NLP für die Welt

Sonntag, Juli 26th, 2015 | NLP Blog

Was würde es für unsere Welt und das Zusammenleben der Menschen bedeuten, wenn mehr Menschen NLP in ihrem privaten und beruflichen Alltag anwenden könnten? Was könnten wir wirklich aus diesem Planeten machen, wenn wir die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auch nutzen würden?

NLPBevor ich NLP als Teenager kennen lernte, war ich sehr stark auf mich und meine eigenen Bedürfnisse und Ziele fokussiert. NLP hat mir die Augen dafür geöffnet, dass ich in meiner eigenen kleinen subjektiven Welt lebte – eine Welt, die ich selbst in Zusammenarbeit mit meiner Umwelt, meinen Eltern und den Menschen, die mir begegnet sind, kreativ geschaffen habe. Im NLP sprechen wir von unserem „eigenen Modell der Welt“. Es war ein gewaltiger Quantensprung, zu erkennen, dass ich mir alle Beschränkungen in Form von Glaubenssätzen und der inneren Einstellung selbst aufgebaut hatte. Unser Denken bestimmt unsere Grenzen, entscheidet darüber, was wir uns im Leben zutrauen und was nicht. NLP hilft uns mit Begrifflichkeiten und Methoden, diese Grenzen wahrzunehmen und dann auf Wunsch gezielt zu verändern. Wir können uns mit unserem Denken unsere innere Welt zu einer echten Hölle machen oder wir verwandeln sie in ein wunderbares Paradies.

Sobald wir erkannt haben, dass wir selbst in einer kleinen subjektiven Wirklichkeit gefangen sind, können wir bemerken, dass es den anderen Menschen wohl ähnlich geht. Auch sie unterliegen ihren Erfahren und Prägungen. In diesem Moment fällt es mir viel leichter, daran zu glauben, dass der andere nicht „gegen“ mich oder meine Idee ist, dass er nicht einfach „blöd“ oder ähnliches ist, sondern dass er einfach nur eine andere Sichtweise basierend auf seinen Erfahrungen hat. Meine Aufgabe besteht nun darin, eine Brücke zu seinem Weltmodell zu bauen, damit eine gute Verständigung leichter möglich wird. NLP lehrt uns sehr genau, wie das geht. Wir sind ganz da, präsent im Augenblick, nehmen unser Gegenüber mit offenen Sinnen wahr (Kalibrieren), fühlen uns in ihn ein, indem wir auf einer äußerlichen Ebene sein Verhalten spiegeln (Pacing), um mehr von dem zu fühlen, was der andere gerade fühlt. Auf einer verbalen Ebene benutzen wir seine aktuellen Sinneserfahrungen (VAKOG), die sich in seiner Sprache widerspiegeln. Wenn er sich also gerade innerlich beim Erzählen in einer Bilderwelt befindet, dann nehmen wir darauf Rücksicht und „matchen“ diese Bilderwelt, so dass unsere Aussagen von dem anderen leicht verstanden werden können, weil sie zu seinem aktuellen inneren Erleben passen. Wenn wir zudem die Sprachmuster (Metaprogramme) und Werte des anderen berücksichtigen, so können wir uns immer besser in seine Position hineinfühlen und verstehen, was ihn bewegt und zu seiner Geisteshaltung veranlasst hat. Auf diese Weise gelingt es uns in einem viel größeren Ausmaß als vorher, den anderen zu „verstehen“ und auf ihn einzugehen.

NLP lädt uns also dazu ein, anderen besser zuzuhören und starke Beziehungen (Rapport) zu ihnen aufzubauen. Im Falle eines Konfliktes ermöglicht uns die Technik der Wahrnehmungspositionen (1-2-3-Meta), dass wir in Eigenarbeit die Situation besser verstehen und unser Handeln weniger einem impulsiven Reaktionismus sondern einer gut reflektierten und besonneneren Vorgehensweise gleicht, die nicht nur unseren eigenen Standpunkt sondern auch den der anderen Person und der Außenwelt berücksichtigt. Damit trainiert NLP eine der wichtigsten Fähigkeiten, die die Menschheit für die Zukunft braucht, nämlich: Das reine „Ego-Denken“ zu überwinden und Dinge aus einer größeren Perspektive zu sehen. Eine Perspektive, die nicht nur mein Wohl, sondern das Wohl meiner Gruppe, meiner Gemeinschaft, aller Menschen oder sogar des Planeten im Sinn hat (Wir-Ebenen des Graves Modells). Dies ist meines Erachtens eine Schlüsselfähigkeit: Unser kleines „Ich-will-haben-Denken“ zu überwinden und uns zu fragen: „Was braucht das größere System, von dem ich ein Teil bin? Was ist mein Beitrag hier?“
Mit etwa fünfzehn Jahren habe ich in meinem Kopf immer wieder ein Gedankenexperiment durchgespielt. Ich habe mich gefragt: „Was müsste passieren, damit wir alle friedlich und in Liebe auf diesem reichen Planeten neben- und miteinander leben können?“ Dann habe ich die großen Führer gedanklich um einen Tisch versammelt – ähnlich der Mentoren-Technik. Das waren die Staatsoberhäupter als auch die religiösen Oberhäupter. Und dann ging die Diskussion los. Mein Problem war immer, dass einige behaupteten, sie hätten Recht und die anderen nicht. Sie hätten die Wahrheit und die anderen wären verdammt. Nun, natürlich behaupteten die anderen Religionsführer, dass es genau umgekehrt sei. Ein Dilemma so lange man glaubt, dass es nur eine Wahrheit gibt und die anderen daher unvermeidlich im Irrtum sind. Die Annahmen des NLP in Kombination mit dem integralen Denken ermöglichten meinem Verstand hier einen Ausweg aus dem Dilemma. NLP ist für mich daher ein Weg der Völkerverständigung. Die zentralen Geisteshaltungen, die wir in dem Denkmodell NLP einnehmen, ermöglichen uns eher zu einem friedlichen Miteinander zu finden als das „Ich-habe-“ oder „Ich-bin-im-Recht!“-Denken, dass wir in den meisten Teilen der Welt aktuell erleben.

In einem ganzheitlichen integralen Ansatz ist jedoch sowohl für das ICH- als auch das WIR-Denken Platz (Graves-Modell). Es gibt auch Situationen, in den wir uns auf uns selbst und unsere Bedürfnisse konzentrieren müssen, damit wir überhaupt befähigt sind, unseren Beitrag für das Gemeinwohl zu leisten.
NLP bietet auch auf dieser Ebene eine ganze Reihe von Werkzeugen. Die Teile-Arbeit ermöglicht uns, dass wir uns selbst aus verschiedenen Teilpersönlichkeiten (inneres Team) bestehend begreifen. Hier spiegelt sich die eben angesprochene Fähigkeit im eigenen Inneren wieder: Gelingt es mir für das Gesamtsystem meiner Teile zu sorgen und ein friedliches Miteinander statt innerer Konflikte zu erzielen. Gelingt es mir, mich selbst anzunehmen und mir zu vergeben anstatt mit Hass und Wut gegen mich selbst vorzugehen. Ein wichtiger Aspekt ist die Aussöhnung mit Persönlichkeitsanteilen oder Ereignissen, die uns in der Vergangenheit vermeintlich geschadet haben. Diese können in einem wahrlich gigantischen Prozess (Core-Transformation, Time-LineReImprint) wieder reintegriert und zu ihrer wahren inneren Bedeutung und Größe geführt werden. Ein unglaubliches Erleben, was für viele den Höhepunkt ihrer NLP-Ausbildung darstellt.

Neben dem rücksichtsvolleren Umgang mit uns selbst (Reframing), ermöglicht uns NLP auch sehr konstruktiv in die Zukunft zu denken (Time-Line, Walt-Disney) und die innere Energie zu entwickeln (State-Management), um gemeinsam mit anderen unsere Ziele und Träume ökologisch zu verwirklichen. Der Ökologie-Check spielt dabei eine besondere Rolle und unterscheidet eine Zieldefinition im NLP von vielen anderen Ziel-Disziplinen. Bevor ein Ziel umgesetzt wird, wird geprüft, ob dieses Ziel im Einklang steht mit den größeren Systemen, so dass ein Bewusstsein dafür entsteht, welche Auswirkungen dieses Ziel auf die Teilpersönlichkeiten in mir, die anderen Menschen und die Umwelt haben wird. So gelangt das „Umwelt-Denken“ wie selbstverständlich in nahezu jeden NLP-Prozess.

Natürlich wird NLP auch viel kritisiert. Manche haben es sich sogar seit Jahren zur Aufgabe gemacht, die Verbreitung von NLP zu behindern und aufzuhalten. Nun, auch das ist eine Frage der subjektiven Erfahrungen. NLP ist ein Werkzeug. Es ist eine Frage der Geisteshaltung, wie dieses Werkzeug eingesetzt wird. Selbstverständlich sind NLP-Anwender auch „nur“ Menschen und damit weiterhin fehlbar. Nicht jeder, der ein NLP-Seminar besucht hat, wendet NLP auch an. So wird es auch bei Konflikten zwischen NLP-Seminar-Besuchern dazu kommen, dass sie sich eben nicht beide bemühen, NLP anzuwenden und den Standpunkt des anderen zu verstehen. So wie in vielen anderen Bereichen Menschen wissen, was zu tun wäre, es aber trotzdem nicht tun, weil sie es noch nicht in ihr Handeln integriert haben. Ich wage zu behaupten, dass die meisten Führungskräfte wissen, was eine gute Führungskraft idealerweise tut und es trotzdem im Alltag dann oft nicht tun. Viele wissen, was gegen Übergewicht zu tun wäre und in manchen Momenten wollen sie auch abnehmen, sie belegen Kurse und lesen Bücher darüber und dann tun sie es doch nicht. Genauso ist es auch mit NLP. Es zu hören oder einmal zu erfahren, reicht nicht aus. Es verlangt ein fortwährendes tägliches Streben, um diese Geisteshaltungen wirklich tief in sich zu integrieren.

Es gäbe jetzt noch vieles zu ergänzen, z.B. wie uns das Meta-Modell der Sprache dabei unterstützt, tieferes Verständnis für den anderen aufzubauen, oder welche wohltuende Wirkung Entspannung und Meditation auf den Körper haben, die wir im NLP unter dem Thema Hypnose und Trance behandeln. Oder die Submodalitäten-Techniken, die uns helfen Ängste und Zorn abzubauen und auch in schwierigen Situationen Herr unseres Biocomputers (Gehirn) zu bleiben, um auch diese Momente zu meistern. Doch ich will es mal bei diesem Ausflug belassen und zu meinem Fazit kommen.

NLP ist für mich eine Methode, die wir in dem bevorstehenden Quantensprung in der Bewusstseinsentwicklung dringend brauchen, da es die Menschen lehrt, einander besser und tiefer zuzuhören, die „Wahrheiten“ anderer anzuerkennen, ohne die eigenen aufgeben zu müssen und gleichzeitig mehr systemisch, ganzheitlich und ökologisch zu denken. Es befähigt Menschen dazu, mehr Rücksicht auf sich selbst und den Planeten zu nehmen

Daher wünsche ich mir, dass möglichst viele Menschen die Chance haben, NLP zu entdecken und auf ihr eigenes Leben anwenden zu können. Aus diesem Grund lautet der Slogan meines Unternehmens seit vielen Jahren „NLP für alle“. Aus diesem Grund veranstalten wir seit vielen Jahren mit großem Kostenaufwand verbunden mehr als 300 kostenfreie Abendseminare pro Jahr in zahlreichen Städten und erreichen so pro Jahr zwischen 5.000 und 10.000 Menschen. Ich wünsche mir, dass NLP zu einer noch viel größeren und breiteren Bewegung wird, dass sich noch mehr Trainer mit Stolz dazu bekennen und sagen: „Ich mache NLP!“ Oft wird NLP unter anderen Namen als neuartiges Trainingskonzept in Firmen hinein verkauft. Wir Trainer und Anwender sollten „NLP“ dabei helfen, dass es in der Öffentlichkeit auch das Image bekommt, das es verdient. Aus diesem Grund habe ich voller Stolz „NLP“ in den Titel meines diesjährigen Vortrages auf dem Europäischen Motivationstag 2015 aufgenommen. Ich möchte Flagge zeigen und hoffe, dass es mir gelingt, einige der erwarteten 6.000-8.000 Teilnehmer von NLP zu begeistern.

Wenn Du bis hierher gelesen hast, dann gehe ich davon aus, dass Du ein Anwender oder Fan von NLP bist. Was könnte Dein positiver Beitrag zur Verbreitung von NLP sein?
Ich muss dabei immer an den Satz von Gandhi denken, der als Poster bei uns im Seminarzentrum Wiesentheid jahrelang neben dem Ausgang hing: „You must be the Change you wish to see in the world!“ („Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen!“)

Alles Gute für Dich!
Stephan Landsiedel

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Autor

NLP Trainer Stephan Landsiedel   In diesem Blog schreibt Diplom-Psychologe und NLP-Lehrtrainer Stephan Landsiedel über NLP, sein Unternehmen und sein Leben. Er ist mehrfacher Autor und hat bereits über 2.500 NLP-Ausbildungstage absolviert.

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