NLP-Bibliothek: 6.7 Hypnoseprinzipien

6.7 Hypnoseprinzipien

Darstellung der Prinzipien der indirekten Hypnoseform, wie sie Dr. Milton Erickson vertrat. Die fr die Hypnose nach Erickson typischen Prinzipien sind:

Hypnoseprinzipien

1. Utilisation

Hypnotische Suggestionen sollen dem Klienten nicht aufgedrngt werden oder ihn zu etwas zwingen. Statt dessen wollen sie die Funktionsweisen der natrlichen geistigen Mechanismen und Assoziationen, die schon im Patienten vorhanden sind, aktivieren oder ndern (Erickson, Rossi & Rossi, 1978). Das bedeutet, dass man einem Klienten, von dem man den Eindruck hat, er mchte sich bewegen, tatschlich erlaubt, sich zu bewegen oder dass man vorhandene ngste in den Prozess miteinbezieht. Das Ziel der Utilisation besteht darin, eine Ja-Haltung im Klienten zu erzielen und so Widerstnde zu vermeiden oder sogar im Sinne der Therapie zu benutzen. Utilisation ist ein starkes Mittel, um eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung (Rapport) aufzubauen.

2. Indirekte Suggestionen

Dadurch werden Widerstnde erstickt, bevor sie berhaupt entstehen. "Die Verbalisierungen zur Induktion und whrend der Therapie werden nicht direkt im Sinne einer Anweisung gegeben, sondern in einer speziellen Form der Kommunikation. Der Patient erfhrt stets Anerkennung und kann weiterhin eine Ja-Haltung entwickeln bzw. beibehalten." (Kossak, 1989, Seite 134). Hinter den indirekten Formen von Suggestionen steht die Idee, dem Klienten das Erleben neuer Reaktionsmglichkeiten zu erleichtern und unabhngig vom bewussten Willen automatische unbewusste Suchvorgnge auszulsen (Erickson & Rossi, 1981). Die Indirektheit Ericksons war das eigentliche Novum, aber Erickson konnte alles: direkt oder indirekt, hilflos oder autoritr, je nachdem, was ihm angemessen erschien.

3. Folgen und Fhren

(Pacing & Leading): Das Folgen besteht u.a. darin, genau die konkret angezeigten Verhaltensweisen des Klienten zu beschreiben oder sogar zu kopieren (Sitzhaltung): "Sie sitzen bequem in Ihrem Stuhl, haben die Beine bereinandergekreuzt und warten ...". Dadurch wird wiederum eine Ja-Haltung aufgebaut. Nach einer gewissen Zeit des Folgens kann der Therapeut zum Fhren bergehen. Der Therapeut setzt nun die von ihm geplanten Interventionen und Absichten ein, immer in Abstimmung auf das Folgen des Patienten: Bei der Induktion folgt der Therapeut anfangs dem Atemtempo des Patienten, indem er sich diesem mit seiner eigenen Atmung whrend der Kommunikation/Suggestion anpasst. Sobald der Patient Anzeichen von Entspannung zeigt (etwas ruhigere und tiefere Atmung), verlangsamt nun der Therapeut geringfgig seinen Atemrhythmus. Er veranlasst dadurch den Patienten, noch langsamer und ruhiger zu atmen und dann noch tiefer zu entspannen.

4. Metaphern

Erickson erzhlte seinen Klienten sehr hufig Geschichten, Mrchen, Wortspiele, Symbole oder Anekdoten mit vielen Bedeutungsebenen. Durch das Erzhlen einer komplexen Geschichte oder Metapher

wird das Bewusstsein abgelenkt und eine unbewusste Suche nach Bedeutung und Ressourcen aktiviert. Bei einer wirkungsvollen Metapher, die eine Lsung des Problems zeigt, sind die Beziehungen zwischen Elementen der Geschichte die gleichen wie die Beziehungen zwischen den Elementen des Problems. Ist dies der Fall kann eine Metapher im Unbewussten verstanden und umgesetzt werden (OConnor & Seymour, 1994).
Er legte groen Wert darauf, dass die Analogie nicht bewusst wurde. Bemerkte er, dass ein Klient dem eigentlichen Sinn seiner Worte auf der Spur war, wechselte er blitzschnell das Thema. So erzeugte er durch Ablenkung eine Amnesie.
Die Vorteile metaphorischer Kommunikation liegen auf der Hand: Geschichten sind nicht bedrohlich. Sie fesseln die bewusste Aufmerksamkeit und frdern die Unabhngigkeit der Klienten. Sie knnen der Botschaft, die in einer Anekdote enthalten ist, selbst einen spezifischen Sinn verleihen. Welche Schlsse sie daraus ziehen, hngt somit weitgehend von ihrem persnlichen Hintergrund ab. Manchmal knnen Geschichten auch Verwirrung stiften und die Hypnosebereitschaft einer Person frdern.
Der Aufforderungscharakter ist nur implizit enthalten, dadurch knnen Widerstnde gegen Vernderungen umgangen werden.



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