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Extrinsische Motivation – Wie äußerer Einfluss Dir Antrieb verleiht

Die Frage, wie man sich selbst oder andere wirksam motivieren kann, ist in vielen Lebensbereichen allgegenwärtig. Ausdauernd auf ein Ziel hinzuarbeiten und sich nicht ablenken zu lassen, bis man es geschafft hat. Unsere Motivation ist mitunter ein undurchschaubares und unberechenbares Konstrukt. Dennoch können wir mit ihr auch viel über uns selbst lernen.


Extrinsische Motivation
Extrinsische Motivation (Unsplash: @Clique Images)

Anstatt Deine Steuererklärung zu machen, verspürst Du plötzlich den Drang, endlich mal wieder die Fenster zu putzen. Und während die Studienarbeit auf dem Schreibtisch einstaubt, musst Du noch unbedingt die Löcher in Deinen Sportsocken stopfen. Wenn wir die Mechanismen der Motivation verstehen lernen und sie richtig einsetzen, könnten auch unliebsame Aufgaben viel leichter von der Hand gehen.

Sicher hast Du schon einmal wahrgenommen, dass verschiedene Faktoren auf Deine Motivation einwirken. Manchmal hast Du richtig Lust auf eine bestimmte Aufgabe, andere erledigst Du wiederum nur, weil Du es musst.

Inhaltsverzeichnis

  1. Unterschied zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation
  2. Definition – Extrinsische Motivation
    1. 10 typische Beispiel
  3. Extrinsische Motivationsfaktoren
  4. Ist intrinsische Motivation immer besser als extrinsische Motivation?
    1. Vorteile und Nachteile extrinsischer Motivation
    2. Zusammenspiel von intrinsischer und extrinsischer Motivation
  5. Motivationsfaktoren am Arbeitsplatz

Der Unterschied zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation

Motivation setzt sich aus zwei Teilbereichen zusammen – der extrinsischen und intrinsischen Motivation. Dabei wird die intrinsische Motivation aus dem eigenen, inneren Antrieb heraus bestimmt, wohingegen die extrinsische Motivation durch äußere Anreize entsteht.

Typische Auslöser für die intrinsische Motivation sind Neugier und Freude an einer bestimmten Tätigkeit. Sie steigt allerdings auch, wenn die zu erledigende Aufgabe für Dich eine wertvolle Bedeutung hat, zum Beispiel weil sie Deinen Wertvorstellungen entspricht und Du sie für wichtig und richtig hältst. Diese beiden Hauptfaktoren der intrinsischen Motivation – Spaß und Sinnhaftigkeit – sind sehr starke Antriebskräfte, die dazu führen können, dass Du Dich dauerhaft für ein Projekt begeisterst und dabei sogar über Dich hinauswächst.

Im Allgemeinen heißt es deshalb, dass Personen, die intrinsisch motiviert sind, eine größere Zufriedenheit verspüren und zielgerichteter arbeiten. So soll intrinsische Motivation auch dafür sorgen, dass man bessere Leistungen erbringt, was besonders für Deine Vorgesetzen am Arbeitsplatz eine große Rolle spielen kann.

Doch ist die intrinsische Motivation der extrinsischen wirklich immer überlegen?

Definition: Extrinsische Motivation hat viele Facetten

Die extrinsische Motivation wird durch Faktoren beeinflusst, die von außen auf Dich einwirken. Anders als bei der intrinsischen Motivation ziehst Du Deine Antriebskraft dabei nicht aus der Aufgabe selbst, sondern aus dem Ergebnis Deiner Arbeit sowie den möglichen Konsequenzen, die Dich mit der Aufgabenerfüllung erwarten. Du tust etwas – darunter wahrscheinlich auch Dinge, die Du für langweilig hältst oder die Dir keinen Spaß machen – um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

In Deinem Leben gibt es vermutlich täglich zahlreiche Tätigkeiten, die Du aufgrund von extrinsischer Motivation ausführst, ohne Dir dessen bewusst zu sein.

10 typische Beispiele für extrinsische Motivation:


  1. Du gehst einer Arbeit nach, um dadurch Geld für Deinen Lebensunterhalt zu verdienen.

  2. Du lernst für eine wichtige Prüfung, um sie mit einer guten Note abzuschließen.

  3. Du putzt das Bad, damit Dein Mitbewohner oder Partner nicht meckert.

  4. Du treibst Sport, weil Du Gewicht verlieren willst.

  5. Du postest ein Bild in den sozialen Medien, um möglichst viele Likes und somit Anerkennung zu erhalten.

  6. Du schreibst eine Bewerbung, weil Du einen neuen Job annehmen willst.

  7. Du stellst Deine Ernährung um, weil Dein Arzt Dir eine bestimmte Diät verschrieben hat.

  8. Du gibst rechtzeitig Deine Steuererklärung ab, weil Dir vom Finanzamt ansonsten eine Geldstrafe droht.

  9. Du machst Überstunden, um befördert zu werden.

  10. Du schaust eine bestimmte Sendung an, um im Bekanntenkreis darüber mitreden zu können.

Kommen Dir einige der Punkte bekannt vor? Die Psychologie extrinsischer Motivation zu durchschauen ist oft gar nicht so kompliziert. Genau deshalb können auch dritte Personen Deine Motivation durch gezielte Faktoren beeinflussen. Und auch Du selbst kannst das Wissen nutzen, um Deine Mitmenschen, Kollegen oder Familienmitglieder zu motivieren.

Extrinsische Motivationsfaktoren erkennen und verstehen

Anhand der eben gezeigten Beispiele ist gut zu sehen, dass das motivierte Verhalten, wie Lernen, Putzen oder Leisten von Überstunden, an einen Motivationsfaktor gebunden ist, das Ziel. Diese Motivationsfaktoren lassen sich einerseits in Belohnungen und Bestrafungen unterteilen sowie andererseits in materielle und immaterielle Faktoren.

Dabei können alle vier Faktorengruppen einen unterschiedlich starken Effekt auf das Verhalten haben, der natürlich auch von der jeweiligen Persönlichkeit des Menschen abhängt. Ob ein externer Motivationsfaktor wirkungsvoll ist oder nicht, variiert neben den individuellen Zielen und Charakterzügen einer Person außerdem mit der zu lösenden Aufgabe.

Die extrinsischen Motivationsfaktoren können daher in verschiedene Bereiche unterteilt werden, die uns im Alltag alle häufig begegnen.

Materielle Belohnung

Hierunter fallen alle Leistungsanreize, bei denen ein finanzieller Zugewinn im Vordergrund steht, wie das zu erwartende Gehalt bei der Ausführung einer Arbeit oder ein Bonus bei herausragenden Leistungen. Doch auch nicht monetäre Faktoren spielen hier eine Rolle. Wenn Dir Deine Eltern beispielsweise ein Auto zum erfolgreichen Abschluss des Abiturs versprechen, handelt es sich dabei ebenfalls um einen positiven, materiellen, extrinsischen Motivationsfaktor. Du bist bestrebt, Deine Aufgabe erfolgreich abzuschließen, um das Geld, das Geschenk oder einen anderen materiellen Vorteil zu erhalten.

Immaterielle Belohnung

Diese Motivationsfaktoren umfassen die Anerkennung von Leistungen in Form von Lob und Zustimmung. Werden Kinder beispielsweise freudig gelobt, wenn sie ihr Zimmer selbständig aufräumen, handelt es sich auch dabei um eine extrinsische Motivation. Die Anerkennung durch den Vorgesetzten für ein gelungenes Projekt entspricht dem gleichen Zweck. Doch nicht nur die unmittelbare Belohnung, auch die Aussicht auf eine zukünftige positive Entwicklung gehört zu diesen Motivationsfaktoren. Die Perspektive, mehr Handlungsspielraum, Verantwortung oder Flexibilität am Arbeitsplatz zu erhalten, kann daher ebenso dazu führen, dass Du engagierter bist.

Materielle Bestrafung

Neben Belohnungen können auch Bestrafungen extrinsische Motivationsfaktoren sein. Für eine zu spät abgegebene Steuererklärung erhebt das Finanzamt einen Verspätungszuschlag. Auf diese Weise wirst Du (insofern Du zur Steuererklärung verpflichtet bist) dazu motiviert, Deine Unterlagen rechtzeitig abzugeben, da Dir ansonsten ein materieller Schaden entsteht. Bei der Kindererziehung wird dieser extrinsische Motivationsfaktor auch dann angewendet, wenn dem Kind zum Beispiel angedroht wird, ein bestimmtes Spielzeug vorübergehend wegzunehmen, wenn es eine konkrete Anweisung nicht befolgt.

Immaterielle Bestrafung

Negative immaterielle Anreize begegnen uns im Alltag ebenfalls häufig, meistens ohne dass wir es merken. Wenn Du die Küche aufräumst, damit Dein Partner sich später nicht über das dreckige Geschirr aufregt, ist dies ein extrinsischer Motivationsfaktor. Auch der Tadel des Physiotherapeuten, wenn Du Deine Übungen nicht regelmäßig durchgeführt hast, ist ein solcher Faktor. Weil Du konkrete unangenehme Reaktionen Deiner Mitmenschen vermeiden willst, bist Du motiviert, bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Der Einfluss positiver und negativer Motivationsfaktoren

Wirkt ein positiver Anreiz eigentlich stärker als ein negativer? Natürlich befassen wir uns alle lieber mit angenehmen Gefühlen und Gedanken, die Aussicht auf eine Belohnung mag deshalb erfolgversprechender sein als eine Bestrafung. Dennoch wurde in Studien ermittelt, dass die Angst, etwas zu verlieren, mitunter deutlich mehr motiviert, als die Aussicht, etwas hinzuzugewinnen. Wer besonders viel zu verlieren hat, strengt sich bei einem drohenden Schaden darüber hinaus sogar noch stärker an.

Erklärbar ist dieses Phänomen mit dem Negativitätsbias. Dieser besagt, dass man negativen Informationen mehr Aufmerksamkeit schenkt als positiven. Das wohl bekannteste Beispiel für den Negativitätsbias ist die tägliche Nachrichtenberichterstattung, bei der Negativschlagzeilen und Schreckensbotschaften die Menschen mehr fesselt als positive Meldungen – und deshalb auch vermehrt verbreitet werden.

Aus diesem Grund kann die Aussicht auf eine materielle oder immaterielle Bestrafung für die Motivation eines Menschen tatsächlich wirkungsvoller sein als ein positiver Anreiz. Ob Du allerdings bewusst mit der Verlustangst Deiner Mitmenschen spielen möchtest, um sie zu motivieren, ist eine andere Frage.

Ist intrinsische Motivation immer besser als extrinsische Motivation?

Es ist nachgewiesen, dass intrinsische Motivation uns ausdauernder und oft leistungsfähiger macht als eine Motivation durch äußere Anreize. Sollte man dann den Fokus nicht immer auf den eigenen Antrieb lenken?

Auch extrinsische Motivation kann sehr macht- und wirkungsvoll sein. Dies ist besonders abhängig davon, welche konkrete Aufgabe gelöst werden muss. Bei weniger komplexen und kurzfristigen Tätigkeiten ist die extrinsische Motivation der intrinsischen sogar überlegen.

Die Vorteile und Nachteile von intrinsischer und extrinsischer Motivation

Materielle extrinsische Belohnung, wie Bonuszahlungen oder eine Taschengelderhöhung, sind meistens nur von kurzer Wirkungsdauer. Wir gewöhnen uns schnell an das zusätzliche Geld oder haben den Bonus einen Monat später schon wieder vergessen. Aus diesem Grund muss der Anreiz immer wieder aufgefrischt und meistens weiter gesteigert werden, damit das gleiche Maß an Motivation erhalten bleibt. Doch diesen Effekt kann man sich besonders bei vorübergehenden Routineaufgaben zunutze machen. Denn dies sind besonders Tätigkeiten, bei denen es selten zu einer ausgeprägten intrinsischen Motivation kommt. Gleichzeitig kann eine Handlung, die durch extrinsische Motivation ausgelöst wird, durch die Entwicklung von intrinsischer Motivation zu einer dauerhaften Gewohnheit werden.

Intrinsische Motivation ist nur bedingt bis gar nicht von außen beeinflussbar. Hingegen ist sie meistens unerlässlich, wenn es darum geht, sich einem Projekt ausdauernd und mit gleichbleibender Qualität zu widmen.

Vorteile

Nachteile

Extrinsische Motivation

  • Führt zu einem intensiven anfänglichen Motivationsschub
  • Auslöser können oft schnell und unmittelbar eingesetzt werden
  • Kann Starthilfe für den Aufbau einer Gewohnheit sein
  • Wirkt oft nur kurzfristig und muss erneuert werden, um weiter zu wirken
  • Durch einen schnelle Gewöhnungseffekt müssen Anreize gesteigert werden
  • Reduziert gegebenenfalls vorhandene intrinsische Motivation
  • Kann ein Gefühl von Abhängigkeit und Fremdsteuerung erzeugen

Intrinsische Motivation

  • Motiviert langfristig
  • Bietet mehr Potential zur ständigen freiwilligen Verbesserung und Leistungssteigerung
  • Ist nicht oder nur bedingt von außen steuerbar
  • Kann durch extrinsische Anreize untergraben werden

Bei der Betrachtung der Vor- und Nachteile wird außerdem deutlich, dass intrinsische und extrinsische Motivation nicht immer unabhängig voneinander sind. So kann ein extrinsischer Motivationsfaktor eine bereits vorhandene intrinsische Motivation untergraben und dadurch die Gesamtmotivation auf Dauer sogar reduzieren.

Das Zusammenspiel von intrinsischer und extrinsischer Motivation

Stell Dir vor, es bereitet Dir große Freude, eigene Kleidungsstücke zu nähen. Stundenlang vergleichst Du Schnittmuster, wählst Stoffe aus, nähst und bist schließlich sehr stolz auf das Ergebnis. Ein Nachbar ist darauf aufmerksam geworden und bittet Dich, ihm gegen Bezahlung auch etwas zu nähen. Anfangs bist Du vielleicht geschmeichelt, aber mit jedem weiteren Auftrag wird die Bezahlung mehr und mehr Deine neue Antriebskraft werden, der Spaß an der Sache nimmt ab. Durch die materielle Belohnung ist aus Deiner Freude am Nähen eine Arbeit geworden. Gut möglich, dass Du sogar keine Lust mehr hast, Dir selbst etwas zu nähen.

Die intrinsische Motivation ist durch das Auftauchen der materiellen extrinsischen Motivation gesunken, wenn nicht sogar ganz verschwunden. Dies ist der sogenannte Korrumpierungseffekt.

Ganz anders kann es sich dagegen mit immaterieller extrinsischer Motivation verhalten. Der besagte Nachbar will Dich nicht für Deine Nähkünste engagieren, sondern macht Dir regelmäßig ehrliche Komplimente für Deine schöne Kleidung. Diese Anerkennung stellt für Dich vielleicht sogar einen zusätzlichen Motivationsschub dar, der Deine Lust auf das Nähen womöglich weiter verstärkt. Auf diese Weise kann extrinsische Motivation einen positiven Einfluss auf die intrinsische Motivation haben.

Extrinsische Motivation ist also eine gute Ergänzung zur Förderung von intrinsischer Motivation, wenn man sich bewusst ist, für welche Aufgaben und in welchem Rahmen man sie am besten einsetzen kann. Allerdings muss man ebenso aufpassen, dass man durch äußeren Einfluss den inneren Antrieb seiner Mitmenschen nicht schmälert.

Motivationsfaktoren am Arbeitsplatz

Eine auf die Tätigkeit abgestimmte Kombination aus extrinsischen Motivationsfaktoren mit gleichzeitiger Förderung der intrinsischen Motivation ist in vielen Aufgabenbereichen sicher das Mittel der Wahl.

Intrinsisch motivierte Mitarbeiter arbeiten bei komplexen Tätigkeiten effektiver und sind oft zufriedener, was sich wiederum auch auf die Fluktuationsrate der Belegschaft auswirkt. Als Inhaber oder Vorgesetzter ist es deshalb sinnvoll zu wissen, mit welchen Anreizen man sowohl die extrinsische als auch die intrinsische Motivation erhöhen kann.

Möglichkeiten, um die extrinsische Motivation zu steigern:

  • Gehaltserhöhung und Bonuszahlungen
  • Eine Beförderung oder die Teilnahme an einem Seminar
  • Die Bereitstellung eines Diensthandys, Arbeitslaptops oder Dienstwagens
  • Lob und Anerkennung
  • Das Setzen von Deadlines

Möglichkeiten, um die intrinsische Motivation zu steigern:

  • Autonomie und Flexibilität erhöhen
  • Vermehrt Abwechslung bieten
  • Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit der Aufgabe vermitteln
  • Hohe, aber realistischen Ziele setzen, um ein Gefühl der Herausforderung zu erzeugen
  • Individuelle Weiterentwicklungsmöglichkeiten aufzeigen

Gesamtheitlich betrachtet haben extrinsische und intrinsische Motivation etwa den gleichen Einfluss auf unsere Leistung. Entscheidend ist zu wissen, wann welcher Motivationsfaktor eingesetzt werden muss, um für die jeweilige Aufgabe den höchsten Nutzen zu bringen. Je komplexer und anspruchsvoller eine Aufgabe ist, desto mehr intrinsische Motivation ist notwendig, um sie erfolgreich und effektiv zu bewältigen. Simplere, gut strukturierte und sich wiederholende Tätigkeiten können dagegen durch extrinsische Motivation gefördert werden.



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