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Kunsttherapie

Kunsttherapie
Kunsttherapie (Pixabay: © bodobe)

Ein häufiges Vorurteil gegenüber dem Thema Kunsttherapie ist, dass man um eine Kunsttherapie bei einem Therapeuten zu machen künstlerisch begabt sein muss. Diese Annahme entspricht jedoch nicht der Realität. Eine Kunsttherapie kann jeder, der es möchte, in Anspruch nehmen. Denn bei der Kunsttherapie geht es entgegen der Annahme der meisten Menschen nicht darum Kunst zu erschaffen, sondern darum Zugang zu seiner eigenen inneren Welt zu bekommen und sich mit sich selbst und seinem Inneren auseinander zu setzen. Kunsttherapie wird aus diesem Grund manchmal auch als „Spiegel zur Seele“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Ziele
  3. Geschichte
  4. Kunsttherapie und Krankenkasse
  5. Ansätze und Methoden
  6. Anwendungsbereiche
  7. Kunsttherapeut Studium
  8. Literatur

Definition

Die theoretische Prämisse der Kunsttherapie ist es, dass das Gestalten von Bildern und Arbeiten mit verschiedenen künstlichen Medien eine heilende Wirkung auf den Menschen haben kann. Kunsttherapie ist dabei nicht unimodal ausgerichtet, sondern bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Methoden, Ansätzen und Techniken mit welchen gearbeitet werden kann. So wird beispielsweise nicht nur mit Stift und Papier oder anderen Farben, also malerisch gearbeitet, sondern auch mit plastisch-skulturellen Techniken und Materialien wie Ton oder mit Fotographie. Auch andere Künste wie Musik, Schauspiel oder Tanz oder Poesie finden in der Kunsttherapie Anwendung.

Gemeinsam haben alle diese unterschiedlichen Techniken und Methoden, dass sie innere Bilder erzeugen oder hervorbringen sollen, welche durch die jeweils gewählte Kunstform nach außen getragen werden. Durch diesen nonverbalen Ausdruck der persönlichen Empfindung empfinden vielen Menschen die Kunsttherapie als eine der angenehmsten Therapieformen, da sie nicht von Beginn an gezwungen sind ihre Anliegen oder Probleme zu versprachlichen. Aus diesen Gründen zählt die Kunsttherapie zu den patientenzentrierten Therapieformen.

Ziele

Durch das nonverbale Ausdrücken Ihrer Erinnerungen und Emotionen ist es den Patienten in einer Kunsttherapie möglich zu lernen ihre Umwelt und sich selbst auf eine andere Art und Weise wahrzunehmen. Außerdem bietet Kunsttherapie Entspannung vom Alltag und Zeit, welche man für sich selbst hat. Durch die Beschäftigung mit sich selbst können durch diese Form der Therapie das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gestärkt werden und die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten besser erkannt werden, woraus eine ressourcenaktivierende Wirkung der Therapieform resultiert. Hauptzielsetzung einer Kunsttherapie ist es zu sich selbst zu finden, also die Frage „Wer bin ich?“ zu beantworten und sein Leben um sich herum so umzugestalten, dass es zu der eigenen Persönlichkeit, den eigenen Ziele, Fähigkeiten und Wünschen passt. Durch diese Wirkungsweise ist eine stärkende Wirkung der Kunsttherapie auf die Resilienz der persönlichen, sozialen und ökonomischen Gesundheit zu verzeichnen und fördert die Eigenverantwortung und Eigeninitiative.

Geschichte

Die Kunsttherapie ist eine relativ junge und neue Therapieform. Ihre Entstehung ist etwa Mitte des zwanzigsten Jahrhundert unabhängig voneinander in Europa und den USA zu verzeichnen. Bereits rund hundert Jahre zuvor um 1850 herum kamen Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass Arbeiten mit der Hand gut für Geist und Seele sei. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Menschen, welche psychische Auffälligkeiten oder Krankheiten zeigten einfach zusammengesammelt und in einer Anstalt untergebracht, wo sie quasi die Zeit bis zum Ende ihres Lebens absaßen. Mit dieser neuartigen Erkenntnis ergaben sich auch neue Methoden im Umgang mit psychisch kranken Menschen, denn diese durften von nun an die Räumlichkeit ihrer Anstalt verlassen und im Garten oder auf dem Feld Arbeiten mit der Hand ausführen. Auch gesellschaftlich höher gestellte Menschen begannen auf Grundlage dieser Erkenntnis nun ihre Gefühle und Probleme in Form von Bildern und Skulpturen, denn diese Arbeiten waren ihrem Stand angemessener als die grobe Arbeit auf dem Feld oder im Garten, Ausdruck zu verleihen. Um 1920 herum entstanden aus dieser Bewegung heraus die ersten Ateliers, in welchen verschiedene Kunstformen ausprobiert werden konnten. Bekannt ist weiterhin eine Ausstellung, welche von Hans Prinzhorn organisiert worden war, welcher die Bilder von Menschen mit psychischen Erkrankungen gesammelt hatte und diese der Öffentlichkeit zur Betrachtung bereitstellte. Einen Rückschlag erlitt das Konzept der Kunsttherapie durch die Entwicklung der ersten Psychopharmaka um 1950, welche einen einfacheren und schnelleren Weg der Behandlung der Symptome von psychischen Erkrankungen ermöglichte. Dennoch ist die Kunsttherapie auch heute noch weit verbreitet und findet in vielen Bereichen der medizinischen Vorsorge, Behandlung und Rehabilitation Einsatz.

Kunsttherapie und Krankenkasse

In den meisten Ländern, so auch in Deutschland, wird Kunsttherapie als Teil des psycho-sozialen Angebots in vielen klinischen Einrichtungen als auch als ambulante Therapieform praktiziert. Außerhalb eines Klinikaufenthalts und bei diesem auch nur in Kombination mit anderen Therapieformen wird Kunsttherapie in Deutschland nicht gesetzlich durch die Krankenkasse unterstützt oder abgesichert. In einigen anderen europäischen Ländern wie beispielsweise der Schweiz und in Großbritannien ist Kunsttherapie im Unterschied dazu schon seit Jahren ein fester Bestandteil des klinischen Gesundheitswesens.

Ansätze und Methoden

Künstlicherisch-kunstpädagogischer Ansatz

Durch Emotionen entsteht eine Beziehung zwischen Formen, Bewegungen, Körper und Geist. Aus diesem Grunde ist für die Anwendung einer Kunsttherapie nach dem künstlicherisch-kunstpädagogischen Ansatz nicht die Kunst an sich von Bedeutung, also nicht der Intellekt, sondern die Entstehung der Kunst. Es wird also beobachtet wie mit Bewegung und Farben umgegangen wird. Eine bekannte Methode für diesen Ansatz ist das Messpaining.

Psychotherapeutischer Ansatz

Der Mensch setzt sich täglich mit inneren Bildern auseinander sei es beim sich Erinnern an eine Situation oder bei dem Denken und Planen einer kommende Situation. Sogar im Schlaf, nachts beim Träumen sehen wir Bilder vor unserem inneren Auge. Besonders fest verankert in unserer Erinnerung sind sehr positive und aber auch sehr negative Bilder. So haben viele Menschen beispielsweise ein sehr detailliertes Bild ihrer letzten großen Krise im Kopf. Auch Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung oder anderen an traumatische oder angstauslösenden geknüpften psychischen Störungen haben häufig ein Problem damit, dass ihnen immer wieder dieselben verängstigenden Bilder in den Kopf kommen. Im klinischen Sinne spricht man dabei häufig von so genannten „Flashbacks“. Nach dem psychotherapeutischen Kunsttherapie Ansatz werden solche Menschen gebeten, die entsprechenden Situation oder damit verknüpfte Erinnerungen und Gefühle zu zeichnen. Nach diesem Prozess wird dann gemeinsam mit dem Therapeuten über das Bild gesprochen. Klassische Fragen können sein „Was malst du?“ oder „Was empfindest du dabei?“.

Anthroposophischer Ansatz

Der anthroposophische Ansatz geht davon aus, dass leibliche und seelische, sowie geistige Prozesse durch das bildnerische Gestalten angeregt werden können. Dabei zählen nach diesem Ansatz zum „bildnerischen Gestalten“ nicht nur das Zeichnen und Malen, sondern noch drei weitere Grundtherapieformen. Die vier Grundtherapieformen des anthroposophischen Ansatzes sind:

  • Therapie mittels Musik
  • Maltherapie
  • Therapeutische Sprachgestaltung
  • Plastisch therapeutisches Gestalten

Kunstorientierter / kunstbasierter Ansatz

Der kunstorientierte / kunstbasierte Ansatz fasst mehrere kunsttherapeutische Ansätze zusammen. Gemeinsam ist alle diesen Ansätzen, dass sie intermodal ausgerichtet sind. Damit beziehen kunstorientierte / kunstbasierte Ansätze nicht nur eine Form der Kunst mit ein, sondern verschiedene Künste wie beispielsweise Tanz, Schauspiel, Musik oder Poesie. Dieser Ansatz bewegt sich damit weg von der klassischen Maltherapieform der Kunsttherapie. Zu den kunstorientierte / kunstbasierte Ansätze zählen:

  • Der kunstphilosophische Ansatz
  • Der anthroposophische Ansatz
  • Der philosophische Ansatz

Diesen drei Ansätzen ist gemein, dass sie sich nicht direkt mit dem Problem des Klienten beschäftigen, sondern in Form einer lösungsorientierten Ausrichtung versuchen eine Dezentralisierung des Problems zu erwirken. Ziel dieses Verfahrens ist es also, den bisher auf das Problem fokussierten Blick des Klienten vom Problem zu lösen und zu weiten, sodass sich für den Kunden neue Lösungsmöglichkeiten und Perspektiven eröffnen.

Anwendungsbereiche

Farben
Farben (Pixabay: © garageband)

Die Einsatzfelder der Kunsttherapie sind sehr breit gefächert. So kann beispielsweise Musiktherapie bereits mit wenige Monate alten Babys und sogar mit Frühgeborenen durchgeführt werden. Aber auch Erwachsene mit persönlichen Problemen können im klinischen, pädagogischen oder sozialen Bereich gemeinsam mit einem Kunsttherapeuten an ihrer persönlichen Weiterentwicklung oder der Lösung ihrer Probleme arbeiten. Aber auch im hohen Alter, in der Arbeit mit Senioren oder Altersheimbewohnern kann professionelle Kunsttherapie unterstützend wirken.

Kunsttherapie kann auch bei verschiedenen psychischen Erkrankungen und somatischen Störungen eingesetzt werden. So gibt es beispielsweise Studien, welche zeigen, dass sich die Demenz- und Parkinsonpatienten durch Bewegungen zu Musik ruhiger wurden oder sie nach diesen Übungen längere klar Phasen zeigten. Auch bei der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen von beispielsweisen Flüchtlingen oder anders traumatisierten Menschen kann Kunsttherapie helfen sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Bei depressiven Patienten konnte nachgewiesen werden, dass sich ihre Selbstwahrnehmung sowie Sensibilität durch kunsttherapeutische Anwendungen verbessert hat. Außerdem konnten diese Patienten nach der Therapie ihre eigenen Grenzen besser erkennen und darstellen und negative Gedankengänge leichter erkennen, stoppen und umlenken. Auf viele Patienten mit einer psychischen Störung kann Kunsttherapie weiterhin einen beruhigenden und ausgleichenden Effekt habe. Weitere Störungsbilder, welche mit Kunsttherapien bearbeitet werden können sind: Essstörungen, Schizophrenien und Erschöpfungsdepressionen sowie Burnout-Fälle.

Auch in der somatischen Krankheitsbehandlung kann die Kunsttherapie Anwendung finden. So praktizieren beispielsweise viele onkologische (krebs) Patienten in Rehabilitationszentren kunsttherapeutische Maßnahmen, durch Zuversicht und Selbstvertrauen in Bezug auf die Krankheit gefördert werden und die Patienten mit weniger Angst und offener über ihre Einschränkungen und Krankheitssymptome sprechen können.

Kunsttherapeut Studium, Weiterbildung, Beruf?

Kunsttherapeut werden kann man über unterschiedliche Wege. Zum einen kann man eine kunsttherapeutische Ausbildung in einer Therapiepraxis machen. Andererseits ist es jedoch auch seit einigen Jahren möglich Kunsttherapie an unterschiedlichen Fachhochschulen, Universitäten und privaten Instituten zu studieren. Im Rahmen des Studiums der Kunsttherapie können ein Bachelor of Arts und ein Master of Arts erworben werden. Inhalte des Studiums sind zum einen kunstgeschichtliche also theoretische Inhalte, jedoch auch viele praktische Beispiele und praktische Arbeiten, welche häufig im Selbststudium angefertigt werden müssen. Auch eine Promotion sowie ein Fernstudium sind im Fach Kunsttherapie möglich. Viele Kunsttherapeuten haben auch ein klassisches Kunststudium abgeschlossen und dann eine Fortbildung zum Kunsttherapeuten angeschlossen. Auch wenn Kunsttherapie in Deutschland nicht als Psychotherapieformat staatlich abgerechnet werden kann gibt es auch für Psychotherapeuten eine Weiterbildung im Bereich der Kunsttherapie.

Literatur

KunstTherapie: Künstlerisches Handeln - Wirkung - Handwerk

KunstTherapie: Künstlerisches Handeln - Wirkung - Handwerk

636 Seiten, Schattauer; Auflage: 1 (18. Januar 2017)
ISBN 3794530985

Flora von Spreti, Philipp Martius, Florian Steger

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Kunsttherapie - aus der Praxis für die Praxis: Materialien - Methoden - Übungsverläufe

Kunsttherapie - aus der Praxis für die Praxis: Materialien - Methoden - Übungsverläufe

328 Seiten, modernes lernen; Auflage: unveränderte (22. Juni 2016)
ISBN 9783808006634

Christine Leutkart, Elke Wieland, Irmgard Wirtensohn-Baader

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Grundlagen der Kunsttherapie

Grundlagen der Kunsttherapie

347 Seiten, UTB GmbH; Auflage: 4 (9. Mai 2016)
ISBN 3825246108

Karl-Heinz Menzen

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Praxis der Kunsttherapie

Praxis der Kunsttherapie

184 Seiten, Schattauer; Auflage: 3., überarb. Aufl. 2012 (2. Oktober 2012)
ISBN 3794529243

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