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Aktiv-Wach-Hypnose
Aktiv-Wach-Hypnose (englisch active-alert hypnosis) ist hypnotische Arbeit, die während körperlicher Aktivität stattfindet. Der Klient geht, läuft oder tritt auf einem Ergometer in die Pedale, die Augen bleiben offen, der Blick ruht auf einem Punkt, und währenddessen werden Suggestionen gesetzt.
Herkunft
Éva Bányai und Ernest Hilgard haben die Methode 1976 im Journal of Abnormal Psychology untersucht. Eine Gruppe erhielt die klassische Entspannungs-Einleitung, die andere strampelte auf einem Fahrrad-Ergometer. Anschließend wurde in beiden Gruppen standardisiert gemessen, wie stark die Teilnehmer auf Suggestionen ansprechen. Die Werte waren vergleichbar.
Auf vielen Webseiten steht als Jahreszahl 1972. Die publizierte Primärquelle ist die Arbeit von 1976.
Einordnung
Für die Non-State-Theorie ist der Befund ein starkes Argument. Wenn Suggestionen unter körperlicher Anstrengung genauso greifen wie im entspannten Liegen, kann die Entspannung nicht der Wirkfaktor sein. Übrig bleiben Aufmerksamkeit, Erwartung, Beziehung und Sprache.
Lars-Eric Unestahl hat denselben Zustand später aus dem Sport heraus beschrieben: wach, konzentriert, in Bewegung, im Wettkampf abrufbar.
Abgrenzung
- Wachhypnose meint hypnotisches Wirken im normalen Wachzustand, meist über bildhafte Sprache, ohne körperliche Anstrengung.
- Alltagstrance ist der Zustand, in den Menschen von selbst rutschen, etwa beim Autofahren.
- Aktiv-Wach-Hypnose nutzt die körperliche Anstrengung aktiv und macht sie zum Teil der Suggestion.
Anwendung
Häufig eingesetzt im Sport-Coaching und bei Menschen, denen das Stillliegen schwerfällt. In der Selbstanwendung genügt ein zügiger Spaziergang: eine klare Frage vor dem Losgehen formulieren, die Frage unterwegs mittragen, die Antwort nicht erzwingen und am Ende zurückschauen, was passiert ist.
Ausführlich mit Anleitung und Praxisbeispielen: Aktiv-Wach-Hypnose: Trance in Bewegung statt auf der Couch
Quelle
- Bányai, É. I., & Hilgard, E. R. (1976). A comparison of active-alert hypnotic induction with traditional relaxation induction. Journal of Abnormal Psychology, 85(2), 218-224. https://doi.org/10.1037/0021-843X.85.2.218
- Unestahl, L.-E. (2018). Alert, eyes-open sport hypnosis. American Journal of Clinical Hypnosis, 61(2), 159-172. https://doi.org/10.1080/00029157.2018.1491387
Siehe auch
- Selbsthypnose im Alltag - Du tust es schon — Wie Marian Selbsthypnose im Alltag nutzt - Dankbarkeitstagebuch, Tanzen vor dem Vortrag, Achtsamkeitsanker. Plus Wach...
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- Therapeutisches Ritual — Definition, vier Merkmale, Abgrenzung zu therapeutischer Aufgabe, Symptomverschreibung, Uebergangsritual und Routine,...
- Growth Mindset & Selbsthypnose - warum Du an Dir arbeiten kannst, auch wenn Du glaubst, Du kannst es nicht — Dweck 1973/1986/2008: Beliefs über Veränderbarkeit sind der Kern dessen, was Persönlichkeit formbar macht. Non-State-...
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Über den Autor: Marian Zefferer, MSc
Marian Zefferer ist Hypnose- (WHO) und NLP-Trainer (IN, DVNLP, ÖDVNLP) bei Landsiedel NLP Training und Experte für die 8 hypnotischen Prinzipien. Er bildet Coaches, Therapeuten und Trainer aus, die Hypnose wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig alltagstauglich einsetzen wollen.
Sein Markenzeichen: Er schlägt die Brücke zwischen Hirnforschung und Alltagsrealität, getragen von drei Pfeilern — wissenschaftlicher Tiefe, didaktischer Präzision und gelungenem Praxistransfer mit einer Prise Humor.
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