NLP Bibliothek: Grundphasen: Phase 2 und 3

10.4.1 Grundphasen: Phase 2 und 3

Phase 2 - Der Subtraktions-Prozess

Der nächste Schritt im Modeling-Prozess ist das Aussortieren dessen, was für das Verhalten des Modells wesentlich ist, von dem, was irrelevant ist. (Man muss beispielsweise nicht unbedingt in einem Rollstuhl sitzen und einen lila Pyjama tragen wie Milton Erickson, um mit Hypnose ähnliche therapeutische Ergebnisse zu erreichen wie er.) In dieser Phase beginnst Du, die Strategien und Verhaltensweisen, die Du modelliert hast, explizit zu formulieren. Da Du in der Lage bist, ähnliche Reaktionen hervorzurufen wie die Person, die Du modelliert hast, wirst Du auch Dein eigenes Verhalten in der ersten Position als Bezugspunkt gebrauchen wollen. (Das heißt, die Fertigkeit als "man selbst" auszuspielen statt "als ob" man derjenige wäre, den man modelliert.)

Dein Ziel ist es, die speziellen kognitiven und Verhaltensschritte zu klären und zu definieren, die für die gewünschten Ergebnisse in dem / den ausgewählten Kontext/en erforderlich sind. In diesem Stadium wirst Du auch allmählich systematisch Teile von jeder der Verhaltensweisen oder Strategien, die Du identifiziert hast, weglassen, um zu sehen, was wirklich einen Unterschied macht.

Alles, was Du weglässt und was für die Reaktionen, die Du bekommst, keinen Unterschied ausmacht, ist für das Modell nicht wesentlich. Wenn Du etwas weglässt, das für die von Dir erzielten Ergebnisse einen Unterschied ausmacht, hast Du etwas für das Modell Wesentliches herausgefunden. Diese Vorgehensweise wird "Subtraktions-Prozess" genannt. Sein Zweck ist es, die modellierten Schritte auf ihre einfachste und eleganteste Form zu reduzieren und das Wesentliche von "Aberglauben" zu unterscheiden.

Wenn Du diese Phase abgeschlossen hast, wirst Du Dein aktuelles "Minimalmodell" davon haben, wie Du die Fähigkeiten des Modells bei Dir selber reproduzieren kannst (d.h. in Deiner ersten Position). Du wirst auch Deine intuitiven Einsichten aus Deiner zweiten Position über die Fähigkeiten des Modells haben, die Du dadurch entwickelt hast, dass Du Dich in seine oder ihre Lage versetzt hast. Außerdem wirst Du eine Sichtweise aus der dritten Position haben, mit der Du den Unterschied zwischen der Art erkennen kannst, wie Du die Fähigkeiten des Modells reproduzieren, und der ganz eigenen Art und Weise, wie diese Person die Fähigkeit zeigt. Dies wird im NLP eine dreifach Beschreibung genannt.

Phase 3 - Entwurf

In der Schlussphase des Modelling werden ein Kontext und ein Verfahren entworfen, durch welche auch andere Menschen die modellierten Fertigkeiten erlernen können und wodurch sie in der Lage sind, die Ergebnisse zu erreichen, die für die als Modell fungierende Person erreichbar waren. Für diesen Entwurf solltest Du die Informationen, die Du aus allen drei Wahrnehmungspositionen erhalten hast, synthetisieren.

Statt beispielsweise einfach die einzelnen Schritte, welche die modellierte Person durchlief, zu imitieren, ist es im allgemeinen am effektivsten, für die Lernenden, entsprechende Referenzerfahrungen zu schaffen, mit deren Hilfe sie die besondere "Schaltung" entdecken und entwickeln können, die sie brauchen, damit die Fertigkeit richtig gelingt. Um die Fertigkeit zu erwerben, ist es nicht notwendig, sie denselben Modeling-Prozess durchlaufen zu lassen, den Du durchlaufen hast.

Unterschiedliche Lernende werden unterschiedlich bewusste und unbewusste Kompetenzen als "Ausgangszustände" haben. Dies solltest Du unbedingt in Deinen Entwurf einbeziehen. Wenn ein bestimmtes Verfahren, das Du modelliert hast, zum Beispiel Visualisierung erfordert, mögen manche Lernende bereits in der Lage sein, dies recht gut zu tun, während es für andere eine völlig neue Vorstellung sein kann. Manche Lernende werden dazu in der Lage sein, mehrere Schritte in dem Verfahren zu einem einzigen zu kombinieren, während andere einen bestimmten Schritt in kleinere Unterfertigkeiten aufteilen müssen.

Nochmals: Das Leitprinzip ist die "Nützlichkeit" Deines Entwurfs für die Lernenden, für die das Modell gedacht ist.

10.4 Phase 1 Unbewusster Einstieg

10.4.1 Phase 2 Subtraktionsprozess / Phase 3 Entwurf