NLP Bibliothek: Anklagende Reaktion

12.4.1 Anklagende Reaktion

  • Worte: nicht zustimmend ("du machst nie etwas richtig. Was ist los mit dir?")
  • Körper: anklagend, fordernd ("Ich bin der Chef hier.")
  • Gedanken und Gefühle: "Ich bin einsam und erfolglos."
Anklagende Reaktion

Der Anklagende ist ein "Fehler-Sucher", ein Diktator, ein Boss. Er handelt überheblich, und er scheint zu sagen: "Wenn du nicht da wärst, wäre alles in Ordnung." Innerlich fühlen sich die Muskeln und Organe angespannt an. Der Blutdruck steigt an. Die Stimme ist hart, fest, oft schrill und laut. Überzeugendes "Anklagen" verlangt von dir, so laut und tyrannisch zu sein, wie du es nur kannst. Mache alles und jeden fertig.

Um anklagend zu wirken, ist es hilfreich, sich vorzustellen, dass man einen beschuldigend ausgestreckten Finger hat, und mit den Sätzen zu beginnen: "Du tust das nie", oder "Du machst das immer", oder "warum tust du immer", "Warum tust du nie" und so weiter. Kümmere dich nicht um die Antworten. Das ist unwichtig.

Der Ankläger ist vielmehr darum bemüht, seine Gewichtigkeit herauszustellen, als wirklich etwas herauszufinden. Ob du davon weißt oder nicht, wenn du beschuldigst, atmest du in kleinen, engen Zügen oder hältst deinen Atem ganz an, weil deine Halsmuskeln so angespannt sind. Hast du einmal einen wirklich erstklassigen Ankläger gesehen, dessen Augen hervorquollen, Halsmuskeln und Nasenflügel hervorstanden, der rot wurde und dessen Stimme sich anhörte wie von jemandem, der Kohlen schippt?

Stelle dir dich selbst mit einer Hand an der Hüfte vor, den anderen Arm vorgestreckt mit geradem Zeigefinger. Dein Gesicht ist verzerrt, deine Lippen gekräuselt, deine Nasenflügel vibrieren, wenn du Schimpfworte ausrufst und alles unter der Sonne kritisierst. Du glaubst ebenfalls in Wahrheit nicht, dass du etwas wert bist. Wenn du jemanden findest, der dir gehorcht, dann hast du deshalb das Gefühl, wenigstens etwas zu bedeuten.