Coaching-Tip: Konstruktive Kritik – Wie man mit Freundlichkeit kritisiert

„Super, wie du die Termihead-1232157_960_720ne vorbereitet hast, aber das nächste Mal bitte doppelt so schnell!“ Was sich erst anhört wie positive Kritik ist im Abgang nicht mehr als eine gefühlte Ohrfeige. Das kennen wir alle, doch wie sieht freundliche und kontruktive Kritik aus? Und wie gestaltet man diese nachhaltig, mit win-win Situation und Lerneffekt mit positivem Gefühl?

Warum kritisieren wir überhaupt?

  • Man möchte eine Änderung im Verhalten anderer Personen herbeiführen, weil man sich selber oder Dritten (z.B. dem Unternehmen) einen Vorteil daraus verspricht.
  • Man möchte erreichen, dass jemand sich oder seine Leistung verbessert, bzw ihm dabei helfen, dies zu erreichen
  • Man möchte eine Diskussion über die Art und Weise bestimmten Verhaltens herbeiführen. Hier kann es durchaus sein, dass am Ende das Ergebnis zu Tage tritt, dass das Verhalten einer anderen Person korrekt und zielführend war. Die Kritik dient hier also der Überprüfung der eigenen Ansichten.
  • Man möchte jemanden verletzen. Auch das kann natürlich ein Motiv von Kritik sein. Darum soll es aber hier gerade nicht gehen.
  • Man möchte eigene Frustrationen und aufgestauten Ärger loswerden. Manchmal ist auch dies nötig und häufig führt dann eine sachliche Kritik dazu, dass die Fronten geklärt werden und beide beteiligten Seiten in der Folge wieder eine gute Arbeitsebene miteinander haben.
  • Man möchte das eigene Ego stärken. Indem man andere Personen kritisiert, kann man sich selber in eine übergeordnete Lage versetzen. Das kann gut für das eigene Ego sein, jedenfalls auf den ersten Blick.

Wie kann man freundlich negativ kritisieren?

  1. Niemanden angreifen. Wenn die Kritik nicht vorwurfsvoll, sondern sachlich formuliert ist, gelingt es dem Gegenüber einfacher, die Kritik aufzunehmen und umzusetzen.
  2. Über Handlungen und Verhalten sprechen, nicht über Personen. Eine Kritik sollte sich niemals gegen eine statistics-1445484_960_720Person selbst richten, denn jeder Mensch ist von Grund auf „Okay“. Es kann lediglich darum gehen, bestimmte Verhaltensweisen zu kritisieren, was sich in der Auswahl der Worte widerspiegeln sollte.
  3. Niemandem sagen, dass er nicht recht hat oder falsch liegt. Denn jeder Mensch hat seine eigene Realität und daher ein unterschiedliches Verständnis von richtig und falsch und einen differenzierten Blick auf die Dinge, geprägt von unterschiedlichen Erfahrungen. Es empfiehlt sich, stehts zukunftsgerichtet freundlich zu kritisieren und dauerthaft bei Geschehnissen in der Vergangenheit zu verharren.
  4. Nicht kritisieren. Vor jeder Kritik sollte man abwägen, ob diese Kritik im Moment wirklich erforderlich und zielführend ist. Jemand, der ständig kritisiert, verschießt sein Pulver schnell bei Kleinigkeiten und wird bei wirklich wichtiger, weil zielführender, Kritik dann nicht mehr wahrgenommen, sondern als Dauer-Nörgler abgestempelt. Wichtig ist, dass die nicht erwähnte Kritik keinen unsichtbaren negativen Stempel in der Beziehung zweier Menschen hinterlässt. Eine gute Kritik kann es dann also auch mal sein, nicht zu kritisieren.

Nicht zu vergessen: Es gibt nicht nur negative Kritik. Für das Team und den einzelnen Mitarbeiter, aber auch im Privatleben ist es wichtig positiv zu kritisieren und zu loben, wenn etwas gut gemacht wurde oder man sich über ein Verhalten freut.

Post to Twitter

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Erfolgreiches Coaching – wer trägt die Verantwortung?

career-479578_960_720

Die Investition von Zeit und Geld in einen Coach ist meist nicht gering. Egal, ob es um ein Bussinesscoaching geht oder um Coaching zu Themen dem privaten  Bereich. Doch gibt es eine Garantie für Erfolg? Und welche Verpflichtung hat der Coach in Bezug auf den Erfolg?

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Coaching:
Erfolgreiches Coaching basiert auf folgenden wesentlichen Voraussetzungen:

Gegenseitiges Vertrauen Der Coachee muss seinem Coach vertrauen können. Oft wird der Coach zusätzlich auch vertraglich an eine Schweigepflicht gebunden.

Akzeptanz Die passende Chemie ist eine Grundvoraussetzung für ein gelingendes Coaching. Sie muss zwischen dem Coach und dem Coachee stimmen.

Freiwilligkeit Wenn sich zwischen dem Coach und dem Coachee eine Beziehung entwickeln kann, nur dann kann der entsprechende nötige Dialog stattfinden, der zu einem erfolgreichen Resultat führen soll. Dieser Prozess kann nur auf freiwilliger Basis effizient stattfinden.

Unvoreingenommenheit Der Coach muss unvoreingenommen gegenüber dem Coachee sein und die Dinge von allen Seiten betrachten können. Besonders wichtig ist, dass der Coach dem Coachee auch den Perspektivwechsel vermitteln kann, damit dieser auch unterschiedliche Wahrnehmungspositionen einnehmen kann.

Aber ist es möglich, dass der Coach eine Garantie für ein Coaching oder ähnliche Maßnahmen gibt? Und was ist überhaupt ein erfolgreiches Coaching?

Coaching wird als ressourcen- und lösungsorientierte Prozessberatung verstanden: Der Coachee ist Experte für seine Probleme und Lösungen, der Coach ist Experte für den Weg zum Finden der Lösungen. Der Coach unterstützt den Coachee dabei, individuell passende Lösungen zu (er-)finden und gibt selbst keine Lösungen vor.

Beispiel: Der Coach bietet dem Top-Manager, den er begleitet, entsprechende Arbeitsmethoden an und unterstützt ihn durch seine erfahrene und objektive Sicht der Dinge. Die nötigen Aktionspläne zur Erreichung seiner Ziele kann jedoch nur der Manager selbst gemeinsam mit seinem Team in die Praxis umsetzen.

Ist es möglich, dem Kunden eine Garantie für das Coaching zu geben? Denn Coaching setzt unmittelbar beim Coachee an. Die Aufgabe als Coach ist es, den Coachee genau da abzuholen, wo er gerschluessel-successade steht – um dann gemeinsam mit ihm neue Wege zu erschließen, Brücken zu bauen, den Blick auf das ganze System, die ganze Landschaft zu weitern. Was der Coachee dafür benötigt, ist seine Bereitschaft, sich auf diesen Prozess einzulassen und neue Dinge zu probieren – um dann seinen Weg anders als bisher fortzusetzen oder neue Wege einzuschlagen. Und die Garantie für ein erfolgreiches Coaching? Den Schlüssel hierfür hat der Coachee  selbst in der Hand.

Post to Twitter

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Wie setzt man seine Ziele richtig?

Nur wenige Menschen setzen sich einfach in ihr Auto und fahren drauflos. Aber in ihrem Leben verhalten sich die meisten Menschen so. Ohne Ziel und Richtung hoffen sie eines Tages beim großen Glück anzukommen. Wo das ist? Das wissen sie nicht.

Der große Philosoph Seneca hat einmal gesagt: „Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger.“ Wo ist Dein Hafen? Wo willst Du hin?  Ziele geben unserem Leben Richtung und Sinn.

destination-1285851_640Stell Dir vor, Du willst eine Fahrkarte kaufen und sagst dem Mann am Schalter:„Ich möchte eine Fahrkarte kaufen.“ Er wird Dich fragen: „Wohin möchten Sie fahren?“ und Du sagst: „Ich weiß nicht – irgendwohin.“ Er wird antworten: „Dann kann ich Ihnen keine Fahrkarte verkaufen. Ich brauche eine klare Angabe.“ Genauso ist es mit unserem Bewusstsein. Es braucht eine klare Zielangabe, sonst kann es nichts für uns tun. Etwas, das man sich nicht vorstellen kann, kann man auch nicht erreichen. Wenn es kein Ziel gibt, wonach man sich ausgerichtet hat, dann ist jede Information, jedes Ereignis gleich gut. Du bist wie ein Schiff ohne Ruder – ein Spielball der Winde und Gezeiten. Wenn Du dagegen klare Ziele hast, dann bist Du ein Schiff mit Rudern, Segeln und Motor, das geradewegs auf sein Ziel zu segelt.

Die Hauptgründe für Misserfolg oder zu langsames Vorankommen sind die Verschwommenheit, Verwirrung und die Unfähigkeit, genau zu entscheiden, was man will und wie es zu erreichen ist. Wenn Du in Deinem Alltag keine Prioritäten setzt, wenn Du nicht weißt, welches Dein nächstes Ziel ist, dann wirst Du nur sehr langsam vorankommen. Du wirst von einer Sache zur nächsten schwanken und an vielen Tagen nichts abschließen. Du wirst zu einem Spielball der äußeren Einflüsse. Klare persönliche Ziele zu haben und eigenverantwortlich zu entscheiden, sind wichtige Faktoren für den beruflichen Erfolg und die individuelle Lebensqualität. Jedes Jahr an Silvester nehmen sich die Menschen bestimmte Dinge vor: „Ich will abnehmen. Ich möchte mehr Zeit für die Kinder haben. Ich will mehr Geld verdienen.“ Doch das sind nur fromme Wünsche. Oft schon nach kurzer Zeit sind die Vorsätze vergessen oder den alten Gewohnheiten zum Opfer gefallen. Die eigene Disziplin wurde überschätzt oder sie ist dem inneren Schweinehund zum Opfer gefallen. Nur allzu leicht finden sich Ausreden und vorgeschobene Erklärungen. Kein Wunder, denn die oben genannten Aussagenbulb-40701_640 sind viel zu schwammig und unpräzise. Ziele sollten konkret und messbar sein – erst dann entfalten sie ihre große Kraft und können uns bewusst und unbewusst auf die Erfüllung ausrichten. Klare Ziele sind einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Damit Ziele die volle Wirkung entfalten können, ist es wichtig, dass wir sie klar und präzise formulieren.

SMART … ist das nicht mittlerweile ein alter Hut? Das kennt doch jeder. Auffällig ist nur, dass trotzdem so viele Fehler bei der Formulierung von Zielen gemacht werden. Also ist es wohl doch nicht so einfach, oder?

Es kann nicht häufig genug betont werden, wie wichtig konkrete und messbar formulierte Ziele sind – und genau dafür benötigen Sie die SMART-Formel:

S – Spezifisch Ein Ziel sollte so genau und konkret wie möglich sein.

M – Messbar Wichtig ist hier die Nennung eines Mengengerüstes, einer Zeitangabe oder eines sonstigen messbaren Kriteriums. Ungünstige Formulierungen sind beispielsweise “möglichst niedrige Kosten”, “Erhöhung der Qualität”, “Ausbau des Marktanteiles” – hier fehlt das konkret messbare Kriterium.

A – Akzeptiert Ziele, die im Projektteam als unakzeptabel angesehen werden, haben wenig Aussicht auf Erfolg.

R – Realistisch Realistische Ziele werden leichter akzeptiert und motivieren deutlich stärker, als solche, die bereits im Vorfeld als unrealistisch angesehen werden.

T – Terminierbar Ein einfaches Kriterium: Die Nennung einer Zeitangabe. Trifft aber nicht immer auf alle Ziele zu.

Nutze diese super-einfache Formel und prüfe, ob deine Ziele die Kriterien erfüllen. Sind die Kriterien erfüllt – prima! Dann ist eine gute Basis für die weitere Arbeit geschaffen.

Post to Twitter

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wie findet man den richtigen Coach? Was ist Coaching und was genau passiert dabei?

board-784363_640„Hilfe, ich brauche einen Coach!“ Diesen Seufzer äußern nicht nur gestresste Eltern, frustrierte Ehepartner und dominierte Hundebesitzer. Nein, auch Vorstandsmitglieder, Fachkräfte und Berufseinsteiger, Existenzgründer und andere, die sich mit einem für sie unlösbaren Problem konfrontiert sehen, halten Ausschau nach professioneller Unterstützung in Form eines Coachings.

Wie findet man den richtigen Coach?

Zuerst müssen Sie sich selbst über Ihre Coachingziele und Ihre Erwartungen und Anliegen klar sein. Erst dann können Sie den passenden Coach für Sie auch erkennen. Folgende Fragen können Sie sich stellen: „Was will ich mit einem Coaching erreichen? Handelt es sich um ein berufliches oder ein privates Ziel? Geht es um Persönlichkeitsentwicklung oder Mitarbeiterführung? Um ein sportliches Ziel oder eine Ernährungsumstellung?

Die zweite Frage, die Sie sich stellen müssen ist, wie Sie sich die Zusammenarbeit mit Ihrem Coach vorstellen. Coaching basiert auf einer strategischen Partnerschaft auf Zeit, daher ist es wichtig, was Sie sich wiederum von dieser Partnerschaft erwarten und wie diese aussehen soll.

Diese Kriterien sollte Ihr Coach erfüllen:

  • Ihr Coach hat eine professionelle fundierte Coachingausbildung. Diese sollte über mehrere Monate gehen, damit gewährleistet ist, dass der Coach genügend Möglichkeiten hatte, die theoretischen Kenntnisse in die Praxis zu transferieren, zu testen, zu üben und zu reflektieren. Ein professioneller Coach kennt die verschiedensten Fragetechniken, Arbeit mit Modellen und Strategien und unterschiedlichen Mechanismen von Veränderungsprozessen. Ein abgeschlossenes Studium, eine Berufsausbildung und relevante Berufserfahrung zu Ihrem Themengebiet bilden die Basis für ein erfolgreiches Coaching.
  • Ihr Coach ist Mitglied in einem Coaching-Fachverband: Fundierte, professionelle Ausbildungen werden von Coaching-Fachverbänden anerkannt, in denen die Coaches oft auch Mitglied sind. Durch die Anerkennung der jeweiligen Ausbildung zertifiziert der Coaching-Fachverband dem Coach entsprechende Qualitätskriterien.
  • Ihr Coach bildet sich weiter. Da die Coaching-Welt immer in Bewegung ist, ist ein Mentor-Coach zur Supervision von Vorteil. Ihr Coach sollte sich so weiter bilden und auch immer wieder selbst gecoacht werden.
  • Ihr Coach bietet Ihnen ein kostenfreies Kennenlerngespräch an: Um für beide Seiten zu klären, ob eine Zusammenarbeit aus fachlicher, aber auch zwischenmenschlicher Perspektive in Frage kommt, ist ein unverbindliches Kennenlernen notwendig.  Achten Sie darauf, ob die Chemie stimmt, sie bereits Vertrauen zum Coach aufbauen und ob sie der Mittelpunkt des Gespräches sind.
  • Ihr Coach ist authentisch und lebt seine eigene Philosophie: Prüfen Sie, ob Ihr Coach seine Fachkompetenz nach außen widerspiegelt und seine eigene Philosophie auch lebt.

Diese Checkliste soll Ihnen als Orientierungshilfe und Landkarte durch die große Coachinglandschaft dienen. So können Sie Ihren passenden Coach finden, der Ihnen nachhaltige Veränderungen ermöglicht und Ihnen hilft Ihr volles Potenzial zu entfalten.

Was ist Coaching und was genau passiert dabei?

personal-1277392_640Beim Coaching handelt es sich um eine zielfokussierte und prozessorientierte Beratung. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Reflexion, Erweiterung und Flexibilisierung des persönlichen individuellen Verhaltensrepertoires. Gemeinsam werden Inhalte, Ablauf und Ziele der Coaching-Sequenzen festgelegt. Mitunter spielen neben Themen aus dem beruflichen Umfeld auch persönliche Lebensfragen oft eine große Rolle. Die Lösungen für die thematisierten Probleme des Coachees (Kunde/Klient) werden zusammen entwickelt und persönlich auf ihn abgestimmt. Der Coach gibt dem Coachee auf dem Weg zur Lösungsfindung die entsprechenden Impulse, um selbstständig letztendlich die Lösung für sein Problem mit seinen eigenen Ressourcen entdecken und beheben zu können. Klarheit und Struktur bei komplexen Fragestellungen und die Mobilisierung der Stärken zum Lösen der Anliegen liegen im Aufgabenbereich des Coaches.  Oft sieht der Coachee lediglich den „Wald vor lauter Bäumen nicht“ oder er möchte radikal neue und unbekannte Wege einschlagen und die Richtung wechseln. Der Coach hilft dabei, die Navigation alter Denkmuster über Bord zu werden und als Experte für Perspektivwechsel die richtigen Fragen zu stellen, Analysen zu strukturieren und zu ermutigen, neu und anders zu handeln als zuvor. Dadurch zeigt sich oft der AHA-Effekt, die Lösung, die oft eigentlich schon da war. Durch den Coach wird der Transfer in den Alltag gesichert und die erfolgreiche Umsetzung begleitet, damit das Coaching nachaltig wirken kann.

 

Post to Twitter

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare

Neurobiologie im Coaching – Was Coaches, Personaler und Führungskräfte wissen müssen

head-663997_640„Menschen lernen am besten unter Druck“. Diese Aussage hört man oft, vor allem von Menschen in führenden Positionen über das Lernverhalten ihrer Mitarbeiter. Dass es sich hierbei um ein hartnäckiges Vorurteil handelt und das Gehirn unter Stress und Druck in den meisten Fällen lediglich automatisch auf bewährte Denkmuster zurückgreift, wissen die wenigsten.

Neurobiologie: Über unser Hirn und seine Belohnungssysteme

Neuronen, Milliarden von Nervenzellen, vernetzen sich zu komplexen Strukturen und Verbindungen in unserem Gehirn, die die unterschiedlichsten Aufgaben haben. Die Netze verändern sich in Abhängigkeit von den Aufgaben und Anforderungen, die unser Gehirn tagtäglich zu lösen hat. Letztendlich bilden sie unsere Erfahrungen, Emotionen, Erlebnisse und unser Wissen ab.

Über Botenstoffe kommunizieren miteinander verbundene Neuronen, abhängig von Art und Menge des Botenstoffs, werden Botenstoffe übertragen, die Reaktionen auslösen. Eindrücke von außen beurteilt unser Gehirn durch den Vergleich mit bereits gemachten Erfahrungen und Erlebnissen und den dabei erzielten Ergebnissen. Unser Gehirn ist so programmiert, dass es mit seinen Entscheidungen die Erhaltung und Entwicklung unserer Spezies sichert. Als besonders hilfreich und förderlich hat sich hierbei aus der Perspektive unseres Gehirns soziale Resonanz, also das Miteinander von Menschen und gemeinsames Vorgehen erwiesen. Daher ist unser Motivations- und Belohnunssystem genau darauf ausgerichtet.

Dopamin, Oxytozin und die Opioiden gelten als entscheidende Botenstoffe innerhalb unseres Belohnungssystems.  Opioide haben einen positiven Einfluss auf die Lebensfreude und stärken das Immunsystem. Dopamin ist ein Botenstoff, der Wohlbefinden, Konzentration und Handlungsbereitschaft bewirkt. Der „Zusammengehörigkeitsbotenstoff“ Oxytozin fördert soziale Bindungen, er bewirkt Wohlgefühl, sorgt für Entspannung, senkt den Blutdruck, dämpft Ängste und Stress.

Unser Gehirn erinnert sich übrigens sehr gut an Ereignisse und Personen, die unser Oxytozin-Level gesteigert und damit für gute Gefühle gesorgt haben: Aus diesen Erinnerungen erwächst dann unser Vertrauen. Die Botenstoffe, die uns motivieren, werden von unserem Gehirn dann ausgeschüttet, wenn wir Ziele erreichen, die ihm lohnenswert erscheinen. Das sind in erster Linie die Ziele, die mit Zuneigung, Wertschätzung, Anerkennung und Liebe in Verbindung stehen. Statussymbole, beruflicher Erfolg, finanziell erreichte Ziele oder besonders teure Anschaffungen haben aus der Sicht unseres Gehirn letzten Endes nur den Sinn, dadurch Anerkennung und Zuwendung zu erhalten. Die positiven Gefühle, mit denen unser Hirn die Erreichung materialler Ziele belohnt, sind eher kurzlebig und oberflächlich.

Was bedeutet das nun für die Mitmenschen und Kollegen?

hand-1311786_640Zurück in den Alltag: Menschen streben privat, aber auch in ihrer Funktion in einem Unternehmen nach guten Beziehungen sowie Anerkennung und erwarten das Gleiche von anderen Menschen.

Dabei entsteht wechselseitige Resonanz zwischen Menschen grundsätzlich in fünf Stufen:

  • Emotionale Resonanz: Menschen „schwingen“ sich aufeinander ein, z.B. über gemeinsame Gesprächsthemen.
  • Gemeinsames Handeln: Menschen handeln miteinander und verfolgen gemeinsame Ziele.
  • Verstehen von Motiven und Absichten: Menschen verstehen, was in anderen vorgeht.
  • Sehen und Gesehen werden: Menschen wollen wahrgenommen werden.
  • Gemeinsame Aufmerksamkeit: Menschen richten ihre Aufmerksamkeit auf ein gemeinsames Objekt.

Erreichen Menschen eines dieser Ergebnisse, so führt das automatisch zu innerlichen Glücksgefühlen, besserer mentaler und körperlicher Gesundheit und erhöhter Leistungsbereitschaft.

Wenn unser Belohnungssystem erkennt, dass keine Möglichkeit auf soziale Zuneigung und Anerkennung besteht, dann schaltet es automatisch ab, verliert an Antrieb oder hört im schlimmsten Fall komplett auf zu funktionieren. Wer Menschen motivieren will, muss die Rahmenbedingungen und die Möglichkeit, für Kooperation, Beziehungen, Zuwendung und Anerkennung, zu schaffen.

Wie konzipiert man ein Coaching gehirngerecht?

Wenn ein Seminar die Teilnehmer einladen und ermutigen soll, neue Erfahrungen zu machen, dann gelingt das vor allem, wenn in der Seminargestaltung folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Unsere innere Landkarte ist nicht die Realität, denn jeder Mensch hat seine eigene individuelle Landkarte.
  • Das Lernniveau sollte alle Teilnehmer ansprechen und so gewählt sein, dass alle miteinander agieren können.
  • Verbundenheit innerhalb der Teilnehmergruppe ermöglicht es, eine sichere, vertraute und offene Atmosphäre zu schaffen. Hierbei eignet sich kein Frontalunterricht des Trainers, sondern kurze erlebnisaktivierende Einheiten, in denen die Teilnehmer das Erarbeitete miteinander austauschen.

Post to Twitter

Veröffentlicht unter Allgemein, Coaching-Blogs | Hinterlasse einen Kommentar