Hallo liebe Weltretter!

Ferdinand Plietz interviewt in dieser Folge Martin und Barbara Keller von der Projektwerkstatt für nachhaltige Zukunftsentwürfe Open House.

Open House kümmert sich um die Sortenvielfalt. Diese Aufgabe hat verschiedene Aspekte, in erster Linie interessieren sie sich für das Gemüse und sie versuchen zum Beispiel durch das Saatgut-Festival oder auch durch die Gruppe Saatgut Arche, Saatgut und das zugehörige Wissen miteinander auszutauschen. Es gibt aber auch zum Beispiel das Vielfaltsmenü oder Saatgut-Workshops, in denen man lernt, wie man Saatgut gewinnt und reinigt, und Vorträge.

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„75% der Sorten sind weltweit ausgestorben.“

„Wir bringen die Vielfalt zurück in die Gärten und Felder, und auf den Teller.“

Das sind nur einige der schlagkräftigen Aussagen auf ihrer Webseite. Ziel ist es, die alten Sorten zu erhalten, da schon so viel davon ausgestorben ist. Die Industrie versucht ihr Hybrid-Saatgut und ihre Gentechnik zu verbreiten, daraus folgt, dass die Ernährungssicherheit und die Ernährungssouveränität stark gefährdet sind. Bei Open House gibt es ausschließlich samenfestes Saatgut, denn nur dieses ist reproduzierbar. Samenfestes Saatgut gehört der Allgemeinheit, Hybrid-Saatgut ist durch die Industrie privatisiert. Große Konzerne sind nicht daran interessiert, dass die Erträge der Pflanzen besonders gut schmecken, die Pflanzen besonders gesund wachsen, dass der Ertrag gleichmäßig ist, dass sie besonders robust sind oder wenig Wasser brauchen. Nein, sie sind daran interessiert möglichst viele Pestizide zu verkaufen, denn diese produzieren sie schließlich auch – passend zu ihrem Saatgut. Ziel ist es dabei, dass man zu Hause kein Saatgut mehr selbst vermehren kann. Sie nehmen also das Saatgut von der Allgemeinheit, privatisieren es, indem sie Hybrid-Saatgut oder Gentechnik-Saatgut machen, und somit steht die Allgemeinheit leer da und ist abhängig von diesen Konzernen. Aber Saatgut sollte der Allgemeinheit gehörten, genau so wie Wasser und Luft. Früher gab es zum Beispiel in unterschiedlichen Tälern unterschiedliche Kartoffeln, weil das Klima nicht überall gleich war, heute geht alles eher in Richtung Privatisierung und Masse, denn angeblich könnte man so die Welt ernähren. Aber das stimmt nicht, die Menschen haben Fehlernährung und so weiter. Um wenig Züchtungsaufwand zu haben stellen die Konzerne wenige Sorten her, die so gut wie überall angebaut werden können. Das bedeutet aber auch eine Vereinheitlichung, damit gehen auch die traditionelle Esskultur und landwirtschaftliche Systeme verloren.

Vieles mehr über samenfestes Saatgut, Ernährungssouveränität, den Sortenkatalog und Agro-Gentechnik erfährst Du in dieser Folge!

Viel Spaß beim Anhören!