Weltretter Podcast 38: Solidarische Landwirtschaft

Ferdinand Plietz interviewt in dieser Folge Erich Gahr. Die beiden sind schon sehr lange Geschäftspartner, denn Erich ist Bio-Gärtner beliefert die Ökokiste. In dieser Folge geht es um Bio-Gartenbau im Allgemeinen und um solidarische Landwirtschaft.


© Free-Photos/ Pixabay

Erich Gahr wohnt in Kitzingen und ist gelernter Gärtner. 1990 hat der den elterlichen Betrieb übernommen, aber schon vier Jahre zuvor hat er nebenher mit dem ökologischen Anbau gewirtschaftet, um zu sehen, ob Bio-Anbau überhaupt funktioniert. Mit seiner Übernahme des Betriebs hat er auch sofort auf ökologischen Anbau umgestellt. In diesen Zeiten war das alles aber noch sehr schwierig, Bio-Anbau wurde eher als „Spinnerei“ angesehen. Nach dem er seine Gärtner-Meisterprüfung abgelegt hatte ging Erich für 7 Jahre in den Bereich Estrich-Bau und arbeitete danach bei einer anderen Gärtnerei. Dort war er für den Pflanzenschutz zuständig. Das viele profilaktische Spritzen der Pflanzen, das er aus seinem elterlichen Betrieb nicht gewohnt war, brachte ihn zum Umdenken. Das Gemüse und somit letztlich der Mensch, der es verbraucht, leidet unter dem vielen Spritzen. Zwar sind heute nicht mehr alle Spritzmittel erlaubt, dennoch werden immer noch Pflanzenschutzmittel verwendet, die nicht in der Natur vorkommen. Die Pflanzenschutzmittel kann man nicht einfach abwaschen, meist dringen sie tief in die Pflanze ein um jeden Schädling und jeden Infekt zu erreichen und abzuwehren.

Die Vermarktung der Bio-Produkte gestaltete sich am Anfang schwierig für Erich. Als Neuling wusste er noch nicht alles Wichtige. Zum Beispiel kannte er sich nicht mit der Öko-Kontrolle aus. Er hat sich dann dem Naturland-Verband angeschlossen, wurde dann davon und später dann von staatlichen Kontrollen kontrolliert. Diese Kontrollen werden gebraucht, um dem Verbraucher Sicherheit zu geben und um zu prüfen, ob das Saatgut, die Nährstoffe für die Pflanzen oder die Kultursubstrate die gekauft werden auch den Öko-Verordnungen entspricht. Für Erich ist es eine Auszeichnung, wenn er die Kontrolle erhält und alle Anforderungen erfüllt.

Die solidarische Landwirtschaft (SOLAWI) ist eine neue Form der Landwirtschaft. Hier wird durch eine Gruppe von Verbrauchern der Betrieb mitgetragen, das heißt die Verbraucher erhalten nicht nur ihr Produkt, sondern sie tragen den ganzen Betriebsablauf mit. Sie haben also einen viel besseren Einblick in die Wirtschaftsweise des Betriebs und sie können auch Vorgaben geben.

Weitere Informationen über das Umdenken der Verbraucher, über die SOLAWI und über ihre Vorteile bekommst Du in dieser Podcast-Folge.

Viel Spaß beim Anhören!


Weltretter Podcast 37: Open House

Hallo liebe Weltretter!

Ferdinand Plietz interviewt in dieser Folge Martin und Barbara Keller von der Projektwerkstatt für nachhaltige Zukunftsentwürfe Open House.

Open House kümmert sich um die Sortenvielfalt. Diese Aufgabe hat verschiedene Aspekte, in erster Linie interessieren sie sich für das Gemüse und sie versuchen zum Beispiel durch das Saatgut-Festival oder auch durch die Gruppe Saatgut Arche, Saatgut und das zugehörige Wissen miteinander auszutauschen. Es gibt aber auch zum Beispiel das Vielfaltsmenü oder Saatgut-Workshops, in denen man lernt, wie man Saatgut gewinnt und reinigt, und Vorträge.

© ulleo/Pixabay

„75% der Sorten sind weltweit ausgestorben.“

„Wir bringen die Vielfalt zurück in die Gärten und Felder, und auf den Teller.“

Das sind nur einige der schlagkräftigen Aussagen auf ihrer Webseite. Ziel ist es, die alten Sorten zu erhalten, da schon so viel davon ausgestorben ist. Die Industrie versucht ihr Hybrid-Saatgut und ihre Gentechnik zu verbreiten, daraus folgt, dass die Ernährungssicherheit und die Ernährungssouveränität stark gefährdet sind. Bei Open House gibt es ausschließlich samenfestes Saatgut, denn nur dieses ist reproduzierbar. Samenfestes Saatgut gehört der Allgemeinheit, Hybrid-Saatgut ist durch die Industrie privatisiert. Große Konzerne sind nicht daran interessiert, dass die Erträge der Pflanzen besonders gut schmecken, die Pflanzen besonders gesund wachsen, dass der Ertrag gleichmäßig ist, dass sie besonders robust sind oder wenig Wasser brauchen. Nein, sie sind daran interessiert möglichst viele Pestizide zu verkaufen, denn diese produzieren sie schließlich auch – passend zu ihrem Saatgut. Ziel ist es dabei, dass man zu Hause kein Saatgut mehr selbst vermehren kann. Sie nehmen also das Saatgut von der Allgemeinheit, privatisieren es, indem sie Hybrid-Saatgut oder Gentechnik-Saatgut machen, und somit steht die Allgemeinheit leer da und ist abhängig von diesen Konzernen. Aber Saatgut sollte der Allgemeinheit gehörten, genau so wie Wasser und Luft. Früher gab es zum Beispiel in unterschiedlichen Tälern unterschiedliche Kartoffeln, weil das Klima nicht überall gleich war, heute geht alles eher in Richtung Privatisierung und Masse, denn angeblich könnte man so die Welt ernähren. Aber das stimmt nicht, die Menschen haben Fehlernährung und so weiter. Um wenig Züchtungsaufwand zu haben stellen die Konzerne wenige Sorten her, die so gut wie überall angebaut werden können. Das bedeutet aber auch eine Vereinheitlichung, damit gehen auch die traditionelle Esskultur und landwirtschaftliche Systeme verloren.

Vieles mehr über samenfestes Saatgut, Ernährungssouveränität, den Sortenkatalog und Agro-Gentechnik erfährst Du in dieser Folge!

Viel Spaß beim Anhören!


Weltretter Podcast 36: Vegan von Anfang an

Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Veganismus. Immerhin gibt es auch viele gute Gründe dafür: Umwelt, Gesundheit, Ethik – die Auswirkungen unserer Ernährung sind enorm.

Doch die meisten Menschen sind bereits erwachsen, wenn sie ihre Ernährung umstellen.
Dass es auch anders geht und schon Kinder vegan ernährt werden können (und womöglich sogar sollten?), erfahren wir von der veganen Ernährungsberaterin und Mutter Irene Thomsen.

Sie klärt darüber auf, was in der Schwangerschaft beachtet werden muss, welche Lebensmittelgruppen essenziell sind, welche Nährstoffe kritisch werden können und wie ein Mangel umgangen werden kann.

Wie ist es, wenn die Kinder außer Haus essen? Irene gibt Einblick in ihr Familienleben und es wird schnell deutlich, dass Veganismus der ganzen Familie Spaß macht und gut tut.

Auch Du möchtest Deine Kinder pflanzlich ernähren? Dann ist diese Podcast-Folge ein absolutes Muss für Dich! Neben all den spannenden Informationen gibt Irene außerdem viele Möglichkeiten zum tieferen Einstieg in dieses Thema an die Hand.

Viel Spaß beim Anhören!


Weltretter Podcast 35: Barbara Lübbering-Steppeler über Heilkräuter und Bewusstsein

Hallo liebe Weltretter!

Schon als Kind verbrachte Barbara Lübbering-Steppeler viel Zeit in der Natur, in den Wäldern und Feldern. Dort spielte sie mit ihrer Freundin Indianer und sie stellten zusammen Heilkräuter her. Mit 16 Jahren machte sie ihre erste Körner-Kur. Während ihrer Schwangerschaft mit 21 Jahren beschäftigte sie sich intensiv mit Bio-Kräutern. Später lebte Barbara Lübbering-Steppeler immer wieder mit Urvölkern zusammen, zum Beispiel in Bali und in Afrika. Seit dem 25. Lebensjahr unterstützt sie Menschen darin mit ihrer Seele und Intuition in Kontakt zu treten. Sie ist Burnout-Therapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Familienaufstellerin.

„Viele Menschen sind gefangen im Hamsterrad des Funktionierens. Jetzt heißt es: Entschleunigen! Entschleunigen! Entschleunigen! Dies schenkt uns das Leben gerade in der Krisenzeit. Für uns alle ist das eine riesige Chance – ein Zwangs-Retreat sozusagen.“

Barbara Lübbering-Steppeler ist die Gründerin des Unternehmens „arooga“ in Herzebrock-Clarholz. „arooga“ hat sich auf die Herstellung von biologischen, energiereichen Lebensmitteln spezialisiert. Jede Sekunde baut der menschliche Körper bis zu 50 Millionen Zellen ab und ersetzt sie durch neue. Nur wenn die Zellen mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt sind, können sich neue Zellen bilden und gleichzeitig belastende Stoffe (Umwelt-, Strahlungs- und Lebensmittelgifte) binden und über die Zellmembran ausscheiden.


© Pixabay/ Pitsch

„arooga“ ist für sein ganzheitliches Ernährungskonzept bekannt. Vor Ort werden mithilfe eines Zell-Checks Mineralstoffe, Vitamine und Schwermetallbelastung direkt in der Zelle gemessen. Durch eine Gegenüberstellung von Mineralien, Spurenelementen und toxischen Metallen zeigt ein Vitalstoff-Check, welche Körpersysteme gefährdet sein können. Anschließend werden Ernährung und Lebensstil der jeweiligen Person an die Messwerte angepasst.

Besonders beliebt sind auch die Süßigkeiten von „arooga“, die über die Website bestellbar sind. Zur Auswahl stehen zum Beispiel der biologische pflanzliche Zellriegel „Magicoo Kids“, die Zell-Taler „Pure Life“ und die „Mandana la Pralina“ mit essbarem Gold. Alle Zutaten werden von Hand gemischt und zubereitet.

„Es dauert richtig lange, bis alles abgewogen ist. Wir besingen und beschwenken das Ganze dann. Die Geisteshaltung, mit der ich die Zutaten kombiniere und mische, hat einen Einfluss auf die spätere Wirkungsweise. Meine Muse und meine Leidenschaft stecken darin!“, sagt Barbara Lübbering-Steppeler.

In dieser Weltretter-Podcast-Folge mit Stephan Landsiedel erfährst Du, wie Barbara Lübbering-Steppeler ihre Leidenschaft für Heilkräuter entdeckt hat. Mehr Informationen über das Unternehmen „arooga“ entdeckst Du auf auf der Website. Dort findest Du auch eine Übersicht der Produkte.

Viel Spaß beim Anhören!


Weltretter Podcast 34: Finance for Future

Hallo liebe Weltretter!

Es ist mal wieder Mittwoch. Das bedeutet eine neue Folge des Weltretter-Podcasts wurde gerade veröffentlicht!
In unserer neuen Ausgabe des Weltretter-Podcasts unterhält sich Ferdinand Plietz mit Claudia Behringer.
Claudia Behringer ist ausgebildete Fachberaterin für Finanzdienstleistungen und beschäftigt sich mit nachhaltigem/ ethnischem Investment. Vor knapp zwanzig Jahren trennte sich Claudia von ihrem damaligen Mann. Dieser Kümmerte sich während der Beziehung um die Finanzen.


Nach der Trennung wusste Claudia mit dem Finanzmanagement nichts anzufangen und wollte sich weiterbilden. Sie begann eine Ausbildung in einem christlich-evangelischen Finanzhaus. Nach dem Abschluss dieser machte sie sich selbstständig, um vor allem Frauen das Thema Finanzmanagement und Investment näherzubringen.

In unserer neuen Ausgabe des Weltretter-Podcasts erzählt Claudia über ihre Erfahrungen als Finanzcoach und nachhaltige Investments.

Themen und Inhalte der Folge:

  • Was sind die Merkmale des Nachhaltigen Investierens?
  • Wie kann ich nachhaltig Investieren?
  • Welche Unternehmen sind wirklich nachhaltig?
  • Welche Finanzprodukte sind Nachhaltig und Ethisch korrekt?
  • Und vieles mehr…

Du willst mehr über Claudia und nachhaltiges Investieren erfahren?

Dann hör dir unsere neue Podcast-Folge an oder besuch Claudia auf ihrer Seite!


Weltretter Podcast 33: Die GemüseAckerdemie mit Nina Blankenstein

Hallo liebe Weltretter!

Ferdinand Plietz interviewt in dieser Podcast-Folge Nina Blankenstein, Mitarbeiterin bei der GemüseAckerdemie mit Hauptsitz in Berlin-Brandenburg. Die GemüseAckerdemie ist ein ganzjähriges theorie- und praxisbasiertes Bildungsprogramm mit dem Ziel, die Wertschätzung von Lebensmitteln bei Kindern und Jugendlichen zu steigern. Kinder lernen, wie sie ihr eigenes Gemüse anbauen, wie viel Arbeit dahinter steckt und welche Bedeutung die Natur sie hat.

Mit Begeisterung lernen, Selbstwirksamkeit erfahren, in Zusammenhängen denken, Sozialkompetenz steigern, Fähigkeiten entdecken, Veranwortungsbewusstsein stärken – das sind die Bildungsprinzipien der GemüseAckerdemie.

Ergänzend zur praktischen Zeit im Acker gibt es für Groß und Klein Bildungsmaterialien. Kinder und Jugendliche erfahren mehr über den ökologischen Gemüseanbau im Magazin „Volle Möhre“ und lernen den Bezug zwischen Individuellem, lokalem Handel und globalen Zusammenhängen kennen. Abgesehen davon gibt es auch für die Erzieher und Lehrer Fortbildungen und Infomaterial. Nicht nur die Kinder sollen dazulernen, sondern auch die Erwachsenen. Bisher nehmen Schulklassen (1-10) und Kitas an dem Bildungsprogramm der GemüseAckerdemie teil. Im Jahr 2019 zählte die Einrichtung 21 243 Kinder, 475 Schulen und Kindergärten sowie 273 angebaute Gemüsesorten.


© Katharina Kühnel

Für den Gemüseanbau stellt die GemüseAckerdemie alles Notwendige zur Verfügung: Persönliche Ansprechpartner vor Ort, Hilfe bei der Ackersuche- und einrichtung, die Lieferung von Saat- und Pflanzgut, die Unterstützung bei der Pflanzung, Fortbildungen und wöchentliche Newsletter, sowie Bildungsmaterialien. Zwischen 10 und 15 Gemüsearten bauen die Kinder unter Anleitung der Erzieher auf dem Kita- und Schulgeländes an. Die Aufgaben reichen von Gießen und Unkraut jäten über Käfer und Schnecken sammeln bis hin zur Ernte.

Die Idee zur Entwicklung des Bildungsprogramms kam dem studierenden Landwirt Christoph Schmitz während seiner Dissertation am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Viele Schulklassen besuchten den Hof seiner Eltern. Christoph Schmitz machte es sich schließlich zur Aufgabe das Wissen rund um die Kulturtechnik Gemüseanbau in die Schulen zu tragen.


© Katharina Kühnel

Mittlerweile beteiligen sich Schulen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz am Bildungsprogramm der GemüseAckerdemie. Es werden immer mehr Regionalmanager eingesetzt, um vor Ort eine Infrastruktur aufzubauen. Derzeit sind es 14 Regionalmanager und 15 Regionalkoordinatoren. Das Ziel: Kurze Fahrtwege zu den Lernorten, Kontakte zu lokalen Gärtnereien, regionale Ackerhelfer und besonders ein stabiles Netzwerk vor Ort.

Mehr Informationen über die GemüseAckerdemie findest Du auf der Website. Erfahre mehr darüber, wie Du persönlich das Bildungsprogramm unterstützen kannst.

Viel Spaß beim Anhören!


Weltretter Podcast 32: Photovoltaik mit Elmar Renk

Hallo liebe Weltretter!

Seitdem der Mensch Energiequellen nutzt, um sein Überleben zu sichern, ist er auf der Suche nach neuen Quellen, die zuverlässigen Storm liefern und wirtschaftlich unabhängig sind.
In unserer neuen Ausgabe des Weltretter-Podcasts wird es um erneuerbare Energien gehen.

In dieser Folge unterhält sich Stephan Landsiedel mit dem Nachhaltigkeitsexperten Elmar Renk.

Elmar Renk hat es sich zur Aufgabe gemacht Privatpersonen und Unternehmen auf der Suche nach einer autarken Stromversorgung zu beraten und zu unterstützen – spezialisiert hat er sich dabei auf Photovoltaikanlagen.

Was genau sind Photovoltaikanlagen?

Photovoltaik

© stux photovoltaik/pixabay


Photovoltaikanlagen produzieren durch die Umwandlung von Sonnenlicht, mittels Solarzellen Energie, die wir in Form von Strom nutzen bzw. verbrauchen können. Lohnt sich überhaupt Photovoltaik? Das fragen sich nicht nur viele Firmen, sondern auch mittlerweile viele Privatanleger.

Photovoltaikanlagen wurden bereits erfolgreich erforscht und zählen zu einem der Bereiche, der mit ständigen Verbesserungen und Innovationen gepflastert ist. Die Produktion des Stroms funktioniert sehr gut. Ein Mangel besteht jedoch in der Möglichkeit die Energie über längere Zeit zu speichern, um sie vor allem in den Jahreszeiten zu benutzen, wo die Sonneneinstrahlung zu gering ist, damit eine autarke Versorgung des Gebäudes gewährleistet werden kann.
Rechnen sich Photovoltaikanlagen und sind sie die zukünftige Methode, um Strom zu generieren?

Das alles und vieles mehr erfahrt ihr in unserer neuen Podcast-Folge mit Stephan Landsiedel!

Viel Spaß beim Anhören!


 

 

Weltretter Podcast 31: Das deutsche Umweltbundesamt

Hallo liebe Weltretter!

Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) ist die zentrale Umweltbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Die Aufgaben des Amtes sind vor allem die wissenschaftliche Unterstützung der Bundesregierung, der Vollzug von Umweltgesetzen und die Information der Öffentlichkeit zum Umweltschutz. In der Grundsatzabteilung des Amtes in Dessau-Roßlau beschäftigt sich Ulrich Lorenz mit Nachhaltigkeitsstrategien und mit der Ressourcenschonung. Stephan Landsiedel interviewt in dieser Folge Ulrich Lorenz.

Themen wie Klimaschutz und Klimawandel sind in aller Munde. Die Durchschnitts- und Wassertemperaturen steigen. Der PH-Wert der Meere verändert sich. Wälder sterben aufgrund der trockenen Sommer. Auch Stickstoffprobleme spielen nach Ulrich Lorenz eine große Rolle. Durch wirtschaftlichen Dünger entsteht extrem viel Stickstoff in der Landschaft. Dieser Überschuss führt dazu, dass Böden verarmen. Das hat zur Folge, dass ökologische Nischen verloren gehen. Und es geht sogar noch weiter…

Wie kommt das deutsche Umweltbundesamt zu diesen Erkenntnissen? Ulrich Lorenz erzählt vom Messnetz des Bundes und der Länder, mithilfe dem konkret Luftdaten gemessen und Wasserproben entnommen werden können. Insgesamt 1400 Angestellte arbeiten in den Messstellen und Laboren des Amtes. Die Auswertungen und Zahlen gehen schließlich weiter an die Politik. Auf der einen Seite werden Empfehlungen ausgesprochen und das Ministerium beraten. Auf der anderen Seite informiert das deutsche Umweltbundesamt die Öffentlichkeit und stellt auf seiner Webseite Prospekte, Infomaterial und vieles mehr zur Verfügung. Interessierte können sich dort auch die aktuellen Umweltdaten ansehen.

© Simon Rae/Unsplash


Ulrich Lorenz geht der Frage nach, wie die Lücke zwischen Wissen und Handeln zustande kommt. Die meisten Menschen wissen schon längst, was gut oder ungut für die Umwelt ist, doch sie handeln nicht dementsprechend. Während die einen immer wieder unachtsam durchs Leben gehen, gibt es auch einen Anteil von Menschen, der richtig agiert. In dem Moment, in dem eine Entscheidung bewusst getroffen wird, kann Veränderung eintreten.

„Ich kann mich persönlich dazu entscheiden morgen kein Fleisch mehr zu essen. Ich kann mich auch dazu entscheiden, dass ich morgen ein E-Auto kaufe, meins verkaufe oder gar kein Auto mehr benutze. Ich kann die Entscheidung für mich selbst treffen! Deshalb: Tue Gutes, rede darüber und finde Gleichgesinnte. Zeige ihnen, wie es geht.“ – Ulrich Lorenz

Auch in der Einfachheit finden Menschen ihr Glück! Das Buch „How to Simplify your Life“ von Tiki Kustenmacher handelt von sieben praktischen Schritten, wie Du Dein Leben glücklicher gestalten kannst.

In dieser Weltretter-Podcast-Folge lernst Du das deutsche Umweltbundesamt und seine Aufgaben kennen. Ulrich Lorenz möchte andere dazu motivieren nachhaltiger zu leben und sich mit dem Thema Umweltschutz zu befassen. Mehr Informationen über das deutsche Umweltbundesamt bekommst Du auf der Webseite. Sieh Dir auch die Seite der BUNDjugend (Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz e. V.) an.

Werde Teil der Weltretter! Viel Spaß beim Anhören!


Warum der Corona-Virus mir Mut macht – ein Beitrag von Stephan Landsiedel

Ralf StumpfWow! Nachdem ich jetzt bald zwei Jahre mit den Weltrettern (www.welt-retter.org) darum kämpfe, dass wir mal aufwachen und den großen Herausforderungen entgegensehen, um das Leben von Milliarden Menschen zu retten, hätte ich nicht gedacht, was jetzt plötzlich durch den Coronavirus möglich geworden ist.

Auf einmal ist die Politik doch handlungsfähig, schränkt die Freiheit der Bürger in einem Maße ein, wie ich es in dieser Zeit nie für möglich gehalten hätte. Grenzen werden geschlossen. Flugverbote. Ausgangssperren. Veranstaltungen und Versammlungen werden verboten und vieles mehr. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Millionen Selbständige werden in den Ruin getrieben. Firmen gehen bankrott. Die Märkte stürzen ab. Fußball wird verschoben …

Auch uns als Seminarveranstalter mit 12 Festangestellten und 50 freiberuflichen Trainern trifft ein Seminarverbot mitten in der Hochsaison sehr hart. Bei vielen Veranstaltungen ist eine Online-Veranstaltung einfach keine Option (und wird auch nur begrenzt unter Ausbildungsaspekten voll anerkannt). Viele Veranstaltungen können also nur verschoben werden, aber da hätten ja eigentlich schon wieder neue Seminare stattfinden sollen. Die Fixkosten laufen weiter, sodass wir mit sechsstelligen Ausfällen pro Monat rechnen müssen.

Ich bin einfach sehr erstaunt darüber, wie einfach das alles in dieser Situation geht, während sonst über das Meiste ewig diskutiert wird und wir bereit sind, die Zukunft von Millionen Tierarten und der ganzen Menschheit aufs Spiel zu setzen und nicht ins Handeln kommen.

Sind es viele oder wenige Corona-Opfer?

Aktuell sind die Medien einer der großen Gewinner: Zugriffszahlen, Klicks und jede Menge Storys, die unters Volk gebracht werden. Dabei liegt der Fokus oft auf den Negativ-Schlagzeilen.

Der Coronavirus ist für die Erkrankten und vor allem für die Risikogruppen eine echte Tragödie – so wie jeder Verlust eines Menschen. Ich möchte das nicht schönreden. Nach aktuellem Stand (17.03.2020) gibt es heute bereits 23 Tote in Deutschland und es geht gerade erst los. In China sind es bereits 3.200 Tote seit Dezember.

Was mich ein wenig stört, ist, dass in der aktuellen Berichterstattung oft einfach die Vergleichszahlen nicht genannt werden. Dadurch weiß man nicht: Ist das viel oder ist das wenig?
Daher habe mal ein paar Vergleichszahlen gegoogelt:

  • Weltweit sterben jedes Jahr zwischen 290 000 bis 650 000 Menschen an Influenza (Robert-Koch-Institut).
  • In Deutschland sterben jedes Jahr ca. 69.000 Menschen an Atemwegserkrankungen.
  • Im Winter 2017/2018 starben in Deutschland 25.000 Menschen an der Influenza-Grippe.
  • Experten gehen davon aus, dass jedes Jahr 11 Mio. Menschen durch zu viel Fleisch und Zucker sterben und diejenigen, die nicht sterben, tragen oft über Jahrzehnte schwere Folgen und Krankheiten davon.
  • Weltweit sterben jedes Jahr ca. 1,35 Millionen Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr.
  • Jedes Jahr sterben 7 Mio. Menschen an Luftverschmutzung weltweit. Allein in China geht man pro Jahr von ca. 1,7 Mio. Todesfällen durch verunreinigte Luft aus.
  • In Deutschland gibt es nach aktuellen Schätzungen des RKI jährlich bis zu 600.000 Krankenhausinfektionen. Bis zu 20.000 Menschen sterben jährlich durch Krankenhauskeime.

Einige dieser Zahlen ließen sich durch halb so entschlossene Maßnahmen drastisch senken und würden viele Menschenleben retten.

Was das Gute ist

Der Coronavirus und vor allem die Reaktionen der Regierungen darauf retten wahrscheinlich sehr vielen Menschen das Leben. Durch die vielen Produktionsstillstände, gerade in China, dürfte sich die Luft deutlich verbessern und die Anzahl der Toten durch Luftverschmutzung um mehrere Hunderttausende drastisch reduziert haben. In Wuhan, wo der Coronavirus im Dezember 2019 vermutlich seinen Ausgangspunkt hatte, gab es kürzlich das erste Mal seit Jahren wieder Sonnenschein, weil sich durch den Coronavirus der Smog verzogen hat. Für den Klimawandel dürfte es ein Segen sein, dass so viele Flüge ausfallen und der Motor der Weltwirtschaft etwas ins Stottern gerät. Das könnte das Leben von hunderten von Millionen
Menschen verlängern. Durch den extrem gesunkenen Straßenverkehr werden
ebenfalls hunderttausende Leben gerettet.

Sonnenschein in einer chinesischen Stadt
© asmuSe (Pixabay)

Den einzigen in den Kurven zum CO2-Ausstoß wirklich gut sichtbaren Rückgang gab es während der Weltwirtschaftskrise 2008. Bei der Corona-Krise wird es ähnlich sein. Die Menschheit zeigt dadurch, dass sie den Klimawandel tatsächlich aufhalten könnte, wenn sie ihn so ernst nehmen würde wie die aktuelle Grippewelle.

Der Coronavirus lässt die meisten von uns in diesen hektischen Zeiten runterkühlen. Wenn man nicht gerade (so wie ich) von seiner Familie durch eine (freiwillige oder erzwungene) Quarantäne getrennt ist, dann besteht die Möglichkeit, mal wirklich gemeinsam Zeit zu verbringen, miteinander zu spielen, zu singen, zu lachen und sich zu sagen, wie lieb man einander hat. Kinder können ihrem Spieltrieb folgen und sich kreativ neue Dinge überlegen. Vorausgesetzt, sie werden minimal angeleitet, dann können sie in dieser Zeit lernen, ihr Lernen selbst zu gestalten.

Paare haben wieder Zeit für Zärtlichkeit und Intimität. Möglicherweise werden wir nach der Krise eine erhöhte Scheidungsrate erleben und einen Baby-Boom.

Jeder einzelne hat Zeit für Online-Fortbildungen oder Weiterbildung durch Bücher und Selbststudium.

Wir haben die Chance zu erkennen, wie es ohne Flugreisen sein kann und wie viele Firmen auch mit Home-Office auskommen können. Wir lernen zu akzeptieren, dass es in der Konsumgesellschaft nicht immer ein höher, weiter und schneller geben wird. Paradoxerweise konzentrieren sich Hamsterkäufe unter anderem auf Klopapier. Zurück zu den Basics.

Brauchen wir wirklich all die ganzen Dinge, die wir produzieren? Müssen wir wirklich (in Deutschland) drei Erden pro Jahr verbrauchen? Am meisten erschreckt mich daran, dass die Zufriedenheit der Menschen in Deutschland sich in den letzten 50 Jahren nicht mehr erhöht hat, obwohl wir so viele Dinge mehr produzieren und Ressourcen verbrauchen. Wenn wir also wenigstens sagen könnten, wir hätten eine geile Party. Mehr dazu findet sich im Ansatz der >>Postwachstumsökonomie.

Bis Sonntag war ich die ganze Woche auf einem Seminar zum Thema „Tod und Auferstehung“. Wir waren 12 Teilnehmer und zwei Trainer, die fernab von Corona über existentielle Dinge im Leben und Sterben nachgedacht haben. Als wir vom Seminar erwachten, war die Welt nicht mehr die gleiche.

Vielleicht verschiebt sich gerade unser Fokus auf die Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind.

Die Vorfälle zeigen, wozu die Menschheit in der Lage ist, wenn ihr der Ernst der Lage bewusst ist. Hoffentlich handelt sie auch bei weniger offensichtlichen aber nicht minder großen Gefahren für das System ebenso entschlossen. Es gibt große Herausforderungen für Umwelt, Tier und Mensch. 193 Nationen haben sich deshalb 2015 auf die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) in der Agenda 2030 verständigt. Doch nur wenige Menschen kennen diese Ziele überhaupt und sie werden nicht ernsthaft verfolgt. Ich würde mir wünschen, dass die Medien über diese existentiellen Bereiche ähnlich engagiert wie jetzt berichten würden.

Was wäre, wenn wir die ökologische Krise, die noch viel dramatischere Folgen für unsere Zukunft hat, genauso ernst nehmen würden, wie die Coronakrise?

“Wir könnten die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.“ – Ban-Ki Moon, UN-Generalsekretär von 2007-2017, im Kontext der Agenda 2030

>>Weiterführendes zur Agenda 2030 und den Global Goals

Weltretter Podcast 30: Waisenhaus Sri Lanka e.V.

Hallo Liebe Weltretter!

In unserer neuen Ausgabe des Weltretter Podcasts unterhält sich Ferdinand Plietz mit Werner Müller, dem Vorsitzenden des „Waisenhaus Sri Lanka e.V“.
Nach dem großen Tsunami Unglück in Sri Lanka engagierte sich Werner für die Hilfe und Unterstützung vor Ort. Durch das verheerende Unglück verloren viele Kinder und Jugendliche ihre Eltern, oder gar die ganze Familie.

Doch was wird aus den Kindern?

Die letzten lebenden Verwandten haben meist selber nicht die Möglichkeit den Kinder zu helfen. Ein Leben auf der Straße ist meist die einzige Möglichkeit.
Die Waisenhäuser sind Mangelware, teilweise herrschen dort unmenschliche Bedingungen. In manchen Fällen werden kleine Kinder und Jugendliche einfach ins Gefängnis geworfen.

Werner entwickelte den Willen zu helfen und gründete schließlich die Initiative: „Waisenhaus Sri Lanka e.V.“, um den Kindern ein normales Leben voller Sicherheit und Perspektiven zu ermöglichen und um sie in die Gesellschaft wieder einzugliedern.

Waisenhaus Sri Lanka Während des Interviews berichtet Werner über die momentane Situation und weitere Hilfsprojekte vor Ort.
Du willst mehr über das Waisenhaus Sri Lanka e.V. erfahren?

Dann hör dir unsere neue Folge des Weltretter Podcasts an oder besuche den Verein.
Viel Vergnügen beim Anhören!

« Ältere Beiträge

© 2020 Weltretter-Blog

Theme von Anders NorénHoch ↑