Frank Pucelik - Der geheime dritte Mann in der Geschichte des NLP


Frank Pucelik

Frank Pucelik

Nach 30 Jahren des Schweigens, tritt er an die Öffentlichkeit.

Der geheime dritte Mann und Mitbegründer des NLP

Frank Pucelik gilt als einer der drei ursprünglichen Entwickler des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP) – gemeinsam mit Richard Bandler und John Grinder. Obwohl sein Name in der frühen NLP-Geschichte neben Bandler und Grinder lange Zeit weniger im Vordergrund stand, belegen historische Aufzeichnungen und Aussagen aus dem Umfeld der frühen NLP-Entwicklung seine maßgebliche Rolle in der Anfangszeit. Pucelik brachte dabei vor allem seine Erfahrungen aus der Gestalttherapie, Gruppenarbeit und seiner Arbeit mit Vietnamveteranen ein.

Eckdaten zu Frank Pucelik

  • 1945 Geburt in Nebraska USA
  • Aufgewachsen in San Diego Country unter schwierigen Familienverhältnissen
  • Abbruch des Studiums aufgrund mangelnder Leistungen nach drei Semestern
  • Beginn des freiwilligen Dienstes bei der U.S. Navy
  • Medizinische Ausbildung bei der Navy
  • 1966 Schütze im Vietnamkrieg
  • 1967 traumatisierte Rückkehr in die USA
  • Wiederaufnahme seines Studiums und mehrfahre Kür zum besten Studenten seines Faches aufgrund von guten Leistungen
  • Beginnendes Interesse für die Persönlichkeitsentwicklung um sein Trauma zu verarbeiten
  • 1968 Heirat mit der Studentin Judith Ann DeLozier
  • 1970 Geburt seines Sohns Eric
  • Umzug nach Santa Cruz und beginn des Weiterstudiums am Kresge College
  • Soziales Engagement am College und Leitung von Gestalttherapeutischen Gruppen
  • 1972 Kennenlernen Bandlers, welcher zufällig auch Gestalttherapeutische Gruppen am Kresge College anbietet und Entschluss zur Zusammenarbeit
  • Involvierung John Grinders und Entwicklung des Meta-Projekts
  • 1973 Trennung von seiner Frau Judith und Partnerschaft mit Leslie Cameron ein Jahr später
  • 1974 Veränderung von Puceliks Position in der Foschungsgruppe. Grinder und Bandler verbringen immer mehr Zeit zusammen und Pucelik wird der Organisator, Mittelsmann und Mitwisser
  • 1976 Wendepunkt: Pucelik wird aus dem Forschungsteam herausgeworfen. Bandler fordert ihn auf zu gehen und Pucelik verliert alles.
  • Trotzdem Abschluss seines Bachelors in Psychologie im selben Jahr
  • 1977 Gründung des Meta Institutes in San Diego
  • 1979 Psychologie und Organisationsberatungsstudium in Los Angeles und Abschluss seines Masters 1982
  • 1983-1987 Professor an der Oklahoma University in Norman und Erweiterung des Meta Institutes in Meta International, Inc.
  • 1987 Knüpfen russischer Kontakte, Umzug nach Moskau und beginn einer internationalen Karriere als Managementberater
  • Heute: Präsident der Pucelik Consulting Group, wohnhaft im ukrainischen Odessa

Frühe Jahre & Vietnamkrieg

Frank Pucelik wurde am 25. März 1945 in Lincoln (Nebraska, USA) geboren. Nach eigenen Angaben wuchs er in eher schwierigen Verhältnissen auf und entwickelte schon früh ein starkes Interesse an menschlichem Verhalten, Gruppendynamiken und Veränderungsprozessen. Rückblickend beschreibt er sich als „wütenden jungen Mann“ mit wenig Perspektive und einem starken Bedürfnis, gegen Autoritäten zu protestieren.

Nach dem Abschluss der High School besuchte er das College, brach das Studium jedoch vorzeitig ab. In Interviews schildert er, dass er mit der akademischen Struktur nicht zurechtkam und sich stärker für soziale Bewegung, Musik und persönliche Freiheit interessierte. Anschließend leistete er einen freiwilligen Dienst bei der US Navy, erhielt eine medizinische Ausbildung als Sanitäter und diente 1966 als Schütze und Sanitäter im Vietnamkrieg – Erfahrungen, die er als traumatisch beschreibt und die sein späteres Interesse an psychologischen Heilungsprozessen deutlich prägten.

1968 heiratete er Judith Ann DeLozier; 1970 wurde er Vater eines Sohnes.

Ausbildung in Psychologie & Entwicklung von NLP

Ab 1971 studierte Frank Pucelik an der University of California, Santa Cruz (UCSC) Psychologie (mit Nebenfach Politikwissenschaft). Die UCSC galt in den 1970er-Jahren als progressives Zentrum für Humanwissenschaften und bot ein Umfeld, in dem kreative Forschungsansätze und interdisziplinäre Zusammenarbeit ausdrücklich gefördert wurden – ein idealer Boden für die frühe Entwicklung von NLP.

Pucelik interessierte sich besonders für humanistische Psychologie, Gestalttherapie, Gruppendynamik und die Frage, wie Veränderung effektiv und nachhaltig gestaltet werden kann. Während des Studiums leitete er Therapiegruppen – unter anderem im Kontext von Suchthilfe und Post-Vietnam-Trauma-Arbeit – und entwickelte in diesem Rahmen frühe Modelle für strukturierte Kommunikation und Muster in Veränderungsprozessen.

Zwischen 1971 und 1978 war er am sogenannten META Research Project in Santa Cruz beteiligt. Dort begegnete er Richard Bandler, mit dem er therapeutische Sitzungen analysierte und frühe Modellierungsprozesse erarbeitete. John Grinder wurde später als Linguistik-Experte hinzugezogen, um sprachliche Strukturen systematisch zu analysieren und modellierbar zu machen.

Beitrag von Frank Pucelik zur frühen NLP-Entwicklung

Sein Beitrag lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Mitinitiator des Modellierungsansatzes: die Idee, erfolgreiche Kommunikation durch genaue Beobachtung und Imitation gezielt lernen zu können.
  • Einbringen der Gestalttherapie-Perspektive – insbesondere Körpersprache, Kongruenz und Präsenz.
  • Leitung vieler früher Übungsgruppen, in denen NLP-Techniken entwickelt und getestet wurden.
  • Vermittelnde Rolle zwischen Bandlers intuitivem Stil und Grinders systematischer Sprachanalyse.
  • Praxisnahe, erfahrungsorientierte Struktur: Rollenspiele, Live-Demonstrationen und direkte Rückmeldung in der Gruppe.

Pucelik war damit nicht bloß Beobachter, sondern praktischer Co-Entwickler in den experimentellen Formaten, aus denen später zentrale NLP-Bausteine wie das Meta-Modell der Sprache hervorgingen.

Trennung und spätere Entwicklung

Ab 1974 verändert sich die Position von Pucelik im Trio. Grinder und Bandler verbringen immer mehr Zeit zusammen und Pucelik wird Organisator, Mittelsmann und Mitwisser. 1976 trennten sich die Wege von Pucelik und dem Duo Bandler/Grinder. Die Gründe sind nicht eindeutig belegt; persönliche Differenzen und unterschiedliche Arbeitsstile dürften eine Rolle gespielt haben. Nach Puceliks Angaben forderte Bandler ihn auf, das Team zu verlassen. Pucelik zog sich daraufhin aus dem entstehenden kommerziellen NLP-Feld zurück und verfolgte eigene Wege – vor allem im Bereich Jugendhilfe und sozialer Bildung.

In den 1980er-Jahren engagierte er sich in der Suchttherapie und entwickelte Programme für Suchtrehabilitation und Sozialarbeit – oft mit NLP-inspirierten Methoden, jedoch unter anderem Namen. Später gründete er mehrere Unternehmen im Bereich Kommunikation und Training und entwickelte eigene Ansätze in Personalentwicklung und Organisationsberatung.

Arbeit in der Ukraine und Russland

Ab den frühen 1990er-Jahren verlagerte Frank Pucelik seinen Wirkungskreis zunehmend nach Osteuropa, insbesondere in die Ukraine und nach Russland. In dieser Transformationsphase war der Bedarf an Leadership, Kommunikation und Organisationsentwicklung groß. Pucelik brachte sein Wissen in Form von Trainingsprogrammen und institutioneller Beratung ein und war zeitweise auch in Ländern wie Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan und Polen tätig.

Seine Aktivitäten umfassten u.a.:

  • Trainings für NGOs in den Bereichen Jugend, Bildung, Gesundheit und Menschenrechte
  • Train-the-Trainer-Programme für Führungskräfte im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Sektor
  • Konfliktprävention und Mediation in politisch sensiblen Kontexten
  • Beiträge zur Entwicklung moderner Personal- und Managementstrukturen in Organisationen und Unternehmen

Trainingsstil und Philosophie

Frank Puceliks Stil ist durch eine direkte, menschliche und praxisnahe Herangehensweise gekennzeichnet. Er bevorzugt erfahrungsbasiertes Lernen und legt Wert auf interaktive, lebendige Seminare, die Teilnehmer ermutigen, Ressourcen zu aktivieren und konkrete Anwendung zu trainieren.

Im Zentrum seiner Arbeit steht die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehung: echte Veränderung entstehe in einem Klima von Vertrauen, Respekt und Authentizität. Er kritisiert dogmatische oder rein show-orientierte Ausprägungen des NLP und betont ethische Anwendung, Klarheit in der Kommunikation und eine integre Haltung des Trainers.

Einfluss und Vermächtnis

Obwohl Puceliks Rolle in der NLP-Geschichte lange Zeit weniger sichtbar war, wird er heute wieder stärker als Mitbegründer gewürdigt. Sein Vermächtnis umfasst die frühe strukturelle Mitentwicklung des NLP (insbesondere vor 1975), die Einführung von Gestaltprinzipien und Gruppendynamik sowie die Verbreitung von Kommunikations- und Führungskonzepten im osteuropäischen Raum.

Aktuelles

Frank Pucelik ist bis heute als Berater, Trainer und Speaker aktiv. Er arbeitet u.a. in den Bereichen Organisationsentwicklung, Change Management, Führungskräftetraining und Kommunikation in herausfordernden Kontexten. Seit dem Krieg in der Ukraine konzentriert sich seine Arbeit nach eigenen Angaben verstärkt auf Resilienz, Friedensdialoge und Unterstützung von NGOs und Bildungsinitiativen.

Zitate

  • „Every person is a walking miracle.“
  • „Equality starts with each person… Without any judgement, arrogance, or disrespect.“

Mehr über Frank Pucelik findest du auch unter Geschichte des NLP oder in unserem Landsiedel Blog.

Wichtige Werke von Frank Pucelik

Magic of NLP Demystified

Magic of NLP Demystified

216 Seiten, Crown House Publishing; Auflage: 2nd (29. Mai 2012)
ASIN B008CPIXEK

Byron Lewis, Frank Pucelik

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Origins of Neuro Linguistic Programming

Origins of Neuro Linguistic Programming

322 Seiten, Crown House Publishing (30. Juni 2013)
ISBN 1845908589

John Grinder, Frank Pucelik

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Reality Wars – When Leadership gets Dirty

  • Reality Wars – When Leadership gets Dirty (2011)
  • Inside the Box: A Practical Guide to Creativity and Innovation in Teams

Quellen

  • Pucelik, Frank: Meta NoLP. The Secret History of NLP. Meta International.
  • Grinder, John & Bostic St. Clair, Carmen: Whispering in the Wind. J & C Enterprises.
  • Dilts, Robert: The Origins of Neuro-Linguistic Programming. Crown House Publishing.