… ein Gastbeitrag von Annemarie Freitag.

Am 1. Juni ist der internationale Kindertag. In über 145 Staaten wird Kindertag gefeiert. Manche Länder feiern diesen Ehrentag zusätzlich oder nur am 20 September. Die Hintergründe dafür findest Du in Wikipedia. Es geht darum, auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und speziell auf die Kinderrechte aufmerksam zu machen. Ich bin in Siebenbürgen – Rumänien geboren und hier haben wir als Kind in der Grundschule ein Fest gefeiert, Gedichte aufgesagt, Lieder gesunden.
An eines von diesen Gedichten kann ich mich noch besonders erinnern:

„Kindertag – von Ingeborg Reinicke

Kommt wir fassen unsere Hände,
denn wir feiern heut ein Fest,
das uns an die vielen Kinder,
aller Völker denken lässt.
Von Kindern lernen
Heute ist der 1. Juni,
Kindertag für jedes Kind,
ob es schwarze oder weiße,
gelbe oder braune sind.

Heute wolln wir tanzen, springen,
heute wolln wir fröhlich sein.
Unsre Lieder sollen klingen,
in die weite Welt hinein!

Alle Kinder auf der Erde
wollen fest zusammenstehn;
über ihrem ganzen Leben
soll die Friedensfahne wehn.“

Ständig versuchen wir Kindern beizubringen, wie sie sich zu verhalten haben. Dabei beschenken sie uns mit vielen wunderbaren und wertvollen Eigenschaften, die wir im Laufe unseres Lebens vergessen oder verdrängt haben.

10 Dinge, die wir von Kindern lernen können, bevor wir sie mit unseren Ansichten und Vorurteilen beeinflussen:

1.) Toleranz
Kinder gehen grundsätzlich offen und freundlich auf jeden zu, wenn sie sich gut aufgehoben fühlen. Auch wenn die fremde Person äußerlich ganz anders ausschaut oder anders spricht als sie oder wir. Teste und erhöhe Deine eigene Toleranz mal, verschenke Komplimente an Fremde, wenn Du zum Beispiel das nächste Mal durch die Straßen läufst oder länger an einer Kasse stehst.

2.) Potentiale entfalten
Kinder machen in der Regel nur das freiwillig, was ihnen Spaß macht. Sie spiegeln uns automatisch. Sie ahmen uns nach, wie wir uns verhalten, was wir sagen. Egal ob das Positiv oder Negativ ist. Das Positive freut uns natürlich, wenn sie höflich und hilfsbereit sind oder wenn sie dadurch zum Beispiel die Sprache spielerisch, intuitiv und automatisch lernen. Wenn wir Verhaltensweisen an unseren Kindern entdecken, die uns gar nicht gefallen, dann sind dies mit großer Wahrscheinlichkeit Hinweise auf unsere eigenen Schatten Anteile (diese Schattenanteile kannst Du lustvoll mit Willi Kiechle an unserem NLP Sommerkongress, 6.-8.Juli 2018 integrieren). Dann könnten wir uns noch mehr freuen, weil unsere Kinder uns dadurch coachen unser eigenes Verhalten oder Potential weiterzuentwickeln. Indem wir unser Verhalten so verbessern, wie wir uns das von den Kindern wünschen, werden wir die Ergebnisse an unseren Kindern sehen.

3.) Herzlich Lachen und bedingungslos LIEBEN
Kinder lieben von Geburt an erstmal Alles und Jeden bedingungslos. Bis sie von uns konditioniert werden, dann setzen sie diese Eigenschaften auch manchmal strategisch ein.
Lachen ist gesund und entspannt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder ca. 20 Mal öfters Lachen als Erwachsene. Kinderlachen ist ansteckend. Also gute Nachricht. Wenn wir uns mit Kindern umgeben, dann lachen wir auch öfters. Und das ist egal ob es nun die eigenen Kinder sind, oder von Freunden oder lachende Kinder auf der Straße oder auf dem Spielplatz. Bedingungslos lieben können wir auch wieder lernen.

4.) Kreativität
Kinder sind so grenzenlos kreativ, sie denken manchmal anders – aus einer anderen Perspektive. Kreativität Sie erfinden Witze, singen, spielen Puppentheater, schlüpfen easy in andere Rollen und tun so als ob. Ich habe meine 7jährige Tochter schon öfters gefragt, welche Lösung sie wohl zu meinem Problem hat? Ich war begeistert von ihren unkonventionellen Ideen. Manchmal ist die Lösung so einfach, dass wir Erwachsene sie gar nicht erkennen weil wir manchmal zu kompliziert denken. Probiere es mal aus, nur so zum Spaß: Frage ein Kind, wie es wohl Dein Problem lösen würde 🙂

5.) Mut, starken Willen und Ausdauer
Kinder trauen sich selber oft viel mehr zu, als wir ihnen. Sie probieren vieles neugierig aus und zwar so oft und voller Energie, bis sie etwas können oder bekommen, was sie wollen. Hast Du schon mal ein an der Kasse schreiendes Kind gehört, weil es nichts aus dem Regal mitnehmen durfte? Und sie erinnern sich an das versprochene Eis auch noch so lange bis das Versprechen eingelöst wurde.

6.) Fokus und Flow
Kinder können sich stundenlang mit etwas beschäftigen, wenn sie begeistert sind. Da sehen und hören sie nichts anderes und lassen sie auch ungern von ihrer aktuellen Beschäftigung ablenken. Sie sind einfach im Flow, weil das Spaß macht, was sie gerade tun. Diese Eigenschaft vergessen wir manchmal, wenn wir uns im Alltag gestresst oder überfordert fühlen.

7.) Offenheit für Neues und auch für digitale Produkte
Während Erwachsene oft nach einer Bedienungsanleitung suchen, haben Kleinkinder bereits beim Smartphone oder Tablet intuitiv 10 Apps heruntergeladen. Das bedeutet nicht, dass Kinder ständig mit einem Smartphone geparkt werden sollen. Ab und zu sich die neue digitale Welt von einem Kleinkind erklären zu lassen, spart viel Zeit und macht diese total stolz. Oder gehe das nächste Mal selber offen – wie ein Kind – an etwas NEUES dran. Vielleicht probierst Du mal etwas aus, was Du schon immer mal entdecken wolltest.

8.) Spaß haben
Schneller, höher, größer? Hast Du Deine todo’s für heute schon abgearbeitet? Wie schaut es mit Deinen Zielen aus – schon erreicht? Oder hast Du eventuell ein permanentes schlechtes Gewissen, weil Dir in unserer schnelllebigen Zeit alles viel zu langsam geht? Dann schalte mal für einen Moment ab und lasse los. Mache einfach mal etwas was DIR nur unbeschwert Spaß macht – ohne Ziel oder versteckte Agenda. Tanzen, Malen, Singen, Meditieren, Kuscheln,… . Es kann auch gerne etwas Verrücktes sein.

9.) Ehrlichkeit
Wenn Kleinkinder etwas sagen, kannst Du sicher sein, dass sie das vermutlich auch so meinen. Zum Beispiel : „Papa, Du hast doch gesagt, dass diese Frau hübsch ist“ (in der Gegenwart von der Mama). Das ist nicht immer angenehm für alle. Da weiß man allerdings, woran man ist.

10.) Groß denken
Trau dich wieder groß zu träumen. Mein Kind möchte nicht nur ein Haustier, sondern einen ganzen Zoo 😉

Natürlich gibt es noch viel mehr, was wir von Kindern lernen können. Welche Eigenschaften oder inspirierende Momente mit Kindern fallen Dir noch ein?

Manchmal höre ich von Erwachsenen, dass sie so verkopft sind und einfach nicht genießen können. Dann lass Dich von Deiner eigenen Heldenreise inspirieren und entdecke Dich neu – wie ein Kind.

In ganz Deutschland und auch in anderen Ländern finden am 1. Juni in vielen Städten und Gemeinden viele Veranstaltungen, Feste und Konzerte speziell für Kinder statt. Mach doch einfach mit – Du kannst Dich auch ohne eigenes Kind von diesem frischen unbegrenztem Spirit anstecken lassen.

Viel Spaß!