Liebe Freunde, liebe Kunden, liebe Mitmenschen,

die aufwühlenden Ereignisse in Japan, aber auch in Nordafrika und die weltweiten Reaktionen berühren mich persönlich sehr und haben in mir den Impuls ausgelöst, diese Mail zu verfassen.

Ich werde diese Mail an mein komplettes Adressbuch verschicken, ohne eine Vorauswahl zu treffen, weil mir gerade diese Offenheit wichtig dabei ist. Mir ist bewusst, dass ich mich damit sehr offen zeige und scheinbar „verletzlich“ mache, weil ich nicht weiß, wie dieses Schreiben bei den unterschiedlichen Menschen ankommt. Aber genau das entspricht meinem Wunsch…

Ich habe den starken Impuls, persönlich zu zeigen, was mich berührt und darauf aufmerksam zu machen, wie wir alle gemeinsam in diesen schweren Zeiten vielleicht zu mehr Verbindung kommen.

Es ist auch ein Versuch, einen kleinen Beitrag zu leisten, um etwas Gutes aus diesen Katastrophen zu entwickeln, damit all das Leid für Mensch und Natur nicht umsonst ist. Vielleicht können die schlimmen Ereignisse dazu beitragen, ein neues Bewusstsein der Gemeinsamkeit unter uns Menschen zu stärken.

Dazu möchte ich einfach nur ein paar Erfahrungen aus meinem Leben in den letzten Wochen schildern, die mich sehr berührt haben:

Der Geburtstag eines guten Freundes

Einer der Gäste spricht in persönlicher Betroffenheit davon, dass sich Freunde von ihm gerade in Japan aufhalten, er noch nicht weiß, wie es ihnen geht, ob sie nach Deutschland zurück kommen können und sagt, dass er alle Hebel und finanziellen Ressourcen in Bewegung setzt, um ihnen irgendwie zu helfen. Hier spielt kein Egoismus mehr eine Rolle, sondern nur noch der Wunsch zu helfen.

Banpen Fugyo

Gestern beim Budo-Kampfkunst-Training berichtet uns unser Trainer von unserem Meister in Japan und anderen Lehrern, die in Tokio leben.

Einer der Lehrer schildert wie er nach einer kurzen Phase der Panik und Fluchtgedanken zurück zu seiner inneren Ruhe findet und nachdem er die Schönheit der Kirschblüten in einem Park bewundert hat bei einem himmlischen Tee über sich selbst lachen muss und in aller Klarheit das Glück empfindet, dass er genau das tut, was er immer wollte und genau da lebt, wo er sein will

Ein Telefonat unseres Meisters, in dem er sagt, dass er in Tokio bleiben wird, obwohl ihm von allem Seiten HIlfe zur Ausreise angeboten wurde, beendet er mit den Worten (2 mal):
Banpen Fugyo – was in etwa soviel bedeutet wie: Sei nicht überrascht von Veränderungen.

Diese Haltung der HIngabe an das was ist und was das Leben mit sich bringt, ist symbolisch für die Stärke der Menschen im ganzen Land (keine Panik, keine Plünderungen usw.) Und es stellt unsere eigene Haltung, die oft geprägt ist von Jammern und Schimpfen auf den Prüfstand…

Indianisch-schamanisches Wissen

Meine Freundin erzählt mir von einem Workshop bei einer indianisch-schamanischen Lehrerin. Die Lehrererin weißt darauf hin, wie wichtig es ist, aufgrund der vielen Schreckensnachrichten nicht in Lähmung und Depression zu verfallen, sondern gerade jetzt noch mehr zu „strahlen“, d.h. positive Energie in die Welt zu bringen. Wir sind aufgefordert, die „helle Seite“ zu stärken und nicht nur ins Dunkel zu stürzen.

Japan und Wir

Tom Steininger und Thomas Hübl sprechen über die menschliche und spirituelle Herausforderung der Umweltkatastrophe in Japan. Eine sehr tiefe und beeindruckende Betrachtung der Situation, in der die Welt sich im Moment befindet, mit Fokus auf die Möglichkeiten, die sich daraus vielleicht ergeben.
Japan und wir: Dr. Tom Steininger im Gespräch mit Thomas Hubl

Unzählige Fernsehberichte

Wie bei den meisten Katastrophen rücken die Menschen plötzlich näher zusammen, sind bereit zu helfen und selbstlos etwas für den anderen und das große Ganze zu tun. Warum nur dann? Können wir vielleicht eine Kultur schaffen, in der das immer möglich ist?

Mein eigenes „kleines“ Leben

Unser Leben findet immer auf vielen Ebenen und Dimensionen zugleich statt. Das durfte ich in dieser Woche auch erfahren. Trotz all der überwältigenden Umwälzungen in der Welt, nehmen mich zeitweise meine ganz eigenen Problemen so stark in in Anspruch, dass ich kaum noch klar denken kann, insbesondere ein starker Anfall von Eifersucht und Verlustängsten – die mit Abstand betrachtet durch nichts begründet sind. Obwohl ich beruflich eine sehr erfolgreiche und befriedigende Woche hatte, hilft mir das nichts in diesem Zusammenhang.

WAS mir dagen half und hilft, ist ein ehrliches Nach-innen-schauen und auch hier der Kontakt und der Austausch mit Menschen. Das passt sehr gut ins große Bild und öffnet eine Perspektive, wie wir mit Problemen, Krisen und Konflikten auf eine gute Weise umgehen können.

Lasst uns offen und ehrlich in Verbindung sein, lasst uns kommunizieren, lasst und gemeinsam gute Wege suchen, die Welt in eine Richtung zu bewegen, die allen Menschen und unser Erde gut tut.

Ich hoffe, ich habe mit dieser Mail niemanden bedrängt, aber vielleicht den einen oder anderen berühren können.

Herzliche Grüße
Peter

P.S.:
Sollte die Mail auch an Menschen gehen, die nicht (mehr) wissen, wer ich überhaupt bin, dann findet ihr eine Erinnerung unter www.ko-tsching.de.