug ihm also in der nächsten Sitzung vor, ein wenig inne zu halten und auf seine körperlichen Empfindungen zu achten. Bernd wirkte zunächst skeptisch, ließ sich aber dennoch auf eine Achtsamkeitsübung ein. Bei einer solchen Intervention wird die Aufmerksamkeit unter Anleitung des Coaches auf verschiedene Körperbereiche gelenkt, um sich selbst besser spüren zu lernen. Häufig geschehen dabei spannende Veränderungen, so auch dieses Mal: Im Bereich des Herzens nahm Bernd ein große Schwere wahr. Wir folgten diesem Gefühl und ich bat ihn weiter zu erforschen, was er denn für ein Bild vor sich sähe.

Alexander Witt„Ich sehe ein steinernes Herz, das mit einer schweren Kette und einem großen Schloss abgesperrt ist.“ In diesem Moment fing Bernd an zu weinen – erst sehr leise und kontrolliert, dann immer lauter. Ich versuchte ihm in diesem Moment Unterstützung und Halt anzubieten ohne den wichtigen emotionalen Prozess zu unterbrechen. Schließlich gelang es ihm seine Gefühlswelt in Worte zu packen: „Ich fühle mich so traurig und einsam! Schon seit Jahren lasse ich niemanden mehr an mich ran“. Ein paar Wochen zuvor habe er eine attraktive Frau kennen gelernt, die sich jedoch schon bald wieder von ihm abwendete, weil er keine Nähe zulassen konnte und mit seinen Gedanken immer nur bei der Arbeit war. Jetzt wurde ihm klar, wie sehr er sich vom echten Leben zurückgezogen hatte.

Epilog
Im weiteren Verlauf lernte Bernd in verschiedenen Situationen – auch während der Arbeit – auf sich zu achten und seine Bedürfnisse und Gefühle zu spüren. Er fing an, häufiger Pausen zu machen, wenn er sich müde fühlte oder schaltete für eine gewisse Zeit das Telefon aus, wenn er seine Ruhe haben wollte. Außerdem begann er wieder alte Freunde anzurufen und sich mit ihnen zu treffen. Ach ja: Leistungsmäßig war er bald wieder „ganz der Alte“, obwohl er nun nur mehr 50 Stunden pro Woche im Büro war. In der letzten Coaching-Sitzung zog Bernd folgendes Fazit: „Es ist schön wieder im Leben zu sein!“

Über den Autor
Alexander Witt ist Diplom-Psychologe, Psychotherapeut und Business Coach. Er arbeitet in eigener Praxis in München und berät Unternehmen im Hinblick auf leistungsfördernde soziale Umwelten. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen vor allem auf der Persönlichkeitsentwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern sowie im Bereich Teamsupervision und Gruppendynamik. Darüber hinaus leitet er Seminare zu den Themen Kommunikation, Führung und Burnout-Prävention.

 

Gastautoren für Coaching Blog gesucht!

Gastbeiträge für Coaching-Blog Für unseren Coaching-Blog suchen wir Gastautoren, die unseren Blog interessanter, abwechslungsreicher und bunter machen. Wir denken da z.B. an praktizierende Coaches, die uns erzählen, wie sie arbeiten, welche Methoden sie einsetzen oder vielleicht sogar ein anonymisiertes Fallbeispiel bringen. Gerne können aber auch diejenigen etwas schreiben, die gecoacht wurden und nun andere an ihren Erfahrungen teilhaben lassen wollen. Es können auch diejenigen schreiben, die etwas Tolles anzubieten haben, was Coaches gebrauchen können, z.B. eine nützliche APP oder ein Coaching-Tool.

Anforderungen an unsere Gastbeiträge:

1. Der Beitrag muss etwas mit dem Thema Coaching zu tun haben.

2. Der Beitrag muss im Vergleich zu bereits vorhandenen Artikeln neue Aspekte aufzeigen. Wenn das Thema schon einmal behandelt wurde, dann ist es möglich, das Thema weiter auszubauen oder es nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

3. Der Beitrag muss exklusiv für uns geschrieben sein. Das heißt, der Beitrag darf nirgendwo sonst veröffentlicht werden.

4. Der Beitrag muss für den Leser Mehrwerte bieten. Ein reiner Verkaufstext ist nicht im Sinne unseres Blogs. Der Beitrag darf aber auch auf Dienstleistungen oder Artikel des Schreibers hinweisen. Auf das Verhältnis kommt es an. Wir behalten uns etwaige Änderungen am Text stets vor.

5. Der Beitrag muss gut geschrieben sein. Wir wünschen uns einen strukturierten, leicht verständlichen, logisch argumentierten Beitrag, der mit Beispielen und einer persönlichen Note des Autors versehen ist sowie möglichst keine Rechtschreibfehler enthält. Fremdwörter und komplizierte Fachbegriffe sollen vermieden werden – falls die Verwendung zwingend notwendig ist, müssen die Fremdwörter oder Fachbegriffe unbedingt kurz erläutert werden.

6. Der Beitrag muss vom Autor selbst geschrieben sein. Die Inhalte des Beitrages müssen also von dem Autor selbst kommen und dürfen nicht einfach irgendwo aus dem Internet geklaut sein.

7. Zudem müssen wir uns rechtlich absichern: Wenn sich der Autor auf irgendwelche Studien oder sonstige Quellen bezieht, dann müssen die Quellen immer mit angegeben werden. Wenn der Autor beispielsweise eine These aufstellt, die auf eine Studie zurückzuführen ist, dann muss die Quellenangabe dieser Studie mit angefügt werden.

8. Formelle Anforderungen: Der Beitrag sollte mindestens 500 Wörter lang und durch Zwischenüberschriften und Aufzählungen übersichtlich gestaltet sein. Zu dem Thema passende Bilder dürfen gerne mit angehängt werden, allerdings nur, wenn die Rechte an diese Bilder bei dem Autor selbst liegen.

9. Am Ende des Artikels darf sich der Autor selbst kurz vorstellen. Wir wünschen daher ein Kurzprofil mit einem Bild des Autors und ein paar Informationen, die dem Leser diese Frage beantworten: Was hat der Autor mit Coaching zu tun und warum kann er kompetent über dieses Thema berichten?  An dieser Stelle setzen wir auch gerne einen Link zu der Homepage des Autors.

10. Zuletzt möchten wir Dich bitten, das Konzept Deines Beitrages vorab mit uns abzustimmen, da es immer zu Dopplungen kommen kann und wir Deinen Beitrag dann ablehnen müssten. Wenn Du einen Gastbeitrag für uns schreiben willst, dann schicke uns bitte vorab eine kurze Beschreibung Deines Beitrages. In dieser Beschreibung soll unbedingt der Titel des Beitrages enthalten sein. Zudem soll deutlich sein, worum es in Deinem Beitrag gehen soll und warum Dein Beitrag zu unserem Blog passt. Wenn Deine Kurzbeschreibung fertig ist, schicke diese bitte an coaching-blog@landsiedel-seminare.de.

Wir freuen uns auf Deinen Beitrag!

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