Landsiedel SeminareIntegrales Denken


Integrales Denken

Die integrale Theorie, integrale Weltsicht oder auch integrale Philosophie, ist eine Theorie und Weltanschauung, die versucht, eine umfassende Sicht des Menschen und der Welt zu entwickeln. Ken Wilber ist ein bedeutender Vertreter der integralen Theorie. Auf dieser Seite beleuchten wir die integrale Theorie von mehreren Seiten. Lerne integral zu denken und zu handeln. Viele Tipps zum Weiterlesen und Studieren erwarten Dich.

Klickbares Inhalts-Verzeichnis zum Integralen Denken

  1. Integrales Denken

  2. AQAL - alle Quadranten, alle Linien nach Ken Wilber
    1. Die vier Quadranten nach Ken Wilber
    2. Ebenen der Entwicklung nach Ken Wilber
    3. Linien der Entwicklung nach Ken Wilber
    4. Zustände des Bewusstsein nach Ken Wilber
    5. Die Typen nach Ken Wilber

  3. Integral Leben
    1. Übung "Innerste Motivation"
    2. Übung "Die vier Quadranten"
    3. Übung "Schattenarbeit"
    4. Übung "Quadranten-Scan"
    5. Übung "Die drei Körper"
    6. Übung "Die integrale Widmung"
    7. Übung "Integrales Erforschen"

Integrales Denken

Unsere Welt ist gekennzeichnet durch ständige Entwicklung und stetiges Wachstum. Neue Technologien ermöglichen uns ein bequemeres Leben, soziale Vernetzungen über den Globus sind heutzutage keine Seltenheit mehr und die Mobilität von heute lässt uns schon morgen einen anderen Kontinent betreten. Doch diese enormen Entwicklungsschritte der Menschheit bergen auch ihre Gefahr - Millionenstädte der Welt - davon gibt es zur 300 Stück stellen uns vor Problematiken - sowie Naturkatastrophen - psychische Erkrankungen, durch Überlastung bei Arbeit - oder einfach die Überforderung bei dem Überangebot, das heutzutage jedermann vorfindet. Wir leben im Überfluss, zumindest in den Industrieländern. Regt sich in uns das Hungergefühl, so brauchen wir nur den nächsten Supermarkt besuchen, um unsere existenziellen Bedürfnisse erfüllen.

So findet ein Wechsel von Haben zu Sein statt. Das Weltbild wechselt vom materialistischen zum holistischen (ganzheitlichen) und vom linearen zum integralen. Es findet ein Paradigmenwechsel statt. Das integrale Denken wird also unabkömmlich.

Das integrale Denken ermöglicht uns, den Menschen, aus multidimensionalen Perspektiven zu beleuchten und zu erfassen, denn es wäre ein Fauxpas in unserer hochentwickelten Welt bestimmte Aspekte auszublenden. Dazu steckt schon ein einzelner Mensch in zahlreichen Systemen, sei es nun das System Familie, das System eines Unternehmens, einer Organisation oder seiner sozialen Kontakte. Der Mensch umfasst gleichzeitig mehrere Ebenen: Körper, Geist, Seele und seine sozialen Kontakte. Somit beinhaltet das integrale Denken auch den systemischen Ansatz - es werden alle Teile des Ganzen betrachtet und zu einem zusammengeführt.

Der integrale Ansatz geht von der Ganzheit des Menschen aus - somit ist der Mensch von der Welt nicht getrennt, sondern beide werden als Einheit betrachtet, die zueinander in Beziehung stehen. Das integrale Denken richtet sich in erster Linie nach den vier Grundbedürfnissen des Menschen: das Leben, die vollkommene Entfaltung - die Entwicklung, das Grundbedürfnis zu lieben und geliebt zu werden (Beziehungen) und das Bedürfnis nach dem Sinn des eigenen Lebens - die Selbstverwirklichung.

Der Ansatz geht von der Mitte des Menschen aus, also aus dem Kern. Es handelt sich um die Metaebene des menschlichen Bewusstseins. Nur dort liegen alle Möglichkeiten zur vollständigen Entwicklung und die jeweiligen Ressourcen.

All dies und noch viel mehr steckt hinter dem Begriff "Integrales Denken".

"Ganzheit muss nicht werden, Ganzheit ist."


AQAL - alle Quadranten, alle Linien nach Ken Wilber

Wilber befasst sich bereits seit Jahrzehnten mit einem möglichen Modell, das alles umfasst. Er zielt darauf ab, auch die im ersten Moment widersprüchlich erscheinenden Systeme in einem Modell zu vereinen. Dabei soll eine umfangreiche Wirklichkeit aufgezeigt werden. Sein bisher am weitesten ausgearbeiteter Vorschlag nennt sich AQAL. AQAL ist die Kurzform für alle Quadranten, alle Ebenen, alle Linien, alle Zustände und alle Typen.

Wilber sieht so eine Möglichkeit beispielsweise die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und sogar die Religion und die Wissenschaft zu vereinen. Auch könnten hierdurch politische Konflikte besser verstanden und Hilfe für andere Länder entsprechend angepasst werden.

Im Folgenden sollen daher die fünf Aspekte von AQAL genauer betrachtet werden.


Die vier Quadranten nach Ken Wilber

Bei der Auseinandersetzung mit der östlichen und westlichen Weltsicht bemerkte Wilber, dass sich jedes der aufgezeigten Systeme zu einer von vier allgemeingefassten Klassen zuordnen ließe. Die vier Klassen beziehungsweise Quadranten unterschieden in Kollektiv und Individuum und in das Innen und das Außen. Wilber teilt in seinem Modell dem Innen die Linke und dem Außen die rechte Seite zu. Das Individuum ordnet er zudem oben ein und das Kollektiv darunter. So kann alles unter vier verschiedenen und doch zusammenhängenden Perspektiven betrachtet und diskutiert werden. Auch wird hier deutlich, dass das Individuum und das Kollektiv, sowie das Innerliche und das Äußerliche nicht ohne einander bestehen könnten.

Der Quadrant Oben Links befasst sich mit dem Inneren des Individuums, also dem subjektiven Bewusstsein und dessen Entwicklung. Hierzu zählen beispielsweise Absichten, Emotionen aber auch körperliche Wahrnehmungen und mentale Vorstellungen. In diesem Quadranten wird die Ich-Sprache verwendet.

Oben Rechts zeigt die objektiven und äußeren/materiellen Aspekte des Inneren da. Hierzu zählen biologische Zustände wie Gesundheit und Krankheit, sowie alles messbare wie Gehirnwellen, Körpergröße, Gewicht usw. Doch auch Zellen, das limbische System und das Gehirn werden von Wilber oben rechts eingeordnet. In diesem Quadranten wird die Es-Sprache genutzt.

Unten Links bezieht sich auf das Innen des Kollektivs. Jedes Individuum besteht nur als Teil eines Kollektivs. Dieser Quadrant hat unter anderem Weltsichten, Werte und die Ethik der Gruppe des Individuums zur Grundlage. Hierzu zählen auch die Vormoderne, die Moderne und die Postmoderne. In diesem kulturellen Quadranten wird die Wir-Sprache gebraucht.

Unten Rechts beschreibt das Außen des Kollektivs. Es bezieht sich auf äußere, materielle und institutionelle Formen. Dies können Wetterzustäde, Formen der Politik und andere Wirtschaftsformen sein. Auch hier wird in der Es-Sprache gesprochen.

Die vier Quadranten

Die vier Quadranten werden auf Grund der Ähnlichkeit von ES und ES Plural als die Großen Drei zusammegefasst. Bei genauerer Betrachtung der Großen Drei fällt auf, dass diese mit der modernen Differenzierung der Wertsphären, also Kunst (Oben Links), Moral (Unten Links) und Wissenschaft (Oben Rechts & Unten Rechts), überein stimmt.

Wichtig: Alle vier Quadranten sind gleich wichtig und müssen beachtet werden!

Beispiel: Lebensmitteleinkauf

Die vier Quadranten können schon auf scheinbar einfache Begebenheiten des alltäglichen Lebens angewendet werden. So beispielsweise auf den Lebensmitteleinkauf.

Im innerlich-individuellen Quadranten geht es beispielsweise um persönliche Vorlieben. Welche Lebensmittel esse ich gerne? Mag ich lieber süß, sauer, salzig oder bitter? Wie müssen die Leben aussehen und riechen, damit ich sie ansprechend finde? Habe ich Spaß am Einkaufen oder ist es ein notwendiges Übel?

Mit Hilfe des äußerlich-individuellen Quadranten können Menge und Preis der eingekauften Lebensmittel betrachtet werden. Geht die Person zwei, drei Mal die Woche einkaufen oder doch jeden Tag? Wie sehen ihre Finanzen aus? Wie viel kann sie in der Woche für Essen ausgeben?

Der innerlich-kollektive Quadrant befasst sich hingegen mit den Gewohnheiten und Werten. Haben meine Eltern das schon immer gekauft und mache ich es ihnen gleich? Sollten die Lebensmittel regional, bio oder doch möglichst billig sein? Drücke ich einen Status mit teuren Marken Lebensmitteln aus?

Der äußerlich-kollektive Quadrant zeigt die äußeren Umstände auf. Gibt es überhaupt eine Anlaufstelle (Supermarkt, Kiosk, Bauer) bei dem ich meine Lebensmittel kaufen kann und ist jemand da, der sie mir verkauft? Auch muss klar sein, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit eingekauft werden kann. Wurden in den letzten Tagen Lebensmittel geliefert oder sind die Regale leer?


Ebenen der Entwicklung nach Clare Graves (Spiral Dynamics)

Im Laufe der Zeit haben sich die verschiedensten Bereiche (unter anderem Psychologie, Philosophie, Soziologie, usw.) mit dem Thema Ebenen, Bewusstsein und Entwicklung beschäftigt. Viele der entwickelten Modelle weisen einige Ähnlichkeiten im Hinblick auf die verschiedenen Stufen/Ebenen auf; Abraham Maslow (Bedürfnisebenen), Jean Piaget (kognitive Entwicklung), Erik Erikson (psychosoziale Entwicklung). Des Weiteren entwickelte Clare Graves ein Modell für Persönlichkeitsentwicklung, welches später von Don Beck und Chris Cowan zu Spiral Dynamics weiter entwickelt wurde. Ken Wilber nahm dies schließlich mit in seine Überlegungen für ein alles integrierendes Modell auf.

Das Modell kann sowohl auf persönliche Entwicklung, als auch auf biologische Entwicklung, kulturelle Entwicklung und sozial-systemische Entwicklung angewendet werden. Dabei geht jede weitere Entwicklung mit einem Rückgang an Egozentrik und einem Anwachsen von Bewusstsein einher. Bei einer gesunden Entwicklung werden alle vorherigen Stufen/Ebenen/Wellen in das Bewusstsein integriert, sodass dieses immer weiter wächst. Ist einer dieser Zustände gefestigt, zeigen sich für diese Ebene typische Gefühle, Motivationen und Glaubenssysteme. Meist entsteht eine Weiterentwicklung durch einen starken Leidensdruck, für den eine neue Lösung gesucht wird.

Bildlich wird das Modell meist als eine Spirale dargestellt. Hier zeigt sich, dass jede Ebene auf den vorherigen aufbaut; ohne diese also nicht bestehen kann. Zudem weitet sich die Spirale mit voranschreitender Entwicklung immer weiter und wird immer umfangreicher, so wie das Bewusstsein der Person.

Der einfachheitshalber haben Don Beck und Chris Cowan die Stufen von Spiral Dynamics mit Farben benannt. Auf dieser Seite sollen acht Stufen vorgestellt werden, wobei die Entwicklung der Menschen zeigen wird, welche Stufen noch möglich sind. Diese acht Stufen sind:

Spiral Dynamics Spirale      Beige
Purpur
Rot
Blau
Orange
Gelb
Türkis

Wichtig ist, dass jede Stufe ihre Vor- und Nachteile hat. Jede Stufe hat irgendwann einmal zu einer Verbesserung geführt, in deren Folge jedoch auch neue Probleme aufgeworfen. Eine Integration der guten Aspekte der Stufen kann sich daher positiv auf jegliches System auswirken. Auch können die Stufen beispielsweise beim Menschen, in den verschiedenen Lebensbereichen unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Das Erreichen einer bestimmten Bewusstseinsebene hat jedoch meist auf alle Bereiche des Lebens Auswirkungen.

Bei Interesse bieten wir die Möglichkeit online einen Test zu den verschiedenen Stufen auszufüllen. Die Ergebnisse sind direkt danach sichtbar, sodass es für jeden in kurzer Zeit möglich ist, seine eigene Entwicklungsstufe herauszufinden. Außerdem bieten wir spezielle Seminare zur Vertiefung des Grave Value Systems an.

Anmerkung: Die jeweils bei den Spiral Dynamics Ebenen genannten Prozentangaben wurden sowohl die Anteile der Weltbevölkerung als auch die Anteile der westlichen Bevölkerung berücksichtigt. Hierdurch ist teilweise eine große Spannbreite zwischen den Angaben entstanden.

Wichtig ist, dass jede Stufe ihre Vor- und Nachteile hat. Jede Stufe hat irgendwann einmal zu einer Verbesserung geführt, in deren Folge jedoch auch neue Probleme aufgeworfen. Eine Integration der guten Aspekte der Stufen kann sich daher positiv auf jegliches System auswirken. Auch können die Stufen beispielsweise beim Menschen, in den verschiedenen Lebensbereichen unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Das Erreichen einer bestimmten Bewusstseinsebene hat jedoch meist auf alle Bereiche des Lebens Auswirkungen.

Beige

Beige zählt zu der Kategorie präkonventionell bzw. egozentrisch. Das System vertritt eine archaische Weltanschauung und handelt impulsiv. Hier geht es um das reine Überleben und das Befriedigen der Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser, Wärme, Sex und Sicherheit. Beim Menschen finden wir die Stufe meist nur im Säuglingsalter oder wenn ein Mensch durch eine Krankheit oder einen Unfall in diese Stufe zurückgeworfen wird.

Purpur

Purpur ist die zweite Stufe und wird, genauso wie die Stufe Beige als präkonventionell und egozentrisch angesehen. Hier ist das Stammesbewusstsein sowie das magische Denken und der Aberglaube vorherrschend. Es müssen Geister und Ahnen beschwichtigt und geehrt werden, es gibt heilige Orte und das Individuum opfert sich für die Sippe. Auch heute gibt es noch einige Ureinwohner, die auf der pupurnen Ebene sind. Diese fragen bei Problemen noch immer Schamanen, Kräutermediziner und Orakel um Rat. Auch werden viele Entscheidungen noch aus Angst vor bösen Geistern getroffen. Sie sind zudem naturverbunden und haben eine große Vorstellungskraft. Doch auch kleine Kinder durchlaufen diese magische Stufe, wenn Mama beispielsweise plötzlich zaubern kann oder Papa Augen im Hinterkopf hat, weil er alles mitbekommt, was das Kind macht.

Es wird geschätzt, dass ca. 5-10% der Weltbevölkerung ein purpurnes Bewusstsein vertreten.

Rot

Rot ist der Inbegriff der Egozentrik und mündet in einem Kriegerbewusstsein. Hier taucht das erste Mal ein "Selbst" auf. Oft wird mit dieser Stufe vor allem Gewalt in Verbindung gebracht. Hier lautet das Motto: Fressen oder gefressen werden. Der Krieger schmückt sich mit Symbolen seiner Macht und das System sieht sich als das Wichtigste, folgt Impulsen, kämpft und vertraut nur sich selbst. Doch das rote Bewusstsein hat auch viele Vorteile. Es stärkt das Individuum, ist handlungsorientiert und verfolgt konsequent seine Ziele. Auch schützt dieses Bewusstsein das Individuum vor Krankheiten und dem Tod und verschafft ihm außerhalb des Stammes Vergnügen und Ansehen.

Viele der früheren Imperien folgten diesem Bewusstsein. Heutzutage finden wir es eher in Gangs, Gefängnissen und sich bekriegenden Völkern. Auch Kinder in der Trotzphase zeigen ein typisch rotes Verhalten. Die Stufe ist schätzungsweise bei 20% in der Weltbevölkerung vorrangig.

Blau

Blau wird oft mit konventionellen oder auch ethnozentrischen Denken gleichgesetzt. Diese Stufe entsteht aus dem roten Bewusstsein heraus und versucht Gesetze und Ordnung in die leidende Welt zu bringen. Auf dieser Stufe wird viel in "Schwarz-Weiß" gedacht. So beispielsweise auch Loyalität gegenüber bestehenden Regeln und Erlösung durch Gehorsam. Hier treten Respekt vor Autoritäten und Moral auf den Tagesplan. Geheilt wird durch die traditionelle Medizin und durch den Glauben. Auch rückt die Gruppe wieder in den Vordergrund, genauso wie der Glaube und Religion. Das blaue Bewusstsein kann jedoch auch in Intoleranz gegenüber anderen Gruppen, Fanatismus und Fundamentalismus umschlagen. Das Positive der Entwicklung spiegelt sich in der Wichtigkeit der Familie und der Kinder wieder.

Bis zu 40-55% der heutigen Bevölkerung befinden sich hauptsächlich auf der blauen Ebene. So beispielsweise Mitglieder der Kirche, Anhänger des Nationalismus und Militärangehörige. Blaue Strukturen sind zudem im Feudalsystem aufgetreten und noch heute in der Bürokratie zu finden.

Orange

Orange ist die Stufe der Wissenschaft und des Fortschritts. Diese Ebene leitete das Zeitalter der Moderne ein und hat stark zur Entstehung von "Flachland" (Wilber bezeichnet hiermit die oberflächliche Gesellschaft, die Spiritualität und dergleichen strikt ablehnt) aber auch zur Leistungsgesellschaft beigetragen. Die orange Welt ist objektiv, rational und experimentell. Naturgesetze können erforscht und für eigene Zwecke verwendet werden. Ziel ist materieller Gewinn und Wissen in allen Bereichen, sodass ein hoher Lebensstandard möglich ist und gezeigt werden kann. So spielt auch Bildung eine wichtige Rolle. Auf dieser Stufe wird das System selbst wieder wichtiger.

Typische orange Strukturen finden sich in Wirtschaftsunternehmen und dem Demokratischen Kapitalismus. Doch auch die wissenschaftliche Medizin, die moderne Wissenschaft und Profi-Sport sind aus dem orangen Bewusstsein entstanden. 30-60% der Bevölkerung sind auf der orangen Entwicklungsstufe.

Grün

Grün ist die erste Stufe die als postmodern und weltzentrisch eingestuft wird. Auf der grünen Stufe vertritt das System eine pluralistische Weltanschauung. Auf dieser Ebene entsteht eine neue spirituelle Freiheit und Kreativität. Das Weilbliche wird anerkannt, Mitgefühl und Einbeziehung aller ist wichtig und Multikulturalismus und Vielfalt stehen im Vordergrund. Personen mit einem grünen Bewusstsein setzen sich gegen das Leiden anderer Menschen, Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Korruption und ähnliches ein. Sie sind für Gleichberechtigung und für den Erhalt der Natur. Das grüne Bewusstsein kann sich jedoch auch im Narzissmus, Geringschätzung der Moderne und der Tradition, der Verurteilung von Hierarchien wiederspiegeln und Unfähigkeit einer Entscheidungsfindung durch Berücksichtigung aller Stimmen.

Das wahrscheinlich beste Beispiel für das Gute der grünen Stufe ist Martin Luther King als Kämpfer für die Rechte der Schwarzen. Auch Non-Profit-Unternehmen und Umweltbewegungen werden meist aus einem grünen Bewusstsein heraus gegründet. Der Bevölkerungsanteil auf dieser Stufe wird auf bis zu 10% geschätzt.

Gelb

Gelb wird von Clare Graves, dem Erfinder dieses Modells, als ein entschiedener Sprung in der Entwicklung bezeichnet. Ab dieser Stufe ist es möglich alle vorherigen Stufen zu begreifen und anzuerkennen. Zusätzlich können die verschiedenen Ebenen bewusst genutzt und in entsprechenden Ebenen angewendet werden. Die gelbe Ebene ist integriert Hierarchien bzw. Holarchien, Systeme und Formen. Dabei ist es flexibel, spontan und funktionell. Ein gelbes System sieht sich selbst als autonom an, sieht aber auch eine persönliche Verantwortung für die Welt. Personen auf der gelben Ebene besitzen ein systemisches Denken und unternehmen meist den Versuch eine Harmonisierung von Wissenschaft und Religion oder auch von Wissenschaft und Spiritualität herbei zu führen. Sie können jedoch von anderen auch als unsensibel, ungeduldig, gehoben und elitär angesehen werden.

Weniger als 1% der Bevölkerung befinden sich derzeit auf dieses Entwicklungsebene. Ken Wilber wird als einer der Wenigen angesehen.

Türkis

Türkis ist die hier letzte angeführte Ebene. Es wird als postintegrales Bewusstsein und als holistisch bezeichnet. In diesem Bewusstsein sind alle Ebenen zu einem bewussten System verwoben. Hier ist die große Vereinigung, von der auch Wilber spricht, möglich. Es gibt eine universelle Ordnung, die weder auf äußeren Regeln noch auf Gruppenbindungen beruht.

Weniger als 0,1% der Bevölkerung hat dieses Bewusstsein erreicht.


Linien der Entwicklung nach Ken Wilber

Es gibt im AQAL-Modell nicht nur Quadranten und Ebenen, die die perspektivische Sicht sowie die unterschiedlichen Entwicklungsstufen abdecken, sondern auch Linien, die dazu dienen, die verschiedenen "Intelligenzen" aufzuzeigen, die jeder von uns in sich trägt. Die Intelligenzen entwickeln sich im Laufe eines Lebens sehr unterschiedlich abhängig von persönlichen Stärken und Schwächen sowie von äußeren Einflüssen. Die Linien der Entwicklung verlaufen relativ unabhängig voneinander. Einige Linien bauen jedoch auf der Intelligenz einer anderen auf und können die andere nicht "einholen".

Entwicklungspsychologen haben zahlreiche dieser Linien dokumentiert, in dem sie langfristige Studien durchgeführt haben und den Probanden immer wieder dieselben Fragen gestellt haben. Dabei haben sie festgestellt, dass unterschiedliche Antworten immer wieder gehäuft auftreten. Mit diesem Ergebnis konnten die Forscher dann zahlreiche Linien der Entwicklung festlegen.

Wilber sieht bei Individuen und Gruppen einen Schwerpunkt, der die allgemeine Tendenz ihrer Linien und Ebenen widerspiegelt. Beim Individuum ist dies im Bereich der Selbstidentität und bei Gruppen im Bereich der gemeinschaftlichen Handlungssysteme der Fall. Er sieht die Linien als weitestgehend unabhängig voneinander, sodass sich diese eigenständig entwickeln können und keine dieser Linien sei vorrangig. In seinem Buch Integrale Psychologie formuliert er allgemeine Entwicklungslinien im Bewusstsein wie: kinästhetisch, kognitiv, moralisch, emotional, spirituell und ästhetisch. Bei genauerer Differenzierung, entstehen Linien, die über das Selbst, die Bedürfnisse, die Identität und die Entwicklung des Individuums Aufschluss geben.


Zustände des Bewusstsein nach Ken Wilber

Wenn Wilber von Zuständen schreibt, so meint er hierbei Bewusstseinszustände wie Wachen, Träumen und tiefer Schlaf. Jeder dieser Zustände kann Strukturen und Ebenen enthalten.

Die Zustände können in natürliche und veränderte Bewusstseinszustände unterschieden werden. Erstere umfassen Wachen (grobstofflich), Träumen (subtil) und Tiefschlaf (kausal). Der Wachzustand ermöglicht einen Zugang zum grobstofflichen Ich, der Traumzustand einen Zugang zum feinstofflichen und der tiefe Schlaf zum kausalen GEIST. Jeder Mensch kann diese drei Bewusstseinszustände erreichen, egal welche anderen Faktoren (Ebenen, Strukturen, usw.) gerade gegeben sind. Ein veränderter Zustand hingegen, gilt als ein nicht gewöhnlicher Zustand. Dies kann durch meditative Zustände, aber auch durch Nahtoderfahrungen und durch Drogen hervorgerufen werden. Gipfelerfahrungen sind temporäre Zustände, bei der die Zustände psychisch, feinstofflich und kausal, sowie nichtdual im Wachzustand erlebt werden können. Hieraus können spirituelle Erfahrungen entstehen. Wie dies erfahren wird, hängt jedoch von der jeweiligen Entwicklungsstufe ab. So kann eine Gipfelerfahrung auf der feinstofflichen Ebene mit einem magischen Bewusstsein als eine Vereinigung mit Gott interpretiert werden, die nur für diesen einen Menschen gilt. Eine Gipfelerfahrung auf der feinstofflichen Ebene mit einem mythischen Bewusstsein hingegen wird Gott als Erlösung für die Anhänger der entsprechenden Mythen, interpretiert. Diese Erfahrungen sind vorübergehende Zustände. Für die Entwicklung ist es wichtig, dass diese Zustände zu dauerhaften Eigenschaften, also zu dauerhaften Strukturen des Bewusstseins werden. Hierbei kann Meditation sehr nützlich sein, da bei Meditation bewusst das Erreichen von höheren Ebenen „geübt" wird.


Die Typen nach Ken Wilber

Die Typen zählen laut Wilber zu den fünf wichtigsten Punkten der integralen Theorie. Es wurden zudem schon viele Modelle zum Thema Typen entwickelt. So beispielsweise der Myers-Briggs Typenindikator. Dieser unterscheidet beispielsweise in extravertiert und introvertiert oder ob jemand eher ein Kopf- oder Gefühlsmensch ist. Es gibt aber auch Menschen die beim Reden sehr detailierte Angaben machen und welche, die nur einen kurzen Überblick geben. Weiter kann in die bekannten Lerntypen unterschieden und die Liste noch endlos fortgesetzt werden.

Die deutlichste Unterscheidung findet wahrscheinlich zwischen Mann und Frau statt. Der männliche Typ steht eher für autonom, abstrakt und legt das Augenmerk auf die eigene Individualität und den Wettkampf. Der weibliche Typ hingegen ist gefühlsvoller, legt mehr Wert auf Beziehungen und Kommunikation und zeigt Verantwortung. Frauen und Männer durchlaufen trotz dieser unterschiedlichen Typen die gleichen Entwicklungsebenen. Das heißt, dass die Typen auf jeder Ebene vorkommen können. Daher sollte auch immer zwischen Ebenen und Typen unterschieden und auf den einzelnen Ebenen die Typen differenziert werden.

Da das Fehlen eines Typs zu Problemen führen kann, ist es nützlich, die verschiedenen Typen zu erkennen und so eine ausgeglichenere Balance bei sich selbst und/oder Anderen zu erreichen.


Integral Leben

Wahrscheinlich hast Du Dich bereits mit den Texten zu Ken Wilber und dem AQAL-Modell befasst oder hast schon anderweitig von einer integralen Idee gehört. Falls nicht, hast Du hier die Möglichkeit etwas über diesen spannenden Ansatz zu lesen.

Im Folgenden wollen wir Dir die Möglichkeit geben, den integralen Ansatz aktiv in Dein Leben zu integrieren und um Deine Motivation noch weiter zu steigern, zählen wir einige Gründe auf, warum das genau jetzt eine gute Idee ist.

Durch die integrale Lebenspraxis ist es Dir möglich, in allem einen Sinn zu finden, über Dich hinauszuwachsen, besser Schmerz und Krisen zu verarbeiten, Deine Ideale zu erreichen, Dein Bestes zu geben und lebendiger zu werden. Vielleicht gibt es aber auch gar keinen besonderen Grund und Dich interessiert dieses Thema einfach.

Die verschiedenen Übungen, die wir für Dich zusammengetragen haben, stammen aus dem Buch integrale Lebenspraxis und wurden von Ken Wilber, Terry Patten, Adam Leonard und Marco Morelli entwickelt. Die Übungen sind nach dem Schwerpunkten Körper, Verstand, Geist und Schatten aufgebaut. Für eine integrale Lebenspraxis sollten alle vier Schwerpunkte beachtet und täglich praktiziert werden.


Was ist Deine innerste Motivation?

Die erste Übung ist eine 1-Minuten-Übung die Du jetzt sofort und vor jeder anderen Übung machen kannst. Sie soll Dir helfen, Deine innerste Motivation zu finden und soll Dir darüber Aufschluss geben, warum Du Dich mit integraler Lebenspraxis beschäftigen möchtest.

Lege Deine Hände auf Dein Herz und atme tief ein und wieder aus. Spüre dabei, was in Deinem Kopf. Herz und Bauch passiert. Fühle jetzt nach, was Deine innerste Motivation für die Praxis ist. Frage Dich: Was ist Dein sehnlichster Wunsch? Woher kommt dieses "Drängen und Ziehen", dass Du empfindest? Was zeigt sich in Deiner Selbstwahrnehmung?

Es ist möglich, dass Du eine außergewöhnliche Erfahrung suchst, dass Du neugierig bist, was passieren wird oder Du spürst etwas, das Du nicht so genau beschreiben kannst. Spüre einfach, was Dich in diesem Moment motiviert und nimm dies bewusst wahr.

Fühle nun den Zeugen Deiner Erfahrung. Er ist der Teil Deiner Wahrnehmung, der Deine Erfahrungen einfach beobachtet. Was ist sich Deiner Motivation bewusst und ist deshalb nicht identisch mit dieser.

Nimm nun ein paar weitere tiefe Atemzüge und entspanne Dich in diesem Gewahrsein.

Nun lass los und fahre ganz gewohnt fort. Egal ob Du nun die nächste Übung machst oder weiter Deinem Tag nachgehst.


Übung "Die vier Quadranten"

Falls Du die vier Quadranten noch nicht kennst oder noch einmal nachschauen möchtest, wie diese aufgebaut sind und was sie bedeuten, klicke hier und Du gelangst direkt zu unserer Beschreibung der einzelnen Quadranten, samt Beispiel.

Mit dieser schnellen Übung ist es Dir möglich, mehr integrales Gewahrsein in Dein Leben zu bringen.

Was sind die vier Quadranten?

Die vier Quadranten stellen das Innere und das Äußere von Individuen und Kollektiven dar.

Erweitere Dein Gewahrsein.

Die vier Quadranten

Spüre in Dich hinein und nimm Deine "Ich-heit" wahr. Konzentriere Dich nur darauf was Dich ausmacht. Nun fühle Deine "Wir-heit"; Deine Beziehung zu Anderen.

Konzentriere Dich als nächstes aus Deine "Es-heit"; Deinen physischen Körper mit seinen Energien und der objektiven Präsenz. Spüre als letztes Deine "Sie-heit"; Deine Verbundenheit zu den vielen Systemen Deines Lebens.

Welchem Quadranten schenkst Du am meisten Aufmerksamkeit?

Alle vier Quadranten sind gleich wichtig und müssen gleich beachtet werden. Trotzdem tendieren die meisten Menschen mehr zu einem oder zwei Quadranten. Einige beschäftigen sich vor allen mit den individuellen Quadranten und lassen das Kollektiv und gemeinsame Themen außer Acht. Andere hingegen achten hauptsächlich auf die äußeren Quadranten. Worauf legst Du Deine meiste Aufmerksamkeit in Bereichen wie Gesundheit, Partnerschaft und Arbeit? Ich, Wir oder Es?

Nutze alle vier Quadranten.

Achte ab jetzt ständig auf alle vier Quadranten und sorge für einen Ausgleich. Vielleicht kümmerst Du Dich immer nur um Deine äußerliche bzw. körperliche Gesundheit, ohne dabei auf Dein emotionales Wohlbefinden zu achten. Oder bist Du ständig mit Dir selbst beschäftigt und vergisst alles um Dich herum? Nutze jetzt die Gelegenheit und kümmere Dich um die anderen Quadranten.

Unendlichkeit

Mache Dir bewusst, dass genau in diesem Moment alle Quadranten in Deinem Gewahrsein entstehen. Einem alles einbeziehenden Gewahrsein (auch Big Mind genannt). Mit dem Wissen über das offene und angenehme Gewahrsein, kannst Du nun mit Deinem Tag fortfahren oder Dir weitere Übungen anschauen.


Übung "Schattenarbeit"

Mit Schatten sind Teile der Psyche gemeint, die von uns verleugnet, zurückgewiesen oder in irgendeiner anderen Form von uns weggestoßen werden. In der Psychotherapie wird dies als das unterdrückte Unterbewusste beschrieben. Diese Schatten wirken sich meist in ungesunden und verzerrten Verhaltensweisen aus. Zudem benötigt es eine große Menge an Energie unsere Schatten im Unterbewusstsein zu lassen und so ist es nur sinnvoll mit Hilfe von Schattenarbeit diese in unser Bewusstsein zu reintegrieren und dadurch gesünder und klarer zu werden.

Jeder von uns hat Schatten. Ob sie nun unseren Alltag stark beeinträchtigen oder im Hintergrund unsere Entscheidungen manipulieren, sie sind allgegenwertig. Durch die Schattenarbeit kannst Du Dein Leben reicher gestalten und es unter Umständen als Ergänzung zu einer Therapie nutzen. Vielleicht erkennst Du sogar die ursprüngliche Quelle, die zu Projektionen geführt hat und eine Situation oder das Treffen auf eine bestimmte Person hat nichts zwanghaftes oder verwirrendes mehr an sich. Die Energie, die Du zudem einsparst, kannst Du nutzen, um Dich weiterzuentwickeln und zu wachsen.

Bei der Entstehung von Schatten, spalten wir einen Teil unseres Selbst vollkommen von uns ab. Am Anfang identifizieren wir diesen Teil noch mit uns selbst. Im Laufe des Prozesses sehen wir dies jedoch nicht mehr uns zugehörig und projizieren es auf eine zweite Person. Die andere Person ist also schlecht drauf, ungeduldig oder einfach nur faul. Ich hingegen nicht. Dies stellt jedoch eine noch größere Bedrohung für uns dar, sodass wir die Emotion oder Situation noch weiter von uns weisen müssen. Daher entwerfen wir aus der Emotion oder der Situation ein Ding und machen sie zum Es. Das abgespaltene Es ist für uns unbekannt und ein Schatten ist entstanden.

Die folgende Übung führt Dich in umgekehrter Reihenfolge durch diesen Vorgang, sodass Du Dir Schritt für Schritt Deinen Schatten wieder aneignen kannst.

So erkennst Du einen Schatten: Schatten können sich hinter augenscheinlich schwierigen Personen verstecken, sowie in Traumbildern und Empfindungen, die uns ablenken oder anderweitig stören. Die Störung kann sich sowohl negativ als auch positiv auswirken.

Überlege nun, was genau Dich stört. Nimm hierfür Tagebuchaufzeichnungen oder einen leeren Stuhl zu Hilfe und beschreibe dabei detailliert die entsprechende Person, Situation oder Empfindung. Nutze hierfür Pronomen der dritten Person (er, sie, es, ihm, ihr). Was genau erlebst Du als Störung? Was macht Dir daran zu schaffen? Sei dabei so präzise wie nur möglich.

Führe als nächstes ein simuliertes Gespräch mit der störenden Person, Situation oder Empfindung und benutze dabei Pronomen der zweiten Person (du, deins). Du kannst auch direkt Fragen stellen wie: "Wer oder was bist du? Was willst du von mir? Was willst du mir sagen? Welches Geschenk hast du für mich?" Dann lass Dein fiktives Gegenüber antworten und stelle Dir vor, was Dein Gegenüber sagt. Schreib es zur Verdeutlichung auf oder sprich es laut aus. Du wirst erstaunt sein, was für ein Gespräch entstehen wird.

Als nächstes sprich oder schreib in der 1. Person und benutze Pronomen der ersten Person (ich, mir, mein, mich). Sei die Person, Situation oder Empfindung, die Du gerade erforscht hast. Sehe die Welt, einschließlich Dir selbst, aus der Perspektive dieser Person, Situation oder Empfindung. Nimm die Ähnlichkeiten zu ihr wahr und spüre, dass Du ein und der-/die-/dasselbe bist. Benenne nun dies in dem du laut sagst "Ich bin..."oder "... bin ich". Dies wird sich erst einmal falsch anfühlen, da Du es lange Zeit als einen Teil von Dir verleugnet hast.

Meist reicht es nicht diesen Anteil nur einmal als einen Teil von einem selbst anzuerkennen und zu spüren. Wiederhole dies deshalb, bis er sich als Teil von Dir anfühlt und mit der Zeit wirst Du merken, dass Du Dich leichter und freier fühlst. Nun kannst Du Dein Leben auf eine neue aktivere Art gestalten.

Wenn Du die oben stehende Übung öfters gemacht hast, kannst Du Dich einmal an der Kurzform versuchen. Die eignet sich gerade morgens und abends gut.

Morgens kannst Du Dir nach dem Aufwachen Deinen Traum noch einmal vergegenwärtigen. Gab es eine Person oder Sache, die heftige Emotionen auslösen bzw. ausgelöst haben? Konfrontiere Dich mit dieser Person oder Sache und sprich mit ihr. Sei als nächster Schritt diese Sache oder Person und nehme wahr, dass sie ein Teil von Dir ist.

Abends kannst Du Dir vor dem Schlafengehen überlegen, welche Person Dich tagsüber gestört hat oder zu welcher Person Du Dich hingezogen gefühlt hast. Konfrontiere Dich innerlich mit dieser, sprich mit ihr und sei schließlich diese Person.


Übung "Quadranten-Scan"

Mit Hilfe dieser Übung kannst in jeder Situation herausfinden, was Du denkst bzw. fühlst (OL), wie die Perspektive des anderen ist (UL), mit welchen größeren Systemen Du verbunden bist (UR) und Dir mögliche Handlungsschritte überlegen (OR). Bei kleineren Entscheidungen reicht Dir meist schon nur eine Minute. Wenn Du mehr über die vier Quadranten erfahren möchtest, kannst Du das unter dem Punkt AQAL und Quadranten tun.

Nimm Dir für jeden Quadranten 15 Sekunden Zeit und trete in Kontakt mit ihnen. Überlege was Dir in Bezug auf die Situation, Person oder dem Gefühl in den uadranten Ich, Wir, Es und Sie einfällt. Sie ermöglicht Dir einen umfangreicheren Blick und Du kannst in kurzer Zeit informierte Entscheidungen treffen.


Übung "Die drei Körper"

In dieser Übung führen wir Dich durch die drei Körper (kausal, subtil und grobstofflich), sodass Du alle drei stärken und Dich so ganzheitlicher entwickeln kannst. Dies ist nur ein Vorschlag, den Du sowohl für schnelle und lange Durchgänge nutzen kannst. Wenn Du möchtest, kannst Du es mit weiteren Übungen ergänzen.

Kausaler Körper

Stehe gerade mit beiden Füßen auf dem Boden, halte die Augen geschlossen und lass sich Deine Handinnenflächen vor dem Herzen berühren (die Fingerspitzen schauen nach oben).

Sage nun innerlich: "Nimm das So-Sein, die Ist-heit dieses und jeden Augenblickes wahr". Nimm das Gesagte jetzt wahr. "Ich bin dieses So-Sein. Ich bin Offenheit, in der alle Dinge entstehen."

Atme tief ein und wieder aus. Kreuze beim Einatmen Deine Hände über dem oberen Brustkorb und hebe beim Ausatmen die Hände neben den Körper, sodass die geöffneten Handflächen nach vorne zeigen.

Sage innerlich: "Ich lasse los in die Unendlichkeit".

Subtiler Körper

Öffne nun die Augen und drehe beim Einatmen Deine Hände nach außen. Führe sie nach unten und bringe sie direkt vor dem Nabel zusammen. Die Handflächen zeigen dabei nach oben und die Finger sind locker gefaltet. Sage zu dir selbst: "Ich atme die Fülle des Lebens".

Bringe beim Ausatmen die gefalteten Hände an der Vorderseite des Körpers nach oben. Drehe dabei die Hände, sodass die Handflächen zum Himmel zeigen. Strecke die Arme über den Kopf und sage zu Dir: "Ich atme aus und zurück zum Licht".

Führe beim nächsten Einatmen die Hände nach vorne, bis sie die Ausgangsposition vor dem Nabel erreicht haben. Sage dabei: "Wenn ich den Kreis vollende, bin ich frei und ganz".

Grobstofflicher Körper

Lege beide Hände auf Deinen Bauch. Atme tief ein und wieder aus und sage: "Unendliche Freiheit und Fülle zeigen sich als dieser kostbare menschliche Körper".

Gehe jetzt leicht in die Hocke und berühren mit Deinen Händen den Boden. Sage dabei: "Wenn ich die Erde berühre, bin ich mit allen Wesen verbunden".


Übung "Die integrale Widmung"

Die integrale Widmung kann nach der eben vorgestellten Übung angewendet werden und bildet einen guten Abschluss. Du widmest dabei die voran gegangene Übung allen fühlenden Wesen und erbittest den ganzen bewussten Kosmos in das immer gegenwärtige So-Sein.

Lege Deine Handflächen im Stehen vor Deinem Herzen zusammen und halte die Füße geschlossen. Verbeuge Dich, während Du still sagst: "Mögen mein Bewusstsein und mein Verhalten (1.) allen Wesen dienen (2.) in allen Welten (3.) alle befreien (4.) in das So-Sein (5.) dieses und jeden Augenblicks (6.)".

  1. Drehe Dich dabei nach rechts und verbeuge Dich erneut.
  2. Drehe Dich ein weiteres Mal nach rechts und verbeuge Dich wieder.
  3. Noch einmal nach rechts drehen und verbeugen.
  4. Kehre in die Ausgangsposition zurück und zeige mit den Handflächen nach vorne.
  5. Arme seitwärts nach unten, dabei die Handflächen nach vorne halten.
  6. Arme entspannt hängen lassen.

Übung "Integrales Erforschen"

Diese und die folgende Übung legen den Schwerpunkt auf den Geist. Die vorgestellte Meditation ist etwas für Fortgeschrittene, die weiter in den Kern ihrer Spiritualität vordringen möchten. Das Praktizieren bietet dabei eine neue Möglichkeit für Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung. Die Aufmerksamkeit soll von jeglichen Gegenständen befreit werden und im reinen Gewahrsein ruhen.

Setze Dich ruhig hin, atme normal ein und aus und achte darauf, dass Deine Wirbelsäule aufgerichtet ist.

Ruhe im gegenwärtigen Moment und lass Deine Aufmerksamkeit für das So-Sein frei werden. Entspanne Dich hinein in das, was IST.

Stelle eine Frage, wenn Du andere Gedanken bemerkst. Dies könnte sein "Wer bin ich?" oder "Was tue ich hier?".

Beantworte diese Frage nicht, sondern spüre wie sie Dich für ein tieferes Verstehen öffnet. Komme in das offene Gewahrsein des Augenblicks und sei präsent für das Offensichtliche.

Mit der Zeit wirst Du das übliche Denken immer weiter loslassen und Dich in den gegenwärtigen Moment hinein entspannen. Das Erforschen passiert dabei zufällig und spontan.

Ist ihre zur Verfügung stehende Zeit beendet, komme zum Abschluss und widme diese Übung wem oder was Du sie auch widmen möchtest.