Interview mit Isa-Bianka und Dr. Julian Mack


Dieses Interview mit Isa-Bianka und Dr. Julian Mack bietet die Gelegenheit die NLP-Trainer in Hamburg näher kennen zu lernen. Viel Vergnügen beim Lesen!

Wie seid Ihr auf NLP gekommen?
Julian: Zwischen 1998 und 2000 bin ich NLP kurz im Rahmen einer Weiterbildung in systemischer Organisationsentwicklung begegnet. Jahre später wies mich ein Freund erneut auf NLP hin und gab mir das Buch „Neurolinguistisches Programmieren“ von O'Connor und Seymour, in dem ich mich sofort zuhause fühlte. Anschließend habe ich NLP in meinen Practitioner-Kurs selbst praktisch erlebt. Seit diesen „wundervollen“ Erfahrungen und Erlebnissen beschäftige ich mich intensiv mit NLP und habe NLP zu einem festen, integralen Bestandteil meines Lebens gemacht.

Isa: Ich habe NLP in einer Kommunikationsausbildung kennen gelernt. Da ich ein sehr offener und neugieriger Mensch bin, wollte ich mehr dazu lernen. Bereits im Practitioner habe ich Feuer gefangen und weitergemacht.

 

Was bedeutet NLP für Euch?
Isa: NLP bedeutet für mich persönlich die Wahl zu haben, wie ich mich verhalte. Erst einmal mein Verhalten in der jeweiligen Situation überhaupt zu erkennen und es dann je nach Wunsch zu ändern. Damit kann ich eingefahrene Muster verlassen und neue Erfahrungen sammeln. Außerdem finde ich es klasse, nicht so und so sein zu „müssen“, weil meine Familie schon immer so ist oder war. Ich habe die Chance, mein Leben nach meinen eigenen Wünschen und Werten zu gestalten und damit habe ich alle Möglichkeiten in der Hand. Ich kann „Großes“ erreichen oder „Kleines“, je nachdem... Außerdem hat mich eine der Grundannahmen vom NLP „Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht“ sehr angesprochen. Seitdem be- oder verurteile ich Menschen nicht mehr und denke, sie wollen mich vielleicht persönlich ärgern oder angreifen, sondern überlege, was sie Gutes wollen, für sich, für mich oder für wen auch immer.

Julian: NLP steht für mich für „Neue Lebensweisen Probieren“. Als genial zusammengestellter Werkzeugkasten und Methode eröffnet NLP das Tor zu einer selbstbewussten Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit sowie unserer zwischenmenschlichen Kommunikationsfähigkeiten. NLP hilft mir dabei, mein Erleben im Hier und Jetzt präzise wahr zu nehmen und zu verändern. Ich finde besonders gut, dass NLP nicht der Vergangenheit verhaftet ist (nur wo es zweckmäßig ist), sondern lösungsorientiert auf erwünschte Zielsetzungen hinarbeitet. Dadurch sind die Formate und Interventionen von NLP hochwirksam und helfen vielen Menschen dabei, ihr eigenes Leben aktiv zu gestalten und in allen ihren Lebensdimensionen zu wachsen.

 

In welchen Bereichen wendet Ihr selbst NLP am häufigsten an?
Julian: Ich wende NLP in praktisch allen Lebensbereichen an - bewusst und unbewusst. Beruflich hilft mir NLP besonders bei schwierigen Gesprächen, z. B. in Verhandlungen oder bei Konfliktschlichtungen oder in der Führung von Projekten oder Teams.

Isa: Ich wende NLP jeden Tag und mit vielen Menschen an. Sei es, dass ich Brötchen kaufe oder mit Abteilungsleitern spreche. Besonders in der Teamführung oder im Coaching eignet sich NLP gut.

 

Welches sind Eure NLP-Lieblingsformate?
Isa: Ich mag viele Formate, jedes auf seine eigene Art. Besonders gefallen mir die Logischen Ebenen, das Milton Modell und Trance, Reframing, die Augenzugangsmuster so-wie Submodalitäten.

Julian: Für den, der nur einen Hammer hat, sieht die ganze Welt wie ein Nagel aus. Jedes NLP-Format hat einen Kontext, indem es besonders wirksam ist, es gibt andere Kontexte, wo dasselbe Format weniger hilfreich ist. Viele Formate stammen ursprünglich aus Therapierichtungen der humanistischen Psychologie und hatten sich bereits erfolgreich bewährt, bevor sie dem Werkzeugkasten von NLP hinzugefügt wurden. Andere Formate wurden originär im NLP entwickelt, wie z.B. Submodalitäten. Submodalitäten faszinieren mich besonders, weil sie einen effizienten Zugang zu hochwirksamer Veränderungsarbeit ermöglichen und für Verständnis nahezu aller NLP-Techniken von grundlegender Bedeutung sind.

 

Welchen Beitrag leistet NLP für die Zukunft der Menschen?
Julian: Meines Erachtens hängt unsere Zukunft wesentlich davon ab, ob es uns Menschen gelingt, einander wirklich zu verstehen. Nicht nur mit Worten sondern auch mit unseren Herzen. NLP hilft uns dabei, uns friedvoll miteinander zu verständigen. Hier sehe ich einen wichtigen Beitrag, den wir als NLP-Anwender dazu leisten können.

Isa: NLP kann einen wertschätzenden, liebevolleren und verständnisvolleren Umgang untereinander fördern.

 

Was ist Euch bei Euren Trainings wichtig?
Isa: Vielen Menschen die umfassenden, faszinierenden Möglichkeiten des NLP zu zeigen. „Meins“ in die Welt zu bringen. Die Kommunikation untereinander wertschätzender gestalten, erst Recht, wenn mir mein Gegenüber vom Typus Mensch fremd ist. Das möchte ich so vielen Menschen wie möglich näher bringen und aufzeigen, wie es gehen kann. Das kann jeder, als Student, als Hausfrau, als Handwerker oder als Vorstand.

Julian: Neben dem Vermitteln der faszinierenden Möglichkeiten von NLP möchte ich, dass es der Gruppe gut geht und diese optimal lernen und arbeiten kann. Und dass es jedem einzelnen Teilnehmer gut geht und er/sie sich entwickeln kann und etwas für sich „mitnimmt“.

 

Wer sind Eure Lieblingstrainer aus der NLP-Szene?
Julian: Ich bekenne: Ich habe keinen Lieblingstrainer. Ich habe bislang von allen etwas gelernt. Für mich gibt es Dinge, die ich gerne von Trainern übernehme - wir sprechen von „modellieren“. Ich modelliere gerne, was die Wahlmöglichkeiten von mir und mei-nen Mit-Menschen erweitert, neue Blickwinkel, Einsichten und Erlebnisqualitäten eröff-net - was uns wachsen lässt. Ich mag Trainer besonders, die NLP spielerisch einsetzen und vermitteln, so dass die Teilnehmer Spaß im Lernen haben. Auf NLP-Trainer, die verbissen oder gar dogmatisch daherkommen, NLP gar als „die“ einzig gültige Heilslehre verkünden, verzichte ich gerne.

Isa: Ich mag Menschen / Trainer die eine Vision haben, ein Ziel verfolgen und begeistern („Du kannst nur ein Feuer entzünden, wenn Du selbst brennst“). Wenn Sie das tun, dann sind sie meine Lieblinge.

 

Welches ist Euer liebstes NLP Buch?
Isa: In vielen Büchern steckt NLP - ich habe dazu keinen Liebling.

Julian: Es gibt so viele, so tolle Bücher - die allerdings oft nur einen Teilaspekt des NLP beleuchten. Gute Einführungen in NLP stammen von O'Connor und Seymour („Neurolinguistisches Programmieren: Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung“) sowie von Alexa Mohl („Der große Zauberlehrling. Das NLP-Arbeitsbuch für Lernende und Anwender“). Sehr schön und hilfreich sind auch die NLP-Karteikarten von Marco von Münchhausen und Waltraud Trageser. Ich bin begeistert über die großartige Zusammenfassung der Erfahrungen des Schöpfers von NLP, Richard Bandler, in seinem Buch „TranceFormation“. Sehr lesenswert.

 

Wie seht Ihr die Zukunft von NLP?
Julian: Für mich ist NLP eine prima Methode, die uns Menschen hilft, mit Veränderungen besser umgehen zu können und diese aktiv (mit) zu gestalten. Über kurz oder lang sollte NLP jedem Menschen zur Verfügung stehen, so wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Damit könnte dieser sich in der zunehmend komplexer werdenden Welt seiner selbst bewusst und verantwortlich bewegen. Viele Konflikte ließen sich so viel leichter lösen. Andere potenzielle Konflikte würden gar nicht erst entstehen. Und die zwischenmenschliche Kommunikation würde sich drastisch verbessern - unsere Beziehungen zueinander würden sich sehr verbessern.

Isa: Ich wünsche mir, dass NLP an Schulen und Kindergärten gelebt und gelehrt wird. Damit den jungen Menschen bereits die Möglichkeit gegeben wird zu wählen, was SIE möchten und sie sich ressourcenvoll entwickeln können mit der Gewissheit „richtig“ zu sein. Außerdem, dass es irgendwann für jeden Menschen so normal ist, wie das Alphabet oder die Straßenschilder.

 

Vielen Dank für das Interview!