Glückskleeblatt„Leben ist Leiden“, proklamiert der Philosoph Arthur Schopenhauer in Anlehnung an fernöstliche Weisheitslehren. In der Folge ist Glück für den als Pessimisten bekannten Denker etwas Negatives, sprich ein Minus, also Abwesenheit von Leiden. Werden dem Menschen Lasten des Lebens genommen, fühlt er sich glücklich – kurzfristig.

So trübe ist der Blick auf das Thema Glück nicht überall. Das ermutigende Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“, das zu proaktivem Verhalten anregt, ist beispielsweise an der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg Programm. Seit 2007 wird dort das Projekt „Glück als Unterrichtsfach“ realisiert.

Auf der Website der Schule informiert der Direktor, dass es das Ziel des außergewöhnlichen Faches sei, persönliche Zufriedenheit, Selbstsicherheit, Selbstverantwortung und soziale Verantwortung zu fördern. Hierbei unterstützen zahlreiche externe Lehrkräfte das Projekt. Im „Glücksteam“ befinden sich zum Beispiel auch Schauspieler des Heidelberger Theaters, Systemtherapeuten oder eine Theaterpädagogin. Die Schule orientiert sich am Ansatz, Glück sei erlernbar und spiegle sich im glücklichen und erfolgreichen Tun wieder. „Die Erkenntnisgewinnung über sich selbst, seinen Körper und seine Seele, das eigene Handeln und das Leben im sozialen Netzwerk soll sich auf der kognitiven, aber insbesondere auch auf der emotionalen und körperlichen Ebene vollziehen“, liest man auf der Internetseite der Schule, die sich für einen ganzheitlichen Ansatz stark macht.

Doch was heißt Glück konkret? Die Antwort auf die Frage variiert individuell stark. Am vergangenen Wochenende äußerten sich die Teilnehmer eines NLP Practitioner Seminars zum Thema. Für den einen bedeutet Glück ein Fallschirmsprung, für den anderen ein Abend im Kino. Für den einen muss es ein luxuriöser Urlaub in der Sonne sein, wieder einem anderen genügt ein Tanzkurs mit dem Partner, um sich glücklich zu fühlen. So verschieden sich die Einzelmeinungen jedoch auszunehmen scheinen, einige Schlagworte fielen in der Diskussion immer wieder: Freundschaft, Sport, Humor, Erfolg und das Gefühl, das eigene Leben selbst in der Hand zu haben, selbstbestimmt Leben zu können also.

Am 17. März 2012 thematisierte eine Dokumentation auf dem Fernsehsender Vox das Phänomen Glück. Es wird dabei untersucht, ob Glück „erlernbar“ ist. In der vierstündigen Doku äußerten sich prominente Persönlichkeiten zu ihren persönlichen Glücksmomenten – unter anderem Moderator und Buchautor Dr. Eckart von Hirschhausen, Dalai Lama-Übersetzer Matthieu Ricard, Ex-Tennisstar Boris Becker, Philosophin Ariadne von Schirach, Bestsellerautor Pater Anselm Grün, Philosoph Wilhelm Schmid, Hirnforscher Professor Manfred Spitzer und der Begründer der Positiven Psychologie Martin E. P. Seligmann. Außerdem konnten die Zuschauer Einblicke in die Unterrichtspraxis der oben erwähnten Willy-Hellpach-Schule gewinnen.

Zur Einstimmung auf den Fernsehabend noch ein Zitat der Hamburger Band Kettcar aus dem Song Anders als gedacht: „Zu erkennen, dass man glücklich war, ist leicht […] zu erkennen, dass man glücklich ist, ist Kunst!“

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