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Wer bin ich?

Mit dieser existenziellen Frage beschäftigen sich die Menschen schon seit sie existieren.
Gelehrte der Philosophie, Forscher und Wissenschaftler versuchen seit Jahrtausenden das Wesen des Ichs zu erfassen.

Wer bin ich?
Wer bin ich? (Unsplash: © Kyle Glenn)

Was macht uns aus und was macht jeden Einzelnen von uns zu dem, was er ist? Sind wir unsere Werte, unser Geist, unsere Inspiration oder die Summe unserer Eigenschaften? Sind wir unsere Interessen? Was macht einen Menschen so unverkennbar, dass er sagen kann, „Das bin ich“?

Um die Antwort darauf zu finden, muss man sich zunächst anschauen, wie das „Ich“ definiert wird.
Salopp gesagt, steht das „Ich“ für die eigene Person - die Person, die das eigene Leben durchlebt.

Schön und gut, aber abgesehen vom Durchleben des eigenen Lebens – da muss doch noch mehr sein.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wer bin ich und was ist das Ich?
  2. Wie bin ich charakterlich?
  3. Was ist Identität?
  4. Was sind meine Stärken und Schwächen?
  5. Was will ich wirklich?

Wer bin ich und was ist das Ich?

Der Mensch ist laut Forscher-Meinung das einzige Lebewesen mit einer Vorstellung vom eigenen Ich. Er hat somit nicht nur das Bewusstsein über die eigene Vergänglichkeit, sondern er stellt sich auch die Frage nach dem Wesen des Ichs.

Kreuzung
Kreuzung (Unsplash: © Ryoji Iwata)

Jeder Mensch ist einzigartig. Es gibt kein Individuum zweimal, denn sogar eineiige Zwillinge können ganz unterschiedliche Charaktere, Eigenschaften und Empfindungen haben. Menschen können sich sehr ähnlich sein und die gleichen Wesenszüge aufweisen, aber sie sind doch alle irgendwie unterschiedlich. Was also ist dieses Ich?

Das Ich in der Psychologie

Auf kaum einem anderen Fachgebiet wird sich so intensiv mit dem Ich befasst, wie in der Psychologie. Die Persönlichkeit des Menschen ist das Kernstück der Forschung und befasst sich mit dem menschlichen Ego, dem Ich.

Was macht den Menschen zu einem Individuum? Sind es die Triebe? Ist es sein Charakter oder sind es seine Werte? Vielleicht doch etwas ganz anderes?

Die Forschung fand heraus, dass ein Gefühl für das Ich-Bewusstsein im Alter von etwa 3 Jahren beginnt. Vorher reden Kleinkinder in der 3. Person von sich. Das Bewusstsein über die eigenen Körpergrenzen und Wahrnehmungen nimmt zu und das Kind entwickelt sich schließlich zu einer eigenständigen Persönlichkeit, die sich über ihre Einzigartigkeit bewusst wird.

Das Freud´sche Strukturmodell der Psyche geht davon aus, dass sich die Psyche eines jeden Menschen in drei Instanzen aufteilt. Grob dargestellt:

  • Über-Ich (Werte, Moral, Erziehung): Von der Gesellschaft geprägt
  • Ich (Vermittler, Denken des Alltags)
  • Es (Triebe, Bedürfnisse): angeboren

Das Konstrukt soll das menschliche Verhalten erklären. Das Ich agiert in diesem Modell als logischer Vermittler, zwischen Trieb und Gewissen, um dem Menschen das Leben in einer Gesellschaft zu ermöglichen. Aber auch hier bleibt die Frage nach dem konkreten Wesen, dem Kern des Ichs offen.

Das Ich in der Religion

Wer spirituell bewandert ist, der bezieht den Aspekt der Seele als das Ich in seine Weltanschauung und Taten mit ein. Im Bereich der Religion und Spiritualität findet die Seele eine große Bedeutung. In vielen Religionen und Glaubensrichtungen geht man davon aus, dass jedes Lebewesen eine Seele besitzt, welche das Ich ausmacht.

Beispielsweise geht man im Buddhismus davon aus, dass keine Existenz ein festes Selbst hat. Die Seele, das Ich ist kein fester Wesenskern, sondern ein sich ständig änderndes Schwingungsfeld aus Gefühlen und Gedanken. Ziel im Buddhismus ist das Erlangen des Nirwana, die Erlöschung des Ichs, der Seele.

In der katholischen Kirche hingegen gilt die Seele als unsterblich. Wer stirbt, geht dem Glauben nach in das himmlische Paradies zu einem Gott über. Das Ich, also die Seele, bleibt bestehen.

Rosenkranz
Rosenkranz (Unsplash: © James Coleman)

Es gibt zahlreiche Glaubensrichtungen und Weltanschauungen, die sich mit dem Ich befassen. Wissenschaftlich beweisen ließ sich bis jetzt jedoch keine der Annahmen.

Das Ich in der Hirnforschung

In der Hirnforschung geht man davon aus, dass das menschliche Gehirn die Wahrnehmung der Außenwelt steuert. Mit seinen etwa 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) gibt das Gehirn elektrische Impulse weiter. Jeder Gedanke bedeutet Hirnaktivität. Auch der Blick auf uns selbst geht von unseren Gedanken, also dem Gehirn, aus. Entsteht hier das Bewusstsein?
Alles, was wir wahrnehmen lässt sich als Gehirnaktivität erkennen und nachweisen.

Lange Zeit vermutete man, dass der Sitz des Ichs in drei bestimmten Hirnarealen sitzt. Tests mit einem hirngeschädigten Probanden zeigten jedoch, dass dieser durchaus eine Selbstwahrnehmung besaß, was zur Annahme führte, dass das Bewusstsein vielmehr eine komplexe Wechselwirkung verschiedener Gehirnregionen ist.

Obwohl die Frage wie das Gehirn Ich-Bewusstsein produziert noch nicht geklärt ist, finden vor allem im Bereich der dissoziativen Persönlichkeitsstörung Untersuchungen statt. Das heißt, wenn ein Mensch verschiedenen Teilpersönlichkeiten hat, die verschiedene Charaktereigenschaften, Wesenszüge und Lebensläufe aufweisen. Ein Mensch hat somit mehrere Ichs, welche unter Umständen gar nichts voneinander wissen. Ursachen hierfür sehen Experten in traumatischen Kindheitserlebnissen, die die Entwicklung einer einheitlichen Persönlichkeit verhindert haben.

Gehirn
Gehirn (Unsplash: © Alina Grubnyak)

Die Wissenschaft steht noch relativ am Anfang was die Erforschung des Bewusstseins angeht, jedoch könnte sich in Zukunft das Rätsel um das Ich-Bewusstsein sogar ansatzweise medizinisch erklären lassen, wenn es denn tatsächlich medizinischer Natur sein sollte.

Das Ich während der Nahtoderfahrung

Dass das Ich-Bewusstsein nicht mit dem Gehirn zusammenhängen kann, sagen Nahtodforscher, die mit Betroffenen über ihre Erlebnisse gesprochen haben. Zu dem Zeitpunkt, als Menschen von Ärzten als klinisch Tod diagnostiziert wurden, also keinerlei Hirnaktivität zeigten, erlebten sie bewusst einen Austritt aus dem eigenen Körper. Das Ich-Bewusstsein war in diesem Zustand da, und alle Erinnerungen und Emotionen aus dem Leben der Person waren präsent. Viele Menschen, die eine Nahtod-Erfahrung erlebt haben, berichten von einem Gefühl der Schwerelosigkeit, während sie im außerkörperlichen Zustand waren. Auch die geistige Verbindung zu einer höheren Instanz wird häufig erwähnt. Diese klinisch toten Menschen waren laut eigener Aussage in einem Zustand universellen Wissens, in welchem ihr Ich-Bewusstsein ein Teil dieses Wissens war.

Im Zustand des Nahtods sollen die Betroffenen sogar die Gespräche der Ärzte gehört haben, während diese die Wiederbelebungsmaßnahmen einleiteten. Sie konnten das Gesagte korrekt wiedergeben und nahmen ihren leblosen Körper von oben wahr. Wie wäre dieses Wissen ohne Bewusstsein möglich? War es tatsächlich die Seele, die den Körper verlassen hat, oder ein letztes Aufzucken von sterbender Hirnaktivität, die den Austritt als wunderschöne Illusion verpackt hat? Out-of-Body-Experiences zeigten sich aber nicht nur beim Nahtod, sondern auch in der Hirnforschung. Hierzu manipulierte man bei Versuchsteilnehmern bestimmte Hirnareale mit Elektroden. Kurz darauf sahen sich die Probanden oberhalb ihres Körpers schweben. Ob das Ich außerhalb des Körpers existieren kann, oder doch im Gehirn liegt und der Nahtod lediglich eine Illusion ist, darüber streitet sich die Medizin.

Wie bin ich charakterlich?

Man stelle sich einen Menschen vor, der einfach immer gut gelaunt ist und stets ein Lächeln auf den Lippen hat. Er hat einen Job, der ihm Spaß macht, zwei gesunde Kinder und einen liebenden Partner. Darüber hinaus ist er auch sehr zuverlässig, ein unterhaltsamer Spaßvogel und zudem sehr belesen. Gerne hilft er bei hohem Arbeitsanfall seinen Kollegen und für seine Freunde hat er stets ein offenes Ohr. Was er nicht mag, ist Unpünktlichkeit – das treibt ihn zur Weißglut - und kalten Kaffee kann er nicht ausstehen. Stattdessen genießt er es viel mehr im Park zu sitzen, die Menschen zu beobachten und über das Leben zu sinnieren. In seinem Gedankenfluss kommt diesem Menschen die Frage aller Fragen in den Kopf: „Wer bin ich?“

Mann im Park
Mann im Park (Unsplash: © Brooke Cagle)

Genau wie unser Protagonist aus diesem Beispiel, haben auch wir unsere guten und schlechten Eigenschaften, unsere Emotionen, Interessen und Gedanken. Aber was davon sind wir? Sein Umfeld nimmt unsere Hauptperson wie oben beschrieben wahr: Der Hilfsbereite, der Pünktliche, der Gebildete, der Spaßvogel… Aber das sind eben nur Facetten eines Menschen, in einem bestimmten Augenblick. Kurze Momentaufnahmen aus einem Leben.

Wie nimmt sich unser Protagonist selbst wahr? Wurde er in seinem Leben von Menschen inspiriert? Hatte er Vorbilder, die ihn geprägt haben und hat er gewisse Eigenschaften verinnerlicht, oder hält er nur eine Fassade aufrecht, um dem Fremdbild gerecht zu werden? Er kennt sich schließlich auch privat, wenn er mal nicht lächelt, keine Lust hat jemandem zuzuhören oder selbst zu spät kommt – wäre er seine Eigenschaften, dann hätte er diese wohl bei jeglicher Abweichung verloren und wäre nicht mehr er selbst. Somit kann das auch nicht die richtige Antwort sein.

Menschen suchen Identität. Sie brauchen sie als beständige Konstante in ihrem Leben – als Basis, auf der alles weitere aufbaut. Was das wahre Wesen eines Individuums ausmacht, haben einige Menschen bereits für sich herausgefunden.

Sie identifizieren sich über ihren Beruf, ihren Besitz oder ihre Talente. Scheitern sie, bekommt das eigene Selbstwertgefühl einen Knick. Dass sie hierbei einer Täuschung unterliegen, merken sie meist nicht.

Eigenschaften werden uns von der Außenwelt zugeordnet. Man nimmt Menschen mit ihren Eigenschaften wahr und kategorisiert sie: fleißig, faul, melancholisch, fröhlich, klug, dumm…
Das Problem fängt dort an, wo sich der Mensch über die Fremdwahrnehmung identifiziert.

Was ist Identität?

Generell denkt der Mensch, er sei etwas Außergewöhnliches. Jemand, dessen Meinung Wert hat und der gehört werden muss. Einer von Millionen, der morgens Toast mit Marmelade isst, genau wie alle anderen zur Arbeit fährt, in seiner Freizeit Fußball spielt und - wie so viele andere Menschen - über Loriot lacht. Und genau dann, ist er wie all die anderen Individuen auch. Wie kommt es also, dass man sich doch als einzigartige, sich von allen unterscheidende Persönlichkeit wahrnimmt und vom Ich redet?

Jemand, der jahrelang aufgrund seiner hervorragenden beruflichen Leistung gewürdigt wird, beginnt früher oder später sich mit seiner Arbeit zu identifizieren. Er sieht sich als Macher, als Profi, als Leistungsträger – ein fataler Fehler, der mit seinem wahren Ich überhaupt nichts zu tun hat. Was, wenn er mal nicht mehr die Leistung bringt? Ist er dann nicht mehr der, der er war? Oder ist es lediglich eine Veränderung seiner Fähigkeiten in einer bestimmten Lebensphase?

Gefühle, Interessen und bestimmte Eigenschaften unterliegen einem steten Wandel und so ändert sich auch der Mensch im Laufe seines Lebens. Er fängt vielleicht an, sich für Musik zu begeistern, hört mit dem Rauchen auf, fängt mit Kampfsport an, genießt öfter seine Ruhe oder wechselt seinen Beruf. Er wird Veganer oder Gang-Mitglied. Welche Entscheidung auch immer ein Mensch im Leben trifft, er entwickelt sich in eine bestimmte Richtung weiter und bleibt doch er selbst.

Kampfsport
Kampfsport (Unsplash: © Charlein Gracia)

Demnach kann ein Mensch also nicht die Summe seiner Gewohnheiten, Interessen und Gedanken sein. Das Ich ist auch nicht der Lebenswandel. Es muss etwas jenseits von Charaktereigenschaften geben, das sein Wesen ausmacht. Hat das Ich womöglich mit Dingen zu tun, die Beständigkeit haben, so wie der Name oder die Herkunft? - Wohl kaum, denn das sind lediglich durch äußere Umstände entstandene Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben. Das Ich jedoch, entspringt aus dem Inneren.

Was sind meine Stärken und Schwächen?

Vielleicht spielen bei der Frage nach dem Ich unsere Talente eine Rolle. Talente sind nichts anderes, als eine angeborene Begabung auf einem bestimmten Gebiet, die sich durch überdurchschnittliche Leistung und vergleichsweise schnelle Fortschritte zeigt. Ist der talentierte Pianist, dem das Klavierspiel in die Wiege gelegt wurde, etwa nicht mehr er selbst, wenn er bei einem Unfall seine Hände verliert? Auch hier muss verneint werden. Talente und Neigungen können also nicht die Antwort sein.

Bestimmt hat sich jeder schon einmal die Frage gestellt: „Was sind meine besten Eigenschaften? Was meine schlechtesten?“ Auf unserem Lebensweg machen wir Erfahrungen, die uns prägen. Dadurch verändert sich die Sicht auf viele Dinge. Wir stoßen alte Gewohnheiten ab, entwickeln neue und sind auf der Suche nach uns selbst. Während dieser Selbstfindung durchläuft jeder Mensch einen Prozess, der nicht selten die Wer bin Ich-Frage aufwirft.

Da liegt die Annahme nicht fern, dass man sich über die guten und schlechten Eigenschaften definiert. Da diese sich aber ändern können, können sie nicht das Ich sein.

Was will ich wirklich?

Typischerweise geht mit dieser Frage auch die Was will ich-Frage einher. Da das Streben nach Glück dem Menschen innewohnt, wird er sein Leben möglichst so ausrichten, um dies zu finden. Wie man „Glück“ definiert, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ebenso sind Lebensziele so individuell, wie der Mensch selbst. Einige finden ihr Glück in einer intakten Beziehung, andere in körperlicher oder geistiger Selbstoptimierung. Wer unzufrieden ist, sollte sich Zeit nehmen und reflektieren. Nur wer weiß was er will, kann seine Lebenseinstellung ändern und glücklich werden. Womöglich hilft Selbstreflexion nach der Frage Wer bin ich wirklich?

Da die Prägung eines Individuums in der frühesten Kindheit beginnt, manifestiert sich jede Erfahrung, die der Mensch macht, in irgendeiner Weise im Charakterbild bzw. im Verhalten. Es ist der Grund für bestimmte Denk- und Verhaltensmuster. Laut Forschung haben die Gene zu 50% Einfluss auf den Charakter eines Menschen. Die anderen 50% erwirbt er durch äußere Einflüsse und Erfahrungen.

In Balance bleiben
In Balance bleiben (Unsplash: © Jon Flobrant)

Wer mit sich oder seinem Ich nicht im Reinen ist, der sollte ehrlich zu sich selbst sein und sich selbst hinterfragen. Schlechte Gewohnheiten und negative Gefühle kann man ändern. Man muss nur ein Bewusstsein für sich selbst entwickeln, damit das Ich in Balance bleibt.


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