Monat: Mai 2020

Weltretter Podcast 38: Solidarische Landwirtschaft

Ferdinand Plietz interviewt in dieser Folge Erich Gahr. Die beiden sind schon sehr lange Geschäftspartner, denn Erich ist Bio-Gärtner beliefert die Ökokiste. In dieser Folge geht es um Bio-Gartenbau im Allgemeinen und um solidarische Landwirtschaft.


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Erich Gahr wohnt in Kitzingen und ist gelernter Gärtner. 1990 hat der den elterlichen Betrieb übernommen, aber schon vier Jahre zuvor hat er nebenher mit dem ökologischen Anbau gewirtschaftet, um zu sehen, ob Bio-Anbau überhaupt funktioniert. Mit seiner Übernahme des Betriebs hat er auch sofort auf ökologischen Anbau umgestellt. In diesen Zeiten war das alles aber noch sehr schwierig, Bio-Anbau wurde eher als „Spinnerei“ angesehen. Nach dem er seine Gärtner-Meisterprüfung abgelegt hatte ging Erich für 7 Jahre in den Bereich Estrich-Bau und arbeitete danach bei einer anderen Gärtnerei. Dort war er für den Pflanzenschutz zuständig. Das viele profilaktische Spritzen der Pflanzen, das er aus seinem elterlichen Betrieb nicht gewohnt war, brachte ihn zum Umdenken. Das Gemüse und somit letztlich der Mensch, der es verbraucht, leidet unter dem vielen Spritzen. Zwar sind heute nicht mehr alle Spritzmittel erlaubt, dennoch werden immer noch Pflanzenschutzmittel verwendet, die nicht in der Natur vorkommen. Die Pflanzenschutzmittel kann man nicht einfach abwaschen, meist dringen sie tief in die Pflanze ein um jeden Schädling und jeden Infekt zu erreichen und abzuwehren.

Die Vermarktung der Bio-Produkte gestaltete sich am Anfang schwierig für Erich. Als Neuling wusste er noch nicht alles Wichtige. Zum Beispiel kannte er sich nicht mit der Öko-Kontrolle aus. Er hat sich dann dem Naturland-Verband angeschlossen, wurde dann davon und später dann von staatlichen Kontrollen kontrolliert. Diese Kontrollen werden gebraucht, um dem Verbraucher Sicherheit zu geben und um zu prüfen, ob das Saatgut, die Nährstoffe für die Pflanzen oder die Kultursubstrate die gekauft werden auch den Öko-Verordnungen entspricht. Für Erich ist es eine Auszeichnung, wenn er die Kontrolle erhält und alle Anforderungen erfüllt.

Die solidarische Landwirtschaft (SOLAWI) ist eine neue Form der Landwirtschaft. Hier wird durch eine Gruppe von Verbrauchern der Betrieb mitgetragen, das heißt die Verbraucher erhalten nicht nur ihr Produkt, sondern sie tragen den ganzen Betriebsablauf mit. Sie haben also einen viel besseren Einblick in die Wirtschaftsweise des Betriebs und sie können auch Vorgaben geben.

Weitere Informationen über das Umdenken der Verbraucher, über die SOLAWI und über ihre Vorteile bekommst Du in dieser Podcast-Folge.

Viel Spaß beim Anhören!


Weltretter Podcast 37: Open House

Hallo liebe Weltretter!

Ferdinand Plietz interviewt in dieser Folge Martin und Barbara Keller von der Projektwerkstatt für nachhaltige Zukunftsentwürfe Open House.

Open House kümmert sich um die Sortenvielfalt. Diese Aufgabe hat verschiedene Aspekte, in erster Linie interessieren sie sich für das Gemüse und sie versuchen zum Beispiel durch das Saatgut-Festival oder auch durch die Gruppe Saatgut Arche, Saatgut und das zugehörige Wissen miteinander auszutauschen. Es gibt aber auch zum Beispiel das Vielfaltsmenü oder Saatgut-Workshops, in denen man lernt, wie man Saatgut gewinnt und reinigt, und Vorträge.

© ulleo/Pixabay

„75% der Sorten sind weltweit ausgestorben.“

„Wir bringen die Vielfalt zurück in die Gärten und Felder, und auf den Teller.“

Das sind nur einige der schlagkräftigen Aussagen auf ihrer Webseite. Ziel ist es, die alten Sorten zu erhalten, da schon so viel davon ausgestorben ist. Die Industrie versucht ihr Hybrid-Saatgut und ihre Gentechnik zu verbreiten, daraus folgt, dass die Ernährungssicherheit und die Ernährungssouveränität stark gefährdet sind. Bei Open House gibt es ausschließlich samenfestes Saatgut, denn nur dieses ist reproduzierbar. Samenfestes Saatgut gehört der Allgemeinheit, Hybrid-Saatgut ist durch die Industrie privatisiert. Große Konzerne sind nicht daran interessiert, dass die Erträge der Pflanzen besonders gut schmecken, die Pflanzen besonders gesund wachsen, dass der Ertrag gleichmäßig ist, dass sie besonders robust sind oder wenig Wasser brauchen. Nein, sie sind daran interessiert möglichst viele Pestizide zu verkaufen, denn diese produzieren sie schließlich auch – passend zu ihrem Saatgut. Ziel ist es dabei, dass man zu Hause kein Saatgut mehr selbst vermehren kann. Sie nehmen also das Saatgut von der Allgemeinheit, privatisieren es, indem sie Hybrid-Saatgut oder Gentechnik-Saatgut machen, und somit steht die Allgemeinheit leer da und ist abhängig von diesen Konzernen. Aber Saatgut sollte der Allgemeinheit gehörten, genau so wie Wasser und Luft. Früher gab es zum Beispiel in unterschiedlichen Tälern unterschiedliche Kartoffeln, weil das Klima nicht überall gleich war, heute geht alles eher in Richtung Privatisierung und Masse, denn angeblich könnte man so die Welt ernähren. Aber das stimmt nicht, die Menschen haben Fehlernährung und so weiter. Um wenig Züchtungsaufwand zu haben stellen die Konzerne wenige Sorten her, die so gut wie überall angebaut werden können. Das bedeutet aber auch eine Vereinheitlichung, damit gehen auch die traditionelle Esskultur und landwirtschaftliche Systeme verloren.

Vieles mehr über samenfestes Saatgut, Ernährungssouveränität, den Sortenkatalog und Agro-Gentechnik erfährst Du in dieser Folge!

Viel Spaß beim Anhören!


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