Provokatives Coaching

Statt mit Verstndnis und Mitgefhl, wird bei dieser Form eher schwarzer Humor eingesetzt, wobei es hierbei wichtig ist, trotz allem den guten Draht zum Klienten nicht zu verlieren. Beide, sowohl Trainer als auch Teilnehmer mssen Spa an der Sache haben, was nur mglich ist, wenn beide auch ber sich selber lachen knnen. Es wird mit Provokation und berzeichnung versucht den durch Probleme berlasteten Blick des Klienten zu klren und ihn zu energetisieren, aktiv zu werden. Es sollen eingefahrene Muster unterbrochen werden und der Blick auf zuknftige Mglichkeiten gelenkt.

Namen: Frank Frarelly (1931 - 2013), Dr. Eleonore Höfner, Dr. Charlotte Cordes

Überblick provokatives Coaching

1. Definition: Was ist provokatives Coaching?
2. Die Entstehung des Provokativen Coachings
3. Die goldenen Regeln des provokativen Coachings
4. Vorteile des provokativen Coachings
5. Die unterschiedlichen Rollen des Coachs
6. Provokative Standardinterventionen
7. Wie interveniere ich als Coach provokativ?
8. Literatur zum provokativen Ansatz




1. Definition: Was ist provokatives Coaching?

Coach: "Sie haben also ein Problem mit Männern? Das wundert mich überhaupt nicht bei Ihrem 70-iger Jahre Kleidungsstil."

Coach: "Danke, dass Sie das Problem schon perfekt erörtert haben, warum geben Sie sich nicht einen Tritt und machen sich an die Umsetzung?"

Coach: "Sie sind das Problem, nicht Ihre Kollegen!"

Coach: "Diese Überstunden sind Ihr Schicksal. Keine Chance für Sie, da rauszukommen." . "Doch, Herzinfarkt, das ist der Ausweg. Vorbilder dafür gibt es in Ihrer Branche ja genug. Und um Ihre Frau und die Kinder brauchen Sie sich, wenn Sie so weitermachen, auch nicht mehr zu sorgen. Denn die sind bald weg.
Wussten Sie, dass nach neuesten Forschungen Frauen durchschnittlich noch drei Jahre in einer Beziehung bleiben, wenn sie sich vernachlässigt fühlen? Danach en sie sich scheiden, oder sie gehen erst fremd und lassen sich dann scheiden. Welche Variante ist Ihnen lieber - sofortige Scheidung oder vorheriges Fremdgehen?"


Früher wäre ein solches Vorgehen im Coaching Business undenkbar gewesen, doch warum sollte man nicht offen und direkt aussprechen, was im Hinterkopf vorgeht ohne die Worte erst diplomatisch zu verpacken, denn Diplomatie ist meist eine andere Art der Verpackung, um zu sagen fahr zur Hölle.
Besonders Führungskräften fehlt es häufig an Kritik und Verbesserungsvorschlägen, die zu optimierten Prozessabläufen führen. Umso höher die Hierarchie desto mehr Schein kommt auf. Nur hinter der vorgehaltenen Hand wird getuschelt.
Schließlich besuchen die Klienten ein Coaching meist, um beabsichtigt Veränderungen herbeizuführen und falls die Kunden nicht mit dieser Absicht kommen, sollten sie langsam darauf vorbereitet werden oder alternativ rät man ihnen lieber eine entspannender Alternative aufzusuchen. Denn Coaching ist in erster Linie Arbeit an sich selbst. Theoretisch ist die Interaktion zwischen zwei Menschen unendlich. Deshalb gibt es auch die verschiedensten Verhaltensweisen und Interventionstechniken, die man im Coaching anwenden kann. Es sollte aber im vorausgesetzt sein, dass der Coach auf einer professionellen und inhaltsfreien Ebene arbeitet und seinem Klienten den gehörigen Respekt entgegenbringt.

Deshalb kann das provokative Coaching bei manchen Klienten äußerst effizient sein, da sie nicht in erster Linie jemanden suchen, der ihnen gut zuredet, sondern sie suchen die Wahrheit, um sich gezielt weiterzuentwickeln.




2. Die Entstehung des Provokativen Coachings

Frank Farrelly In den 60-iger Jahren wurde die provokative Therapie erstmals vom Psychiater Frank Farrelly (1931 - 2013) genutzt.
Anfangs bezeichnete er seine offenen Gedanken als "verbale Ausrutscher", doch genau diese Offenheit traf häufig punktgenau zu und löste Zustimmung seitens des Klienten/Patienten aus.

Daraus entwickelte er die provokative Therapie und setzte einige Spielregeln auf, die man als Therapeut oder Coach beachten sollte.
In der provokativen Therapie wird sozusagen "alles falsch gemacht", was der Coach jemals gelernt hat. Er nimmt buchstäblich die Rolle des Klienten ein, fällt seinem Kunden ins Wort, redet mehr, provoziert ihn geschickt und stößt ihn vor den Kopf.





3. Die goldenen Regeln des provokativen Coachings

1. Die Person des Coachees und die Beziehung zwischen Coach und Coachee sind stabil.
2. Der Coach mag und respektiert den Coachee.
3. Der Coach glaubt an dessen Fähigkeit, sich zu verändern und lässt Veränderungsspielräume.
4. Der Coachee kennt die wohlmeinende Haltung des Coaches, er sieht im Coach einen Freund, der ihm die Wahrheit sagen kann.
5. Der Coach ist ausreichend qualifiziert! Provokationen nehmen nur einen geringen Anteil im Coaching ein.
6. Der Coach hat eine klare Intuition für die Grenzen von Provokationen und verfügt über ausreichende Werkzeuge, um auf direktem Weg die Vertrauensbasis zu stabilisieren.
7. Der Coach ist qualifiziert und erfahren genug, um auch minimale Veränderungen und Reaktionen des Coachees wahrzunehmen und entsprechend mit ihnen umzugehen.
8. Der Coach hat Humor und lacht nicht über den Klienten, sondern mit ihm zusammen über verständliche, akzeptierte menschliche Schwächen.
9. Der Coach will nicht eigenen Emotionen ein Ventil verschaffen.
10. Der Coach löst unangenehme Gefühle zeitnah auf und kann mit diesen umgehen.

Quelle: managerSeminare know-how | Heft 112 | Juli 2007, Ruth Hellmich




4. Vorteile des provokativen Coachings

"Fürchte nicht die, die nicht mir Dir übereinstimmen, sondern die, die nicht mit Dir übereinstimmen und zu feige sind, es Dir zu sagen." (Napoleon Bonaparte)

  • Das provokative Coaching kann mit fast jedem anderem Coaching Stil kombiniert und erweitert werden.
  • Der Coach erfüllt die indirekte Forderung des Klienten seine Wahlmöglichkeiten zu erweitern und an der Ressourcenfülle sowie Authentizität des Coachee zu arbeiten. Erhöhte Flexibilität des Coachs.
  • Offenheit beim Coach erzeugt Offenheit beim Coachee
  • Das Misstrauen gegenüber der professionellen Fassade des Coachs, "Was denkt der wohl wirklich über mich?" reduziert sich. Die Künstlichkeit der Situation nimmt ab, und die Interaktionen sind authentischer.
  • Der Abstand zum Problem kann sich verändern. Humor schafft wohltuenden Abstand und ermöglicht Veränderungen.
  • Im Bereich der sogenannten "ästhetischen Distanz" (ein Begriff aus der deutschen Dramenkritik) ist der Klient emotional bewegt und involviert, versackt aber nicht in unkontrollierbaren Gefühlen. Er hat ein ausreichendes Maß an Selbststeuerung und Integrationsfähigkeit für neue Erkenntnisse und Erlebnisse.
  • Dem Bedürfnis nach menschlichem Feedback und sozialer Rückmeldung wird entsprochen. Die Fähigkeit, Feedback zu geben und zu nehmen, wird ins Bewusstsein gerückt, und der soziale Kontakt mit seinen Anforderungen wird wieder als Realitätsprinzip, und nicht als Rollenspiel in einer Seifenoper erlebbar.
  • Mit dem Coach als Sparringspartner kann der Coachee die eigene Stärke spüren bzw. seine Immunkraft gegen negative soziale Interaktionen wie Ärger, Ablehnung, Neid, Dominanz, Zurückweisung, Konkurrenz stärken. Sich-wehren-können durchbricht das Problemmuster "Hilflosigkeit und Opfersein", es weckt persönliche Stärke und ist näher dran am Leben "draußen" als die übersanfte Schonhaltung der psychotherapeutischen Kommunikation.
  • Die Unvorhersehbarkeit und Unkontrolliertheit des Coachs führt zwangsläufig zum eigenen Weg. Der Klient wird angeregt, das Muster, jemandem gefallen zu müssen oder wollen, beiseite zu schieben. Der Coach will auch nicht gefallen und ist in seinen Reaktionen sowieso nicht kontrollierbar.
  • Es gibt kein richtig oder falsch. Der Coach wechselt sowieso dauernd seine Meinung, bis der Klient entscheidet, was für ihn selbst richtig ist. Es gelten nur die unumstößlichen Prinzipien des Miteinanders, wie z.B. "Wer stinkt und andere ausnützt hat weniger Freunde."
  • Der Coach ist Vorbild für das Schöpfen aus einem breiten emotionalen Repertoire und den spielerischen Umgang damit. Der Coach traut sich, stark, hilflos, beleidigt, traurig, aggressiv, dumm, arrogant, liebevoll zu sein. Die rigide "So-bin-ich-nun-mal-und-kann-nicht-anders" Selbstdefinition des Coachee, die oft genug die emotionale Entwicklung behindert, wird aufgeweicht oder sogar aufgelöst.
  • Für jeden Klienten wird das Coaching neu erfunden (wie in der Hypnotherapie nach M. H. Erickson in der die Therapie jedesmal neu erfunden wird). So wie der Klient sein Problem (er)findet, im Sinne von schöpferischer Konstruktion, (er)findet der Coach die Interventionen im Sinne von unvorhersehbaren, emotionalen Reaktionen auf dieses Weltbild, die erst in der Interaktion entstehen.
  • Die kreative und emotional-lebendige Gestaltung von Beziehungen wird vorgelebt. Provokatives Coaching bietet für Coach und Coachee die Möglichkeit, sich mit Lust und Leidenschaft der Schöpfung kreativer Interaktionen hinzugeben, und sich im lebendigen Kontakt überraschen zu lassen.





5. Die unterschiedlichen Rollen des Coachs

In der Provokativen Veränderungsarbeit wird sehr häufig das schauspielerische Talent des Coachs gefordert. Die Einnahme verschiedener gefühlvoller Rollen hat sich sehr häufig als sinnvoll und zielführend erwiesen.
Je weniger berechenbar und unerwartet die Reaktion des Beraters ist, umso besser. Der Coachee lernt hier auf diese verschiedenartigen Muster zu reagieren, und ist in der Folge in ähnlichen Situationen in seinem Alltag nicht mehr unsicher, sondern hierauf vorbereitet, dass Menschen nicht berechenbar und scheinbar ungerecht oder unangemessen reagieren. Die Kommunikationskategorien nach Virginia Satir bieten sich als mögliche Interventionsmuster an:

Ankläger (Blamer): ärgerlich: "So geben Sie doch endlich zu, dass Sie an der ganzen Misere schuld sind. Mit diesen Genen kann ja nichts aus Ihnen werden."

Beschwichtiger (Placator): etwas geknickt und mit weinerlicher Stimme: "Tja, jetzt habe ich alles versucht. Ich wollte Ihnen doch nur helfen und jetzt schauen Sie so unzufrieden. Ich habe wirklich alles versucht, was ich in meiner Coachingausbildung gelernt habe in solchen Fällen."

Rationalisierer (Computer): ernst: "Wussten Sie eigentlich, dass in 20 % der Fälle keine Besserung zu erwarten ist. In Großbritannien hat man übrigens festgestellt, dass jedes 5. Kind nicht von dem Mann ist, zu dem es Papi sagt." "Sie haben also bereits fünf Mal vergeblich versucht etwas zu verändern, das ist eine Versagensrate von 100 %. Ich denke, damit ist hinlänglich bewiesen, dass es nicht geht."

Ablenker (irrelevant): zerstreut: "Oh, Entschuldigung, was sagten Sie gerade? Ich war wohl mit meinen Gedanken gerade woanders." "Haben Sie vielleicht eine Nagelfeile dabei?" "Fangen Sie doch schon mal an, ich komme gleich."

Auch die Übernahme von Geschlechterrollen als flirtender Liebhaber/Geliebte oder fürsorglicher Vater/Mutter können eingenommen werden: Liebhaber (verwirrt) "Oh, bei diesen großen Augen kann ich mich gar nicht konzentrieren. Und diese Stimme, Wahnsinn. Ist Ihr Vorgesetzter auch immer so verwirrt?" Mutter (fürsorglich)

"So sind sie, die da draußen in der großen, bösen Welt. Ungerecht und gemein. So jetzt putzen Sie sich mal die Nase und erzählen mir in Ruhe wer gemein zu Ihnen war. Und als nächstes entwerfen wir einen Schlachtplan. Wen schlachten wir als erstes?" Die Wahl der Rolle

Kontrastmuster: In der Rolle sollte jeweils das vom Klienten am wenigsten erwartete Muster gewählt werden. Der Klient erhofft sich z.B. mitfühlende Emotionen, und der Coach versachlicht das Problem mit einer Statistik oder der Klient ist kühl und sachlich und der Coach flirtet, ist gefühlsbetont und schwärmerisch.

Spiegelmuster: Die andere Möglichkeit besteht darin, das vom Coachee gezeigte Muster zu übernehmen und wieder zu spiegeln. Der Klient ist hilflos und sitzt auf einmal einem hilflosen Coach gegenüber. Der Klient, der nicht auf den Punkt kommt, ist konfrontiert mit einem ebenso zerstreuten Coach, der auch nicht weiß, was er tun soll.




6. Beispiele für Provokative Interventionen

Im Provokativen Coaching dürfen normale Verhaltensmuster nicht funktionieren. Hier einige beispielhafte Interventionen.
Kl.: Was soll ich dazu nur sagen?
C.: Ganz einfach nur die Wahrheit.
Kl.: Oh Gott, was soll ich nur tun?
C.: Das Richtige.
Kl.: Was ist das Richtige?
C.: Oh je, nicht mal das wissen Sie.

Mit treuherzigem Augenaufschlag zur Rapportvertiefung

  • Ich wünschte, Sie wären mein Vater, meine Kollegin, meine Führungskraft, ..
  • Diese Augen, ich kann mich gar nicht konzentrieren, ...
  • ..., wenn Sie wissen was ich meine.
  • Lass Dir Zeit, das ist wirklich eine schwierige Frage.
  • Das haben Sie schon vor fünf Jahren gehört? Und damals schon nicht zugehört, nicht?

Das Spiel mit dem Alter

  • Wie alt sind Sie? Dann müssten Sie es doch wissen.
  • Wie alt sind Sie? Jesus starb mit 33. Man sagt, die Guten sterben früh.
  • Wie alt wollen Sie werden? 83? Oh je, noch über 50 Jahre denselben Quatsch denken.

Antworten auf alle Warum-Fragen des Coachee

  • C.: Naja, manche Geheimnisse werden eben nie gelüftet.
  • Kl.: Warum ist das so?
  • C.: Weil ich es sage.

Das Ansprechen von Katastrophen und gleichzeitiges Banalisieren

  • Dann sind Sie tot! Tot wie ein Türabtreter!
  • Sie werden krank. Eine blasse Bakterie auf zwei Beinen.
  • Sie werden eben alt. Eine dauergewellte, pinkfarbene Matrone.
  • So Leute wie Du werden vom Leben überrollt. Dann liegst Du da wie ein plattgefahrener Igel auf der Bundesstraße in der Mittagssonne.

Lebensweisheiten - Zitate - Aphorismen nutzen

Heiter machen heilt. (Demokrit)

Was Du auch tust, Du wirst es bereuen. (Sokrates)

Leben heißt nicht atmen - sondern handeln. (Jean-Jaques Rousseau)

Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. (klingonisches Sprichwort)

Betrachte einmal die Dinge von einer anderen Seite als Du sie bisher sahst; denn das heißt ein neues Leben zu beginnen. (Marc Aurel)

Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt als der, der alle Antworten weiß. (Chuangtse)

Menschen glauben eher ihren Augen als ihren Ohren. (Seneca)

Auch das Denken schadet bisweilen der Gesundheit. (Aristoteles)

Mancher findet sein Herz nicht eher, bis er seinen Kopf verliert. (Friedrich Nietzsche)

Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, das ist der Frauenarzt. (Arthur Schoppenhauer)

Die unbequemste Art der Fortbewegung ist das in sich gehen. (Karl Rahner)

Vorsicht ist in keiner Lage überflüssig. (Karl May)

Wer keinen Charakter hat, muss sich wohl oder übel eine Methode zulegen. (Albert Camus)

Ein Mann, der kein Mann ist, ist kein Mann. (Ben Cartwright)

Fleiß macht hässlich. (Oscar Wild)

Ich habe viele schlimme Dinge erlebt in meinem Leben. Einige davon sind sogar eingetroffen. (Mark Twain)

Einige sterben schon zehnmal bevor sie sterben. (William Shakespeare)

Selbstverständlich darf man sich jederzeit ein eigenes Zitat ausdenken, und es in angemessener Art und Weise als Weisheit des Lebens von sich geben. Gespielt wird hier mit dem Autoritätsmuster oder es wird der Widerspruchsgeist erweckt, die Gedanken des Klienten werden ad absurdum geführt oder das Wirklichkeitsprinzip wird bedient.




7. Wie interveniere ich als Coach provokativ?

Dein Klient kommt zur Tür herein, was ist dein erster Eindruck, dein erster Gedanke oder dein erstes Gefühl, wenn Du siehst wie er läuft, sich setzt und ihn sprechen hörst? Welches noch so abgedroschene Klischee fällt Dir ad hoc ein?
Für den Anfang reicht das völlig. Mache noch ein paar Anleihen bei Weisheiten über Männer und Frauen, Tabu-Gedanken über die Themen Aggressivität und Sex und ein bisschen Psycho-Know-How, damit lassen sich hervorragend trancefördernde und provokative Interventionen kreieren.<7p>

"Ein sprachlich fein zelebrierter Tabubruch ergibt eine Metapher die in V, A, K, O, G-Gegenden führt, die nie zuvor ein Mensch betreten hat." (M. Schmidt-Tanger)

Erlaube Dir pathetisches Mitleid, Begeisterung für die Symptomatik, Gähne vor Langeweile oder zeige die totale Hilf- und Ausweglosigkeit. Unterschwellig denkt dein Klient vielleicht auch so (gut gepaced) oder er erkennt eine völlig neue Sichtweise (gut reframed).

Vertraue deinem Unbewussten, und lasse Dich auf die eigene Improvisationskunst und den Dir eigenen Humor ein.
Nutze Ericksons Idee, an jedem Klienten auch zu wachsen und etwas Neues zu lernen. Trau Dir zu; einmal so richtig "reinzusauen", etwas zu riskieren.

Wann lasse ich es?
Grundvoraussetzung für jede inhaltliche, provokative Intervention ist die Beherrschung einer zurückhaltenden Prozessorientierung sowie eine sehr gute Wahrnehmungsfähigkeit. Der Coach darf nicht bestimmte Lösungen bevorzugen, d.h. er darf sich nicht emotional im Inhalt befinden. Alle Entscheidungen, die der Klient trifft, müssen dem Coach gleichgültig sein, im Sinne von, alle sind "gleich"-"gültig".

Der Coach darf keinen Zwang zur Provokation fühlen. Das bedeutet auch, das Bedürfnis provokativ zu arbeiten selbstkritisch zu hinterfragen. Die provokative Veränderungsarbeit muss getragen sein von einem liebevollen Gefühl für den Coachee. Der Coach ist auf der Seite des Klienten und zusammen betrachten wir uns einmal den Quatsch, den er da so macht.

Die provokative Gesprächsführung im Coaching

Das Neurolinguistische Programmieren als ein System der Prozess-Intervention kennt den Umgang mit dem Inhalt nur in Form des Milton-Modells, in der Arbeit mit Metaphern oder im Reframing. Um nicht wertend in den Inhalt einzugreifen, ist es notwendig, den Landkartengedanken vollständig zu akzeptieren, und man braucht die Fähigkeit, eine Position einzunehmen, ohne eine Wertung abzugeben.

Als Coach darf ich im Inhalt keine eigenen "Karten im Spiel" haben, da ich ansonsten nicht mehr inhaltsfrei arbeiten kann. Eine große Herausforderung an den provokativen Coach ist die kontinuierliche innere Reframingarbeit, kunstvoll: "Inhaltsfrei arbeiten" heißt, frei mit den Inhalten umgehen können. Wichtige Merkmale des inhaltlichen Reframings:

  • Dauer der Trance, Trancehäufigkeit und -tiefe
  • Physiologie der Versöhnung
  • Eine Zunahme der Symmetrie (insbesondere beim Reorientieren)
  • Entspannung und Lachen
  • Veränderungen von Körperhaltung und Muskeltonus, allgemeine Zunahme der Ressourcenhaftigkeit.





8. Literatur zum provokativen Ansatz

Glauben Sie ja nicht, wer Sie sind!

Dr. Eleonore Höfner, Carl Auer Verlag, 4 Auflage 2016

Glauben Sie ja nicht, wer sie sind Dr. Eleonore Hfner beschreibt in ihrem Buch den Einsatz des Provokativen Stils in leicht lesbarer und vergnglicher Form. Durch die zahlreichen kommentierten Fallbeispiele bekommt der Leser einen anschaulichen Einblick in diese ungewhnliche Kommunikationsform, die zu schnellen Vernderungen fhren kann.
Ein provokativer Coach hilft dabei, eine verzerrte Selbstwahrnehmung aufzulsen und die eigenen Potentiale und Mglichkeiten besser zu nutzen. Wer glauben oft, die anderen sind Schuld und erkennen nicht, dass wir selbst die Gestalter sind. Doch die Einsicht alleine hilft auch noch nicht viel weiter. Es braucht auch eine Gefhlsvernderung und dabei hilft provokatives Coaching.

In Partnerschaft mit Amazon.de




Kontakt:
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