Zusammenfassung
Auf der University of Alberta in Kanada wurde 1987 eine NLP-Behandlungsform erprobt. In einer sehr kleinen Stichprobe von zwei Frauen die missbraucht wurden, wurde getestet inwiefern Trance, Ankern und vor allem die Visuell-Kinästhetische Dissoziation (auch bekannt unter der Phobie-Technik) wirksam sind. Bei beiden Frauen ergab sich eine deutliche Besserung die auch noch drei Wochen nach der Behandlung anhielt.

Methode
VK-Dissoziation NLPNach einem Erstinterview gab es zwei Behandlungszeitpunkte, die jeweils eine Woche versetzt waren. In der ersten Behandlung wurde Trance eingesetzt und ein positiver Zustand geankert. In der zweiten Sitzung wurde dann die Phobie-Technik angewendet. Für die Erhebung wurden folgende Instrumente verwendet: SCL-90-R (Derogatis, 1983), Veronen-Kilpatrick Modified Fear Survey (MFS-I1; Veronen & Kilpatrick, 1983), the Profile of Mood States (POMS; McNair, Loft, & Droppleman, 1981) und das State-Trait Anxiety Inventory (Spielberger, 1983). Diese wurden beim Erstinterview, vor der zweiten Behandlung und drei Wochen nach Abschluss der Behandlung erhoben. Außerdem wurden die Probandinnen beim letzten Termin gebeten, zu sagen welchen Einfluss die Behandlung auf ihr Leben hat.

Ergebnis
Eine Frau gab drei Wochen nach der Behandlung an „dass die Behandlung eine deutliche Veränderung in ihrer Beziehung zu Männern bewirkt hat“ und „dass sie weniger aggressiv auf Menschen sei“. Die zweite Frau gab an „sich selbstbewusster, sicherer und sexuell zugänglicher zu fühlen.“ Außerdem gab sie an „nun 100% von sich, in ihrer derzeitigen Beziehung zu geben“. Die angegebenen Inventare bestätigten die Verbesserung, wobei schon nach der ersten Behandlung große Unterschiede zu verzeichnen waren.

Diskussion
Auch wenn es sich hier nur um eine sehr kleine Studie handelt, ist es doch erstaunlich wie schnell Menschen ihre Flexibilität und Lebensfreude zurück gewinnen können. Für zukünftige Studien wäre es allerdings ratsam A.) ein größeres Sample von mindestens 20 Probanden zu untersuchen sowie B.) eine zweite Nachuntersuchung die ca. sechs Monate nach der Behandlung stattfindet zu evaluieren. Interessant wäre auch einen männlichen und eine weibliche Therapeutin zu verwenden, um Interaktionseffekte beobachten zu können.

Quellen:
Koziey , P., W., McLeod G. L., (1987). Visual-Kinesthetic Dissociation in Treatment of Victims of Rape . Professional Psychology, Research and Practice . Vol. 18, No. 3, S. 276-282
Derogatis, L. R. (1983). SCL-90-R administration, scoring and procedures manual II. Towson, MD: Clinical Psychometric Research.
Veronen, L., & Kilpatrick, D. (1983). Stress management for rape victims. In D. Meichenbaum & M. E. Jaremko (Hrsg.). Stress reduction and prevention (S. 341-374). New York: Plenum.
McNair, D., Lorr, M., & Droppleman, L. (1981). EITS manual for the Profile of Mood States. San Diego, CA: Educational and Industrial Testing Service.
Spielberger, C. D. (1983). Manual for the State-Trait Anxiety Inventory, Form Y: Self-Evaluation Questionnaire. Palo Alto, CA: Consulting Psychologists Press.