Eine Metapher von Ute, die im Rahmen der Masterausbildung entstanden ist

Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem weit entfernten magischen Zauberreich. Hier lebte und lernte der Zauberschüler Waldemar in einer hoch angesehenen und im ganzen Reich bekannten Zauberschule.

Waldemar liebte das Lernen und er war ein sehr wissbegieriger Schüler, aber es gab ein großes Problem. Er konnte sich einfach nicht den Lernstoff merken. Sobald eine Prüfung anstand, geriet er in Stress und Panik. Er lernte nächtelang und fragte sich verzweifelt „Wie soll das ganze Wissen jemals in meinen Kopf. Wie soll ich mir das jetzt alles merken. Das ist doch alles ein furchtbar kompliziertes Hexenwerk“. Auch beim Lesen der zahlreichen antiken Bücher in der Bibliothek oder beim Lauschen von wissenschaftlichen Vorträgen in dem großen und ehrwürdigen Hörsaal, das Wissen wollte einfach nicht in seinen Kopf.

Er war sehr traurig, wenn seine Mitschüler mit Leichtigkeit und Spaß lernten und dann zur Zaubertanzparty gingen oder in einem Ruderrennen die Delfine besiegten, während er sich so quälte.

Eines Tages stand eine sehr wichtige Prüfung an. Alle Zauberschüler sollten eine Möhre in einen Hasen verzaubern, der anschließend singend „I`m singing in the rain“ durch den Hörsaal steppte und tanzte. Alle Schüler meisterten die Aufgabe mit Bravour. Als Waldemar an der Reihe war, ergriff er mit schweißnasser Hand den Zauberstab. Angestrengt dachte er nach, „wie war doch noch mal die Zauberformel, Grübel, Grübel, ich wusste das gestern noch“. Er wirbelte den Zauberstab durch die Luft und sprach dabei, hoch konzentriert die Stirn in Falten gezogen, die Zauberformel:

Zauberstab, Zylinderhut, Zaubergeister, helft jetzt gut!
Zaum und Zaus und Sausewind, dass der Trick mir gut gelingt!

Es zischte, es brodelte, es knallte und ein riesengroßer Dinosaurier trampelte und tanzte, aus voller Kehle singend, den gesamten Hörsaal nieder. „Rette sich wer kann“ riefen seine Mitschüler und alle verließen fluchtartig den Hörsaal. Nachdem der Zauberlehrer mit tatkräftiger Unterstützung seiner Kollegen den Schaden wieder behoben hatte, gab es eine kräftige Standpauke für Waldemar. „Was ist bloß mit Dir los. Du bist so fleißig und kannst das doch alles. Warum bist du nur so nervös und kannst Dir den Stoff nicht merken“, wetterte der Zauberlehrer.

Tieftraurig floh Waldemar aus der Schule und flüchtete sich in den Wald. Er wollte nie mehr in die Schule zurückkehren. Er wollte nie wieder einen Zauberstab in die Hand nehmen. Schluchzend ließ er sich an einen Baum nieder. „Mit Leichtigkeit und Freude lernen. So viele wunderbar magische neue Dinge lernen. Das wäre ein wunderschöner Traum“ seufzte er. „Kein Problem“ hörte er plötzlich eine Stimme neben sich. Er sah in die riesigen Augen des schlauen Fuchses. „Mit Spaß und Freude lernen. Das Wissen mühelos und spielend behalten. Die Inhalte mit Bildern verbinden und in Geschichten packen“. Ich zeige Dir wie das geht“, sagte der schlaue Fuchs.

Gesagt getan, die beiden fingen sofort mit dem Training an. Zuerst luden Sie den alten und weisen Medizinmann des Waldes, den schlausten Fuchs und den kreativsten und einfallreichsten Bären zu einem Mentorengespräch ein, um Waldemars Vision für das Lernen zu kreieren.

„Ich möchte gerne als Forscher die Welt erkunden und ganz viel lernen und erfahren. Ich möchte die Wunder und die Magie, die uns umgibt, erstaunen und erleben dürfen.

Ich möchte ein Geschichtenerzähler sein. Ich möchte in erfreute und kindlich staunende Gesichter blicken, wenn die Menschen meinen Geschichten lauschen“.

Waldemar stand im Wald und rief voller Begeisterung seine Vision aus. Im nächsten Schritt erschufen sie einen Wissensbaum für den eifrigen Zauberschüler.


© jplenio/Pixabay

Dieser Baum soll Dir helfen, dass Du mit Leichtigkeit und Freude lernst“ rief der Fuchs. „Der Schlüssel zu dem Wissen liegt in Dir“ versicherte der Fuchs. Waldemar lehnte sich tief entspannt an seinen Wissensbaum. Der Fuchs las ihm folgende magische Zeilen vor, die Waldemar tief verankerte:

Du stehst an einer Weggabelung:

Es gibt den Weg in eine verheißungsvolle Richtung. Hier kannst Du als Forscher das Wunder und die Magie der Welt erkunden. Als Geschichtenerzähler in kindlich staunende Gesichter blicken

Oder Du kannst Dich weiter verkriechen und nichts dazu lernen.

Du nimmst eine positive Identität an und bist fest überzeugt, dass Du die neue Sache lernen wirst.

Oder Du verharrst in alten Mustern.

Du glaubst fest an Dich selbst und bist überzeugt, dass Du das erfolgreich lernst.

Oder möchtest Du weiter zweifeln?

Du kannst den Stress völlig loslassen und Lernstoff in Bildern verarbeiten. Du bist strukturiert und fokussiert. Es fällt Dir kinderleicht, ohne Ablenkung zu lernen bzw. dem Vortrag zu lauschen. Du hilfst Dir, indem Du das Wissen in Schubladen und Kategorien einordnest.

Aber Du weisst auch, aller Anfang ist schwer.

Du hast diese Fähigkeit fest in Deinen Alltag integriert und wendest die Fähigkeit immer an ohne nachzudenken.

Für welchen Weg möchtest Du dich entscheiden?

Waldemar schlug am nächsten Morgen die Augen auf. „Was habe ich da nur geträumt“ dachte er sich und rieb sich die Augen. Aber er wusste, dass er den weisen Baum des Wissens tief in sich verankert hat. Von diesem Tag an lernte er mit Leichtigkeit und Freude und absolvierte alle Prüfungen mühelos mit Bravour.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann erkundet er noch heute als Forscher das Wunder und die Magie der Welt und blickt als Geschichtenerzähler in kindlich staunende Gesichter.