NLP Bibliothek: Vergleich von Meta-Modell und Milton-Modell

6.8 Vergleich von Meta-Modell und Milton-Modell

In gewisser Form stellt das Milton-Modell der Hypnosesprache eine Umkehrung des Meta-Modells dar. Das Meta-Modell versucht Klarheit und Präzision in die Kommunikation zu bringen. Das Milton-Modell versucht bewusst vage und unklar zu sein, um Assoziationen zu wecken und Ressourcen zu aktivieren.

Vergleich Meta- und Miltonmodell
  • Das Milton-Modell ist in sprachlicher Hinsicht die genaue Umkehrung des Meta-Modells. Während wir beim Meta-Modell spezifische Sprache trainieren, liefert das Milton-Modell die Anleitung zum unspezifischen Sprachgebrauch. Die unbestimmten Ausdrucksformen, die wir mit Hilfe des Meta-Modells hinterfragen, nämlich Tilgungen, Generalisierungen und Verzerrungen, sind genau die Sprachformen, die wir im Milton-Modell gezielt einsetzen.
  • Das Ziel bei der Anwendung des Meta-Modells ist, präzise und spezifische Informationen zu sammeln (weg von der Oberflächenstruktur hin zur Tiefenstruktur der Sprache und des Erlebens). Damit können verlorene Informationen und Erfahrungen "wiederentdeckt" werden. D.h. es geht hier vor allem um Bewusstwerdungsprozesse.
  • Ganz anders im Milton-Modell. Es liefert uns vielfältige Möglichkeiten, Sätze voller Tilgungen, Verzerrungen und Verallgemeinerungen zu bilden. Der Zuhörer findet die fehlenden Informationen in sich selbst und entwickelt so für das Gehörte eine eigene Bedeutung.
  • Das Verwenden von unspezifischen Sprachformen zielt darauf ab, einen Trancezustand zu induzieren und aufrechtzuerhalten, um so das Gegenüber mit seinen versteckten, da unbewussten Ressourcen seiner Persönlichkeit in Kontakt zu bringen.
  • D.h.: Beiden Herangehensweisen ist letztlich gemeinsam, dass sie darauf abzielen, "vergessene" oder "unbewusste" Erfahrungen und Ressourcen wieder zugänglich zu machen. Der Weg dorthin ist allerdings gegensätzlich.