– ein Gastbeitrag von Jörg Küppers

Gemeinsam mit meiner Frau Ute habe ich im September 2018 in Hamburg das Seminar NLP in a Week Trainer besucht.

Es war wie erwartet eine volle Breitseite auf den Schlendrian und die Unlust und Angst vor einer Gruppe zu stehen und vor lauter Nervosität und Lampenfieber kein Wort heraus zu bekommen.

Der Trainer Stephan Landsiedel blickt in diesem Seminar mithilfe seiner jahrzehntelangen NLP Erfahrung auf die Tücken einer Tätigkeit als Trainer und gibt äußerst Hilfreiche Informationen wie man diese umschifft. So stellt er nicht nur das 4-Mat-Format vor, sondern gibt mit hilfreichen Anekdoten und Geschichten einen Einblick in seine eigene Entwicklung, was gut und auch was optimierungsfähig gelaufen ist. Die einzelnen Schritte des Formats werden von Ihm erläutert, gezeigt und nach den entsprechenden Erklärungen geht es in kleinere Gruppen um das gerade Gelernte selber umzusetzen und zu vertiefen.

Übung in Kleingruppen© RelaxFoto von iStock.com

Dazu war auch noch ein Cotrainer anwesend welcher uns wertvolle Tipps bei der Umsetzung gegeben hat. Es ist sehr hilfreich das Gelernte nicht nur zu hören, sondern am eigenen Leib zu erfahren was es mit dem „Trainer“, also demjenigen der vor der Gruppe steht, und der Gruppe macht, da man wohl nirgends ein so direktes, offenes und ehrliches Feedback erhält als bei so einem Seminar. Besonders reizvoll waren die Sessions mit dem Microteaching. Microteaching meint, dass der Vortragende sofort unterbrochen wird, wenn einem der Zuhörer eine Sache auffällt die optimiert werden kann. Dies kann der Stand, die Bewegung (oder auch die fehlende Bewegung), die Mimik, Gestik, die Aussprache und Betonung oder das Verwenden von Boden- und Raumankern sein. So kommt man schnell von einem Vortrag der auf 3 Minuten ausgelegt ist zu einer Sprechzeit von durchaus 10-15 Minuten, da so viel zu optimieren ist, beim ersten Mal kommt auch noch das Lampenfieber dazu. Hat man das erstmal überwunden macht man auch gewaltige Fortschritte und kann sich ganz auf das Gelernte einlassen und dies auch anwenden.

Hoher Praxisanteil

Die Anwendung steht in den Landsiedel Seminaren sowieso im Vordergrund, nur was auch getan wird bleibt im Kopf und verändert einen selbst und die eigene Sicht auf die Umwelt und damit langfristig auch die Umwelt. Zur Anwendung in diesem Seminar hat uns Stephan eine Menge Material auf den Weg gegeben, teils zur Vorbereitung der eigenen Trainigseinheiten die wir später geben möchten, z.B. die Frage welches Ziel möchte ich mit meinem Vortrag erreichen: Belehren oder Informieren, soll es Unterhaltung sein oder Wissensvermittlung?

Genauso wichtig ist auch welcher Typ von Trainer ich sein möchte, z.B. Professor, Mentor, Unterstützer oder vielleicht doch eher der weise Guru? Damit wird schon vieles über den Vortrag im Vorfeld definiert und meine eigene Methode andere zu trainieren in geordnete Bahnen gelenkt. Ich habe für mich selber festgestellt das dies durchaus interessante Fragen sind die man mal nicht so einfach zwischendurch beantworten kann, da davon entscheidend der weitere Aufbau der Trainigseinheiten beeinflusst wird.

Weiter ging es um das Preframing, wie stimme ich meine Zuhörer auf die folgende Zeit ein? Welche Vorannahmen stelle ich auf und verbreite sie unter den Zuhörern? Auch dies hat Stephan mit einer Geschichte aus seinem Traineralltag eindrucksvoll erläutert und mit Beispiel uns sehr schnell verdeutlicht welchen Einfluss man mit geschickt gewählten Preframings auf den weiteren Verlauf des Trainings nehmen kann und das man diesen Teil auch im Vorfeld bei der Vorbereitung beachten muss.

Umgang mit störenden Zwischenfragen

Ganz besonders interessant war auch der Part mit der Behandlung von Einsprüchen. Jeder kennt die manchmal störenden Zwischenfragen einzelner Teilnehmer die dann beim zweiten und dritten Mal auch die gesamte Gruppe stören können. Das mal gezielt zu provozieren so dass der übende Trainer lernen kann damit umzugehen und dann das Feedback sowohl des Störers als auch der Gruppe zu bekommen ist äußerst wertvoll und nimmt einem im Fall der Fälle zumindest einen Teil der Angst so dass man im Sinne der Gruppe einschreiten kann.

Alles in allem waren es sehr wertvolle und lehrreiche 4 Tage die ich nicht missen möchte, begleitet von vielen lieben Menschen und mit viel Lachen und Ausprobieren.

Ich freue mich bereits auf das nächste Seminar das ich ganz sicher bald anmelden werde.

Jörg Küppers