NLP Bibliothek: Praktische Hinweise

9.4 Praktische Hinweise


  1. Gerade bei der Frage nach der Verhinderung ist darauf zu achten, dass die Antwort für den Klienten wirklich positiv besetzt ist. (Im Zweifelsfalle muss man nachfragen.) So wäre noch wenig gewonnen, wenn bei der Frage, was durch berufliches Engagement verhindert wird, genannt wird: Gefahr der Arbeitslosigkeit. Dadurch würde kein Preis sichtbar werden, und das alte Gut/Schlecht-Schema bliebe unangetastet. Ein wirklicher Preis kommt erst dann zum Vorschein, wenn z.B. mit Zeit bei der Familie etwas genannt wird, was für den Klienten tatsächlich von positiver Bedeutung ist.
  2. Der Diamond entfaltet seine verändernde Kraft am besten, wenn die Punkte die genannt werden, eine kognitive und eine gefühlsmäßige Bedeutung für den Befragten haben. Weder als rein intellektuelle Auseinandersetzung noch als ein ausschließlich emotionales Erlebnis wird die Stärke des Diamonds voll ausgeschöpft.
  3. Wenn das Vorhandensein sowohl einer kognitiven als auch einer emotionalen Seite gewährleistet ist, dann hat es sich als günstig erwiesen, mit Hauptwörtern, also mit Nominalisierungen zu arbeiten. (Das ist gegen die Gepflogenheit etwa einer NLP-Arbeit.) Der Grund liegt nicht nur darin, dass damit die Notation um vieles leichter und übersichtlicher wird, sondern die Verwendung von Substantiven und Stichwörtern schützt auch davor, in erläuternde und vom Wesentlichen wegführende Gespräche zu geraten. Das Diamond-Format hilft erfahrungsgemäß am wirksamsten, wenn der Anwender ganz bei sich selber und bei seiner inneren Landkarte bleiben kann. Die Präzision und Effektivität des Beratungsprozesses wird dadurch deutlich gesteigert.
  4. Es ist wichtig, dem Anwender Zeit für seine Antworten zu lassen. Oft ist es so, dass ein Format, das zu zügig durchgegangen wurde, meist wenig verändernde Wirkung hat. Diejenigen Diamond-Interventionen, die wirklich einen Unterschied gemacht haben, besaßen in der Regel mindestens eine Stelle, wo der Anwender einen längeren Moment des Innehaltens und des Nachdenkens hatte. Solche Momente sollte man auf keinen Fall unterbrechen, etwa indem man den Anwender über Vorschläge bei seiner Antwort "helfen" will.