Glaubenssätze

Ein Glaubenssatz ist der sprachliche Ausdruck von etwas, an das jemand glaubt, was jemand für wahr hält. Glaubenssätze sind im NLP ein Ausdruck innerer Modelle, die jede Person fortlaufend entwirft und andauernd entwerfen muss, um sich in der Welt zu orientieren. Andere Begriffe hierfür sind: Überzeugungen, Einstellungen, Belief, Meinungen.

In unserem Podcast wird erläutert, wie wichtig Glaubenssätze sind und welche Auswirkungen sie haben können.
Auf unserem NLP-Blog finden Sie die Podcast Folge 26: Glaubenssätze und ihre Auswirkungen. Viel Spaß beim Anhören!

Zu dem Thema Glaubenssätze gibt es in unserer Online-Akademie einen 75 minütigen Mitschnitt von einem Webinar, dass Sie sich sofort in voller Länge anschauen können. Klicken Sie einfach auf den Button "zum Video", um mehr zu erfahren.

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Definitionen

Ein Glaubenssatz ist der sprachliche Ausdruck von etwas, an das jemand glaubt, was jemand für wahr hält.

Glaubenssätze sind im NLP ein Ausdruck innerer Modelle, die jede Person fortlaufend entwirft und andauernd entwerfen muss, um sich in der Welt zu orientieren. Andere Begriffe hierfür sind: Überzeugungen, Einstellungen, Belief, Meinungen.

"Glaubenssatz" ist der sprachliche Ausdruck von etwas, an das jemand glaubt, was jemand für wahr hält. sind Verallgemeinerungen (Generalisierungen) über die "Beziehungen zwischen Erfahrungen".

Glaubenssätze sind Verallgemeinerungen über:

  • a) Zusammenhänge/Ursachen (z.B. Das liegt bei uns in der Familie.)
  • b) Bedeutung (z.B.: Zu rauchen bedeutet Schwäche)
  • c) Grenzen (z.B.: Das ist unmöglich)

Und zwar hinsichtlich:

  • 1) Der Welt um uns herum (z.B.: Bei Lärm kann man sich nicht konzentrieren)
  • 2) Spezieller Verhaltensweisen (z.B. Das darf man nicht tun)
  • 3) Fähigkeiten (z.B.: Das werde ich nie lernen)
  • 4) Unserer Identität (z.B.: Ich bin kompetent in meinem Beruf)
  • 5) Spiritualität (z.B.: Das Universum ist ein freundlicher Ort)

Glaubenssätze steuern den Fokus unserer Aufmerksamkeit und bestimmen damit, welche Informationen wir aufnehmen und wie wir sie interpretieren.

Glaubenssätze sind der große Rahmen jeder Veränderungsarbeit, die Du tust. Wenn Menschen wirklich glauben, dass sie etwas nicht können, werden sie unbewusst einen Weg finden, das Eintreten einer Veränderung zu verhindern. Sie werden einen Weg finden, die Ergebnisse so zu interpretieren, dass sie mit ihren bestehenden laubenssätze übereinstimmen.

Wir alle haben Überzeugungen, Einstellungen, Erwartungen, Glaubenssätze aus Kultur und Gesellschaftsform übernommen, aus unseren persönlichen Erfahrungen abgeleitet, von anderen Personen angenommen, aus eventuellen Vergangenheitstraumata generiert und aus Wiederholungen verallgemeinert.

Der amerikanische Soziologe W.I. Thomas vertrat als einer der ersten die heute bekannte Auffassung, dass die Wirklichkeit in ihren Konsequenzen so ist, wie die Menschen sie wahrnehmen und definieren. Das bedeutet, die Weise, wie ich meine Welt konstruiere, meine Vorstellung von ihr mache, beeinflusst meine Handlungsweisen und Aktivitäten.

Jeder Mensch hat Glaubens- oder Überzeugungssysteme, die eng mit seinen persönlichen Werten und Kriterien verknüpft sind und die Motivationen, Entscheidungsfindungen, Leistungsfähigkeit erheblich beeinflussen können. Sie prägen sowohl den Lebenswillen, die Fähigkeiten mit Stress umzugehen und ermöglichen außerdem die Entwicklung und Gestaltung von positiven Lebensplänen, Zielen und Bedürfnissen.

Glaubenssysteme bestehen aus mehreren Glaubenssätzen, die sich gegenseitig stützen und verstärken.

"Glaube an Deine Grenzen und sie gehören Dir."
"Was der Mensch glaubt, das kann er auch erreichen."
"Alle persönlichen Durchbrüche beginnen mit einer Änderung unserer Glaubensmuster."

Anthony Robbins

Arten von Glaubenssätzen

Keine Zielerwartung = Hoffnungslosigkeit
Keine Selbstwirksamkeits-Erwartung = Hilflosigkeit

  • Zielerwartung (outcome expectancy). Das bedeutet, Du glaubst daran, dass Dein Ziel erreichbar ist. Wenn Menschen nicht glauben, dass etwas möglich ist, fühlen sie sich hoffnungslos. In bezug auf Gesundheit bedeutet das, dass sie glauben, dass es möglich ist, dass Menschen von etwas wie z.B. Krebs wieder gesunden können.
  • Selbstwirksamkeitserwartung (self-efficacy-expectancy). Bezogen auf die Gesundheit heißt das, Du glaubst daran, dass Du alle nötigen Ressourcen hast, die Du brauchst, um Dich selbst zu heilen. Keine Selbstwirksamkeits-Erwartung ist gleichbedeutend mit einem Gefühl von Hilflosigkeit, und Hilflosigkeit führt ebenfalls zur Inaktivität.
  • Reaktions-Erwartung (response expectancy). Reaktionserwartung ist das, was Du als Resultat Deiner Aktivitäten in einer bestimmten Situation - Negatives oder Positives - erwartest. Ein anschauliches Beispiel für eine Reaktions-Erwartung ist der Placebo-Effekt.

Wir müssen Glaubenssätze formen, weil wir nicht wissen, was real ist. Glaubenssätze entsprechen unseren Vorstellungen und das hat oft nichts mit Logik zu tun. Oft sind sie unbewusst.

1. Glaubenssätze in Bezug auf Ursachen

Wir haben Glaubenssätze darüber, wodurch etwas verursacht wird. Was verursacht Krebs? Was macht Deine Geschäfte erfolgreich? Was macht mich so kreativ und erfolgreich? Die Antwort, die Du gibst, wird eine Glaubens-Aussage sein. Beispiel: "Ich bin traurig, weil Du mich nicht angerufen hast." "Häufiges Fernsehen verursacht Glücks-Gefühle." Diese Art von Glaubenssätzen gehört zu den deskriptiven Regeln. Es werden Verallgemeinerungen über kausale Beziehungen suggeriert. Sie äußern sich als Meta-Modell-Verletzung "Ursache-Wirkung".

2. Glaubenssätze in Bezug auf Bedeutungen

Wir haben Glaubenssätze in bezug auf die Bedeutung bestimmter Dinge. Was bedeuten Ereignisse, oder was ist wichtig oder notwendig? Was bedeutet es, wenn Du Krebs hast? Wenn Du Krebs hast, bedeutet das, dass Du ein schlechter Mensch bist und bestraft wirst? Bedeutet es, dass Du drauf und dran bist, Dich selbst umzubringen? Bedeutet es, dass Du Veränderungen in Deinem Lebensstil machen musst? Was bedeutet es, wenn ich kreativ und erfolgreich bin? Bedeutet es, dass ich viel arbeite oder dass ich andere viel arbeiten lasse?
Beispiel: "Wenn Du das verstehst, dann bedeutet das, dass Du o.k. bist." "Du siehst mir nicht in die Augen, das heißt, dass Du lügst."
Glaubenssätze in bezug auf Bedeutung werden als komplexe Äquivalenzen formuliert.

3. Glaubenssätze in Bezug auf die Identität

Glaubenssätze bezüglich der Identität schließen Ursache, Bedeutung und Grenzen ein. Was führt Dich dazu, etwas zu tun? Was bedeutet Dein Verhalten? Was sind Deine Grenzen und persönlichen Einschränkungen? Wenn Du Deine Glaubenssätze in Bezug auf Deine Identität veränderst, bedeutet das, dass Du irgendwie ein anderer Mensch wirst. Beispiele von einschränkenden Glaubenssätzen in bezug auf die Identität sind, "Ich bin wertlos", "Ich verdiene keinen Erfolg" oder "wenn ich das bekomme, was ich will, verliere ich etwas". Glaubenssätze in Bezug auf die Identität können Dich aber auch davon abhalten, Dich zu verändern, besonders weil man sich dieser Glaubenssätze oft nicht bewusst ist.

Einfluss von Glaubenssätzen

Der Glaube beeinflusst unsere Körperfunktionen. Unser Körper reagiert so, als wäre das wahr, was der Geist glaubt. Darüber hinaus wird auch Dein Verhalten ganz maßgeblich von Deinen Überzeugungen und Deinem Glauben geprägt. Wenn wir erst einmal einen richtig festen Glauben in uns verankert haben,dann bringen uns auch ganz massive gegenteilige Informationen nicht aus der Ruhe. Wir ignorieren sie einfach oder halten sie für falsch. Auch dafür sind die beschriebenen Mechanismen der Generalisierung, Tilgung und Verzerrung gut zu gebrauchen. Manche Menschen glauben sogar die ganze Welt verändern zu müssen, nur damit ihr Glaube richtig ist.

Ein schönes Beispiel dafür ist die Geschichte eines Mannes, der glaubt, er sei eine Leiche. Er sitzt einfach nur da und behauptet, eine Leiche zu sein. Ein Psychiater kommt und beide streiten eine Weile darüber, ob der Mann eine Leiche ist oder nicht. Plötzlich kommt dem Psychiater eine Idee. Er fragt den Mann, ob Leichen bluten können. Da bei einer Leiche alle Körperfunktionen zum Stillstand gekommen sind, verneint der Mann und der Psychiater sticht ihm mit einer Nadel in den Finger. Als der Finger kurz darauf zu bluten beginnt, meint der Mann: "Oh, ich habe mich wohl getäuscht. Leichen können doch bluten."

In einer interessanten Studie hat eine Frau 100 "Krebs-Überlebende" interviewt, in der Hoffnung, herauszufinden, was all diese Überlebenden gemeinsam haben. Sie definierte einen Krebs-Überlebenden als jemanden, dem eine Diagnose "Krebs im Endstadium" mit einer geringen Chance auf Heilung gestellt worden war, der aber immer noch am Leben und gesund war und sich noch zehn oder zwölf Jahre später seines Lebens freute. Interessanterweise konnte die Forscherin keine gemeinsamen Muster in der Behandlung dieser Patienten finden. Verschiedene Leute hatten unterschiedliche Behandlungen bekommen, unter anderem Chemotherapie, Strahlentherapie, Diät-Programme, Operationen, Spirituelle Heilung usw. Dennoch gab es eine Sache, die alle diese Überlebenden gemeinsam hatten: Sie hatten alle daran geglaubt, dass die Behandlung, die sie bekamen, bei ihnen wirken würde. Der Glaube, nicht die Behandlung, machte den Unterschied.

Der Glaube sortiert auch unsere Wahrnehmungen. Durch das Netzwerk von Glaubenssätzen in unserem Kopf erhalten Nachrichten unterschiedliche Bedeutungen. Das geschieht sogar auf der Ebene des Nervensystems. Wir sind in der Lage über unseren Glauben von außen einströmende Reize neu zu interpretieren. Die Schilderung eines Experimentes wird diesen Gedanken klarer machen: Man hat Versuchspersonen unter Hypnose mit Eis berührt und ihnen gleichzeitig suggeriert, dass es sich um ein Stück heißes Metall handeln würde. Bei allen Personen bildeten sich an der Berührungsstelle Brandblasen.

Die beiden Psychologen Rosenthal und Jacobsen 1968 gaben Grundschülern einen Intelligenztest zur Bearbeitung. Dann wurde den Lehrern erklärt, dass diese Intelligenztests keine gewöhnlichen Intelligenztests seien, sondern dass die Tests die zukünftige intellektuelle Entwicklung der Kinder vorhersagen könnten. Auf diese Weise wurde in den Lehrern die Erwartung geweckt, dass sich diese Kinder in Zukunft deutlich verbessern würden. Durch Zufall wurden nun 20% der Kinder ausgewählt und den Lehrern als diejenigen genannt, die im nächsten Jahr außergewöhnliche Leistungszuwächse zeigen werden. Tatsächlich waren die Kinder aber genauso gut oder schlecht wie die anderen auch. Als man ein Jahr später die Kinder einer Nachtestung unterzog, zeigte sich, dass die ausgewählten Schüler weit überzufällig (signifikant) größere Zuwächse in den Intelligenztestwerten hatten als ihre Mitschüler. Die positive Erwartungshaltung der Lehrer hatte sich offenbar direkt auf die Leistung der Schüler ausgewirkt.

Fallen bei der Identifizierung von Glaubenssätzen

Glaubenssätze sind weitgehend unbewusste Muster von Denkprozessen. Weil es sich meistens um unbewusste Muster handelt, sind sie schwer zu identifizieren. Es gibt vier hauptsächliche Stolpersteine oder Fallen, derer Du gewahr sein oder die Du vermeiden musst, wenn Du versuchst, die Glaubenssätze oder Glaubenssysteme eines Menschen zu identifizieren.

NLP Glaubenssätze

1. Fische im Traum

Diese Bezeichnung stammt aus einer Kabarettsendung im Radio von Los Angeles. Ein Mann porträtierte einen Psychoanalytiker, der den Glauben hatte, dass Fische im Traum die Wurzel aller psychologischen Probleme seien. Wenn Leute zu ihm kamen und anfingen, ihm von ihren Problemen zu erzählen, unterbrach er sie und fragte ...

Psychoanalytiker: "Entschuldigen Sie, aber Sie haben nicht zufällig letzte Nacht einen Traum gehabt, oder?"
Klient: "Ich weißt nicht ... ich glaube, ja vielleicht."
Psychoanalytiker: "Wovon handelte Ihr Traum denn?"
Klient: "Tja, ich ging so die Straße hinunter."
Psychoanalytiker: "Gab es da irgendwelche Pfützen im Rinnstein?"
Klient: "Also, ich weiß nicht."
Psychoanalytiker: "Könnten dort welche gewesen sein?"
Klient: "Ich schätze, da hätte Wasser oder so etwas in der Gosse gewesen sein können."
Psychoanalytiker: "Hätten da irgendwelche Fische in diesen Pfützen gewesen sein können?"
Klient: "Nein .... nein."
Psychoanalytiker: "Gab es auf der Straße in dem Traum ein Restaurant?"
Klient: "Nein."
Psychoanalytiker: "Aber es hätte dort eins sein können. Sie gingen wirklich die Straße hinunter, nicht wahr?"
Klient: "Tja, also, ich glaube, es hätte dort ein Restaurant geben können."
Psychoanalytiker: "Wurde in dem Restaurant Fisch serviert?"
Klient: "Hm, tja also ... ich nehme an, in einem Restaurant könnte Fisch serviert werden."
Psychoanalytiker: "Ah- ha! Ich wusste es doch. Fische im Traum."

Eines der Probleme bei der Identifizierung von Glaubenssätzen ist, dass man als Helfer dazu tendiert, bei anderen Menschen, Beweise für seine eigenen Glaubenssätzen zu finden.

2. Der rote Hering

Wenn Dir Menschen über Deine Glaubenssätze berichten, erhältst Du oft logische Konstrukte, die die Leute erfunden haben, um bestimmten ihrer Verhaltensweisen Sinn zu geben. Freud sprach über den Begriff frei-flottierender Angst. (Angst, die durch unbewusste Konflikte entsteht.) Nach Freud ist das Angstgefühl das einzige, dessen sich eine Person mit solch einem Problem bewusst ist. Daher denkt sie sich logische Gründe dafür aus, warum sie sich so fühlt. Ihre logischen Gründe haben nichts mit ihren Angstgefühlen zu tun. Oft sind diese Gefühle das Resultat innerer Konflikte.

3. Die Nebelwand

Ein Glaubenssatz ist oft hinter einer Nebelwand versteckt, besonders, wenn er mit der Identität des Betreffenden zusammenhängt (oder mit einem Problem, mit dem es sehr schmerzlich ist umzugehen). Du kannst Nebelwände dadurch identifizieren, dass die Person, mit der Du arbeitest, plötzlich beginnt, sich auszublenden oder etwas zu diskutieren, das für den Prozess, in dem Du Dich befindest, irrelevant ist. Es ist so, als wäre die Person in eine Wolke von Verwirrung eingetreten. Es ist wichtig für Dich zu wissen, dass Menschen sich oft genau dann "wegnebeln" oder ausblenden, wenn Du gerade an etwas wirklich Wichtiges herankommst. Wie eine Krake oder ein Tintenfisch, die sich in einer Wolke von Tinte einnebeln, um einem Verfolger zu entkommen. Eine Person blendet sich normalerweise aus, wenn sie - oder ein Teil von ihr - Angst hat. Sie setzt sich mit einem Glauben auseinander, der mit ihrer Identität zu tun hat - ein Glauben, der schmerzhaft oder unangenehm ist, was sie nicht zugeben will, nicht einmal sich selbst gegenüber.

4. Kritische Masse

Mehrere Glaubenssätze oder Ursachen bilden häufig ein zusammenhängendes Glaubenssystem, das dadurch noch schwieriger aufzulösen ist.

Wenn Du daran gehst, Deine Identität oder einen einschränkenden Glauben zu verändern,


  1. musst Du wissen, wie Du das tun kannst.
  2. musst Du Dein Ergebnis kongruent wollen.
  3. musst Du den Glauben haben, dass es Dir möglich ist, die Veränderung durchzuführen.

Folgen von Glaubenssätzen

Glaubenssätze sind immer mit emotionalen Reaktionen verbunden. Die häufigsten Folgen von Glaubenssätzen lassen sich in den folgenden Kategorien von Gefühlen zuordnen:

  • Hoffnungslosigkeit: Ein Glaube, dass das erwünschte Ergebnis nicht erreichbar ist, ungeachtet der vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen einer Person, z.B. Krebs ist unheilbar.
    (hoffnungsvoll: eine Überzeugung, dass zum Erreichen des erwünschten Ergebnis die persönlichen Fähigkeiten und Ressourcen vorhanden sind)
  • Hilflosigkeit: Ein Glaube, dass das erwünschte Ziel zwar grundsätzlich erreichbar ist, aber nicht für die betreffende Person (z.B. Andere können das, aber bei mir wird es nicht funktionieren).
    (handlungsfähig: eine Überzeugung, dass das Erreichen des erwünschten Ergebnisses oder des erwünschten Zustandes durchaus möglich ist, und die Person lernfähig ist)
  • Wertlosigkeit: Ein Glaube, dass man das erwünschte Ziel nicht verdient hat, weil man etwas getan bzw. nicht getan hat, oder weil man einfach in einer bestimmten Weise "ist", z.B. Es steht mir nicht zu, ein leichtes Leben zu haben.
    (wertvoll: eine Überzeugung, dass die Person es verdient, das erwünschte Ergebnis zu erreichen, weil dafür die angemessenen Leistungen erbracht werden)
  • Bedeutungslosigkeit: Ein Glaube, dass die angestrebten Ergebnisse für das Individuum, wie für die Mitmenschen keinerlei Bedeutung aufweise.
    (bedeutungsvoll: eine Überzeugung, dass das erwünschte Ergebnis ebenso für andere Menschen und soziale Beziehungen genutzt wird)
  • Sinnlosigkeit: Ein Glaube, dass das Leben sinnlos sei und das Erreichen eines erwünschten Ergebnisses erst gar nicht angestrebt wird (sinnvoll: eine Überzeugung, dass das erreichte erwünschte Ergebnis eingepasst ist in den gesamten Lebensprozess, und die Person das Leben als sinnvoll erachtet.

Entwicklung von Glaubenssätzen

In unserer Entwicklung machen wir drei verschiedene Phasen durch. Von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr durchleben wir die Periode der Prägung, in der wir alle Ereignisse, Bilder, Geräusche, Gefühle, Geschmack und Gerüche in uns aufnehmen. In der sich daran anschließenden Modellierperiode ahmen wir unsere Eltern und andere von uns bewunderte Menschen nach. Diese Periode dauert etwa vom achten bis zum dreizehnten Lebensjahr. Danach befinden wir uns in der Sozialisationsperiode, in der wir als Heranwachsende aus der Familie herausgehen und neue Leute kennen lernen. In dieser Zeit werden unsere sozialen Wertvorstellungen und Glaubenssysteme ausgebildet.

Glaube

Eine wichtige Quelle bei der Entwicklung von Glaubenssystemen und Überzeugungen sind die unmittelbaren persönlichen Erfahrungen, die wir als Folgerungen und Einschätzungen über unsere Umgebung, über die Menschen in ihr und über unsere vergangenen Erlebnisse gewonnen haben. Viele der erhaltenen Informationen über die Welt, über menschliche Beziehungen oder über uns selbst werden auch durch Sprache (Medien, Bücher etc.) und in der Kommunikation mit anderen Personen gewonnen.

Gewonnene Informationen durch direkt gemachte Erfahrungen oder durch verbale Kommunikation mit anderen Menschen stellen die Basis für Folgerungen und Verallgemeinerungen aus diesen Erlebnissen und Botschaften dar und prägen unsere Glaubenssysteme und persönlichen Überzeugungen. In der Folge spielt eine Rolle, welche Elemente gegenwärtiger individueller Erfahrungen wir verzerren oder tilgen, um unsere Überzeugungen als eine Verallgemeinerung aus der Vergangenheit aufrechterhalten zu können.

Während der kindlichen Entwicklung spielen in erster Linie die Eltern eine erhebliche Rolle bei diesen Generalisierungsprozessen. Das persönliche "Modell der Welt" wird durch verbale wie non-verbale Botschaften und Meta-Botschaften an das Kind vermittelt. Diese Resultate werden für das Kind zu Voraussetzungen, denn Botschaften der Eltern über das Kind z.B. können zu Botschaften des Kindes über sich selbst werden. Aus der Aussage der Eltern über ihre Tochter "Du bist so ungeschickt" wird eine Glaubenshaltung des Mädchens, "Ich bin so ungeschickt, ich kann nicht."

Beispiele für einschränkende Glaubenssätze

Nachfolgend findest Du einige der häufigsten einschränkenden Glaubenssätze und dazu einige Fakten und Beispiele, die Dich nachdenklich stimmen sollten.

Einschränkender GlaubenssatzBegegnung
1. Ich bin zu jung. Boris Becker hat mit 17 Jahren zum ersten Mal Wimbledon gewonnen.

David Stuart hielt mit 12 Jahren einen wissenschaftlichen Vortrag vor einer Gruppe von 150 Archäologen und Maya-Forschern über ein von ihm dechiffriertes Schriftzeichen der Maja-Sprache.

Mit 15 Jahren wurde Judit Polgar der jüngste Schachgroßmeister aller Zeiten.
2. Ich bin zu alt. Hulda Crooks wusste mit 60 noch nicht, dass Sie mit 70 das Bergsteigen als neues Hobby entdecken würde. Mit 90 war sie die älteste Frau, die je den Fudschijama bestiegen hatte.

Livius schrieb mit 75 Jahren die Geschichte Roms und Goethe mit 80 Jahren den "Faust".

George Bernard Shaw brach sich mit 96 Jahren ein Bein, als er beim Pflaumenpflücken vom Baum fiel.
3. Ich habe nicht genügend Ausbildung. Etwa 80% der erfolgreichsten Unternehmer hatten weder Abitur noch ein abgeschlossenes Studium.

Albert Einstein hatte kein Abitur. Bei seiner ersten Aufnahmeprüfung bei der Eidgenössischen Technischen Hochschule fiel er durch. Trotzdem stellte er die Relativitätstheorie auf und wurde der berühmteste Physiker des 20. Jahrhunderts.

Es gibt niemanden, der Sie daran hindert, heute mit einer neuen Ausbildung zu beginnen
4. Ich habe nicht genug Geld. Auch Robert Schuller, der bekannte Meister des Möglichkeitsdenkens, hatte kein Geld. Ohne einen Dollar gründete er eine Kirchengemeinde, hielt Gottesdienste in einem Autokino ab und baute schließlich die Crystal Cathedral, die inzwischen über 100 Millionen Dollar wert ist.

Andrew Carnegie startete in einer Haspelfabrik mit 15 DM Wochenlohn. In den letzten 18 Jahren seines Lebens spendete er über 1 Mrd. DM.
5. Mir fehlt die Fähigkeit ..... Robert W. Woodruff konnte wegen einer Dyslexie nicht einmal richtig lesen. Selbst als er ein großer Unternehmer war, musste er jedes Wort einzeln aussprechen. Trotzdem hat er bis zu seinem Tod 1985 die Coca-Cola Company in Atlanta geleitet und so einen der erfolgreichsten Konzerne der Welt geschaffen. Wenn Robert Woodruff mit dieser Schwäche gelungen ist, einen solchen Konzern aufzubauen, was hindert Sie dann daran, erfolgreich zu sein?
6. Ich stamme aus einfachen Verhältnissen. Arnold Schwarzenegger stammte aus einfachen Verhältnissen. Doch das hinderte ihn nicht daran, der erfolgreichste Bodybuilder aller Zeiten zu werden, ein Hollywood-Star zu sein und in die Kennedy-Familie einzuheiraten.
7. Meine körperlichen Beeinträchtigungen hindern mich daran erfolgreich zu sein. Demosthenes hat gestottert und wurde dennoch zum größten Redner der Antike.

Der blinde José Feliciano erspielte sich 38 goldene Schallplatten.

Auch der blinde Stevie Wonder ist weltberühmt geworden.

Sylvester Stallone wurde trotz seines gelähmten Augenlides und seiner langsamen Sprechweise einer der größten Helden von Hollywood.

Veränderung von Glaubenssätzen

Möchtest Du Deine Glaubenssätze verändern? Stelle Dir zunächst die folgenden Fragen. um herauszufinden, was Du willst:


  1. Wie muss ich die Welt wahrnehmen, damit ich das bekomme, was ich mir wünsche?
    Welche Annahme unterstützt mich optimal bei der Erreichung meiner Pläne und Ziele?
  2. Welche Glaubenssätze hat die Person, die Du gerne sein möchtest?
  3. Welche Erfahrungen oder Referenzerlebnisse sind nötig, um Deinen Traum zu verwirklichen und die Person zu werden, die Du sein möchtest?
  4. Nutze die Erfahrungen anderer Menschen (Mentoren) und studiere die Biographien von erfolgreichen Menschen. Wer könnten Deine Mentoren sein?
    Mit welcher Biographie willst Du beginnen?
  5. Welche Umwelt würde Dich optimal bei der Erreichung Deiner Ziele unterstützen?
  6. Welche Selbstsuggestionen passen zu Deiner neuen Person?
NLP Podcast 26: Glaubenssätze und ihre Auswirkungen

Bestandaufnahme deiner Glaubenssätze

Entscheidend für die Bildung und Aufrechterhaltung von unseren Glaubenssätzen sind die Faktoren Referenzerlebnisse, Umwelt, Modelle und unsere Selbstprogrammierung durch Selbstsuggestionen. Analysiere Dich selbst in diesen Bereichen und stelle Dir folgende Fragen:


  1. Welche Modelle hattest Du in Deinem Leben? Was haben diese Menschen geglaubt? Was war Ihnen wichtig?
  2. In welcher Umwelt bist Du aufgewachsen und groß geworden?
  3. Welche Referenzerlebnisse hast Du bisher gesammelt?
  4. Welche Selbstsuggestionen hast Du Dir bisher gegeben?
  5. Welche Glaubenssätze hast Du?

Was denkst Du über das Leben, Deine Identität, Deine Karriere, Arbeit, Zeit, Geld, Liebe, etc.?
Häufig beginnen diese Glaubenssätze mit den Formulierungen "Ich bin...", "Das Leben ist..." usw.

Mentor-Technik: Einen neuen Glauben generieren

Das Modell ist für jemanden, der sein Verhalten in einer bestimmten Situation verändern möchte und nicht genau weiß, wie.

NLP Podcast 22: Die Mentor-Technik

Du kannst die Mentor-Technik Schritt für Schritt wie folgt durchführen:


  1. Identifiziere eine problematische Situation mit einer anderen Person, in der Du Dich hilflos, verwirrt, überfordert fühltest. Durchlebe ein Schlüsselereignis dieser Erfahrung (1. Position). Finde außerdem eine bessere Verhaltensmöglichkeit für diese Situation. Installiere einen Bodenanker für die problematische Situation.
  2. Gehe in eine Meta-Position (3. Position) und unterscheide die Botschaften und Meta-Botschaften aus dieser Erfahrung. Stelle sicher, dass Du alles, was es aus der Situation zu lernen gibt, an einem sicheren Ort aufbewahrst.
  3. Finde 1-3 Mentoren, die Dich in Deinem Leben entscheidend geprägt und positiv geprägt haben. Diese Mentoren sollten ein Vorbild für das von Dir gewünschte Verhalten sein, damit Du es modellieren kannst.
  4. Beachte die Mentoren in der problematischen Situation, um zu überprüfen, ob dieses Verhalten passend wäre.
  5. Sehe Dich selbst in der Situation genauso agieren wie es vorher das Modell getan hat und Bewerte das. Willst Du dieses Verhalten tatsächlich haben?
  6. Nimm die Position eines jeden Mentors ein (2. Position) und beschreibe, welchen Rat Dir jeder der drei Mentoren zu der Problemsituation geben würde.
  7. Gehe in eine Meta-Position und finde die verbindende Meta-Botschaft aller drei Mentoren heraus (Meta-Botschaft).
  8. Überprüfe die Gültigkeit der gemeinsamen Botschaft, indem Du die Position eines jeden der drei Mentoren einnimmst (2. Position) und laut die Meta-Botschaft aussprichst, mit dem Ziel, dies kongruent und stimmig zu tun.
  9. Stehe in einer Position vor den Mentoren und fühle deren Hände auf Deiner Schulter. Höre innerlich die gemeinsame, verbindende Botschaft mit einer gemeinsamen Stimme sagen. Visualisiere diese Botschaft und fühle sie als Licht oder Melodie oder Temperatur in Deinen Körper eintreten und durch Deinen Körper sich ausbreiten.
  10. Während Du diese gemeinsame Botschaft noch hörst, siehst und fühlst begib Dich wieder in den Problemkontext. Beachte wie Deine Wahrnehmung der Situation, die Botschaft und die Meta-Botschaft sich verändert haben.
  11. Überbrücke die gemeinsame Botschaft Deiner Mentoren in eine entsprechende zukünftige Situation und beachte, wie Du Dich verhalten wirst.


Installation einer Glaubenshaltung

Um eine Glaubenshaltung zu installieren, kannst Du die folgende Anleitung nutzen:


  1. Etabliere die Zeit-Linie des Klienten und eine Meta-Position (3. Position) außerhalb der Zeit-Linie.
  2. Entwickle das erwünschte zukünftige Ergebnis des Klienten und die damit zusammenhängenden Glaubenshaltungen, welche das erwünschte Ergebnis unterstützen. Berücksichtige die Konditionen der Wohlgeformtheit für das erwünschte Ergebnis.
  3. Lasse den Klienten assoziiert in die Gegenwart auf die Zeit-Linie treten und mit dem Gesicht zur Zukunft, bis zu jener Stelle laufen, an der er weiß, dass er sein erwünschtes Ergebnis erreicht haben wird. Lasse den Klienten das erwünschte Ergebnis mit allen Sinnen assoziiert durchleben. Leite ihn an, erwünschte Veränderungen vorzunehmen (optional).
  4. Reorientiere den Klienten zurück in die Gegenwart und überlege mit ihm die notwendigen Schritte zum Erreichen des erwünschten Ergebnisses.

Re - Imprinting nach R. Dilts

Eine Prägung (Imprint) ist eine einschneidende Erfahrung aus der Vergangenheit, aus der der Betroffene einen Glaubenssatz oder ein Bündel von Glaubenssätzen geformt hat. Eine solche Prägung beinhaltet meist auch eine unbewusste Rollenübernahme von anderen wichtigen Personen, die damit zu tun hatten.

Das Re-Imprinting hat den Zweck, die fehlenden Ressourcen zu finden, den Glaubenssatz zu verändern und das Rollenmodell, das dort entwickelt wurde, an die realen und aktuellen Gegebenheiten des Betroffenen anzupassen. Das Format läuft folgendermaßen ab:


  1. A identifiziert ein einschränkendes Verhalten, das er ändern möchte.
  2. B identifiziert die dazu gehörigen Symptome (Gefühle, Worte, Vorstellungen), die mit dem Verhalten einhergehen. B erfragt den zugrundeliegenden Glaubenssatz.
    Kennzeichen: Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit oder Wertlosigkeit, Anker, Erfrage die dazugehörigen Submodalitäten (das, was A zuerst einfällt).
  3. A geht nun mit diesem Anker seinen Lebensweg zurück, bis zu der Stelle, wo er die früheste Erfahrung mit dem Gefühl/Symptom gemacht hat. Lasse A hier die Generalisierung bzw. den Glaubenssatz finden, den er aus dieser Erfahrung heraus entwickelt hat.
  4. Lasse A noch einen weiteren Schritt zurückgehen, bis zu dem Punkt, wo die Erfahrung noch nicht statt gefunden hatte. Dann tritt A aus seiner Zeitlinie heraus und kehrt in die Gegenwart, dissoziiert zu seiner Zeitlinie, zurück und blickt auf die prägende Erfahrung in seiner Vergangenheit. Bitte A die Auswirkungen dieser Erfahrung auf sein späteres Leben zu bemerken. Lasse A auch - sofern vorhanden - weitere Generalisierungen und Glaubenssätze identifizieren, die er vielleicht später aus dieser Erfahrung heraus entwickelt hatte.
  5. Finde die positiven Absichten, die sekundären Gewinne oder positiven Auswirkungen, die mit dieser Erfahrung verbunden sein mochten. Finde wichtige andere Personen, die zu dieser Erfahrung gehörten. Manches Symptom hat damit zu tun, dass der Betroffene eine Rolle eines daran Beteiligten übernommen/modelliert hat. Finde auch für diese Personen und ihr Verhalten die positive Absicht. Um dies heraus zu finden, kannst Du A diese Menschen z.B. einfach fragen lassen.
  6. Gehe für alle Personen, die mit der Prägungssituation in Verbindung stehen, die folgenden Schritte durch:
    a) Finde aus der Dissoziation die Ressourcen oder Wahlmöglichkeiten, die die Person damals gebraucht hätte, aber nicht hatte. Du kannst Ressourcen - Anker stapeln, Erfahrungen auf der Zeitlinie einsammeln, Energie, Farben etc. schicken. Lasse Deine Phantasie spielen. Achte bei den Ressourcen auf die logischen Ebenen.
    b) Lasse A mit all diesen Ressourcen in die Erfahrung desjenigen eintreten, assoziieren, der sie damals benötigt hätte. Aktiviere dabei den Anker, die Ressourcen. Lasse nun die Person die gesamte Situation mit den Ressourcen neu erleben.
    c) Lasse A wieder aus der Zeitlinie heraustreten und aus der Dissoziation die gemachte Erfahrung neu einschätzen: Wie haben sich die Wahrnehmung der Situation, die Generalisierungen , die daraus gebildeten Glaubenssätze verändert? Welche neue Lernerfahrung möchte A aus der gesamten Erfahrung jetzt ziehen?
  7. Bitte A die wichtigste Ressourcen zu finden, die er gebraucht hätte und ankere sie. Mit diesem Anker lasse A zurückgehen zu einem Punkt kurz bevor er diese Erfahrung machte. Lasse A diese Ressourcen in sein jüngeres Selbst aufnehmen und die gesamte Zeitlinie hindurch bis zur Gegenwart gehen.

"Nimm die Veränderungen wahr, die durch diesen Prozess stattgefunden haben."

Re - Imprinting nach R. Dilts

Die folgende Skizze enthält den Ablauf des Formates "Re-Imprinting" sowie eine Anleitung, wie dieses Format durchgeführt werden kann:

Ablaufskizze Re-Imprinting

Dickens Pattern

Informationen zum Dickens Pattern finden Sie hier: Dickens Pattern