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Selbstwert steigern

Selbstwert
Selbstwert (iStock: © AndreyPopov)

Wenn man den Begriff „Selbstwert steigern“ hört, denkt man vermutlich an unterschiedliche Dinge. Manche denken, es sei eng mit der Psychologie verknüpft. Den inneren Kritiker stumm stellen und sich selbst aufwertende Sprüche sagen. Andere denken komplett gegensätzlich. Beispielsweise, dass man seinen Selbstwert einfach mit einem teuren Auto, anderen materiellen Gütern oder dem ein oder anderen lässigen Spruch steigern kann. Die dritte weit verbreitete Ansicht sagt aus, dass man seinen Selbstwert dadurch steigert, in dem man seine Persönlichkeit optimiert und sich zu seinem eigenen Ideal Selbst entwickelt.

Für jeden, der nicht völlig neu im Gebiet des Coachings ist, ist es überflüssig zu sagen, dass die Kompensierung von Selbstwertproblemen durch materielle Güter kein gesunder und langfristig stabiler Weg ist. Dieser Text wird sich also auf die beiden folgenden Themengebiete fokussieren: Die Herangehensweise der Psychologie durch eine Auseinandersetzung mit dem inneren Kritiker und eine genauere Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit.

Inhaltsverzeichnis

  1. Tipps und Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung
  2. Psychologische Perspektive
  3. Übung

Selbstwert steigern – Tipps und Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung

Tipps & Tricks
Tipps & Tricks (iStock: © carlotoffolo)

Die meisten Menschen, die einen geringen Selbstwert aufweisen sind entweder unzufrieden mit ihrer Persönlichkeit oder können sie für sich selbst nicht richtig deuten. Bei einem weiteren großen Teil der Menschen mit Selbstwertproblemen liegt dies an traumatischen zurückliegenden Ereignissen, die es ihnen erschweren sich selbst zu akzeptieren. Für diese Menschen werden im zweiten Teil, wenn der Selbstwert aus der psychologischen bzw. psychotherapeutischen Sicht beleuchtet wird.

Nun stellt sich zunächst die Frage - wie setze ich mich mit meiner Persönlichkeit auseinander? Ein erster Ansatz wäre, eine Liste mit all den Persönlichkeitseigenschaften die man an sich selbst feststellt zu schreiben. Auch die Eigenschaften, die einem von anderen attestiert werden, sollten hier mit aufgeführt werden. Falls Probleme bei der Erstellung der Liste entstehen, kann hier gerne durch enge Vertraute geholfen werden. Eine weitere Möglichkeit seine eigene Persönlichkeit zu beschreiben ist der REP-Test des kognitiven Psychologen Kelley. Der Test umfasst 18 Rollen. Diese werden mit Personen aus dem sozialen Umfeld ausgefüllt. Je Zeile werden 3 Personen markiert (zwei Personen, die sich ähnlich sind und eine Person als Gegenpol). So entsteht eine Person x Konstrukt Matrix, durch die qualitative und quantitative Aussagen möglich werden. Hauptsächlich wird so offen gelegt, welche Konstrukte eine Person zur Beschreibung von anderen Personen nutzt. So kann man also über die Attribution, die man auf andere Personen anwendet, Rückschlüsse auf die eigene Persönlichkeit ziehen.

Wenn nun die Persönlichkeit so gut es geht zu Papier gebracht wurde, gilt es nun zu bewerten, mit welchen Persönlichkeitszügen man zufrieden ist und mit welchen nicht. Bei den positiv eingeschätzten Eigenschaften sollte man sich fragen, inwiefern man diese nach außen trägt und ob man die Außendarstellung nicht noch mehr verstärken könnte. Bei den negativ eingeschätzten stellt sich nun die Frage – kann man sie ändern? Und wenn nicht, kann man sie akzeptieren? Der bekannte Glücksforscher Mo Gawdat postuliert, dass die Differenz zwischen eigenen Erwartungen und der Realität die Zufriedenheit ausmacht. Wenn man also seine weniger gemochten Seiten akzeptiert und sich beispielsweise, übertrieben gesagt, nicht erhofft als schüchterner Mensch auf einer High Society Party mit fremden Models zu flirten, so kann man auch mit seinen vermeintlich negativen Persönlichkeitseigenschaften zufrieden sein. Diese Erkenntnis führt zu einer Steigerung des Selbstwertes.

Die zweite Disparität in der Persönlichkeit, die zu einem geringen Selbstwert führen kann ist, wie sehr sich die momentane Lebensweise von der gewünschten unterscheidet. Übertrieben gesagt bedeutet dies, ob man seinen Traum lebt oder aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen, einer Profession nachgeht, welche nicht erfüllend ist, beziehungsweise sich einfach nicht richtig anfühlt. Stephan Landsiedel verwendet in diesem Kontext immer wieder eine Frage: Wenn Du wüsstest, dass heute Dein letzter Tag auf dieser Erde ist, würdest Du dann aufstehen und das machen was Du sonst machen würdest? Wenn man dies wörtlich nimmt klingt es natürlich ein wenig übertrieben. Die Nachricht dahinter ist jedoch umso wichtiger. Es geht darum, ob man das in seinem Leben tut, wofür man brennt oder wenigstens auf dem richtigen Weg zu dieser Passion ist. Denn es ist klar, dass man nicht vom einen auf den anderen Tag seine Träume leben kann. Deswegen ist es ratsam, sich kleine kurzfristige Ziele zu setzen. Jedes Ziel, das erreicht wird, sollte auf die eigene Person attribuiert werden (Ich habe das erreicht). Dies steigert den Selbstwert, weil man auf dem richtigen Weg ist und Erfolgserlebnisse feiert. Mit jedem erreichten Ziel sollte man sich dann Schritt für Schritt größere Ziele setzen um dann auf kurz oder lang seinen Traum zu leben.

Zusammenfassend bedeutet dies also:

  • Positive Persönlichkeitseigenschaften hervorheben
  • Negative Persönlichkeitseigenschaften akzeptieren oder an ihnen arbeiten
  • Sich vor Augen halten, wo man im Leben hin möchte
  • Über kleine kurzfristige Ziele darauf hinarbeiten

Selbstwert steigern – Psychologische Perspektive

Psychologie
Psychologie (iStock: © ipopba)

Die psychologische Perspektive versucht zunächst zu klären, wo die Wurzeln des gekränkten Selbstwertes liegen. Die Kindheit ist hier oft ein hilfreicher Anhaltspunkt, da sich Glaubenssätze, die den Selbstwert herunterziehen in dieser Phase besonders leicht festsetzen. Optimaler Weise wachsen Kinder liebevoll auf, sie dürfen Stärken, Talente aber auch Grenzen kennenlernen. In der Phase der Pubertät wird das Selbst - der Übergang vom versorgten Kind zum eigenständigen Erwachsenen - besonders kritisch betrachtet, der gesunde Selbstwert kann ständig auf der Kippe stehen. In dieser Zeit tut viel liebevolle Unterstützung gut, damit Jugendliche spüren, dass sie - auch wenn sie nicht immer einfach handzuhaben sind -, liebenswert sind. Sind also im Kindes- oder Jugendalter Situationen aufgetreten, in denen die Kinder keine Wertschätzung erfahren haben, kränkt dies das Selbstwertgefühl.

Der Selbstwert ist im Erwachsenenleben immer wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt. Es finden ständig Phasen im Leben statt, in denen es sich zeigt, ob ein Mensch mit seinem inneren Kritiker fertig wird oder nicht. So eine Phase kann durch einen neuen Job, in einer neuen Beziehung aber auch bei einer Trennung, Umzug, Verlust und vielen andere Situationen entstehen. Wer seine Denk- und Verhaltensgewohnheiten immer wieder überprüft und auch trainiert, wird von Kleinigkeiten nicht so schnell aus der Bahn geworfen.

Für diese Bewältigung spielt der innere Kritiker in der Psychotherapie und auch im Coaching eine eminent wichtige Rolle. Der innere Kritiker ist die Stimme im Kopf der Menschen, die diesen durchgehend mit Sprüchen versucht davon zu überzeugen, nicht zu genügen. Diese Sprüche können wie folgt lauten und kommen vielen Menschen sehr bekannt vor: „Du kannst nichts“; „Du bist hässlich“; „Das schaffst Du nie“; „Du bist ein Versager“. Das schlimme am inneren Kritiker ist, dass wir ihm nicht einfach aus dem Weg gehen können, denn er lebt ja in unserem Kopf. Das gute an dem inneren Kritiker ist, dass er nur in unserem Kopf lebt. Er ist nur ein Teil der Gedanken und Gedanken kann man kontrollieren. Also ist es Menschen möglich ihren inneren Kritiker auszuschalten.

Bevor mit der Fragetechnik aus der Psychotherapie, bei welcher der Patient mit Hilfe von 6 Fragen eine Selbsterfahrung durchmacht, eine klassische Variante zur Überwindung des inneren Kritikers vorgestellt wird, beleuchten wir zunächst ein Beispiel aus dem NLP/Coaching Bereich. Bei dieser Technik handelt es sich um die Mickey Mouse Technik. Sie wird speziell zu der Überwindung von Ängsten angewendet. Die Stimme des inneren Kritikers wird, wenn er dem Menschen beispielsweise ausreden will, seine Stimme zu erheben, wenn ihn etwas auf der Arbeit stört, einfach durch die Stimme der Disney Figur Mickey Mouse ersetzt. Dies führt dazu, dass die Aussage des inneren Kritikers in gewisser Weise entkräftet wird und der Anwender im besten Fall ein positives Gefühl bekommt, weil er über die Stimme lachen muss. Bei tiefer liegenden Selbstwertproblemen wird jedoch zu einer psychotherapeutischen Methode geraten.

Selbstwert steigern – Übung

Selbstwert
Sich motivieren (iStock: © kieferpix)

Wohin blickt der innere Kritiker? Wenn es bewusster ist, wohin man will und wie es möglich ist seinen eigenen Weg zu gehen, führt dies zu deutlich mehr Souveränität. Die folgenden Fragen und Ihre Antworten dazu, sollten dabei helfen den Umgang mit dem inneren Kritiker zu meistern:

Frage 1: Wer bin ich - was mag ich

Was mögen Sie an sich selbst? Welche Antworten kommen Ihnen spontan zu allererst in den Sinn?

  • Was ich wirklich gut kann, ist...
  • Was ich an mir wirklich sympathisch finde, ist...
  • Was ich in mir an (verborgenen) Möglichkeiten ahne, ist...
  • Mein ganzes Leben lang wollte ich...
  • Was ich unbedingt zum Leben brauche ist...

Frage 2: Womit ich mir das Leben schwer mache

Finden Sie heraus, womit Sie sich selbst einschränken. Das ist der erste Schritt, um es zu verändern.

  • Ich weiche noch immer aus vor...
  • Fehler, die ich schon heute vermeiden könnte...
  • Worüber ich unbedingt einmal nachdenken sollte...
  • Negative Gedanken, die ich ständig zulasse, sind...
  • Mein Hauptproblem ist...

Frage 3: Wünsche und Träume

Nun sind Ihre Träume an der Reihe. Lassen Sie sich Zeit, versuchen Sie nicht nur mit dem Verstand, sondern auch aus Ihren Sehnsüchten heraus, frei von der Meinung anderer zu antworten!

  • Wenn ich drei Wünsche frei hätte, würde ich...
  • Mein größter Wunschtraum ist immer noch...
  • Ich wäre gerne berühmt für...
  • Wenn ich keine Angst vor der Meinung anderer hätte, würde ich...
  • Wenn ich nur noch ein Jahr zu leben hätte, würde ich...

Frage 4: Selbstvertrauen und Anerkennung

Wo haben Sie schon Selbstvertrauen? Seien Sie neugierig, wie sich Ihr Wohlbefinden verändert, wenn Sie in aller Ruhe an Ihre bewussten Stärken denken!

  • Ich merke, dass ich ein wertvoller Mensch bin, wenn...
  • Im Grunde könnte ich schon selbstbewusster sein, weil ich...
  • Ich ahne, dass ich etwas zu sagen habe, wenn ich...
  • Stolz bin ich auf mich, weil...
  • Es tut mir richtig gut, wenn ich...

Frage 5: Verlässlichkeit

Verlässlichkeit vermittelt Sicherheit und Vertrauen. Worauf können Sie sich bei sich selbst verlassen, was läuft wie "geschmiert"?

  • Ich kann mich bei mir selbst darauf verlassen, dass ich...
  • Ich traue mir zu...
  • So richtig gut in Form komme ich, wenn...
  • Ich stehe wie ein Fels in der Brandung, wenn...
  • Freunde sagen von mir...

Frage 6: Freude aktivieren

Freude ist ein ganz wunderbares Gefühl, Balsam für die Seele.

  • Das letzte Mal richtig gefreut habe ich mich als...
  • Gut gelaunt bin ich, wenn...
  • Mein Tag beginnt gut, wenn ich...
  • Ich mag an meinem Leben, dass...
  • Ganz versunken im Moment lebe ich, wenn ich…

Wenn sich diese Fragen und die dazu passenden Antworten im Kopf festgesetzt haben, sollte es um einiges leichter sein mit dem inneren Kritiker umzugehen. Im besten Fall kann man nun akzeptieren, dass man selbst der Herr seiner Gedanken ist und der innere Kritiker eigentlich nur ein Hirngespinst ist.