Frisch aus der Post lächelt mich die neue Ausgabe von „Trainingaktuell – Die Zeitschrift für Trainer, Berater und Coaches“ mit dem spannenden Thema „Trainer-Honorare“ an. Die Zeitschrift hat eine umfangreiche Gehaltsstudie durchgeführt und veröffentlich in den nächsten Ausgaben nach und nach die wichtigsten Ergebnisse. Hier für Euch eine Mini-Zusammenfassung. Mehr Informationen direkt im Magazin.

Einige wichtige Ergebnisse:
1. Berufserfahrung: Wer länger dabei ist, verdient in der Regel auch mehr. Allerdings muss man schon deutlich länger dabei sein. Im Schnitt erst nach ca. 10 Jahren steigt das Honorar auf durchschnittlich 1.200 Euro an. Bei Trainern, die seit 20 Jahren dabei sind, liegt der Durchschnitt bei 1.400 Euro.

2. Geschlechter: Frauen und Männer sind in der Trainer-Szene annähernd gleich verteilt. Aber die Männer verdienen deutlich mehr. Gerade wenn es um höhere Honorare jenseits von 1.600 Euro geht, gibt es kaum noch Frauen.

3. Einstiegs- und Spitzenhonorare: Nebenberufliche Trainer (rund 11% der Befragten) verdienen maximal 400 Euro pro Tag. Nur 2% der Trainer erzielen Honorare über 3.000 Euro. Bei 9-10 Jahren Trainertätigkeit liegen die meisten Teilnehmer der Studie bei 1.000-1.200 Euro, aber dicht gefolgt von der Gruppe 600-800 Euro. Rund 14% der Trainer verdienen im Jahr Brutto unter 30.000 Euro. 8% verdienen mehr als 100.000 Euro.

Die Spannweite ist enorm groß. So fällt es schwer, pauschal einen vernünftigen Tagessatz zu nennen. Was hilft, ist eine klare Positionierung und das Entwickeln der eigenen Einzigartigkeit.

Noch ein paar persönliche Anmerkungen zu dieser Frage nach über 15 Jahren in dieser Branche: Ich kenne kaum einen Bereich, in dem sich Schein und Sein so sehr unterscheiden wie bei Trainergehältern. Es gab mal eine Zeit, da brüsteten sich Trainer: „Mein Tagessatz ist 20.000 Euro – ich bin der höchstbezahlte Trainer im ganzen Land.“ Wie oft jemand diesen Tagessatz realisiert, das blieb ungesagt. Ein anderes Beispiel. Ich war auf einer Großveranstaltung und der Speaker auf der Bühne sagte, sein Tagessatz wäre 8.000 Euro. Ich kam während einer Übung mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch, der besagten Speaker schon oft gebucht hatte. Er sagte mir dann, dass seine Organisation besagten Speaker mehr als einmal im Jahr bucht und daher einen Preis von 2.000 Euro bezahlen würde. Das ist immer noch sehr ordentlich, aber wir reden hier über einen der Top-Speaker Deutschlands.

Noch ein anderer Gedanke: Als ich mit Seminaren angefangen habe, konnte man damals mit Trainings mit Arbeitslosen 500 DM am Tag realisieren. Ich habe das nie gemacht, aber fand 10.000 DM im Monat als Jungtrainer gar nicht schlecht. Bei dieser Rechnung gehe ich davon aus, dass von Montag bis Freitag gearbeitet wird und man nach kurzer Einarbeitung immer wieder die gleichen Seminare hält. Ich muss gestehen, dass ich die ersten zehn Jahre meiner Selbständigkeit immer die Wochenenden und Feiertage mit großer Freude und hohem Einsatz durchgearbeitet habe.

Fazit: Jungtrainern wird nichts geschenkt. Lange dabei bleiben und eine Expertenpositionierung einnehmen lohnt sich.

Mehr Informationen zu einer Trainer-Ausbildung findest du auf unserer Webseite.