Gregory Bateson

Gregory Bateson
  • Gregory Bateson (9. Mai 1904 – 4. Juli 1980)
  • Britisch-amerikanischer Anthropologe, Sozialwissenschaftler, Kybernetiker und Philosoph
  • Geistiger Mitbegründer des NLP und zentraler Impulsgeber systemischen Denkens

Gregory Bateson (1904–1980) war einer der bedeutendsten interdisziplinären Denker des 20. Jahrhunderts. Sein Werk verbindet Biologie, Anthropologie, Kybernetik, Kommunikationstheorie, Psychologie und Philosophie zu einem umfassenden systemischen Weltbild. Bateson prägte zentrale Konzepte wie den Double Bind, unterschiedliche Lernebenen und eine ökologische Sicht auf Geist und Kommunikation. Seine Arbeiten beeinflussten maßgeblich die systemische Therapie, die Kybernetik zweiter Ordnung und schließlich auch die Entstehung des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP).

Eckdaten zu Gregory Bateson

  • Geboren am 9. Mai 1904 in Grantchester, Großbritannien
  • Sohn des Genetikers William Bateson
  • Studium der Zoologie und Biologie an der Universität Cambridge
  • Forschungsreisen nach Neuguinea, Bali und zu den Galapagos-Inseln
  • Begründer des Konzepts der Schismogenese
  • Zusammenarbeit und Ehe mit der Anthropologin Margaret Mead
  • Mitwirkung an der Entwicklung der Kybernetik und Kommunikationstheorie
  • Mitglied des Mental Research Institute (MRI) in Palo Alto
  • Einfluss auf John Grinder, Richard Bandler und Robert Dilts
  • 1980 Tod durch Lungenkrebs in San Francisco

Kindheit und Prägung

Gregory Bateson wuchs in einem stark akademisch geprägten Umfeld auf. Zugleich war seine Familie von schweren Schicksalsschlägen betroffen: Zwei seiner Brüder starben jung. Diese Erfahrungen beeinflussten Batesons spätere intensive Auseinandersetzung mit Kommunikation, psychischen Spannungen und Beziehungsmustern. Schon früh interessierte er sich für Biologie, Sprache und Philosophie – Themen, die später in seinem systemischen Denken zusammenflossen.

Ausbildung und frühe Forschung

Nach Beginn seines Studiums der Zoologie in Cambridge wandte sich Bateson zunehmend der Anthropologie zu. Ihn interessierten weniger isolierte Phänomene als vielmehr Muster, Beziehungen und Kontexte. Während seiner Feldforschungen in Neuguinea entwickelte er das Konzept der Schismogenese, das beschreibt, wie sich soziale Verhaltensweisen gegenseitig verstärken. Seine gemeinsamen Arbeiten mit Margaret Mead auf Bali gelten als Meilensteine der visuellen Anthropologie und beeinflussten sein späteres Verständnis von Kommunikation nachhaltig.

Kybernetik

In den 1940er- und 1950er-Jahren war Bateson eine zentrale Figur der frühen Kybernetik. Im Austausch mit Denkern wie Norbert Wiener übertrug er Prinzipien von Rückkopplung, Lernen und Selbstregulation auf psychische und soziale Systeme. Besonders wichtig war für ihn der Kontext von Information: Lernen und Veränderung entstehen nicht linear, sondern innerhalb komplexer Beziehungsmuster. Diese Sichtweise wurde später von Bandler und Grinder im NLP weitergeführt.

Batesons Bedeutung für das NLP

Gregory Bateson hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung des NLP. Er war Mentor von John Grinder und inspirierte Richard Bandler maßgeblich. Durch Bateson wurden Grinder und Bandler auf Milton H. Erickson aufmerksam, dessen therapeutische Arbeit zur Grundlage zentraler NLP-Modelle wurde. Batesons Konzepte der Lernebenen, der logischen Typisierung und sein systemisch-kybernetisches Denken bilden bis heute ein theoretisches Fundament des NLP.

1974, als Bandler und Grinder das Meta-Modell entwickelten, waren Bateson und Bandler sogar Nachbarn. Bateson verfasste zudem das Vorwort zu „Struktur der Magie I“, einem der ersten NLP-Grundlagenwerke.

Zitate von Gregory Bateson

„Information is a difference that makes a difference.“
(Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht.)

„The major problems in the world are the result of the difference between how nature works and the way people think.“

Wichtige Werke von Gregory Bateson

Ökologie des Geistes: Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven

Batesons Hauptwerk vereint Erkenntnisse aus Biologie, Psychologie, Kybernetik, Anthropologie und Philosophie. Es gilt als Grundlagenwerk systemischen Denkens.

675 Seiten, Suhrkamp Verlag
ISBN 3518281712

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Geist und Natur: Eine notwendige Einheit

Eine erkenntnistheoretische Synthese, in der Bateson Evolution, Lernen und Systemdenken miteinander verbindet.

285 Seiten, Suhrkamp Verlag
ISBN 3518282913

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Wo Engel zögern: Unterwegs zu einer Epistemologie des Heiligen

Posthum veröffentlichtes Werk gemeinsam mit Mary Catherine Bateson über Erkenntnis, Muster und Spiritualität.

312 Seiten, Suhrkamp Verlag
ISBN 3518293699

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