Zusammenfassung

In ihrer Dissertation untersuchte Stephanie Bohn 21 Ärzte, die an einer NLP-Practitioner Ausbildung teilnahmen u.a. in Bezug auf Empathie im Arzt-Patienten-Gespräch. In ihrem qualitativ-quantitativen Methodenmix kam sie zu dem Schluss, dass die NLP-Ausbildung sich positiv auf die Arzt-Patienten Beziehung auswirkt.

Methode

Rapport bestätigtIn der Studie wurden insgesamt 21 Ärzte, wobei 3 im Verlauf der Ausbildung mangels Zeit abbrechen mussten, beobachtet und anhand von Fragebögen zur Selbsteinschätzung befragt. Dabei wurden im Lauf der Ausbildung insgesamt acht Messzeitpunkte erhoben, wobei der erste Messzeitpunkt vor der Ausbildung lag und der letzte vor dem letzten Ausbildungsblock, da im letzten Ausbildungsmodul nur noch das Testing stattfand und dieses für die Fragestellungen als irrelevant betrachtet wurde. In der weiteren Diskussion wird vor allem die erste Erhebung (vor der Ausbildung) die vierte Erhebung (nach dem dritten Ausbildungswochenende) und die letzte Erhebung (nach dem siebten Ausbildungsmodul) betrachtet. Die Beobachtung erfolgte mittels eines Erhebungsbogens, in welchem eingetragen wurde, welche Methode wie oft angewendet wurde – die Methoden reichen von „Pacing der Atmung“ bis hin zum „Swish-Pattern“. Da das Beobachten aber auch zu subjektiven Verzerrungen führen kann, wurde zusätzlich noch mittels Fragebogen erhoben, inwiefern die Ärzte meinen, NLP-Methoden zu nutzen und inwiefern sie meinen, dass dies der Arzt-Patienten-Beziehung dient. Für die statistischen Überprüfung der Hypothesen wurde für die Beobachtungsdaten der Vorzeichentest für den Fragebogen der Wilcoxon-Rangsummentest durchgeführt.

Ergebnis

Bohn’s erste Hypothese: „Ärzte setzen im Verlauf der NLP-Practitioner-Ausbildung ein breiteres Spektrum an Kommunikationsmodellen ein“ konnte bestätigt werden. Der Vorzeichentest für die Beobachtungsdaten ergab einen signifikanten Unterschied sowohl im Vergleich vom ersten und vierte Messzeitpunkt (p-wert < .001) als auch vom ersten und letzten (p-wert < .001). Zwischen viertem und letzten Messzeitpunkt ergab sich kein signifikanter Unterschied (p-wert = .238). D.h. die (weniger komplexen) Methoden in den ersten Ausbildungseinheiten wurden sofort integriert und oft verwendet, wohingegen komplexere Methoden nicht so oft angewendet wurden. Wobei laut eigenen Angaben der Ärzte, wie oft sie nun NLP anwenden sich nicht nur im Vergleich zwischen erstem und vierten (p-wert = .007) und zwischen ersten und letzten (p-wert = .001) Messzeitpunkt ein signifikanter Unterschied zeigte, sondern auch zwischen vierten und letzten (p-wert = .011) Messzeitpunkt. D.h. subjektiv gesehen meinen die Ärzte auch in der späteren Ausbildungsphase NLP mehr in ihrem Leben integriert zu haben.
Eine weitere Hypothese „Ärzte stellen im Verlauf der NLP-Practitioner-Ausbildung einen empathischeren Kontakt zu Patienten her“ konnte bestätigt werden. Es zeigte sich auch hier beim Vorzeichentest jeweils ein hohes Signifikanz Niveau zwischen dem ersten und dem vierten bzw. letzten Messzeitpunkt (p-wert < .001) und kein großer Unterschied zwischen dem vierten und letzten (p-wert = 1.0). Was auch nicht verwunderlich ist, da die Basis für einen empathischeren Kontakt in den ersten Ausbildungsmodulen gelehrt wird und nicht am Ende. Die Angaben der Ärzte decken sich hier mit den Beobachtungsergebnissen. Der Wilcoxon-Rangsummentest ergab hier einen signifikanten Unterschied von ersten und vierten (p-wert = .002) sowie zwischen ersten und letzten (p-wert < .001) Messzeitpunkt aber nicht zwischen der vierten und der letzten Erhebung (p-wert = .326).

Quelle:
Bohn S. (2004) NLP im Arzt-Patienten-Gespräch – Theorie, Praxis und Effekte. Universität: Köln Abrufbar unter: http://kups.ub.uni-koeln.de/1402/