Enneagramm

Das Enneagramm ist ein spirituelles Typenmodell, welches Menschen zu verschiedenen Persönlichkeitstypen zuordnet. Es ist ein Werkzeug, mit dessen Hilfe das menschliche Bewusstsein erklärt werden kann und eigene Verhaltensweisen erkannt und gegebenenfalls dysfunktionale Reaktionsmuster gelöst werden können. Insgesamt gibt es 9 Archetypen oder Persönlichkeitsmuster. Diese gehen jeweils mit einem spezifischen Wahrnehmungsstil, Grundmotivation, Grundgefühl und Entwicklungsweg einher.

Die Lehre vom Enneagramm geht davon aus, dass wir Menschen diese verschiedenen Archetypen annehmen und mit diesen speziellen Gedanken- und Verhaltens-mustern unsere wahre Essenz überspielen. Die wahre Essenz eines jeden Menschen ist das reine, unschuldige und göttliche Bewusstsein. Wie genau diese Typen erworben werden wird durch zwei verschiedene Ursachen erklärt. Die erste Annahme ist, dass wir diese Typen aus einem Vorleben mitnehmen und durch die Inkarnation automatisch dieses Grundmuster bedienen. Die andere Erklärung ist die Annahme, dass wir als Kinder durch die Umgebung und die Erziehung bestimmte Grundmotivationen und -kompetenzen erworben haben, welche unsere Persönlichkeit geformt haben.

Das Symbol des Enneagramms besteht aus einem Kreis, indem ein Dreieck und ein Sechseck übereinandergelegt wurden. An jeder Ecke steht eine Zahl, welche einen bestimmten Typen abbildet. Das Dreieck verbindet die Typen 9, 3 und 6. Während das Sechseck die anderen Typen abbildet. Verbunden sind alle Typen miteinander. Der Kreis symbolisiert das Bewusstsein. Sich selbst gewahr sein oder auch die „ich bin da“-Wahrnehmung. Das Dreieck ist ein Zeichen für das Mensch sein. Es beschreibt die 3 verschiedenen Wahrnehmungsstile: körperlich, emotional, mental. Auf diese unterschiedlichen Arten von Intelligenzen wird im späteren Kontext noch einmal genauer eingegangen. Das Sechseck beschreibt die dynamische Bewegung zwischen den Typen und zeigt auf, dass Veränderung möglich ist und auch andere Tendenzen der jeweiligen Typen, je nach Situation, zum Vorschein kommen können.




Das Enneagramm Seminar



  • Enneagramm - was ist das?
  • Woher kommt das Enneagramm?
  • Anwendungsmöglichkeiten
  • Triade: Bauch - Herz- Kopf
Enneagramm allgemein

Geschichte des Enneagramms

Einen genauen Ursprung kann man dem Enneagramm nicht zuordnen, doch es gibt Quellen, welche die Entstehung auf jüdische, christliche und islamische Wurzeln zurückführen. Und dass islamische Sufis die Lehre des Enneagramms über Jahrhunderte mündlich überliefert haben. Zu Hochzeiten der Katholischen Kirche wurde das Wissen und die Lehre des Enneagramms verboten, da es den Menschen Veränderung und Entwicklung aufzeigte, was die Macht und den Einfluss der Katholischen Kirche erheblich geschwächt hätte. Es gibt auch Vermutungen, dass das Geheimnis des Enneagramms, bis Ägypten und Babylon zurückreicht.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Wissen über das Enneagramm von dem Russen Georg Iwanowitsch Gurdjieff in den Westen eingeführt. Er hatte das Symbol in Persien entdeckt und sah darin den Nutzen die mathematischen Gesetze besser zu verstehen, als auch die Transformation des Menschen als Ganzheit zu erkennen. Zu diesem Zeitpunkt lag der Fokus auf dem Verständnis des Universums und das Enneagramm wurde nicht als Persönlichkeitsmodell verstanden. Die Weitergabe des Wissens über das Enneagramm erfolgte mündlich und in vielen Schulen ist das noch immer der bevorzugte Weg der Wissensvermittlung. Die 9 Persönlichkeitstypen stellen sich selbst vor und erzählen über ihr persönliches Leben und ihre Erfahrungen. Den Zuhörern wird schnell bewusst, dass die unterschiedlichen Menschen mit derselben Zahl ähnliche Lebenswege und Schwierigkeiten haben.

Heute kann zwischen verschiedenen Richtungen unterschieden werden. Die erste Lehre ist die von Ichazos, welcher sie im mittleren Osten kennengelernt hat und sie in ein Typenmodell umfunktioniert hat. Er fügte den Archetypen jeweils drei Subtypen hinzu. Die Subtypen bilden die drei Grundtriebe des Menschen ab: Selbsterhaltungstrieb, Sexueller und Sozialer Trieb. Auf die Subtypen und ihre Ausprägungen wird im späteren Verlauf Bezug genommen. Dieses Modell wurde durch Claudio Naranjo weiterentwickelt, in dem er die Typenlehre mit der Psychoanalyse von Freud verband. Er ordnete den 9 Typen jeweils eine Neurose zu und dazu freudsche Abwehrmechanismen und auch Beziehungstheorien können durch das Enneagramm abgeleitet werden.

Die zweite Entwicklungsrichtung ist im christlichen Kontext entstanden. Das Vorläufer Modell war hier das Modell der 7 Wurzel-Sünden, der später noch zwei weitere hinzugefügt wurden. Es vertritt die Annahme, dass man zuerst zur Selbsterkenntnis gelangen muss, bevor man Gott erkennen kann. Diese Sicht wurde mit der psychologischen Typenlehre von Carl Gustav Jung verbunden, sodass die Logik schlüssiger und präziser wurde. Jesus gilt hier als Vertreter aller 9 Typen, da er diese in sich vereint. Vertreter dieser christlichen Sicht auf das Enneagramm sind Bob Ochs und Andreas Ebert.

Ende des 20. Jahrhunderts hat Helen Palmers zusammen mit Ochs und Naranjo die Zusammenhänge zu der Intuition erforscht. Sie hat die ersten Workshops entwickelt, bei denen das Enneagramm vermittelt wird. Auf diesen Seminaren wird die Tradition der mündlichen Weitergabe eingebracht, sodass die Workshop-Teilnehmer mit derselben Ziffer des Enneagramms über ihr Leben berichten. Dadurch fällt den Beobachtern auf, dass diese sich fremden Menschen ähnliche Verhaltensweisen, Äußerungen und Erfahrungen gemeinsam haben.
Über die Jahre hat das Enneagramm an Ansehen gewonnen, sodass es mittlerweile viele Bücher und Seminare zu diesem Thema gibt.


Die 3 Wahrnehmungsarten/ Intelligenzen

Jeder Enneagramm-Typ besitzt eine automatische und unbewusste Wahrnehmung auf die ein Reaktionsmuster folgt, welches unsere Gedanken und Verhaltensweisen steuert. In der Psychologie spricht man von einem emotionalen Kreislauf, der losgetreten wird: ein bestimmtes Ereignis löst Emotionen im limbischen System, insbesondere der Amygdala aus. Diese Emotion löst Erinnerungen an frühere Erlebnisse aus, welche damals dieselbe Emotion hervorgerufen haben. Diese unbewusste Erinnerung an frühere traumatische Erlebnisse nennt man auch somatischen Marker. Wenn wir uns in dieses Trauma zurückgesetzt fühlen, werden Hormone ausgelöst, welche uns in einen der drei Überlebensmechanismen (Kämpfen, Fliehen oder Erstarren) drängen, welche dann unsere Reaktion prägen.

In dem Enneagramm lässt sich dieser Prozess auf drei Arten der Wahrnehmung und Handlung herunterbrechen. Wie schon angesprochen handelt es sich hierbei drei Zentren Bauch, Herz und Verstand. Jeder Mensch besitzt alle drei Zentren, jedoch steht eines im Vordergrund und übernimmt die Steuerung über die Wahrnehmung und kontrolliert auch unsere Impulsreaktionen und Denkensmuster.

Bauch

Die drei Typen 8, 9, und 1 haben eine körperliche Fixierung. Die Farbe, die ihnen zugeordnet wird, ist rot und der Aggregatszustand ist fest. Sie sind fest in ihrem beengenden Körper gefangen, sodass das Bedürfnis nach Ausdehnung präsent ist. Dieses Bedürfnis wird in Wut umgewandelt, die sich je nach Ausprägung in Wut nach außen, innen oder in Unterdrückung der Wut, ausprägt. Diese Menschen haben ein großes intuitives Potential. Die 9 betäubt sich selbst, um das Gefühl der Wut nicht zu spüren und wird weggedrückt. Bei der 8 richtet sich die Wut und Lebenskraft gegen den Außen. Bei der 1 richtet sich die Wut gegen sich selbst, sodass der Körper eine hohe Grundanspannung hat, um sich konstant zu beherrschen.

Herz

Bei den Typen 2, 3 und 4 handelt es sich um emotionale Fixierungen. Die Farbe, die ihnen zugeordnet wird, ist blau und der Aggregatszustand ist flüssig. Menschen mit einer emotionalen Fixierung spüren sich selbst und andere. Ohne Gefühle verlieren sie ihre Identität. Diese Typen fühlen andere Menschen und haben oft Probleme sich abzugrenzen und übernehmen die Gefühle der anderen. Somit ist die Ausrichtung zu den anderen und das eigene Image wird so gespielt, dass andere Menschen einen gut finden und akzeptieren. Diese Typen streben nach Liebe und haben sich von dieser Liebe abgeschnitten und suchen im Außen nach Liebe und Anerkennung. Bei der 3 wird die Liebe durch Effizienz und Leistung versucht zu erreichen. Sie streben nach Anerkennung und Bewunderung. Die 2 hat das Gefühl, vor Hilfsbereitschaft zu übersprudeln. Sie macht sich bei anderen unentbehrlich, um das Gefühl zu haben, dass andere sie lieben. Die Liebe wird hier nach Außen gerichtet, obwohl es nur darum geht, selbst Liebe zu erfahren. Bei der 4 richtet sich die Emotion ins Innere. Das gibt ihr eine Schwere, eine Melancholie und die Sehnsucht nach etwas unerreichbarem.

Kopf

Bei den Typen 5, 6 und 7 handelt es sich um eine mentale Fixierung. Ihnen wird die Farbe Gelb und der Aggregatszustand gasförmig zugeschrieben. Die mentalen Typen leben in ihrem Gehirn und bauen sich eine eigene Gedankenwelt. Die damit verbundene Qualität ist Angst. Die Gedanken gehen schnell und die Gefühle folgen. Die 6 hat den Kontakt mit der Weisheit verloren. Sie folgt der Angst und verstrickt sich in ihren Gedanken und sorgt sich chronisch. Ihre Entscheidungen und ihre Handlungen werden durch Sorgen und Angst angetrieben. Die 5 fokussiert die mentale Energie nach Innen. Sie reichern sich sehr viel spezifisches Wissen an, um in diesem Bereich Sicherheit zu bekommen und die Angst nicht spüren zu müssen. Bei der7 richtet sich die mentale Energie nach außen. Sie planen und unternehmen viel, um die darunterliegende innere Angst nicht spüren zu müssen. Sie lenken sich ab, um möglichst keinen Kontakt zu dem inneren Schmerz zu fühlen.

Zusammenfassend kann man sich merken, dass es die drei verschiedenen Intelligenzen (mental, intuitiv, emotional) mit drei verschiedenen Qualitäten gibt. Die mentalen Typen werden von der Angst getrieben, die intuitiven Menschen von Wut und die emotionalen Typen von dem Streben nach Liebe, da sie diese nicht in sich spüren können.

Im Folgenden werden die 9 Typen vorgestellt und ihre Motive und Eigenschaften erklärt. Wie schon erwähnt, verbindet das Sechseck die Typen untereinander und zeigt einen dynamischen Prozess auf. Ein Typ ist jeweils mit zwei anderen Typen verbunden, deren Tendenzen je nach Zustand des Archetypen übernommen werden. Die Zustände können in angespannt, neutral und entspannt unterteilt werden. Demnach können sich auch die Eigenschaften und Verhaltensweisen des Archetypen stark verändern.

Die 9 Enneagramm-Typen

Jeder Grundtyp hat bestimmte Charakteristika. Doch auch ein Archetyp hat „gute/entspannte“ und „schlechte/angespannte“ Seiten, die als Entwicklungsmöglichkeit genutzt werden können bzw zu Zeiten von Stress und Krisen zum Ausdruck kommen können. Jeder Grundtyp hat förderliche und hinderliche Eigenschaften, von denen die anderen Typen jeweils lernen können. Das macht alle Typen gleichwertig, auch wenn manche auf den ersten Blick positiver wirken als andere. Was durch die Entwicklungsmöglichkeiten zu den anderen Typen deutlich wird, ist die Veränderlichkeit der Persönlichkeit. Das Enneagramm kann uns aufzeigen, dass wir in unseren Eigenschaften nicht gefangen sind, sondern es als Orientierung für das eigene Wachstum dienen kann.

1. Der Perfektionist

Die Ausprägung des Typ 1 ist die des Perfektionisten. Die Wut und Aggression richten sich gegen sich selbst und somit strebt er nach Perfektion. Er hat hohe moralische Werte und neigt zu harter Kritik anderen aber vor allem sich selbst gegenüber. Der unterdrückte Zorn führt zu einer immer vorhandenen Anspannung, die ihn als unflexibel und steif auftreten lässt. Er neigt zu einem hohen Ordnungsdrang und Kontrolle über sich ist ihm das Wichtigste. Im angespannten Modus verfällt er in Tendenzen der 4. Das führt dazu, dass er sich in der eigenen Melancholie verfängt und die Opferhaltung einnimmt „mir ist nicht zu helfen“. Er fühlt sich allein auf dieser Welt und verliert sich in der Schwere des eigenen Dramas. Im entspannten Modus übernimmt die 1 Eigenschaften der 7. Dann wirkt die 1 gelassener und verspürt Freude und Leichtigkeit. Sie versteht, dass Perfektion ihre eigene Definition ist, und sie lernt den Wunsch nach Perfektion und die Kontrolle aufzugeben. Sie versteht, die Herzenswüsche hinter ihren Werten und moralischen Ansprüchen zu sehen. Die Gelassenheit lässt sie Herzensentscheidungen treffen, welche sie über die eigenen Begrenzungen herauswachsen lassen.

2. Der Helfer

Der Helfer hat den Fokus immer auf den Bedürfnissen der anderen Menschen und sieht die eigenen nicht. Er ist stolz den anderen zu helfen und wird von diesem Stolz angetrieben, doch erwartet im Gegenzug die Liebe der anderen Menschen. Der Glaubenssatz ist, dass Liebe sich verdient werden muss und so opfert er sich auf. Die Deal-Erwartung, Dank und Lob für sein Handeln zu bekommen, verleiht der eigentlich guten Tat einen bitteren Beigeschmack. In Zuständen des Stresses verfällt die 2 in die Tendenzen der 8. Sie führt die anderen die Abhängigkeit, sodass die anderen ohne sie nicht auskommen und sie brauchen. Dieses Gefühl des Gebraucht-werdens verwechselt sie mit Liebe. Bekommt die gestresste 2 keinen Dank von ihrem Bedürftigen fühlt sie sich gekränkt, was unweigerlich zu einem Wutausbruch führt. In der Entspannung bekommt sie die Qualitäten der 4. Sie kann in sich hineinspüren, die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und lenkt den Fokus auf sich selbst. Sie lernt Freundschaft mit sich selbst zu schließen und versöhnt sich mit sich selbst. Sie gelangt zu der Erkenntnis, dass Selbstliebe grundlos sein darf und entwickelt die Güte für sich selbst zu sorgen und selbst in die Fülle zu kommen. Denn Güte kann nur aus Fülle entstehen, nicht aus Mangel und Bedürftigkeit.

3. Der Macher

Die 3 ist so weit von der Selbstliebe abgegrenzt, dass sie sich nicht mehr selbst spüren kann. Sie trägt den Glaubenssatz in sich, dass Liebe verdient werden muss und somit fängt sie an, andere durch eine gespielte Fassade zu täuschen. Sie nimmt, als Bewältigungsmechanismus, eine Rolle ein, die ihr in ihrem Umfeld Ansehen und Bewunderung entgegenbringt. Sie strebt nach Leistung und Effizienz, um sich somit die erhoffte Liebe zu verdienen. Sie baut sich eine erfolgreiche Fassade auf, für die sie beklatscht und anerkannt wird. Durch das viele positive Feedback von außen ist es für die 3 schwer, das Rollenspiel sein zu lassen. Sie verliert sich in der Täuschung nach Außen, glaubt ihre eigenen Lügen und identifiziert sich mit den übernommenen Rollen. Ist die 3 in einem angespannten Zustand entwickelt sie die depressiven Züge der 9. Der hohe Anspruch an sich selbst führt dazu, dass sie vermehrt das Image pflegt, was unweigerlich zu einem Ich-Verlust führt. Sie wird melancholisch und schwer. Im entspannten Zustand übernimmt sie die Tendenzen der 6. Sie lernt auf sich selbst zu achten, die Aufmerksamkeit zu sich zu holen und nicht mehr nach Zuspruch im Außen zu suchen. Sie hört auf mit dem Selbstverrat der eigenen Identität und gibt die Täuschung auf. Dadurch wird sie gelassen, authentisch und wahrhaftig. Sie wird mehr sie selbst und lernt, aus wirklicher Liebe zu dienen. Es geht nicht mehr um die Imagepflege, sondern um die wahrhaftige, ehrliche Unterstützung für andere, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Durch die Erkenntnis der globalen Verbundenheit braucht sie die Bewunderung der anderen Menschen nicht mehr und kann sich Selbstliebe schenken.

4. Der Künstler

Die 4 ist eine sehr herzliche Person, wird aber nicht ohne Grund auch oft Dramaqueen genannt. Sie lebt sehr viel in den Gefühlen, welche nach innen gekehrt werden. Sie verspürt die tiefe Sehnsucht nach etwas unerreichbarem, was ihr Leben in eine Melancholie taucht und ihr den Eindruck gibt, sie leide mehr als alle anderen. Ihr Glück sabotiert sie sich oft selbst, indem sie sich dieser unerreichbaren Sehnsucht hingibt. Im angespannten Zustand übernimmt sie die Tendenzen der 2. Sie macht sich von den anderen Menschen abhängig und „klebt“ förmlich an ihnen. Im entspannten Zustand erlebt sie die guten Seiten der 1 mit ihrer nüchternen Klarheit, fern ab von jeglichem Drama. Dieser Gleichmut lässt sie auch ihre Gefühle nüchtern betrachten und das Ersehnte loszulassen. Sie erkennt, dass ihre Gefühle nicht nur von äußeren Faktoren abhängen und lässt ihren aufgebauten Schmerzkörper los. Ihre Kernaufgabe ist es, eine grundlose, tiefe Freude als einen Kernaspekt der Liebe zu finden. Sie lernt, die Schönheit im Alltag zu sehen und gönnt sich, Glück zu empfinden.

5. Der Forschergeist

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, verfügt die 5 über eine Gefühlstiefe, welche sie hinter ihrer Rationalität versteckt. Sie scheut Gefühle, zieht sich in den eigenen Kopf zurück und meidet Gefühlssituationen. Sie lebt im Rückzug und baut sich in ihrer spezifischen Nische ein sicheres „Haus aus Wissen“, in dem sie die Bedrohung durch die Realität nicht spüren muss. Sie ist hochintelligent und zeichnet sich durch ihr dynamisches Denken aus, meidet aber die Lebendigkeit des Lebens. Ihr nüchternes und wissenschaftliches Betrachten von Situationen, ohne an diesen anzuheften, gehört zu ihren Stärken. In Stresssituationen übernimmt sie die Schmerzensvermeidung der 7. Sie flüchtet sich in ihren Kopf, ist zerstreut und unsicher. Die Schmerzvermeidung erzeugt in ihr ein Chaos. Im entspannten Modus hingegen wird sie lebendig wie die 8. Sie lernt ihren Körper und ihre innere Kraft wahrzunehmen. Doch zu viel Kraft kann die 5 überfordern. Stattdessen sollte sie ihre eigene Balance zwischen den eigenen Gedanken und der Realität finden. Für sie ist der Schlüssel zur inneren Stabilisierung die Zuflucht ins Alleinsein. Durch inneren Frieden erfährt sie Glück, wirkt geerdeter und steht für sich ein, indem sie eigene Grenzen setzt.

6. Der Zweifler

Die 6 zeichnet sich durch eine Angstbesessenheit aus. All ihre Handlungen sind von Angst angetrieben, auch wenn sie das selbst nicht über sich sagen würde. Sie zweifelt und sorgt sich ständig. Ihre Gedanken springen von einer Sorge zu der nächsten, ein immer aktives „monkey mind“. Um der eigenen Negativität zu entfliehen, gibt sie sich gerne Fantasien und Filmen hin, die sie am Leben teilhaben lassen, ohne selbst beteiligt zu sein. Sie ist ein Gemeinschaftsmensch und zeichnet sich durch ihre Loyalität und Regelkonformität aus. In angespannten Zuständen ordnet sie sich der Herde unter, macht sich klein und wird zum Mitläufer. Sie lernt sich anzupassen und übernimmt die Imagepflege der 3. Sie wird rücksichtsloser, machtorientierter und ihr zielloses Handeln dient nur der Ablenkung. Ist sie jedoch entspannt, lernt sie Urvertrauen durch die Eigenschaften der 9. Sie lernt für ihre eigenen Bedürfnisse einzustehen und wird individualistischer. Die Lernaufgabe besteht darin, die Negativität aufzugeben und am echten Leben teilzuhaben, um den eigenen Träumen zu folgen. Sie hat ein inneres Bestreben nach Klarheit, doch vor allem gewinnt sie an Mut. Die entspannte 6 lernt aufzustehen, zeigt sich mutig und wird zu einem wahren Helden.

7. Der Glückssucher

Auch die 7 ist ein sogenanntes „Monkey mind“. Sie wird durch Schmerzvermeidung angetrieben, sodass sie sich in viele Kontakte und Aktivitäten reinstürzt, um die eigene Gefühlstiefe nicht mitbekommen zu müssen. Durch ihren Tatendrang wirkt sie eher körperlich als mental. Sie möchte das Leben in vollen Zügen genießen und sucht Freude wie ein manisches Kind. Verglichen wird sie auch oft mit Peter Pan, der nicht erwachsen werden und Verantwortung übernehmen möchte. Ihr Optimismus ist letztendlich nur eine Flucht vor sich selbst. Andere Menschen umgeben sich gerne mit ihr, da die Heiterkeit und Leichtigkeit der 7 attraktiv auf sie wirkt. Dadurch fällt es der 7 schwer aus ihren Verhaltensmustern herauszukommen, denn durch ihre freudige und bespaßende Art, erhält sie positives Feedback von anderen Menschen. Im angespannten Zustand rutscht die 7 in die kopflastige Bewertung der 1. Sie kritisiert viel und wirkt durchaus aggressiv. Im entspannten Zustand übernimmt sie die fokussierten Tendenzen der 5. Ihre Aufgabe ist es Nüchternheit zu erlernen. Die Nüchternheit ermöglicht die Verbindung zu ihrem inneren Schmerz und lässt sie die ablenkenden Abenteuer aufgeben. Sie geht mehr in die Tiefe, besinnt sich auf ihren Körper. In der Ruhe ist es ihr möglich sich selbst und die eigenen Gefühle besser wahrzunehmen und zu verarbeiten.

8. Der Kämpfer

Die 8 wirkt selbstbewusst und trägt die Qualität der Wut nach außen. Sie ist dominant, durchsetzungsstark und kann furchteinflößend wirken. Sie übernimmt Kontrolle und macht sich ihre eigenen Regeln, an die sie und andere sich loyal zu halten haben. Sie denkt in Gut und Böse, schwarz und weiß. Allerdings dient diese harte Schale der Ablenkung der eigenen inneren Verletzlichkeit und des weichen Kernes. Sie gibt sich gerne der Wollust hin und übt auch in Beziehungen Kontrolle aus. In einem angespannten Zustand rutscht sie in die 5. Die Bewertungen werden nun noch härter und es gibt nur noch Freund oder Feind. Sie verlangt von anderen eine Regelkonformität, die sie selbst nicht einhält. In der Entspannung rutscht sie in die 2. Sie kann ihre Gefühle nun offenbaren und lässt die sehr intensiven Gefühle zu. Sie übernimmt Verantwortung für ihr Handeln und steht zu ihrer eigenen Kraft. Das strikte schwarz-weiß-Denken wird zu einem abstufenden Grau, da sie erkennt, dass es mehrere Wahrheiten gibt. Sie wird authentisch, echt und rücksichtsvoller anderen gegenüber.

9. Der Friedliebende

Die 9 unterdrückt jegliche Wut und Aggression in sich, indem sie sich betäubt. Sie ist ein sehr flatterhaftes Wesen, nimmt sich selbst nicht wahr, wirkt unauffällig und hat keine Kraft zur Handlung. Sie weiß nicht was sie will und ist sehr schnell erschöpft. Ein weiterer Grund ihrer Betäubung, durch Essen oder ähnliches, ist ihre innere Kränkung. Durch die betäubte Verletzlichkeit ist sie ein unbewusster Mensch, sodass ein plötzlicher Wutausbruch vorkommen kann, der sie selbst überrascht. In einem angespannten Zustand wird sie ängstlich wie die 6. Sie vermeidet Konflikte und ist geplagt von starken Zweifeln. Durch ihre Hypochondrie schiebt sie Aufgaben auf und wird langsam, gebremst und kraftlos. Ihren eigenen Körper und ihre Bedürfnisse nimmt sie nicht wahr, sondern flüchtet sich in ihre eigene Gedankenwelt, um der Realität zu entfliehen. Im entspannten Zustand übernimmt sie Qualitäten der 3. Sie nimmt ihre eigenen Aggressionen wahr und wird dadurch kraftvoll zu Taten angetrieben. Die 9 lernt die Unterdrückung ihrer Gefühle aufzugeben und stattdessen ihre Gefühle anzunehmen und zu verstehen. Oft ist es das körperliche Unwohlsein, dass die 9 aus ihrer Gemütlichkeit rausholt. Durch die gewonnene Klarheit ist sie erfolgsstrebend, fokussiert und souverän. Zudem ist sie einfühlsam, ohne sich in den anderen Menschen zu verlieren.

Die Subtypen

Es gibt allerdings nicht nur die Grundtypen und ihre Entwicklungsaufgaben, die unser Handeln und Denken bestimmen. Jeder Archetyp hat drei Ausprägungen, welche identisch mit den drei Grundbedürfnissen des Menschen sind: Der Selbsterhaltungstrieb, der Sexual- und Sozialtrieb. Der Selbsterhaltungstrieb dient dem Schutz des eigenen Lebens und eventuell der nächsten Verwandten. Der Sexualtrieb dient der Vermehrung der eigenen Gene und somit zur Aufrechterhaltung der Menschen. Der letzte Trieb, dient der Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Der Subtyp kann demnach als ein Instinkt verstanden werden, der unsere Erlebens- und Verhaltensweisen prägt. Jedes Individuum hat einen dominanten Subtypen und es ist die Aufgabe, eine Balance zwischen ihnen zu finden und auch die vernachlässigten Subtypen zu leben.

Der Subtyp setzt sich aus der Qualität des jeweiligen Typen und den Trieben zusammen.

1. Der Perfektionist

Selbsterhaltungstrieb: Der Selbsterhaltungstrieb kombiniert mit dem brodelnden Zorn/Groll der 1 wandelt diesen in eine warme Qualität um. Dadurch wird er zum Wohltäter, wirkt übertrieben sanft und freundlich. Die Ursache des Zorns wird entweder im Außen gesucht oder das eigene Verhalten wird kritisiert. Sozialer Trieb: In Kombination mit dem sozialen Trieb wird die 1 rechthaberisch. Sie möchte sich nicht anpassen und möchte in Kontrolle bleiben. Sie unterdrückt ihre Gefühle und wirkt dadurch kühl und starr.
Sexualtrieb: Die 1 mit einem Sexualtrieb fühlt tiefe Eifersucht. Sie fühlt ein starkes Begehren und möchte nicht, dass ihr jemand ihren Partner wegnimmt. Sie kennt viele Verbote, hat hohe moralische Ansprüche und möchte den anderen perfekt machen. Ihr starker Sinn für Gerechtigkeit lässt sie manchmal kalt und starrsinnig wirken.

2. Der Helfer

Selbsterhaltungstrieb: Der Stolz und die unbewusste Scham nicht liebenswert zu sein, lässt sie sich selbst priorisieren. Wie ein Kind hat sie das Bedürfnis im Mittelpunkt zu stehen und reißt die volle Aufmerksamkeit an sich. Indem sie sich als sympathisch, verführerisch oder niedlich präsentiert, erhofft sie die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Sozialer Trieb: Der eigene Stolz kreiert Ehrgeiz auf die eigene Reputation. Sie wirkt wie der geborene Führertyp, macht Karriere und führt gute Beziehungen.
Sexualtrieb: Es ist ein Wechsel zwischen Verführung und Aggression. Die sexuelle 2 möchte nur von ihrem Partner innig geliebt werden und wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, stellt sie die sexuelle Freizügigkeit komplett ab. Normale Partnerschaften langweilen sie.

3. Der Macher

Selbsterhaltungstrieb: Die eigene und Fremd-Täuschung führt dazu, dass die 3 mit ihrer erfolgreichen Fassade eitel wirken kann. Die selbsterhaltende 3 hat an sich den Anspruch nicht eitel zu wirken. Sie ist also so eitel, dass sie sich und anderen vortäuscht nicht eitel zu sein. Im Gegensatz, sie möchte eine sehr gute Person sein und erkauft sich Liebe durch die eigene Angepasstheit. Sie ist das Sinnbild eines jeden Workaholic, da sie versucht sich durch ihre Leistung einen Wert zu geben, damit andere einen Grund haben sie zu lieben.
Sozialtrieb: Durch den Mechanismus zu Täuschen, dreht sich bei der sozialen 3 alles um die Aufrechterhaltung des Prestiges. Sie möchte vor der ganzen Welt glänzen und für ihre harte Arbeit bewundert werden. Das führt dazu, dass sie nie frei von Stress ist.
Sexualtreib: Sie strebt dannach der/ die perfekte/r Mann/Frau zu sein. Das Streben nach Anerkennung geht in die Körperlichkeit. Die sexuelle 3 möchte ihrem Partner sehr gefallen, verlangt aber auch von ihm körperliche Perfektion. Tendenziell ist sie emotional abhängig und wirkt eher süß oder schüchtern.

4. Der Künstler

Selbsterhaltungstrieb: Die 4 kehrt Neid nach innen, sodass das Gefühl von Mangel und Sehnsucht entsteht, welches zu einer melancholischen Grundhaltung führt. Dieses starke Leidensgefühl versucht sie durch Mitleiden bei anderen Menschen und unerschrockenen Handlungen zu überdecken.
Sozialtrieb: Neid und Zugehörigkeit vertragen sich nicht so gut, weshalb die soziale 4 von dem Gefühl der Scham befallen wird. Diese Scham macht sie schüchtern und scheu. Das wiederum führt zu einem Teufelskreis des Ausschlusses aus der Gesellschaft.
Sexualtrieb: In Kombination mit dem Neid, wird die 4 konkurrenzbewusst und sieht in anderen Menschen Rivalen. Um ihren inneren Frust zu verstecken, zeigt sie gerne Ärger nach Außen, in dem sie andere zum Leiden bringt und Macht spüren möchte.

5. Der Forschergeist

Selbsterhaltungstrieb: Das Gefühl des Geizes treibt die 5 an. Sie hat ein Gefühl des Mangels, des Bettlers, der wenig hat und an allem festhalten muss. Sie schützt ihr Eigentum, isoliert und versteckt sich von anderen Menschen und sucht die Abschottung.
Sozialtreib: Die soziale 5 sucht nach Zugehörigkeit, ohne wirklich in echten Kontakt mit anderen Menschen zu treten. Dieses Phänomen nennt man auch symbolische Zugehörigkeit. Das bedeutet, dass ein Symbol (zB ein Fan-T-shirt) sie erkenntlich zu einem Mitglied einer bestimmten Gruppe macht (Harry-Potter-Fanclub). Sie ist nicht gut mit ihren eigenen Gefühlen in Verbindung und überspielt ihr Unglück, indem sie sich möglichst viel Wissen ansammelt.
Sexualtrieb: Für die sexuelle 5 ist es sehr schwer sich auf einen Partner einzulassen, denn in diesem wird das Göttliche gesucht. Um nicht zu viel zu spüren, muss er seine Gefühle auf irgendeine Weise bedämpfen.

6. Der Zweifler

Selbsterhaltungstrieb: Dieser Subtyp ist von Misstrauen geprägt. Er ist unsicher, vermeidend und zögernd. Aus Furcht, dass die anderen Menschen ihr etwas antuen könnten, kümmert sich die 6 um diese Menschen, um ihre Gunst zu erhalten.
Sozialtrieb: Die soziale 6 wird von ihrer Furcht in die Gehorsamkeit gezwungen. Sie hält sich streng an Ideologien, die ihr Sicherheit geben und sie hat ein hohes Maß an Pflichtgefühl. Sie ist ein Idealist, der sich in seiner Gemeinschaft wohlfühlt, da sie dort weniger Angst verspürt. Das eigene Pflichtgefühl und geregelte Abläufe halten die Angst im Schach.
Sexualtrieb: Die Strategie der sexuellen 6 ist die Kompensation der Angst durch äußere Schönheit oder Stärke. Sie erlaubt sich keine innere Schwäche zu zeigen und tendiert dazu anderen Furcht einzuflößen, um sie auf Distanz zu halten.

7. Der Glückssucher

Selbsterhaltung: Die 7 wird von ihrer Unersättlichkeit angetrieben, und kann nie genug bekommen. In Kombination mit dem Selbsterhaltungstrieb wird sie gierig und ist unersättlich beim Essen und Sex. Sie möchte immer mehr Spaß haben und hat dadurch eine freudige Aktivität, die sie bei anderen sehr beliebt macht.
Sozialtrieb: Im sozialen Umfeld wird sie zum Märtyrer, zum schwarzen Schaf der Familie. Sie übernimmt die Rolle der immer freundlichen Person, sucht zwar keine Aufmerksamkeit, bekommt sie aber. Auch wenn sie selbstständig und organisiert handelt, begibt sie sich nicht selten in die Haltung des Opfers.
Sexualtrieb: Die sexuelle 7 hat Freude an sexuellen Abenteuern. Sie ist leicht manipulierbar, naiv und verliebt sich schnell. Sie kann nie genug haben und wehrt dadurch den großen Schmerz aus der Kindheit, mit dem Gefühl der Leichtigkeit ab.

8. Der Kämper

Selbsterhaltungstrieb: Diese Ausprägung der 8 braucht keinen Luxus. Sie ist ein genügsamer Minimalist, die in ihrer Überzeugung nichts und niemanden zu brauchen, etwas Machtvolles sieht. Sie ist ein Überlebenskünstler, kann kühl und egoistisch wirken. Das Gefühl keinen Anschluss und keinen materiellen Reichtum zu brauchen, obwohl sie es haben könnte, gibt ihr Stärke und Macht.
Sozialtrieb: Sie ist ein sehr loyaler Mensch. Freunde bleiben Freunde und für diese steht sie auch ein. Aggression wird im Sinne des Guten eingesetzt. Feinde bleiben allerdings Feinde und werden auch wie solche behandelt. Sie ist unabhängig, doch ihre Stärke ist nur eine Flucht, vor dem verletzten inneren Kind.
Sexualtrieb: Auch hier ist die Loyalität für sie sehr wichtig. Der Partner wird in Besitz genommen, und die 8 gehört ihrem Partner vollständig. Sie liebt mit einer Leidenschaft und Intensität die gut durch das Motto „du gehörst mir und ich gehöre dir“ beschrieben werden kann. Sie sorgt sich um ihren Besitz und wirkt stark und gesund.

9. Der Friedliebende

Selbsterhaltungstrieb: Ihre mentale Betäubung schafft sich die 9 meist durch den Konsum von zu viel Essen. Sie hat großen Appetit und fürchtet nicht genug zu bekommen, was sie immer weiter essen lässt. Sie ist sehr gutgläubig, braucht viel Ruhe und hat manchmal depressive Tendenzen, da sie durch ihre Betäubung nicht viel von ihrer Außenwelt mitbekommt.
Sozialtrieb: Der Sozialtrieb holt die 9 aus ihrer Trägheit raus, sodass sie mehr Energie spürt, entschlossen agiert und wenn nötig auch kämpferisch wird. Sie spüren und verstehen andere sehr gut, doch muss sich der Gefahr bewusst sein, sich selbst zu verlieren.
Sexualtrieb: Die sexuelle 9 ist pflegeleicht. Ihre Anwesenheit ist im Raum oft nicht zu spüren. Durch ihre Unfähigkeit „Nein“ zu sagen, wird sie häufig missbraucht, und dadurch verstärkt dich das Motiv zur Betäubung. Sie sucht nach jemanden, mit dem sie eine ganz besondere Verbindung hat, jemanden mit dem sie verschmelzen kann.

Das Enneagramm Seminar



  • Enneagramm - was ist das?
  • Woher kommt das Enneagramm?
  • Anwendungsmöglichkeiten
  • Triade: Bauch - Herz- Kopf
Enneagramm allgemein

Die eigene Fixierung finden

Nun stellt sich die Frage, wie man seine eigene Fixierung finden kann, wenn sie einem nicht schon aufgefallen ist. Es gibt Typen-tests, welche anhand von Fragen analysieren, zu welchem Typen die getroffenen Aussagen am besten zuzuordnen sind. Diese Tests geben einen guten ersten Eindruck, doch müssen sie richtig eingeordnet werden.
Die Enneagramm-Typen bilden unbewusste, implizite Motive und Eigenschaften ab. Da sie nicht oder nur sehr schwer bewusstseinszugängig sind, können sie durch Erfragung nicht erhoben werden. In der Psychologie werden Fragebögen zwar oft verwendet, um bestimmte Persönlichkeitseigenschaften zu erheben, aber das Enneagramm stellt die tieferen Charakterwurzeln da. Bestimmte Emotionen und Eigenschaften können von jeder Person mit jeder Fixierung erlebt werden, aber die unterschiedlichen, impliziten Motive sind typspezifisch.
Eine weitere Möglichkeit ist, sich die Qualitäten, tiefsten Sehnsüchte und Subtypen genauer anzuschauen, um mögliche Resonanzen zu entdecken, die einen ersten Eindruck formen können.


  1. Welches Hauptgefühl kannst Du in Dir entdecken? Wut; Selbsthass/Wunsch nach Anerkennung; Angst
  2. Welche tiefste Sehnsucht verspürst du in dir? Geliebt sein; Anerkennung verspüren; Sicherheit zu haben
  3. Welcher Instinkt beeinflusst mein Leben am stärksten? Selbsterhaltungstrieb/Überlebensinstinkt; Sexueller Instinkt; Sozialer Instinkt

Anwendungsfelder

Insbesondere wird das Enneagramm im persönlichen und beruflichen Coaching verwendet. Es enthält nützliches Wissen über Denk-, Verhaltens, und Affektmuster. Es unterstützt beim Verständnis der eigenen Motive und Sehnsüchte. Der Umgang mit dem Enneagramm dient der Orientierung bei Lebensfragen und -veränderungen. Das Individuum gewinnt Verständnis für sich selbst und die Eigenarten anderer Menschen. Es gewährt Einblicke in verständnisvollere Führungsstile und lässt Führungskräfte ihre Mitarbeiter und deren Bedürfnisse verstehen. Zudem kann das Beziehungsverständnis des Enneagramms zu besseren Teamcoachings führen, da das Verständnis der einzelnen Typen, die Zusammenarbeit verbessert. Doch nicht nur das Verständnis für die Eigenarten der anderen ist hilfreich. Auch die Stärken der jeweiligen Typen können bewusst in Aufgaben, die ihren Stärken entsprechen, eingesetzt werden. Ein anderes Anwendungsfeld ist das der Enneagramm-Homöopathie. Den verschiedenen Typen wird ein bestimmtes homöopathisches Arzneimittel verschrieben, welches ihrer Fixierung entspricht.

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