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Provokatives Coaching

Provokativer Coach Modul

Bei dieser dieser Form des Coachings wird sehr viel (schwarzer) Humor eingesetzt, wobei Verständnis und Empathie gegenüber dem Klienten jederzeit vorhanden ist. Es ist hierbei enorm wichtig ist, den guten Draht zum Klienten nicht zu verlieren. Beide, sowohl Trainer als auch Teilnehmer müssen Spaß an der Sache haben, was nur möglich ist, wenn beide auch über sich selber lachen können. Es wird mit Provokation und Überzeichnung versucht den durch Probleme überlasteten Blick des Klienten zu klären und ihn zu energetisieren, aktiv zu werden. Es sollen eingefahrene Muster unterbrochen und der Blick auf zukünftige Möglichkeiten gelenkt werden.

Namen: Frank Farrelly (1931 - 2013), Dr. Eleonore Höfner, Dr. Charlotte Cordes


Überblick Provokatives Coaching

  1. Definition: Was ist Provokatives Coaching?
  2. Die Entstehung des Provokativen Coachings
  3. Die goldenen Regeln des Provokativen Coachings
  4. Vorteile des Provokativen Coachings
  5. Die unterschiedlichen Rollen des Coachs
  6. Beispiele für Provokative Interventionen
  7. Wie interveniere ich als Coach provokativ?
  8. Ankern & Pacen
  9. Webinar zum Provokativen Coaching
  10. Coach-Seminar zum Provokatives Coaching
  11. Literatur zum Provokativen Ansatz

1. Definition: Was ist Provokatives Coaching?

Eine andere Sichtweise
Eine andere Sichtweise (Unsplash: © Marten Newhall)

Provokatives Coaching ist ein Coaching-Ansatz, bei der sehr humorvoll die vermeintlichen Schwächen des Klienten auf die Schippe genommen werden. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, spricht der Coach an, was ihm am Klienten auffällt oder welche Gedanken er sich zu ihm und seinem „Problem“ macht. Meist sind dies Gedanken, die der Klient sich auch schon gemacht hat oder von denen er fürchtet, dass andere dies an ihm wahrnehmen könnten. Durch humorvolle Überzeichnung und Übertreibung wird der Klient in einen Widerstand gegen seine eigenen, schädigenden Verhaltensweisen gebracht. Auf diese Art wird seine Fähigkeit zur Selbstverantwortung, zur Weiterentwicklung und Selbstregulation hervorgelockt. Ein provokativ arbeitender Coach nutzt zwar vielfältige Methoden, wichtiger als die genutzten Techniken ist jedoch zu jeder Zeit die absolut wertschätzende und humorvolle Grundhaltung seinen Klienten gegenüber.

2. Die Entstehung des Provokativen Coachings

Frank Farrelly

In den 60-iger Jahren wurde die Provokative Therapie erstmals vom Psychiater Frank Farrelly (1931 - 2013) genutzt.

Anfangs bezeichnete er seine offenen Gedanken als "verbale Ausrutscher", doch genau diese Offenheit traf häufig punktgenau zu und löste Zustimmung seitens des Klienten/Patienten aus.
Daraus entwickelte er die Provokative Therapie und setzte einige Spielregeln auf, die man als Therapeut oder Coach beachten sollte.
In der Provokativen Therapie wird sozusagen "alles falsch gemacht", was der Coach jemals gelernt hat. Er nimmt buchstäblich die Rolle des Klienten ein, fällt seinem Kunden ins Wort, redet mehr, provoziert ihn geschickt und stößt ihn vor den Kopf.

Weiterentwickelt wurde sie im deutschsprachigen Raum von Dr. Eleonore „Noni“ Höfner, die einzelne Elemente von Farrellys Arbeit herausarbeitete und ergänzte. Ihr ist es zu verdanken, dass Provokatives Coaching in leicht verstehbaren Häppchen auch erlernbar wird und dadurch mit vielen anderen Coaching-Methoden kombiniert werden kann.


3. Die goldenen Regeln des Provokativen Coachings


  1. Die Person des Coachees und die Beziehung zwischen Coach und Coachee sind stabil.
  2. Der Coach mag und respektiert den Coachee.
  3. Der Coach glaubt an dessen Fähigkeit, sich zu verändern und lässt Veränderungsspielräume.
  4. Der Coachee kennt die wohlmeinende Haltung des Coaches, er sieht im Coach einen Freund, der ihm die Wahrheit sagen kann.
  5. Der Coach ist ausreichend qualifiziert! Provokationen nehmen nur einen geringen Anteil im Coaching ein.
  6. Der Coach hat eine klare Intuition für die Grenzen von Provokationen und verfügt über ausreichende Werkzeuge, um auf direktem Weg die Vertrauensbasis zu stabilisieren.
  7. Der Coach ist qualifiziert und erfahren genug, um auch minimale Veränderungen und Reaktionen des Coachees wahrzunehmen und entsprechend mit ihnen umzugehen.
  8. Der Coach hat Humor und lacht nicht über den Klienten, sondern mit ihm zusammen über verständliche, akzeptierte menschliche Schwächen.
  9. Der Coach will nicht eigenen Emotionen ein Ventil verschaffen.
  10. Der Coach löst unangenehme Gefühle zeitnah auf und kann mit diesen umgehen.

Quelle: managerSeminare know-how | Heft 112 | Juli 2007, Ruth Hellmich

4. Vorteile des Provokativen Coachings

"Fürchte nicht die, die nicht mir Dir übereinstimmen, sondern die, die nicht mit Dir übereinstimmen und zu feige sind, es Dir zu sagen." (Napoleon Bonaparte)

  • Das Provokative Coaching kann mit fast jedem anderem Coaching Stil kombiniert und erweitert werden.
  • Der Coach erfüllt die indirekte Forderung des Klienten seine Wahlmöglichkeiten zu erweitern und an der Ressourcenfülle sowie Authentizität des Coachee zu arbeiten. Erhöhte Flexibilität des Coachs.
  • Offenheit beim Coach erzeugt Offenheit beim Coachee
  • Das Misstrauen gegenüber der professionellen Fassade des Coachs, "Was denkt der wohl wirklich über mich?" reduziert sich. Die Künstlichkeit der Situation nimmt ab, und die Interaktionen sind authentischer.
  • Der Abstand zum Problem kann sich verändern. Humor schafft wohltuenden Abstand und ermöglicht Veränderungen.
  • Im Bereich der sogenannten "ästhetischen Distanz" (ein Begriff aus der deutschen Dramenkritik) ist der Klient emotional bewegt und involviert, versackt aber nicht in unkontrollierbaren Gefühlen. Er hat ein ausreichendes Maß an Selbststeuerung und Integrationsfähigkeit für neue Erkenntnisse und Erlebnisse.
  • Dem Bedürfnis nach menschlichem Feedback und sozialer Rückmeldung wird entsprochen. Die Fähigkeit, Feedback zu geben und zu nehmen, wird ins Bewusstsein gerückt, und der soziale Kontakt mit seinen Anforderungen wird wieder als Realitätsprinzip, und nicht als Rollenspiel in einer Seifenoper erlebbar.
  • Mit dem Coach als Sparringspartner kann der Coachee die eigene Stärke spüren bzw. seine Immunkraft gegen negative soziale Interaktionen wie Ärger, Ablehnung, Neid, Dominanz, Zurückweisung, Konkurrenz stärken. Sich-wehren-können durchbricht das Problemmuster "Hilflosigkeit und Opfersein", es weckt persönliche Stärke und ist näher dran am Leben "draußen" als die übersanfte Schonhaltung der psychotherapeutischen Kommunikation.
  • Die Unvorhersehbarkeit und Unkontrolliertheit des Coachs führt zwangsläufig zum eigenen Weg. Der Klient wird angeregt, das Muster, jemandem gefallen zu müssen oder wollen, beiseite zu schieben. Der Coach will auch nicht gefallen und ist in seinen Reaktionen sowieso nicht kontrollierbar.
  • Es gibt kein richtig oder falsch. Der Coach wechselt sowieso dauernd seine Meinung, bis der Klient entscheidet, was für ihn selbst richtig ist. Es gelten nur die unumstößlichen Prinzipien des Miteinanders, wie z.B. "Wer stinkt und andere ausnützt hat weniger Freunde."
  • Der Coach ist Vorbild für das Schöpfen aus einem breiten emotionalen Repertoire und den spielerischen Umgang damit. Der Coach traut sich, stark, hilflos, beleidigt, traurig, aggressiv, dumm, arrogant, liebevoll zu sein. Die rigide "So-bin-ich-nun-mal-und-kann-nicht-anders" Selbstdefinition des Coachee, die oft genug die emotionale Entwicklung behindert, wird aufgeweicht oder sogar aufgelöst.
  • Für jeden Klienten wird das Coaching neu erfunden (wie in der Hypnotherapie nach M. H. Erickson in der die Therapie jedesmal neu erfunden wird). So wie der Klient sein Problem (er)findet, im Sinne von schöpferischer Konstruktion, (er)findet der Coach die Interventionen im Sinne von unvorhersehbaren, emotionalen Reaktionen auf dieses Weltbild, die erst in der Interaktion entstehen.
  • Die kreative und emotional-lebendige Gestaltung von Beziehungen wird vorgelebt. Provokatives Coaching bietet für Coach und Coachee die Möglichkeit, sich mit Lust und Leidenschaft der Schöpfung kreativer Interaktionen hinzugeben, und sich im lebendigen Kontakt überraschen zu lassen.

5. Die unterschiedlichen Rollen des Coachs

In der Provokativen Veränderungsarbeit wird sehr häufig das schauspielerische Talent des Coachs gefordert. Die Einnahme verschiedener gefühlvoller Rollen hat sich sehr häufig als sinnvoll und zielführend erwiesen.
Je weniger berechenbar und unerwartet die Reaktion des Beraters ist, umso besser. Der Coachee lernt hier auf diese verschiedenartigen Muster zu reagieren, und ist in der Folge in ähnlichen Situationen in seinem Alltag nicht mehr unsicher, sondern hierauf vorbereitet, dass Menschen nicht berechenbar und scheinbar ungerecht oder unangemessen reagieren. Die Kommunikationskategorien nach Virginia Satir bieten sich als mögliche Interventionsmuster an:

Ankläger (Blamer): ärgerlich:

"Das machen Sie mit Absicht. Sie sind ein richtiger Therapeutenkiller! Immer alles besser wissen. Typisch deutsch.“

Beschwichtiger (Placator): etwas geknickt und mit weinerlicher Stimme:

"es tut mir ja so leid…ich fürchte, das schaffe ich nicht mit Ihnen. Ihre Probleme sprengen jeden Rahmen. Ich bin völlig überfordert, ich glaube, ich verliere meine Zulassung, weil ich Sie ohne Ergebnis nach Hause schicken muss…"

Rationalisierer (Computer): ernst:

"Eine neue Studie in den USA hat wissenschaftlich bestätigt, dass Männer in Ihrem Alter sich nicht mehr ändern können. Frauen schon. Männer – nein."

Ablenker (irrelevant): zerstreut:

"Sie haben da einen Faden am Pulli, der ist nicht ganz vernäht...warten Sie mal, reden Sie ruhig weiter, ich hole rasch mal mein Nähzeug, ich bin in 10 Minuten zurück."

Auch die Übernahme von Geschlechterrollen als flirtender Liebhaber/Geliebte oder fürsorglicher Vater/Mutter können eingenommen werden:

Liebhaber (verwirrt)

"Oh, dieses Lächeln, dieses unwiderstehliche Lächeln … wie kann eine so schöne Frau wie Sie denn überhaupt Probleme haben. Ich schmelze schon bei Ihrem Anblick dahin. Sie verwirren mich ganz. Und Sie sagen, Ihre Schüler sind ständig unkonzentriert?“

Mutter (fürsorglich)

"Dafür sind Sie vermutlich noch zu jung. Die wirklich wichtigen Entscheidungen wurden von erwachsenen Männern und Frauen getroffen. Möchten Sie einen Tee? Das wird Ihnen gut tun. Die Welt ist oft unfair, seien Sie nicht traurig“.

6. Beispiele für Provokative Interventionen

Coach: "Ihre Frau hat Sie verlassen?“ - nickt verständnisvoll und sagt ernst: - „Aus gutem Grund!“
Klient schaut irritiert, lacht „Äh … ja…da ist sogar was dran…“

Coach: "Weil Sie wieder berufstätig sind, fühlen Sie sich als Rabenmutter? Ja, es ist schon sinnvoll, dass Frauen hinter dem Herd und bei ihren Kindern bleiben. Ihre Kinder gehen jetzt ohne Frühstück aus dem Haus, haben keine sauberen Socken mehr zum Anziehen, werden dadurch verhaltensauffällig, schreiben schlechte Schulnoten und später werden sie drogenabhängig. Das hätten Sie sich vorher überlegen sollen…“

Coach: "Sie sind nach dieser üblen Mobbingsache in der Firma geblieben? Sie sind wirklich leidensfähig. Eine Fähigkeit, die heute kaum noch wahrgenommen und geschätzt wird. Vielleicht erhalten Sie dafür eines Tages einen Orden…das Bundesverdienstkreuz …“

Coach: "Ihre Frau ist fremdgegangen? Vermutlich sind Sie so ein schlechter Liebhaber…?“

Klient: "Was soll ich dazu nur sagen?“
Coach: "Wenn Sie das jetzt noch nicht wissen, fällt es Ihnen sowieso nicht mehr ein.“
Klient: "Was soll ich denn Ihrer Meinung nach tun?“
Coach: "Nichts. Lassen Sie es. Es wird sowieso nicht funktionieren.“

All dies klingt – aus dem Zusammenhang gerissen – auf den ersten Blick verwirrend. Ein unbeteiligter Beobachter fragt sich vermutlich „Wie kann man das sagen? Das geht doch nicht“. Doch genau dies sind oft die Befürchtungen, die der Klient auch hat. Damit dies nicht zynisch wird, sondern zu befreiendem Lachen über sich selbst führen kann, sind die genannten Regeln wichtig.

Was meist immer funktioniert:

Mit treuherzigem Augenaufschlag zur Rapportvertiefung

  • Wenn ich Sie so ansehe, wünschte ich mir, Sie wären meine Kollegin / Nachbarin / meine Personalchefin...
  • Sie sind blond. Lassen Sie sich ruhig Zeit mit der Antwort.

Das Spiel mit dem Alter

  • Wie alt sind Sie? Dann funktioniert es sowieso nicht mehr. Da macht Ihr Gehirn nicht mehr mit.
  • Wie alt sind Sie? 28? Ein gutes Alter, um noch reich zu heiraten. Dann haben Sie das Problem mit Ihrem Chef los.

Verallgemeinerungen und Vorurteile

  • Eine Frau heiratet doch sowieso. Wieso wollen Sie bei Ihren langen Beinen denn überhaupt arbeiten?
  • Das ist typisch Mann. Der kann nicht anders. Der hat nur das Eine im Kopf. Vergessen Sie es.

Lebensweisheiten - Zitate - Aphorismen nutzen

Jede Art von Zitat bietet sich an. Manche passen zu fast jeder Gelegenheit, andere können auch erfunden werden und entsprechend ernst als allgemein gültige Lebensweisheit eingesetzt werden. Gespielt wird hier mit dem Autoritätsmuster oder es wird der Widerspruchsgeist erweckt, die Gedanken des Klienten werden ad absurdum geführt oder das Wirklichkeitsprinzip wird bedient.

Was Du auch tust, Du wirst es bereuen. (Sokrates)

Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat. (William Somerset Maugham)

Fleiß macht hässlich. (Oscar Wild)

Auch das Denken schadet bisweilen der Gesundheit. (Aristoteles)

Und wenn wir alt sind, merken wir, dass es zu spät ist, so zu leben. (Alexander Pope)

Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, das ist der Frauenarzt. (Arthur Schopenhauer)

Die unbequemste Art der Fortbewegung ist das in sich gehen. (Karl Rahner)

Das Alter zerstört die Hässlichkeit. (Martin Walser)

7. Wie interveniere ich als Coach provokativ?

Dein Klient kommt zur Tür herein, was ist dein erster Eindruck, dein erster Gedanke oder dein erstes Gefühl, wenn Du siehst wie er läuft, sich setzt und ihn sprechen hörst? Welches noch so abgedroschene Klischee fällt Dir ad hoc ein?

Für den Anfang reicht das völlig. Mache noch ein paar Anleihen bei Weisheiten über Männer und Frauen, Tabu-Gedanken über die Themen Aggressivität und Sex und ein bisschen Psycho-Know-How, damit lassen sich hervorragend trancefördernde und Provokative Interventionen kreieren.

"Ein sprachlich fein zelebrierter Tabubruch ergibt eine Metapher die in V, A, K, O, G-Gegenden führt, die nie zuvor ein Mensch betreten hat." (M. Schmidt-Tanger)

Erlaube Dir pathetisches Mitleid, Begeisterung für die Symptomatik, Gähne vor Langeweile oder zeige die totale Hilf- und Ausweglosigkeit. Unterschwellig denkt dein Klient vielleicht auch so (gut gepaced) oder er erkennt eine völlig neue Sichtweise (gut reframed). Vertraue deinem Unbewussten, und lasse Dich auf die eigene Improvisationskunst und den Dir eigenen Humor ein.

Nutze Ericksons Idee, an jedem Klienten auch zu wachsen und etwas Neues zu lernen. Trau Dir zu; einmal so richtig "reinzusauen", etwas zu riskieren.

Wann lasse ich es?

Grundvoraussetzung für jede inhaltliche, Provokative Intervention ist die Beherrschung einer zurückhaltenden Prozessorientierung sowie eine sehr gute Wahrnehmungsfähigkeit. Der Coach darf nicht bestimmte Lösungen bevorzugen, d.h. er darf sich nicht emotional im Inhalt befinden. Alle Entscheidungen, die der Klient trifft, müssen dem Coach gleichgültig sein, im Sinne von, alle sind "gleich"-"gültig".

Der Coach darf keinen Zwang zur Provokation fühlen. Das bedeutet auch, das Bedürfnis provokativ zu arbeiten selbstkritisch zu hinterfragen. Die Provokative Veränderungsarbeit muss getragen sein von einem liebevollen Gefühl für den Coachee. Der Coach ist auf der Seite des Klienten und zusammen betrachten wir uns einmal den Quatsch, den er da so macht.

Die Provokative Gesprächsführung im Coaching

Das Neurolinguistische Programmieren als ein System der Prozess-Intervention kennt den Umgang mit dem Inhalt nur in Form des Milton-Modells, in der Arbeit mit Metaphern oder im Reframing. Um nicht wertend in den Inhalt einzugreifen, ist es notwendig, den Landkartengedanken vollständig zu akzeptieren, und man braucht die Fähigkeit, eine Position einzunehmen, ohne eine Wertung abzugeben.

Als Coach darf ich im Inhalt keine eigenen "Karten im Spiel" haben, da ich ansonsten nicht mehr inhaltsfrei arbeiten kann. Eine große Herausforderung an den Provokativen Coach ist die kontinuierliche innere Reframingarbeit, kunstvoll: "Inhaltsfrei arbeiten" heißt, frei mit den Inhalten umgehen können.Wichtige Merkmale des inhaltlichen Reframings:

  • Dauer der Trance, Trancehäufigkeit und -tiefe
  • Physiologie der Versöhnung
  • Eine Zunahme der Symmetrie (insbesondere beim Reorientieren)
  • Entspannung und Lachen
  • Veränderungen von Körperhaltung und Muskeltonus, allgemeine Zunahme der Ressourcenhaftigkeit.

8. Ankern & Pacen

Vorgehen

  1. Verstärkung der Reaktion des Coachee
  2. Chunk up auf die Identitätsebene
  3. Lateraler Wechsel des Bezugsindexes
  4. Chunk down auf die Verhaltensebene
  5. Die gegenteilige Physiologie durch hypnotische Techniken induzieren
  6. Anker wie bei der Integration dissoziierter Zustände (rechts, links und/oder über die Stimme)

Beispiel

"Wenn ich meine Katze allein lasse, fühle ich mich immer so schuldig. Ich gehe nie ohne sie."

  1. Also ich finde das großartig, dass Sie das fühlen, sicher ist das auch angemessen.
  2. Es zeigt vor allem, was für ein verantwortungsvoller und mitfühlender Mensch Sie sind.
  3. Es soll auch Katzenbesitzer geben, die ihre Tiere im Sommer 30 Minuten alleine im Auto lassen oder wenn sie in Urlaub fahren zu anderen Leuten in Pflege geben.
  4. Die machen sich dann eine gute Zeit und geben die Verantwortung einfach ab. Solche Tierquäler, die verlangen, dass sich die Katze anpasst. Die fahren einfach mal alleine in Urlaub.
  5. Sie würden das niemals tun.

9. Webinar zum Provokativen Coaching

Evi Anderson-Krug ist eine erfahrene NLP-Lehrtrainerin und wendet das Provokative Coaching schon jahrelang in ihren Coachings an. In ihrem Webinar "Versteck dich ruhig - ich seh's ja doch! - Was genau ist Provokatives Coaching?" erklärt sie ausführlich, was das Provokative Coaching ist und wie man es im Coaching anwendet. Du kannst Dir den 105-minütigen Webinar-Mitschnitt sofort anschauen - klicke hierfür einfach auf das folgende Bild:



Versteck dich ruhig - ich seh's ja doch! - Was genau ist Provokatives Coaching?



10. Coach-Modul Provokatives Coaching

Wenn Sie sich weiter mit dem Thema Provokatives Coaching beschäftigen möchten, können Sie sich hier weitere Informationen zu unserem Coaching Modul holen. Lassen Sie sich zum Provokativen Coach ausbilden.

11. Literatur zum Provokativen Ansatz

Glauben Sie ja nicht, wer Sie sind!

Glauben Sie ja nicht, wer sie sind

Dr. Eleonore Höfner beschreibt in ihrem Buch den Einsatz des Provokativen Stils in leicht lesbarer und vergnüglicher Form. Durch die zahlreichen kommentierten Fallbeispiele bekommt der Leser einen anschaulichen Einblick in diese ungewöhnliche Kommunikationsform, die zu schnellen Veränderungen führen kann.

Ein Provokativer Coach hilft dabei, eine verzerrte Selbstwahrnehmung aufzulösen und die eigenen Potentiale und Möglichkeiten besser zu nutzen. Wer glauben oft, die anderen sind Schuld und erkennen nicht, dass wir selbst die Gestalter sind. Doch die Einsicht alleine hilft auch noch nicht viel weiter. Es braucht auch eine Gefühlsveränderung und dabei hilft Provokatives Coaching.

269 Seiten Carl Auer Verlag, 4 Auflage 2016
ISBN 384970128X

E. Noni Höfner

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Provokative Therapie

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288 Seiten, Springer (2009)
ISBN 3540166661

Frank Farrelly, Jeffrey M.Brandsma

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Das wäre doch gelacht!: Humor und Provokation in der Therapie

Das wäre doch gelacht!

272 Seiten, Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 4 (1. April 1997)
ISBN 3499602318

Eleonore Höfner, Hans-Ulrich Schachtner

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Provozieren erwünscht: Aber bitte mit Feingefühl

Provozieren erwünscht: Aber bitte mit Feingefühl

216 Seiten, Junfermannsche Verlagsbuchhandlung; Auflage: 1., Aufl. (1. Mai 2003)
ISBN 3873875322

Frank Wartenweiler

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Gekonnt Coachen: Präzision und Provokation im Coaching

Gekonnt Coachen: Präzision und Provokation im Coaching

176 Seiten, Junfermann Verlag; Auflage: 2 (11. November 2004)
ISBN 3873875888

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