NLP Bibliothek: Das Leben Virginia Satirs

12.1 Das Leben Virginia Satirs

Virginia Satir wurde 1916 als Älteste vieler Geschwister auf einer kleinen Farm in Wisconsin geboren. Ihr Vater war ein einfacher, wenig gebildeter Arbeiter, ihre Mutter kam aus vornehmen bürgerlichen Kreisen und legte viel Wert auf Bildung.

Aufgrund der unterschiedlichen Hintergründe gab es viel Streit zwischen den Eltern, den sie aber nie vor den Kindern ausgetragen haben. Dennoch war das schwierige Verhältnis zwischen den Eltern immer latent spürbar. Der Vater versuchte seine Probleme durch Alkohol in den Griff zu bekommen. Auch aufgrund des schwierigen Elternhauses wollte Virginia Satir schon mit fünf Jahren "Familien-Detektivin" werden.

Nach ihrem College-Abschluss arbeitete Virginia Satir als Lehrerin und machte nebenbei eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin. Während dessen absolvierte sie auch eine psychoanalytische Ausbildung.

Im Anschluss an diese Ausbildungen eröffnete sie eine private Praxis, in der sie zuerst nur mittellose Patienten behandelte, da sie als Nicht-Medizinerin keinen Zugang zu anderen, zahlenden Patienten bekam.

  • 1955 bis 1958 erhielt Virginia Satir einen Lehrauftrag im Illinois State Psychiatric Center in Chicago. Nebenbei leitete sie 2 private Therapiepraxen, engagierte sich in einem Schulzentrum und arbeitete als freie Beraterin einer Firma.
  • 1959 gründet Virginia Satir zusammen mit Don D. Jackson und Jules Riskin das berühmte Mental Research Institut (MRI) in Palo Alto. Sie begann in verschiedenen Bundesstaaten Vorträge und Therapie-Demonstrationen zu halten.
  • 1966 stieg sie aus dem MRI aus, widmete sich voll und ganz ihrer Lehrtätigkeit und dem Ausbau ihres "Conjoint Family Therapy"-Ansatzes.
  • 1972 lernte sie den damals 22jährigen Richard Bandler kennen.
  • In den 70er Jahren stand sie nicht nur mit den unterschiedlichsten Therapeuten sondern auch mit verschiedenen Indianerstämmen in enger Verbindung. Hier hatte sie für sich eine Quelle der Spiritualität gefunden.
  • 1977 gründete Virginia Satir das "Avanta Network". In diesem Nonprofit-Unternehmen wollte sie die Menschen zusammenführen, die sie ausgebildet hatte und die ihre Werte teilten. Sie hatte die Vision eines umfassenden Friedens zwischen allen Menschen. Ihr Netzwerk wollte sie nun dazu nutzen die Fähigkeiten und Fertigkeiten derjenigen, die sie ausgebildet hatte, zusammenzuführen, um Organisationen, Schulen, Regierungen usw. darin zu unterstützen eben jenes friedliche Zusammenleben zwischen den Menschen zu ermöglichen.
  • Im Zentrum der Arbeit des "Avanta Network" steht die Entwicklung und Vermittlung von Verfahren, die zur Erhöhung des Selbstwertgefühls führen, außerdem beschäftigen sich die "Networker" mit der Förderung von Denkmodellen, die das persönliche Wachstum in den Mittelpunkt stellen. Auch arbeiten die Mitglieder an einem Ausbau und an einer Weiterentwicklung zwischenmenschlicher Kommunikationsmuster.
  • Nachdem im Mai 1988 einer ihrer Lebenswünsche, ihre Arbeit in der Sowjetunion zu demonstrieren, in Erfüllung gegangen war, starb sie am 10. September 1988 in ihrem Haus in Palo Alto an Krebs.