Rhetorik - was ist das?

Die Rhetorik ist die Kunst der Rede. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen. Im antiken Griechenland schon sprach man dieser Kunst eine hohe Bedeutung zu. In Athen war es die Aufgabe der großen Redner, ihre Zuhörer von ihren Aussagen zu überzeugen und zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Die Rhetorik stellt die Mittel hierfür bereit. Die alten Griechen hatten Rhetoriklehrer und studierten die Kunst und Wissenschaft der Rhetorik sehr genau. Die Wahrheit erhielt derjenige zugesprochen, die die anderen am besten mit seinen Worten überzeugen konnte.

Auch heute noch ist es wichtig, über eine gute Rhetorik zu verfügen und in der Lage zu sein, andere Menschen von seinen Ideen zu begeistern und sie zum Handeln zu bewegen. Große Redner haben es über die Zeiten hinweg, die Menschen im Herzen zu bewegen. Manche haben es geschafft, ganze Völker in einen Krieg zu stürzen oder auch in Notzeiten zusammen zu stehen. Das gesprochene Wort ist bei weitem emotionaler als das geschriebene.

Im Informationszeitalter wird sehr viel kommuniziert. Es gibt viele Nachrichten, die ausgetauscht und diskutiert werden. Wer über eine gute Rhetorik verfügt, ist hier klar im Vorteil. Darum wollen wir auf diesen Seiten viele Informationen zur Rhetorik zusammentragen. Lesen Sie, hören Sie und machen Sie mit. Sie werden spüren, wie Ihre rhetorischen Fähigkeiten immer mehr zu nehmen. Denn auch in der Rhetorik gilt: Man wird nicht zum Redner geboren sondern gemacht. Übung macht den Meister, das werden auch Sie am eigenen Leib erfahren.

Inhalte

  1. Sprechtechnik in der Rhetorik
  2. Körpersprache in der Rhetorik
  3. Stilmittel in der Rhetorik
  4. Verständnis in der Rhetorik
  5. Feedback in der Rhetorik
  6. Rhetorik Tipps und Wissen
    1. Stoffsammlung
    2. Stichwortmanuskript
    3. Aufbau & Gliederung: Einleitung
    4. Aufbau & Gliederung: Hauptteil
    5. Aufbau & Gliederung: Schluss
    6. Lampenfieber
  7. Aikido Rhetorik
  8. Rhetorik Seminare
  9. Rhetorik Bücher und Hörbücher

Sprechtechnik in der Rhetorik

Unter dem Oberbegriff „Sprechtechnik“ werden hier Elemente wie Sprechtempo, Lautstärke, Aussprache, Modulation, Sprachmarotten und Pausen zusammengefasst. Diese Elemente werden aus naheliegenden Gründen nicht ausführlich hier schriftlich behandelt. Dennoch sollen einige allgemeine Bemerkungen gemacht werden.

Sprechtempo

Die meisten Menschen sprechen bei Präsentationen eher zu schnell. Bemühen Sie sich darum, eine realistische Einschätzung Ihrer eigenen Geschwindigkeit zu bekommen. Variieren Sie auch das Tempo und sprechen Sie wichtige Gedanken langsamer und eindringlicher aus.
Natürlich hängt das Grundtempo der Rede in gewissem Sinn auch von dem Anlass und dem Inhalt der Präsentation oder Rede ab. Bei einem komplizierten Fachvortrag wird das Tempo langsamer sein als bei der Eröffnung eines Kongresses.
Bedenken Sie auch: Je größer der Raum, desto langsamer muss gesprochen werden, damit die Rede nicht verhallt.
Sprechen Sie fließend, aber spulen Sie Ihre Präsentation nicht in Rekordzeit ab. Weniger Inhalt klar und deutlich vorgebracht ist in der Regel mehr.

Lautstärke

Ihre Präsentation soll keine Lärmattacke auf das Trommelfell sein, aber doch von jedem in der letzten Reihe sitzenden Zuhörer verstanden werden. Verändern Sie Ihre Lautstärke je nach Bedeutung der Aussage - aber dezent! Versuchen Sie nicht die Lautstärke die Rolle der Beweisführung übernehmen zu lassen.
Wenn jemand im Raum „lauter“ ruft, dann bemühen Sie sich bitte länger als nur die nächsten 10 Minuten auch tatsächlich lauter zu sprechen.

Bogensatztechnik

Viele Redner hetzen von einem Punkt zum nächsten und können dem Satz kein Ende geben, weil sie am Satzende die Stimme noch einmal anheben. Senken Sie am Satzende Ihre Stimme. Stellen Sie sich den Verlauf der Stimmhöhe wie einen Bogen vor. Dadurch geraten Sie nicht in Versuchung, immer noch einen weiteren Satz anzuhängen.

Atmung

Reden heißt tönendes Ausatmen! Eine gute Sprechtechnik setzt eine tiefe und ruhige Atmung voraus, die in diesem Fall die Tiefenatmung ist. Tiefenatmung ist Zwerchfellatmung! Beim tiefen Einatmen wölbt sich der Bauch und die Flanken weiten sich. Grund: Das Lungenvolumen nimmt zu, das Zwerchfell wird nach unten gedrückt. Damit gelingt es Ihnen am besten Kurzatmigkeit, Nervosität und Hektik in der Sprache zu vermeiden. Die ausreichende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff ist wichtig, damit es nicht zum Blackout kommt.

4-S-Technik

Die "Start-Pause":
Die 4 S-Technik wird gerne für den Beginn einer Präsentation verwendet:

  1. S: "Steh": Stellen Sie sich natürlich und ungezwungen hin.
  2. S: "Schau": Blicken Sie den Zuhörer an: "Kreisender Rundblick"
  3. S. "Schnauf": Tiefenatmung
  4. S. "Sprich": nach diesen 2-3 Sekunden haben Sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer ganz für sich!

Wofür sind Pausen wichtig?

Pausen sind ein wichtiges Stilmittel jeder Rede! Halten Sie öfter mal ein und erlauben Sie damit dem Zuhörer, an wichtigen Stellen das Gesagte sich "setzen" zu lassen. Pausen machen den Zuhörer neugierig. Sie bauen damit einen Spannungsbogen in Ihren Ausführungen auf und machen gleichzeitig die inhaltlichen Gliederungsschritte transparent.

Nutzen Sie die Sprechpause, um erneut Luft zu holen und sich zu konzentrieren.

  • ca. 1/2 Sekunde Pause, wo im Text ein Komma stehen würde
  • ca. 1 Sekunde Pause, wo ein Punkt hingehört.
  • ca. 2-3 Sekunden Pause, wo ein Gedanken aufhört, ein Absatz stehen würde.

Pausen gegen Schnellsprechen: Von besonderer Wichtigkeit sind Pausen für all jene, die dazu neigen schnell und hektisch zu sprechen!

Doppelpunkttechnik

Man spricht von Doppelpunkttechnik, wenn Sie vor wichtigen Gedanken eine kurze Sprechpause einfügen: Beispiel: "Ich komme jetzt zu einem ganz entscheidenden Punkt: ... (Pause machen, dann das Argument mit verstärkter oder zurückgenommener Lautstärke bringen)....!

2. Körpersprache in der Rhetorik

In diesem Seminar wird Körpersprache bei Präsentationen vor allem in die vier Kategorien Gestik, Mimik, Blickkontakt und Standhaltung eingeteilt und entsprechend trainiert. Dabei geht es jedoch nicht darum, einzelnen Signalen ganz bestimmte Bedeutungen zuzuordnen. Wenn wir das tun, so ist dabei immer auch der Gesamteindruck der anderen Person zu berücksichtigen.

Beispiel:
Wenn sich jemand am Kopf kratzt, so muss dies nicht unbedingt bedeuten, dass er gerade nachdenkt oder unsere Information in Frage stellt. Es kann auch einfach sein, dass es die Person juckt, weil sie ein paar Tage vorher von einem Insekt dort gestochen wurde.

Dennoch gibt es einzelne Signale, die wir herausgreifen und uns näher betrachten wollen. Besonders interessant sind diese körpersprachlichen Signale dann, wenn sie im Widerspruch mit der gleichzeitig vermittelten verbalen Information sind. In diesem Fall spricht man von Inkongruenz.

Kongruenz bedeutet die Überstimmung aller Botschaften, d.h. sowohl der verbalen als auch der nonverbalen Botschaften. Bei Inkongruenz erzeugen wir Verwirrung beim anderen.

Beispiel für Inkongruenz:
Jemand sagt: „Ich bin ganz offen mit Ihnen.“ und dabei vergräbt die Person die Hände in den Hosentaschen, wendet sich ab und blickt zum Boden.

WICHTIG: Bei Inkongruenzen tendieren Menschen eher dazu der nonverbalen Information zu vertrauen.

Insgesamt ist die Bedeutung der Körpersprache für die Kommunikation auf keinen Fall zu unterschätzen. Etwa 55% der Informationen werden nonverbal übermittelt.

3. Stilmittel in der Rhetorik

Bei einer klassischen Rede liegt der Schwerpunkt in der Regel auf der sachlichen Aussage und dem Vortragsinhalt. Es ist in diesem Kontext wenig sinnvoll die Rede zu einem rhetorischen Kunstwerk auszufeilen und jeden Satz mit zahlreichen rhetorischen Stilmitteln zu füllen. Andererseits kann eine gezielte und natürliche Verwendung von einigen rhetorischen Stilmitteln Ihre Präsentation lebendiger, anschaulicher und interessanter machen. Übrigens: Man nennt rhetorische Stilmittel oft auch rhetorische Figuren.

Sie finden hier eine alphabetisch geordnete Liste mit zahlreichen rhetorischen Stilmitteln. Wahrscheinlich werden Sie nur einen kleinen Teil dieser Stilmittel jemals in Ihrer Rede einsetzen, es sei denn Sie sind auf dem Weg zu einem Profi-Redner. Nehmen Sie sich doch einen Moment und gehen Sie die wichtigsten rhetorischen Stilmittel in alle Ruhe einmal durch.

Allegorie
Eine Allegorie ist eine bildliche, gleichnishafte Darstellung, um einen abstrakten Begriff oder einen wenig anschaulichen Vorgang zu verdeutlichen.

Allusion
Anspielung, die voraussetzt, dass jeder das Gemeinte versteht; oft mit stark suggestiver Wirkung!

Anakoluth
Bewusste oder unbewusste Störung des Satzes durch einen Einschub; wirkt bei bewusster Anwendung fast immer eindringlich, spannungsfördernd.

Anapher
Wiederholung des Anfangswortes oder von einleitenden Satzteilen in aufeinanderfolgenden Sätzen; deutliche Betonung und Bestimmtheit des Gesagten.

Antiklimax
Übergang vom stärkeren zum schwächeren Ausdruck; eindrucksvolle Dramatisierung durch diesen häufig verblüffenden Schlussteil.

Antithese
Gegenüberstellung, zumeist von Gegensätzen oder Gegenbehauptungen; akzentuierte Polarisierung zweier Gegenstücke.

Autonomasie
Umbenennung, auf Eigennamen angewandt; bildhafte Verdeutlichung, oft Sympathiebegriff (Spitznamen)

Asyndoten
Aneinanderreihung von Begriffen oder Verben ohne Bindewörter, durch Schlagwortcharakter dynamischer Formulierungsart.

Chiasmus
Kreuzweise Stellung in der Anordnung von vier Satzgliedern (oft gekoppelt mit einer Antithese); sprachlich abwechslungsreich und lebendig.

Contradictio in adiecto
Widerspruch zwischen zwei zugeordneten Wörtern; Wirkung durch (verblüffenden) Kontrast.

Ellipse
Weglassen eines leicht betonten, jedoch leicht ergänzbaren Wortes; straffes und präzises Aussagemittel.

Etmyologische Figur
Kombination stammverwandter Wörter, wortspielartiger Charakter.

Euphemismus
Sprachliche Milderung zur Beschönigung eines Ausdrucks.

Homoeoprophoron
Gleichführung des Klangs aufeinanderfolgender Wörter (z.B. Stabreim); wirkt sehr rhythmisch und eingängig.

Hyperbel
sprachliche Übersteigerung in Vergrößerung oder Verkleinerung: sehr bildhafte Umschreibung.

Hysteron-Proteron
Vorwegnahme des logisch und/oder zeitlich Nachfolgenden; überraschende Wendung des zunächst Gesagten.

Ironie
Versteckter Spott, bei dem genau das Gegenteil von dem gemeint ist, was gesagt wurde.

Katachrese
Missbrauch eines Wortes oder Ausdrucks in einem nicht dazu passenden Satz; sehr bildhaft, gelegentlich provozierend

Kette
Der folgende Satz nimmt einen Ausdruck des vorangegangenen wieder auf; meist überzeugend konsequent wirkende Gedankenentwicklung.

Klimax
Kunstvolle Steigerung vom schwächeren zum stärkeren Ausdruck hin; starke Eindringlichkeit und Dynamisierung.

Litotes
Vorsichtige Bejahung durch doppelte Verneinung oder Verneinung des Gegenteils; Milderung des Gesagten, wirkt oft durch die Untertreibung besonders treffend.

Onomatopöie
Lautmalerei bei Wortbildern; eindrucksvolle und nachhaltige Wirkung besonders durch den sprachlichen Klang.

Oxymoron
Oft scharfsinnige, manchmal auch witzige Verbindung widerstreitender Begriffe.

Paradoxon
Scheinbarer Widerspruch der miteinander verbundenen Begriffe; durch Verblüffung soll der gewünschte Effekt erreicht werden.

Paronomasie
Wird durch Gleichklang oder Gleichförmigkeit von Wort bzw. Satzgliedern herbeigeführt; einprägsames Formulierungsmittel, sentenzartige Wirkung.

Personifikation
Übertragung von menschlichen Eigenschaften oder Fähigkeiten auf Gegenstände; sehr bildhafte und leicht eingängige Veranschaulichung

Rhetorische Frage
Aufwerfen einer Frage, auf die man keine frei Antwort erwartet, sondern mit deren Formulierung die Antwortrichtung festgelegt werden soll; dadurch stark suggestive, auch provozierende Wirkung.

Umstellung
Unübliche Satzkonstruktion, bei der durch die Umstellung die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt gerichtet wird.

Vergleich
Hervorheben einer gemeinsamen Eigenschaft von zwei Wörtern; nachhaltige Verdeutlichung des Gemeinten.

Wiederholung
Verdopplung eines Wortes oder einer Wortgruppe, teilweise mit zusätzlichen Steigerungsworten; sehr eindringlich und dramatisierend (manchmal aber auch zu pathetisch).

4. Verständnis in der Rhetorik

Das hier vorgestellte Verständlichkeitskonzept wurde von Friedemann Schulz von Thun entwickelt. Er stellt es in seinem Buch „Miteinander Reden“ Bd.1 ausführlich dar.

Vier Gütemaßstäbe der Verständlichkeit

Einfachstattkompliziert
übersichtlich und gegliedertstattzusammenhanglos und unübersichtlich
kurz und prägnantstatt weitschweifig
anregend-anschaulichstatttrocken

Dieses Konzept funktioniert in wirklich jedem Vortrag und es ist kein großes Geheimnis dahinter, es selbst anzuwenden. Versetzt man sich in die Lage des Zuhörers, weiß man, dass es sehr unangenehm sein kann, wenn der Vortrag nicht übersichtlich gegliedert ist und man aber gerne Informationen über den Inhalt erhalten möchte.
Deshalb gilt, dem Zuhörer diesen zusätzlichen Denkvorgang zu ersparen und ein leichtes Folgen auf inhaltlicher Ebene zu ermöglichen. Bereits beim Beachten dieses Fakts erreicht man beim Zuhörer eine positivere Einstellung zum eigenen Vortrag. Vor allem dann, wenn die folgenden Punkte auch noch berücksichtigt werden:

  • Wesentliches sollte vom Unwesentlichen zu unterscheiden sein. Sonst bekommt der Hörer die Aufgabe des Filterns, des Bewertens und des Einordnens. Das wiederum kostet Geduld und Konzentration.
  • Bei übermäßig trockenen Darstellungen löscht man eher die Begeisterung für ein Thema, dass der Zuhörer schon in den Vortrag mitbrachte, als ihn zu motivieren.

Einfach statt kompliziert

Ihr Text wird besonders verständlich, wenn Sie übersichtlich, kurz und anregend sprechen. Einfachheit bedeutet, leicht verständliche oder geläufige Begriffe und Formulierungen zu verwenden und auf einen komplizierten Satzbau zu verzichten. Folglich sollte man einfache und kurze Sätze bilden sowie anschauliche Beispiele verwenden.
Ob der Zuhörer etwas gut verstehen kann, hängt zum großen Teil vom Redner ab. Beachtet dieser die Kriterien der Einfachheit und formuliert er leicht verständliche Sätze, hat er den Zuhörer auf seiner Seite. Insbesondere dann, wenn er eine Übersicht über das Thema gibt, den Vortrag nicht zu sehr in die Länge zieht und in der Lage ist, seinen Vortrag durch rhetorische Mittel zu schmücken.

Übersichtlich und gegliedert

Was ist für einen übersichtlichen Vortrag überhaupt wichtig:

  1. Gliederung nach Haupt-und Nebenpunkten
  2. gedankliche Reihenfolge beibehalten
  3. logische Folge der einzelnen Themenpunkte
  4. Wichtiges hervorheben

Für eine bessere Übersichtlichkeit erfüllt z.B. eine einfache vor dem Vortrag skizierte Gliederung ihren Zweck.

Kurz und prägnant versus weitschweifig

Bei kurzen und prägnanten Formulierungen nehmen die Zuhörer Informationen leichter auf und verstehen sie somit auch besser. Von einer Übertreibung mit zu schwierigen Inhalten ist abzuraten.
Trotz des Wissens, dass es besser ist, sich kürzer zu fassen, neigen viele Redner zu einem umschweifenden Sprechstil. Außer im Falle von schwerverständlichen Zusammenhängen, sollten Sie aber auf Wiederholungen verzichten.
Ein häufiger Grund für diese Neigung ist, dass der Redner beim Sprechen noch seine Argumente und deren sprachliche Formulierung entwickelt. Haben Sie Probleme damit, Formulierungen zu treffen, sollten Sie sich am besten im Vorhinein am besten sprachliche Ausdrucksweisen zurechtlegen. Dann fällt Ihnen das gute Vortragen direkt leichter.

Anregend und anschaulich statt trocken

Ein guter Redner zeichnet sich häufig dadurch aus, dass er weiß, etwas anschaulich zu erklären. Das gestaltet das Thema spannender und häufig sind es die Beispiele einer Rede, die uns schlussendlich in Erinnerung bleiben. Die Fantasie der Zuhörer wird durch eine solche Rede geweckt, sodass sie sogleich etwas munterer als zuvor werden. Und wenn es dabei etwas zu lachen gibt, dann sowieso. So können Sie sogar trotz trockenen Inhalts zu einem beliebten Redner werden. Denn wichtig ist vor allem Motivation einzubringen.
Bei manchen Themengebieten lässt sich die trockene Sprache nicht ganz vermeiden. Aber auch hier können Sie mit ein paar Kniffen Ihr Publikum zum zufriedenen Zuhören animieren:

  • nonverbale Ausdrucksmittel wie Betonungen
  • Stimmanhebungen
  • mimische Begleitung
  • kunstvolle Pausen
  • abwechslungsreiche Formulierungen wie Frage-und Ausrufsätze
  • rhetorische Mittel (Redefiguren)
  • konkrete Beispiele
  • gelegentliche Anekdoten

Nun stehen die vier Merkmale der Verständlichkeit in Abhängigkeit zueinander und es ist nicht so leicht, sie alle auf einmal zu berücksichtigen: Wie will man einen anregenden Vortrag gestalten, wenn dieser trotzdem kurz und prägnant bleiben soll? Schließlich werden anregende Vorträge gerade durch die Beispiele und Veranschaulichung deutlich länger. Deshalb sollten Sie die goldene Mitte finden:

  • die Veranschaulichung kurz halten und auf das Lehrziel, dass Sie vermitteln wollen, zu fokussieren.

Auch durch die Anmerkungen zum übersichtlichen Gestalten verlängert sich Ihr Vortag ein wenig, aber bei komplexeren Zusammenhängen ist dies eben notwendig.

Wo liegt dann das Optimum? Die angemessene Mischung hängt stets vom Thema, von der Situation und von der Wachheit, Interessiertheit und Vorbildung der Hörer ab. Also fassen wir zusammen:
Wie ist das Optimum zu formulieren? Die angemessene Mischung ist stets vom Thema abhängig, von der Situation und von der Wachheit, Interessiertheit und der vorhandenen Vorbildung der Hörer ab.

Folglich sollte der Vortrag folgende Kriterien berücksichtigen:

  • einfach
  • übersichtlich
  • kurz
  • prägnant
  • anregend
  • anschaulich

Zusammenfassung

  1. Einfachheit:

    • spricht in klaren, einfachen Sätzen
    • verwendet geläufige Wörter – überwiegend Grundwortschatz
    • Fachwörter werden erklärt
    • Verben werden bevorzugt eingesetzt – kein Nominalstil.
  2. Gliederung:

    • Inhalt ist folgerichtig, klar und übersichtlich
    • gute Unterscheidung von wesentlichem und unwesentlichem
    • roter Faden bleibt sicher
    • erkennbare Gliederung
    • alles kommt schön der Reihe nach
    • Geschwindigkeit der Aussagenfolge ist angemessen.
  3. Kürze-Prägnanz:

    • gedrängt auf Redeziel konzentriert
    • knapp
    • Umfang kann gut verdaut werden
    • versteht es, treffend und ohne überflüssige Worte zu formulieren.
  4. Zusätzliche Stimulanz:

    • direkte Rede
    • rhetorische Fragen zum Mitdenken
    • verwendet Fragen und Ausrufe
    • belebt die Rede durch lebensnahe Beispiele
    • witzige Formulierungen
    • Reizwörter
    • spricht in Bildern (Metaphern)
    • formuliert im Aktiv
    • formuliert statt „ich“: „wir, ihr, sie“; spricht das Publikum direkt an
    • variiert im Ausdruck

5. Feedback in der Rhetorik

Wenn Sie mehr über Feedback in der Rhetorik erfahren möchten, dann klicken Sie auf diese Seite zu: Wie richtig Feedback geben - Schritt für Schritt Anleitung

6. Rhetorik Tipps und Wissen einer guten Präsentation

Wir haben für Sie die besten Tipps und das wertvollste Wissen im Bereich Rhetorik zusammengestellt. Lesen Sie viele interessante Dinge rund um die Rhetorik.

Hierzu zählen folgende Bereiche:

  • Stoffsammlung in der Rhetorik
  • Stichwortmanuskript in der Rhetorik
  • Aufbau & Gliederung einer Einleitung
  • Aufbau & Gliederung vom Hauptteil
  • Aufbau & Gliederung vom Schluss
  • Umgang mit Lampenfieber

Nach wie vor haben viele Menschen Angst vor öffentlichen Auftritten und Reden. Manche fürchten sich mehr davor als vor Krankheiten oder dem Tod.

Daher haben wir für Sie ein Video erstellt, in dem Sie lernen, worauf es bei erfolreichen Präsentationen ankommt.

6.1 Stoffsammlung

Bevor Sie sich überlegen, wie Ihre Präsentation oder Rede im einzelnen aussehen soll, sollten Sie sich einige der folgenden Fragen stellen. Der wichtigste Punkt dabei ist, dass Ihre Präsentation zielgruppenorientiert ist.

Vorgeschichte:-Wie sieht die Vorgeschichte meiner Präsentation aus?
Gegenstand:-Was ist der Gegenstand meiner Präsentation?
Anlass:-Was ist der Anlass meiner Präsentation?
Ziel:-Was ist das Ziel meiner Präsentation?
Möchte ich:-belehren

-unterhalten

-begeistern

-informieren

-Problembewusstsein schaffen

-Argumente entkräften

-überzeugen

-Akzeptanz schaffen

-eine Entscheidung vorbereiten

-Verhalten ändern

-Einstellungen verändern

-Was kann ich erreichen

-Was sollen die Teilnehmer am Ende der Präsentation wissen oder tun

-Was will ich mit der Präsentation im Endeffekt konkret erreichen?
Adressatenanalyse:-Wer hört mir zu?

-Bekannt oder unbekannt

-Entscheidungsbefugt (Ja/Nein)

-Einstellung der Zuhörer zum Thema (positiv, neutral, negativ)

-Bildungsstand und beruflicher Hintergrund

-Fachlich homogene oder heterogene Gruppe

-Zahl der Zuhörer

-Vorwissen, Vorurteile, Erwartungen und Interessenten

-Wie wurde ich vorgestellt?

-Welche Rolle habe ich in der Veranstaltung?

-Welche Gegenargumente und Einwände könnten kommen?

-Welche Fachbegriffe müssen erläutert werden?

-Gibt es Untergruppen?

-Wer sind die Führer (Machthaber)?

-Welche Bedürfnisse haben die Zuhörer?
Inhalte:-Welche Inhalte (Ideen, Argumente, Fakten, Zahlen usw.) will ich präsentieren?

-Was ist der Hauptvorteil oder die Kernidee, was ich darstellen möchte?

-Wie kann ich das Publikum mit einbeziehen?

-Welche Visualsierungstechnik setze ich wann und wie ein?

-Sind meine Argumente fachlich überzeugend?

-Welche Beispiele fallen mir dazu ein?

-Wo möchte ich den Schwerpunkt setzen?
Partneraussage:-Wie kann ich den TeilnehmerInnen Wertschätzung entgegenbringen?
Selbstaussage:-Wie stelle ich mich selbst dar?
Nachgeschichte:-Was soll im Anschluss an die Präsentation geschehen?

Inhalte der Präsentation:

  • Sammeln des Materials:
    Was gehört alles zum Thema der Präsentation? Benutzen Sie hierfür verschiedene Quellen,z.B. Fachzeitschriften, Bibliotheken, Internet und natürlich den Rat von Kollegen und Kolleginnen.
  • Auswählen der wichtigsten Inhalte:
    „Welche dieser Inhalte muss ich unter Berücksichtigung der spezifischen Zielgruppe und der zur Verfügung stehenden Zeit auswählen, um meine konkreten Ziele zu erreichen?“
  • Gewichten der Inhalte:
    Unterscheiden Sie zwischen Kernaussagen und Hintergrundinformationen. Erstere müssen auf jeden Fall angesprochen werden. Die Hintergrundinformationen dienen vor allem dazu, die Verständlichkeit der Kernaussagen zu erhöhen.

Am Ende dieser Phase haben Sie:

  • konkrete Ziele für die Präsentation formuliert
  • sich intensiv mit den Bedürfnissen der Zielgruppe auseinandergesetzt
  • die passenden Inhalte ausgewählt
  • sich Gedanken über Ihre Selbstpräsentation gemacht

6.2 Stichwortmanuskript

Das Stichwortmanuskript erleichtert vor allem bei längeren und umfangreicheren Vorträgen oder Präsentationen die Erinnerung an Details und die genaue Abfolge der Gedanken oder Argumente. Ein gutes Stichwortmanuskript führt zur Disziplinierung des eigenen Präsentationsstils. Es dient darüber hinaus als Formulierungsbasis und kann im Einzellfall auch kurze ausformulierte Textpassagen enthalten. Dies ist besonders bei wichtigen Einleitungs- oder Schlusssätzen zu empfehlen. Auch wörtliche Zitate sollten dort notiert werden. Das Stichwortmanuskript wird zu einer Stütze gegen die Angst davor, an einer wichtigen Stelle nicht mehr weiter zu wissen. Dabei gilt es aber einige Grundregeln zu beachten!

Grundregel:
So wenig Text wie möglich, so groß und deutlich geschrieben wie möglich und so übersichtlich angeordnet wie möglich. Übertriebene Klarheit in der Gliederung. Die logische Struktur soll klar widergespiegelt werden.

In das große Mittelfeld schreiben Sie die Haupt-Stichwörter in sinnvoller Ordnung.

Das linke Feld ist für Neben-Stichwörter vorgesehen. Hier schreiben Sie die Punkte nieder, die nicht ganz so wichtig sind. Eine Nutzungsmöglichkeit besteht darin, dort Gedanken zu notieren, die vielleicht wichtig sind, von denen Sie aber noch nicht genau wissen, ob bei der Rede genug Zeit bleibt, um sie zur Sprache zu bringen. Oder Sie können hier noch nachträglich ein Schlüsselwort einfügen, für das Sie im Mittelfeld keinen Platz mehr finden konnten. Außerdem hat dieses Feld noch eine weitere wichtige Funktion: Der Daumen der linken Hand wandert in diesem Feld von oben nach unten, immer parallel zu den Hauptstichwörtern im Mittelfeld. Wenn Ihre Augen von den Zuhörern ins Manuskript zurückkehren, dann brauchen Sie nicht lange zu suchen, wo es weitergeht. Orientieren Sie sich einfach an Ihrem Daumen. Er zeigt Ihnen genau, an welcher Stelle der Rede Sie sich befinden und bewahrt Sie vor langem und nervösem Suchen.

Das rechte Feld mit der Rubrik Hilfsmittel ist sehr nützlich für längere Reden und für Vorträge. Man trägt hier ein, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Hilfsmittel vorgesehen ist, z.B. eine Folie, ein Dia, ein Arbeitsplan, ein Hörbeispiel oder sonstiges Anschauungsmaterial.

Die Seitenzahl wird dann eingetragen, wenn Sie für eine Rede oder einen Vortrag mehr als einen Stichwortzettel benötigen.
Bei Fachvorträgen und politischen Sachbeiträgen mit klar gegliederten Abschnitten ist es sinnvoll, für neue Abschnitte immer wieder einen neuen Stichwortzettel, ggf. mit entsprechender Überschrift, zu benutzen.
Der Vorteil dieser selbständigen Einheiten ist, dass man sie sehr leicht und ohne zusätzlichen Verarbeitungsaufwand in spätere Reden einbauen kann. Dieses Prinzip der Textbausteine kann ihnen dann sehr viel Zeitaufwand ersparen.

3-A-Technik

Die 3-A-Technik erinnert uns daran, wie wir mit dem Stichwortmanuskript umgehen sollen. Besonders wichtig ist, dass wir erst dann sprechen, wenn wir wieder Blickkontakt zum Publikum aufgenommen haben; keinesfalls, wenn wir noch den Blick ins Manuskript gesenkt haben. Gönnen Sie Ihren Zuhörern ruhig ein paar kleine Pausen. Merken Sie sich gut, wofür die 3 As stehen:

  • Ablesen
  • Aufschauen
  • Aussprechen

Fehlerquellen im Umgang mit dem Stichwortmanuskript

  • Das wörtliche Aufschreiben einer Rede ist sehr gefährlich, weil es dazu verleitet, hinterher abzulesen und nicht nach natürlichen Ausdrücken zu suchen. Außerdem ist es sehr schwer den Faden wieder zu finden, wenn man einmal nicht mehr weiß, wo im Manuskript man gerade steckt. Manchmal verleitet das wörtliche Aufschreiben auch dazu, einige Passagen der Rede auswendig zu lernen. Dadurch geht ein wichtiges Element der lebendigen und überzeugenden Rede verloren.
  • Ein volles Stichwortmanuskript kann dazu verleiten, immer wieder darauf zu schauen und den Blickkontakt mit dem Publikum zu vernachlässigen. Dadurch verliert man den Kontakt und kann die Reaktionen des Publikum nicht mehr wahrnehmen.
  • Manchen Rednern fällt es sehr schwer, sich von ihrem Konzept zu lösen, wenn es die Situation erfordert. Beachten Sie auch bei Vorträgen an der Uni, dass nicht immer alles gesagt werden muss und der Zuhörer oft nicht weiß, was noch alles zu Ihrem Thema gehören könnte.
  • Ein zu großes Stichwortmanuskript führt dazu, dass Ihre Gestik stark eingeschränkt ist und jede Bewegung der Hand, die das Konzept hält, deutlich verstärkt wird. Ein kleines, kaum merkliches Zittern wird dadurch erst auffällig.
  • Halten Sie sich nicht an Ihrem Stichwortmanuskript fest oder benutzen Sie es als Deckung.

Zusammenfassung:

  • Möglichst wenig Text
  • groß und deutlich geschrieben
  • übersichtlich angeordnet
  • Klare Gliederung
  • logische Struktur
  • DIN A 5 Karteikarten im Querformat
  • nur eine Seite beschreiben
  • nur wenige Stichworte auf eine Karte
  • Karten durchnummerieren
  • Regieanweisungen am Rand, z.B. Pause, Blickkontakt, langsam sprechen etc.

6.3 Aufbau & Gliederung: Einleitung

Wie Sie eine Rede oder Präsentation richtig einleiten finden Sie hier:
Aufbau & Gliederung: Einleitung

6.4 Aufbau & Gliederung: Hauptteil

Hauptteil einer Rede

Ziele:

  • Thema abhandeln
  • Aussagen und Argumente nennen
  • Präsentationsziele erreichen
  • Zuhörer informieren und überzeugen

Inhalte:

  • Beschränkung auf Schlüsselargumente
  • Auf klare Gliederung achten
  • Stärkste Argumente am Schluss (rhetorischer Höhepunkt)
  • Argumente nicht totreden.

6.5 Aufbau & Gliederung: Schluss

Schlussteil einer Rede

Der Schlussteil hat eine enorme Bedeutung - dennoch wird ihm nur etwa 10% der Präsentationszeit eingeräumt, d.h. sie sollten diesen Teil besonders gut vorbereiten. Es ist empfehlenswert, den Schlussappell und die Zusammenfassung wörtlich auszuformulieren. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie auch tatsächlich noch einmal die wichtigsten Argumente kurz nennen und im Zeitrahmen bleiben.

Ziele

Zusammenfassung der wichtigsten Gedanken:
Die Zusammenfassung ist wichtig, damit die TeilnehmerInnen auch nach der Präsentation noch die bedeutendsten Argumente im Gedächtnis behalten. Dabei gilt es folgendes zu beachten:

  • Kündigen Sie Ihre Zusammenfassung kurz an und halten Sie sich dann unbedingt daran. Es wirkt sehr negativ, wenn ein Redner seinen Schluss dreimal ankündigt und immer noch eine halbe Stunde lang weiterredet.
  • In der Zusammenfassung präsentieren Sie in knapper Form die wichtigsten bisher erwähnten Argumente.

Schlussappell

  • Der Schlussappell ist eine Aufforderung zu einer Aktivität oder eine Anregung zum Weiterdenken. Dabei gehen Sie ganz konkret auf Ihre Ziele ein.
  • Achten Sie darauf, dass Sie den Zielsatz nicht tot- oder weich reden.
  • Einen guten letzten Eindruck sicherstellen.

Möglichkeiten, eine Präsentation zu beenden

  • Sie fassen zusammen (wiederholen)
  • Sie stellen eine rhetorische Frage.
  • Sie kündigen den nachfolgenden Redner an.
  • Sie appellieren an die Zuhörer.
  • Sie kommen auf den Ansatz aus der Einleitung zurück.
  • Sie schließen mit guten Wünschen.

Was Sie nicht machen sollten

  • „Vielen Dank“: Manche Redner klappen am Ende mit einer hilflosen Geste das Manuskript zusammen und sagen: „Das war´s, was ich Ihnen sagen wollte. Ich danke Ihnen! Ich danken Ihnen vielmals!“ Das ist der Redner, der vor der Ziellinie aufgibt.
  • „Ich komme zum Schluss“: Andere Redner kündigen an „Ich komme zum Schluss“ und geraten dann erst so richtig ins Plaudern.
    Das ist der Redner, der von der Bahn abkommt und disziplinlos querfeldein läuft! Die Wirkung vieler Reden wird verschenkt, weil der Redner kein Ende findet. Mark Twain erzählt hierzu folgende Begebenheit:

    „Ein Missionar, der eine prachtvolle Stimme hatte, predigte. Mit ergreifend schlichten Worten erzählte er von den Leiden der Neger. Ich war so gerührt, dass ich statt der 50 Cent, die ich zu opfern gedachte, die Spende verdoppeln wollte. Die Schilderungen des Missionars wurden immer eindringlicher, und ich nahm mir vor, meine Gabe weiter zu steigern: auf zwei, drei, fünf Dollar. Schließlich war ich dem Weinen nah. Ich fand, alles Geld, das ich bei mir trug reichte nicht, und ich tastete nach meinem Scheckbuch.... Der Missionar aber redete und redete, und die Sache wurde mir allmählich langweilig. Ich ließ die Idee mit dem Scheckbuch fallen und ging auf fünf Dollar herunter. Der Missionar redete weiter. Ich dachte: „Ein Dollar genügt!“ Der Missionar fand immer noch kein Ende .... Als er endlich fertig war, legte ich zehn Cent auf den Teller.“
  • Geben Sie keine Zugaben: In der Musik ist es üblich, Zugaben zu verlangen und zu erhalten. Ein Redner aber gibt prinzipiell keine Zugaben. Im Gegenteil: er hört auf, wenn er sein Ziel erreicht hat und er beendet die Rede zu einem Zeitpunkt, wo er selbst gern noch weiterreden würde und wo das Publikum ihm gebannt zuhört!

6.6 Lampenfieber wirkungsvoll begegnen

Was ist Lampenfieber?

Lampenfieber kann Belastung oder auch positiven Nervenkitzel bedeuten und ist außer in extremen Fällen keineswegs krankhaft, sondern eine verständliche Reaktion auf eine Situation, in der wir uns dem Urteil und dem Echo der Umwelt aussetzen, eine Herausforderung, auf die die wenigsten von uns schon von früh auf vorbereitet werden.

Das Wort Lampenfieber ist dem älteren Wort „Kanonenfieber“ nachgebildet und bisher nicht vor 1858 nachgewiesen. Es stammt ursprünglich aus der Welt des Theaters. Dort hieß das Rampenlicht „die Lampen“. Belastungssituationen mobilisieren Reaktionsformen unserer älteren Hirnteile. Soziale Ängste verhindern die natürliche Funktion von Alarmreaktionen. Chronische Überaktivierung ist die Folge. Lampenfieber umfasst sowohl Vorfreude als auch Angst. Es ist niemandem angeboren, bildet sich aber aus eigener, individueller Erfahrung. Private Aufführungen ohne Publikum sind frei von Lampenfieber, weil die Bewertung von außen fehlt. Menschen, die ihr Licht nicht „unter den Scheffel stellen“, die sich öffentlich zeigen, setzen sich Situationen aus, die psychologisch hoch brisant sein können. Lampenfieber kann sich auf viele verschiedene Arten zeigen. Es gibt nicht das Lampenfieber, sondern so viele Arten von Lampenfieber, wie es Menschen gibt.

Vier charakteristische Reaktionsweisen von Lampenfieber

Jeder Betroffene weiß am besten, was er als Lampenfieber bezeichnet und wie sich sein Lampenfieber anfühlt. Zur besseren Orientierung kann man vier charakteristische Reaktionsweisen von Lampenfieber unterscheiden, die bei jedem einzelnen mehr oder weniger stark konzentriert auftreten.

  • Körperliche Reaktionen
  • Kognitive Reaktionen
  • Emotionale Reaktionen
  • Reaktionen im Verhalten

Lampenfiebersymptome in der Sprache des Volksmundes

Aufschlussreiche Verstehenshilfen ergeben sich aus der Schatzkiste des Volksmundes und aus dem Bereich der Psychosomatik.

  • Mir bleibt die Luft weg.
  • Es verschlägt mir die Sprache.
  • Es schnürt mir die Kehle zu.
  • Mir bleibt die Spucke weg.
  • Ich bekomme kalte Füße.
  • Wenn das in die Hose geht.
  • Mir sitzt etwas im Nacken.
  • Mir dreht sich der Magen um.
  • Halte dich steif.
  • Ich habe Schiss davor.
  • Da habe ich mir etwas aufgehalst.
  • Das macht mich noch ganz krank.

Ursachen von Redeängsten

  • negative Erfahrungen in der Vergangenheit
  • Befürchtungen irgendwelcher Gefahren für die eigene Person
  • Leistungsbewertungssituation
  • Erwartung heftiger Kritik
  • zu geringe soziale Kompetenz

Ein paar Worte zur Beruhigung

Fast alle haben Angst. Selbst erfahrene Schauspieler, Kabarettisten, Showmaster, Fernsehjournalisten, professionelle Redner. Sie werden das Lampenfieber überleben, so wie Millionen andere auch. Die Erwartungen an einen Redner sind äußerst niedrig. In Hochsprungkategorien gemessen: Es genügt, wenn er die Einmetermarke überspringt. Sie können davon ausgehen: Nach außen dringt von Ihrer Nervosität wenig. „Ihre Nerven mögen Ihnen tausend Elektroschocks verpassen, der Zuschauer sieht bloß ein paar Zuckungen.“

Maßnahmen gegen die Redeangst

  • Sorgfältige Vorbereitung: Dazu gehören: Sauberes Stichwortmanuskript, Einprägen der Gliederung, Auswendiglernen des ersten und letzten Satzes.
  • Üben Sie so oft wie es nur geht - vor Kollegen, Freunden, dem Spiegel und der Videokamera.
  • Entwickeln Sie eine positive Grundeinstellung zu sich selbst und zur Redesituation. – Autosuggestion.
  • Akzeptieren Sie Lampenfieber als eine ganz natürliche Sache.
  • Schaffen Sie sich selbst Erfolgserlebnisse und erinnern Sie sich daran.
  • Entspannungs- und Konzentrationstraining, z.B. Autogenes Training, Meditation, Mentales Training, Yoga, bewusste Entspannung in der freien Natur
  • Nutzen Sie die Zwerchfellatmung und atmen Sie vor der Rede mehrmals tief ein.
  • Bedenken Sie, dass Perfektionismus nicht gefragt ist - wir sind alle nur Menschen.
  • Machen Sie sich bewusst, dass Sie die rhetorischen Wirkkräfte beherrschen und selbst auf schwierige Situationen vorbereitet sind (etwa auf Verlegenheitspausen).
  • Zu Beginn 10 Sekunden Konzentration: Schenken Sie Ihrem Publikum zehn Sekunden der Sammlung. Nutzen Sie diese zehn Sekunden, Ihr Manuskript in Ruhe abzulegen, zum Blickkontakt und zur Konzentration auf den Rede-Anfang. Zählen Sie dabei innerlich langsam bis zehn.

7. Aikido Rhetorik in der Rhetorik

Was ist Aikido-Rhetorik?

Aikido-Rhetorik kann man sich als „Tanz“ mit seinem Verhandlungspartner vorstellen. Tanz deshalb, weil das ganze Leben ein Geben und Nehmen ist und aus Wechselwirkungen verschiedener Impulse besteht, so wie eben auch ein Tanz. Es gibt keine allgemeingültigen Handlungsanweisungen, wie man den Tanz auszuführen hat, wohl aber bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die bereits erprobt worden sind.

Um Menschen erreichen zu können, muss man mit ihnen auf einer Wellenlänge sein, ihre Sprache sprechen. Oftmals wird einem eingebläut, man müsse bei einer Argumentation besonders rational und stringent vorgehen. Aber, wenn man immer nur strikte Aufforderungen, wie: „Du räumst jetzt sofort dein Zimmer auf, man findet hier ja gar nichts wieder. Wenn nicht, dann…“ gibt, dann schaltet der Gegenüber meist vollkommen ab, man stößt auf Gegenargumente und Widerstand. Denn, wenn man immer nur drohende, auffordernde Aussagen gibt, so ist das beziehungsschädigend und baut Spannung auf. Eine bessere Möglichkeit wäre es, dem Gegenüber eine Möglichkeit zu geben, ebenfalls einen Impuls zu der Verhandlung beizutragen. Solch eine Impulsgebende Frage, wäre z.B. „Wie siehst du das?“.

Man sollte somit seine Kommunikation dem Menschen anpassen. Neben dem Faktor der Menschlichkeit gibt es einen weiteren Punkt, der bei der Kommunikation wichtig zu beachten ist: der Trägheitsmoment. Menschen bauen im Laufe der Zeit ein Glaubenssystem auf, welches Stabilität in ihr Leben bringt. Sie entwickeln sich immer weiter in eine bestimmte Richtung und ähnlich wie bei einem ICE, benötigt man viel Energie, um sie aus voller Fahrt abzubremsen, da der Körper meist noch in der Position verharren möchte, in der er zuvor war. Ein solches festgefahrenes Glaubenssystem lässt sich nicht durch rationale Argumente verändern.

Um das Glaubenssystem seines Verhandlungspartners zu verändern, benötigt man Überzeugungskraft. Überzeugungskraft basiert auf „menschlicher Nähe“, „exzellentem Timing“ und „dem virtuosen Umgang mit den Energien des Gespräches“.

In unserem Blogbeitrag über einen Workshop Aikido-Rhetorik erfahren Sie noch weitere Inhalte über das Aikido-Rhetorik-Konzept.

Buch-Tipp: Aikido-Rhetorik von Ralf Zunker

Buch Aikido Rhetorik

Welche Kommunikations-Energien und Impulsrichtungen es gibt, sowie deren Vor- und Nachteile, erklärt Ralf Zunker in seinem Buch. Mit diesem Grundlagenwissen baut Ralf Zunker weiterführend verschiedene Kommunikations- und Verhandlungsstrategien auf und erklärt auch die neuronalen Prozesse während der Entscheidungsfindung.
Sie lernen dadurch erfolgreich Verhandlungsgespräche durchzuführen, selbst mit schwierigen Gesprächspartnern.

Laden Sie sich eine Leseprobe des Buches über Aikido-Rhetorik herunter.

Nähere Informationen zu dem Buch (320 Seiten, 20 Euro) finden Sie unter Buch: Aikido-Rhetorik


Ralf Zunker ist leider verstorben. Wir wünschen seiner Familie, seinen Freunden und Bekannten viel Kraft!

Podcast zum Thema Aikido-Rhetorik

Dieser Podcast beinhaltet einen 14 minütigen Ausschnittaus dem Seminar Aikido-Rhetorik mit Ralf Zunker. Darin stellt Ralf Zunker den Teilnehmern die Frage, was uns zum Handeln motiviert. Ralf zeigt in dem Podcast auf, welches unsere Motivationsknöpfe sind.

Zu diesem Thema gibt es in unserer Online-Akademie ebenfalls einen 75 minütigen Mitschnitt von einem Webinar, dass Sie sich sofort in voller Länge anschauen können. Klicken Sie einfach auf den Button „zum Video“, um mehr zu erfahren.

8. Rhetorik Seminare

Starten Sie direkt von Zuhause aus mit einem unserer kostenlosen Rhetorik-E-Books oder mit einem kostenlosen Webinar. Besuchen Sie eines unserer Rhetorik-Seminare über einen oder mehrere Tage direkt vor Ort und entwickeln Sie meisterhafte Rhetorik-Fähigkeiten.

9. Rhetorik Bücher und Hörbücher

Professionelle Präsentation

Professionelle Präsentation

Eine gute Präsentation setzt einen guten Auftritt voraus. In diesem Buch von Andreas Tronnier lernen Sie alle Tools kennen, die Sie für eine erfolgreiche Präsentation brauchen. Sie erfahren wie Sie Ihre Gestik und Haltung optimal nutzen können, wie wichtig es ist, Wirkungsakzente durch Pausen zu setzen. Aufgeschlüsselt in ein 8-Phasenmodell können Sie sich optimal auf Ihre kommende Präsentation vorbereiten. Sie werden aktiv dazu angeleitet, kleine Übungen durchzuführen und sich aufkommenden Unsicherheiten oder Ängsten zu stellen. Erweitern Sie Ihre Kenntnisse im Umgang mit Kritik. Lernen Sie „gekonnt kontern“. Nutzen Sie die Kunst der Selbstmotivation und achten Sie auch bei der Sprache auf positive Aussagen! Üben Sie Medien für sich effektiv zu nutzen und hinterlassen Sie so einen guten Eindruck bei Ihren Zuhörern!

Inhaltsverzeichnis:
Präsentation - eine Kunst, die man lernen kann
Die fünf Signale der Sicherheit
Die ersten Worte - Einleitung ist Einstimmung
Das 8-Phasenmodell To-do-Liste einer professionellen Präsentation
Redeangst überwinden
Positive Selbstmotivation
Effektiver Medieneinsatz
Umgang mit Kritik
Gekonnt kontern ... die nächsten Schritte

Preis: 9,80 €, Taschenbuch mit 100 Seiten

Link zum Buch "Professionelle Präsentation" in unserem Shop

Präsentieren Sie noch, oder faszinieren Sie schon

Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon?

In diesem Rhetorik-Bestseller erfahren Sie völlig neue Tricks und Tipps, um mit Ihren Präsentationen ab sofort nicht nur zu informieren, sondern zu faszinieren. Sie lernen, wie Sie von sich überzeugen und Ihre Anliegen so verkaufen, dass Ihre Zuhörer begeistert sind. Sie lernen die ultimative Drei-Schritt-Methode kennen, mit der Sie jedes erreichte Ergebnis so vermitteln können, dass Ihr Gegenüber (Ihr Publikum) wirklich beeindruckt ist.

Sie erfahren, warum mit Beamer und PowerPoint die Wirkung Ihres Vortrags beim Publikum um ein Vielfaches verringert wird - wenn nicht gar gänzlich zunichte gemacht. PowerPoint sorgt nicht für Entertainment, sondern für Langeweile. Lernen Sie stattdessen eine Alternative kennen, mit der Sie ein Maximum an Wirkung erzielen können. Eignen Sie sich an, wie Sie auf Knopfdruck Faszination bei Ihren Zuhörern auslösen können.

Das ist nicht nur ein wohl klingender Werbespruch, sondern funktioniert tatsächlich!

Aus dem Inhalt:
Wie Überzeugung wirklich funktioniert
So machen Sie aus jedem noch so trockenen Stoff einen spannenden Krimi
Wie Sie sich selbst als Macher rüberbringen und unangefochtener Meinungsführer werden
Wie Sie JEDE erbrachte Leistung so verkaufen, dass Ihr Publikum tief beeindruckt von Ihnen ist
PowerPoint und Beamer ist nur die zweitbeste Lösung. Die Alternative, wie Sie drastisch mehr Schlagkraft mit Ihrem Anliegen erschaffen
Wie Sie Diagramme und Zahlen unter Verzicht auf PowerPoint mit fünfmal mehr Wirkung darstellen
Wenn PowerPoint, dann wie? Die 2% Ausnahmeregelungen
Wie Sie durch Präsentieren Ihre Auftragschancen verdoppeln

Weitere Informationen zu Buch und Autor finden Sie hier.