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Kommunikation

Kommunikation
Kommunikation (Pixabay: © geralt)

Kommunikation ist das Mittel der Verständigung zwischen Menschen. Die menschliche Sprache wie Stimme, Gestik, Mimik und Körperhaltung sind Hilfswerkszeuge für die Interaktion mit unseren Mitmenschen. Leider sind diese Werkzeuge anfällig für Störungen und Fehlinterpretationen. Wir kommunizieren täglich und ständig mit unseren Mitmenschen. Im Berufs- und im Privatleben sind wir auf unsere und auf die Kommunikationsfähigkeit anderer angewiesen. Streitigkeiten, Missverständnisse und Unzufriedenheit entstehen immer dann, wenn die zwischenmenschliche Interaktion gestört ist oder scheitert. Um Kommunikation zu verbessern, muss man erst die verschiedenen Aspekte verstehen und die Probleme erkennen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten der Kommunikation
  3. Kommunikationsmodelle
  4. Kommunikationsprobleme erkennen
  5. Kommunikation verbessern
  6. Kennzeichen erfolgreicher Kommunikation


Definition

Die Definition der Kommunikation klingt oberflächlich betrachtet sehr einfach: Kommunikation ist der Austausch von Informationen mithilfe von Sprache oder Zeichen zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern.

Da aber sowohl die Mittel der Informationsübertragung, als auch Sender und Empfänger unberechenbare Variablen sind, ist zwischenmenschliche Interaktion anfällig für Störungen und Fehler, was sie höchst komplex macht.

Arten der Kommunikation

Die Kommunikation des Menschen besteht aus vielen Komponenten, die erst im Zusammenspiel den Gesamtkomplex ergeben.

Tatsächlich macht die verbale Kommunikation, also der Informationsgehalt unserer sprachlichen Äußerung, nur 7% dessen aus, was wir gemeinhin als Kommunikation bezeichnen. Viel bedeutender sind dagegen paraverbale und nonverbale Kommunikation.

Unsere Stimme ist nicht nur ein Transportmittel für Sprache, sondern sie gestaltet diese maßgeblich mit. Das Präfix "para-" stammt aus dem Griechischen. Es signalisiert, dass "Begleiten" von unserer Stimme mit etwas Anderem. Oft ist nicht ausschlaggebend, was wir sagen, sondern wie wir etwas sagen - durch Betonung, Tonfall und Artikulation. Der Satz "Das hast du wieder gut hinbekommen", der rein sachlich als Lob aufgefasst werden könnte, kann mit einem gereizten Unterton ausgesprochen werden und damit für den Empfänger das Gegenteil bedeuten.

Die Sprache wird untermalt von entsprechenden nonverbalen Kommunikationselementen, wie Gestik, Mimik und Körperhaltung. Dies alles gestaltet den unmittelbaren Austausch - die synchrone Kommunikation - facettenreich und damit im Normalfall eindeutig.

Asynchrone Kommunikation bedeutet, dass die Kommunikation der Parteien nicht gleichzeitig stattfindet. Gerade mit den neueren Kommunikationstechnologien wird diese Art der Kommunikation stark genutzt - oft wird lieber geschrieben oder eine Sprachnachricht geschickt, statt anzurufen oder sich zu treffen. Dies bringt einige Vorteile mit sich, ist jedoch viel anfälliger für Missverständnisse als die synchrone Kommunikation, da die paraverbalen und nonverbalen Elemente fehlen oder nur eingeschränkt genutzt werden.

Kommunikation verstehen – Anhand von Kommunikationsmodellen

Eisbergmodell

Eisberg
Eisberg (pixabay © MoteOo)

Die Sachebene beinhaltet die verbalen Elemente der Kommunikation, sprich dem Informationsgehalt. Die Beziehungsebene beinhaltet die non- und paraverbalen Elemente, welche einen viel größeren Teil in der Kommunikation ausmachen.

An einem Eisbergmodell kann das sehr gut veranschaulicht werden. Das "Was" ist die Spitze des Eisbergs – ungefähr 20% - und das "Wie" die nicht sichtbaren 80%. In der Beziehungsebene sind Gefühle, Absichten und die Wahrnehmung, demnach ist diese Ebene immer ganz individuell und es ergibt sich für jeden ein persönlicher „Code“ mit dem er kommuniziert.

Sender-Empfänger-Modell

Diese unterschiedlichen Codes sind auch mit dem Sender-Empfänger-Modell nach Stuart Hall zu verdeutlichen. Der Sender hat eine Absicht, die er in seine Worte fasst und sie ausspricht. Der Empfänger nimmt sie wahr, übersetzt sie in seine Worte und interpretiert sie, um auf die Absicht des Senders zu schließen. Anhand der Reaktion des Empfängers erkennt der Sender, ob er seine Absicht klar machen konnte, was nicht immer gegeben ist, denn bei allen Schritten des Kommunikationsprozesses können Fehler oder Unklarheiten entstehen.

Axiome nach Watzlawick

Alle Reaktionen - auch ein Schweigen - auf einen Kommunikationsversuch sind Kommunikation. Das ist eines der Axiome nach Watzlawick:


  1. Man kann nicht nicht kommunizieren.
  2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.
  3. Kommunikation ist Ursache und Wirkung.
  4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger (non- und paraverbal) und digitaler (verbale) Modalitäten.
  5. Jede Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär. Je nach der Verteilung des Gleichgewichts der Beziehung, die Sender und Empfänger zueinander haben, ist die Kommunikation locker oder mit Bedacht geführt.

Die vier Seiten der Kommunikation

Nach Schulz von Thun gibt es vier Seiten der Kommunikation. So schwingen bei jeder Nachricht Informationen über die Selbstoffenbarung, den Sachinhalt und die Beziehung zum Empfänger mit sowie ein Appell. Auf der anderen Seite wird mit wiederum mit vier Ohren empfangen.Nach diesem Modell gibt es bei beiden Parteien jeweils ein Kommunikationsquadrat, von dem jeder Aspekt missverstanden werden kann.

Transaktionsanalyse

In der Transaktionsanalyse nach Eric Berne gibt es verschiedene Formen des Ichs bei der Kommunikation. Es wird zwischen Eltern-Ich (kritisch / fürsorglich), dem Kind-Ich (natürlich / angepasst / rebellisch) und dem Erwachsenen-Ich (sachlich angemessen) unterschieden. Als gute Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation sollten beide im Erwachsenen-Ich bleiben.

NLP-Modell

Bei dem NLP-Modell geht es u.a. darum, zu seinem Kommunikationspartner den richtigen Draht herzustellen. Durch ein Anpassen der non- und paraverbalen Elemente wirkt man dem Gegenüber ähnlicher und damit leichter verständlich (pacing). Durch das Verändern der Elemente kann man auch dem Gegenüber zu einer veränderten Sicht der Dinge helfen (leading). Zudem kann man mit gezielter Wortwahl die bevorzugten Sinneskanäle (visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch) des Kommunikationspartners ansprechen, um sein Anliegen dem Gegenüber leichter verständlich zu machen.

Kommunikationskategorien von Virginia Satir

Die Kommunikationskategorien von Virginia Satir zeigen die verschiedenen Typen auf, in die Menschen bei ihrer Kommunikation fallen. Jede Kategorie (Beschwichtiger, Ankläger, Ablenker und Rationalisierer) hat typische Kommunikationselemente und ist je nach Kontext hilfreich oder störend. So ist der „Ankläger“ jemand, der beschuldigt und niedermacht, der aber auch motivieren und Missstände aufzeigen kann.

Kommunikationsprobleme erkennen

Das Kommunikationssystem des Menschen ist stark anfällig für Störungen. Missverständnisse begleiten uns täglich und werden in der Regel schnell wieder aus der Welt geschafft, wenn sie geklärt sind oder eine Entschuldigung folgt.

Missverständnis
Missverständnis (Pixabay: © mohamed Hassan)

Wird das Problem nicht geklärt und bleibt es über eine längere Zeit bestehen, wird es immer schwerer, die Situation zu klären. Meist auch, weil Sender und Empfänger aufgrund der gestörten Kommunikation viele Kränkungen erlebt haben. Oft liegen unter dem vordergründigen Problem andere, tiefere Ursachen, die nicht besprochen werden. Einerseits, weil es die Situation weiter verkomplizieren würde, andererseits, weil die Gesprächspartner ihre Gefühle und Verletzungen nicht offenlegen wollen. Sie befürchten, sich damit angreifbarer zu machen. Den Gesprächspartnern gelingt es in solchen Fällen nicht, selbstständig das verworrene Kommunikationsproblem zu lösen. Bei der Lösung solcher Kommunikationsprobleme ist oft eine dritte, geschulte Person, die sowohl dem Problem als auch den Gesprächspartnern neutral gegenüber steht, sinnvoll. Sie kann dabei helfen, das Kommunikationsverhalten auf einer Metaebene zu betrachten und so zu erkennen, an welcher Stelle Probleme auftreten.

Einige Menschen sind besser in der Lage, das Anliegen des Gegenübers zu verstehen. Sie können den Komplex aus verbaler-, nonverbaler- und paraverbaler Aussage in der Gesamtheit erfassen und deuten, während sich andere schwer damit tun. Die Ursachen liegen u.a. in der Kommunikationsbiographie, in der Art und Weise, wie wir gelernt haben, mit Konflikten umzugehen. Haben wir es im Kindes- oder Jugendalter nicht gelernt, Ängste, Probleme, Missverständnisse und Konflikte offen anzusprechen und sachlich auszutragen, können wir das auch als Erwachsene nicht.

Sich zu verständigen kann jedoch geübt und gelernt werden. Oft hilft es, aus der Konfliktsituation herauszugehen, um den Konflikt aus einer anderen Perspektive zu betrachten und das eigene Verhalten zu analysieren. Auch die Frage, wie der andere die eigene Aussage aufgefasst hat, hilft oft, eigene Kommunikationsfehler bei sich zu entlarven.

Kommunikation verbessern

Sich selbst richtig verständlich zu machen und seinen Gegenüber richtig zu verstehen ist der Kern gelungener zwischenmenschlicher Interaktion. Richtig kommunizieren heißt demnach, klare und unmissverständliche Botschaften zu formulieren. Der Gesprächspartner hat es auf diese Weise einfacher, Aussagen zu verstehen, ohne dass sie fehlinterpretiert werden können. Ein klares „Nein“ ist leichter zu verstehen, als ein vages "Vielleicht". Man sollte sich auch immer wieder vergewissern, dass man den anderen richtig verstanden hat, und sich nicht nur auf seine eigenen Interpretationen verlassen. Nur so können Missverständnisse vermieden werden.

Unterschiedliche Faktoren, etwa Höflichkeit oder die Befürchtung, seinen Gesprächspartner vor den Kopf zu stoßen, hindern uns manchmal daran, klare Aussagen zu formulieren. Allerdings kann man lernen, sich klar und seinen Bedürfnissen entsprechend zu äußern, ohne dass die eigenen Aussagen verletzend sind. Dabei ist es wesentlich, alles Gesagte so zu formulieren, dass der Kommunikationspartner sich respektvoll behandelt fühlt. Dazu gehört z.B. auch, ihn nicht zu unterbrechen und auf sein Gesagtes einzugehen.

Vorwerfendes oder anklagendes Verhalten führt dazu, dass der Gesprächspartner eine Abwehrhaltung einnimmt, was es erschwert, ein zielführendes und offenes Gespräch zu führen. Kritik an dem Verhalten vom anderen sollte richtig geäußert werden. Ich-bezogene Aussagen formulieren und die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Ängste offen kommunizieren, erleichtern es dem Gesprächspartner, das Gesagte anzunehmen und Empathie zu entwickeln.

Kennzeichen erfolgreicher und wirkungsvoller Kommunikation

Aktives Zuhören
Aktives Zuhören (pixabay © geralt)

Folgende Punkte kannst Du in Deine Art zu Kommunizieren einpflegen, wenn Du wirkungsvoller kommunizieren möchtest. Eine gute Kommunikation ist die Grundlage für ein konfliktfreieres und offeneres Miteinander und bringt damit auch mehr Lebensqualität.

  • Rücksicht auf individuelle Gefühle
    Es ist nie „falsch“, etwas Bestimmtes zu fühlen. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung und seinen Ursprung. Alles, was man sagen möchte, kann man rücksichtsvoll formulieren, damit sich der andere gewertschätzt fühlt.
  • Nonverbale Kommunikation beachten
    Die Körpersprache verrät Dir viel darüber, wie Dein Gegenüber das Gespräch empfindet. Wenn Du darauf achtest und demnach gewisse Aussagen anders formulierst oder bzgl. Einer Reaktion nachfragst, kann das Missverstände vorbeugen bzw. sie schnell klären.
  • Eigeninterpretationen bestätigen lassen
    Sicherzustellen, dass man den anderen richtig verstanden hat, vermeidet Missverständnisse. Denn die eigene Interpretation des Gesagten stimmt nicht immer mit der Absicht des Anderen überein. Wird das nicht geklärt, entsteht oft das Gefühl, dass man aneinander vorbeiredet oder der andere einen nicht versteht.
  • Freiraum geben
    Gespräche können je nach Stimmung ganz anders verlaufen. Vielleicht ist jemand noch von einem anderen Erlebnis gestresst oder hat endlich mal Freizeit und möchte nicht über ein Arbeitsproblem reden. Das sind keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gespräch. Gib dem anderen den Freiraum, den er sich wünscht. Jemandem ein Gespräch aufzuzwingen, ist selten hilfreich. Oft verläuft die Kommunikation wirkungsvoller, wenn man einen Moment wählt, wo beide sich auf das Gespräch einlassen können.

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