Das Neuro-Linguistische Programmieren ist ein extrem starkes Werkzeug zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Ich finde, es ist auch ein wunderbares Instrument, um die Phantasie zu beflügeln. Ich liebe es, dass ich mit NLP tief in neue Welten eintauchen kann.

Die Nutzung starker Werkzeuge bedeutet aber auch Verantwortung. Denn letztendlich ist alles mit allem verbunden. Von daher ist es wichtig, dass wir uns als NLP’ler in Achtsamkeit üben, wie diese kleine Metapher zeigt.

Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem fernen Land. Dort lebte ein kleiner Zauberlehrling in einem wunderschönen Zauberwald.

In diesem Zauberwald gab es ganz viele Tiere: Rehe, Schmetterlinge in den buntesten Farben, Wildschweine, Hirsche mit einem stolzen Geweih, sowie Wölfe und Füchse. Die Bäume – es waren prächtige Eichen, Buchen und Ahornbäume – bildeten ein grünes und schützendes Dach über dem Wald.

Der Herbst war die schönste Jahreszeit. Wenn das Sonnenlicht durch die bunten Blätter der Bäume schimmerte und das Laub auf dem Waldboden im Wind raschelte, dann entfaltete der Wald seine volle Magie in einem atemberaubenden Farbenmeer.

Der kleine Zauberlehrling liebte den Wald. Seine besten Freunde waren der Igel Hans und das Eichhörnchen Tiffy. Zu Dritt trieben sie so manchen Schabernack. Sie zauberten den Wildschweinen ein Hirschgeweih oder ließen das Gras und das Moos in den Farben pink und lila erstrahlen. Das führte meist zu mächtig Ärger, denn in dem Zauberwald gab es einen Ältestenrat. Dies waren drei sehr alte und weise Eulen, die stets darauf achteten, dass es allen Tieren und Pflanzen gut ging. Doch manchmal mussten sie über die Späße auch herzlich lachen, z.B. als die verzauberten Bäume Seemannslieder im Kanon sangen.

Zweimal gab es so richtig Ärger. Da bekam der Zauberlehrling auch Zauberstabarrest. So hatte er an einem heißen Julitag Schnee herbeigezaubert, weil er mit Tiffy und Hans den langen Hügel auf dem Schlitten hinuntersausen wollte. Die Eulen bebten vor Zorn: „Wie könnt ihr es wagen! Die Mäuse sind panisch, weil sie keinen Futtervorrat angelegt haben. Die Schmetterlinge sind orientierungslos und die Dachse bereiten sich auf die Winterruhe vor. Ihr bringt hier doch alles durcheinander!“ Der kleine Zauberlehrling, Hans und Tiffy schworen Besserung.

Kreislauf
© Johannes Plenio/ Unsplash

Ein anderes Mal hatten sie eine Elefantenhorde in den Wald gezaubert, weil sie ein Elefantenrennen veranstalten wollten. Kurz vor dem Startschuss zu dem Rennen schritten die Eulen ein. „Was fällt Euch denn nun schon wieder ein! Sollen die Elefanten hier alle Tiere erschrecken, die Pilze zertrampeln und alle Bäume umreißen. So kann es mit Euren Streichen nicht mehr weitergehen!“

Und so konnte es tatsächlich nicht mehr weitergehen! Es musste etwas passieren, da waren sich die Eulen einig. Sie freuten sich darüber, einen Zauberlehrling im Wald zu haben. Das hatte es seit 100 Jahren nicht mehr gegeben. Aber der kleine Zauberkünstler musste dringend lernen, seine Kräfte verantwortungsvoll einzusetzen. Also beschlossen die weisen Eulen, seine Ausbildung in die Hand zu nehmen. Sie benannten sich zu persönlichen Mentoren und Coaches.

Auch der kleine Zauberlehrling war darüber sehr betrübt, was er mit seinen Scherzen angerichtet hatte. Es war an der Zeit, mit diesen wunderbaren Kräften etwas Sinnvolles zu tun. Er wollte sich von den Eulen zu einem Zaubermeister ausbilden lassen.

So begann die Ausbildung des kleinen Zauberlehrlings zum Zaubermeister.
Er war ein sehr guter und eifriger Schüler und die Eulen trainierten täglich mehrere Stunden mit ihm. Sie meditierten in den frühen Morgenstunden und praktizierten Yoga von den Tigern aus Indien. Sie machten ganz viele Einheiten zur Fokussierung. Die liebste Zauberübung war das Switch-Format und die Arbeit von der Meta-Position aus. Der kleine Zauberlehrling liebte es auch, wenn die Eulen ihn in Trance versetzten. Auch half ihm die Arbeit auf den Dilts Ebenen, seine Ziele zu realisieren.

Nach zwei Jahren war die Ausbildung beendet. Der Zauberwald hatte sich zu dem Prächtigsten von allen Wäldern entwickelt. Das sprach sich sehr schnell herum. So gründeten der frisch gebackene Zaubermeister und die Eulen eine Schule für Zauberlehrlinge, die es schnell zu einem weltbekannten Ruhm schaffte. In allen Winkeln der Welt entstanden atemberaubende Zauberwälder mit wunderbaren Meistern. Die Eulen haben seitdem einen Ruf als exzellente Mentoren.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bilden sie heute noch neue Zaubermeister aus und hin und wieder leisten sie sich einen kleinen Schabernack, aber nur einen winzig kleinen, z.B. kreieren sie Pilze mit roten Kappen, auf denen weiße Punkte sind. Wir kennen sie heute als Fliegenpilze.

Autorin: Ute Küppers