Was verdienen Trainer?

Mittwoch, Januar 2nd, 2013 | NLP Blog, Train the Trainer

Frisch aus der Post lächelt mich die neue Ausgabe von „Trainingaktuell – Die Zeitschrift für Trainer, Berater und Coaches“ mit dem spannenden Thema „Trainer-Honorare“ an. Die Zeitschrift hat eine umfangreiche Gehaltsstudie durchgeführt und veröffentlich in den nächsten Ausgaben nach und nach die wichtigsten Ergebnisse. Hier für Euch eine Mini-Zusammenfassung. Mehr Informationen direkt im Magazin.

Einige wichtige Ergebnisse:
1. Berufserfahrung: Wer länger dabei ist, verdient in der Regel auch mehr. Allerdings muss man schon deutlich länger dabei sein. Im Schnitt erst nach ca. 10 Jahren steigt das Honorar auf durchschnittlich 1.200 Euro an. Bei Trainern, die seit 20 Jahren dabei sind, liegt der Durchschnitt bei 1.400 Euro.

2. Geschlechter: Frauen und Männer sind in der Trainer-Szene annähernd gleich verteilt. Aber die Männer verdienen deutlich mehr. Gerade wenn es um höhere Honorare jenseits von 1.600 Euro geht, gibt es kaum noch Frauen.

3. Einstiegs- und Spitzenhonorare: Nebenberufliche Trainer (rund 11% der Befragten) verdienen maximal 400 Euro pro Tag. Nur 2% der Trainer erzielen Honorare über 3.000 Euro. Bei 9-10 Jahren Trainertätigkeit liegen die meisten Teilnehmer der Studie bei 1.000-1.200 Euro, aber dicht gefolgt von der Gruppe 600-800 Euro. Rund 14% der Trainer verdienen im Jahr Brutto unter 30.000 Euro. 8% verdienen mehr als 100.000 Euro.

Die Spannweite ist enorm groß. So fällt es schwer, pauschal einen vernünftigen Tagessatz zu nennen. Was hilft, ist eine klare Positionierung und das Entwickeln der eigenen Einzigartigkeit.

Noch ein paar persönliche Anmerkungen zu dieser Frage nach über 15 Jahren in dieser Branche: Ich kenne kaum einen Bereich, in dem sich Schein und Sein so sehr unterscheiden wie bei Trainergehältern. Es gab mal eine Zeit, da brüsteten sich Trainer: „Mein Tagessatz ist 20.000 Euro – ich bin der höchstbezahlte Trainer im ganzen Land.“ Wie oft jemand diesen Tagessatz realisiert, das blieb ungesagt. Ein anderes Beispiel. Ich war auf einer Großveranstaltung und der Speaker auf der Bühne sagte, sein Tagessatz wäre 8.000 Euro. Ich kam während einer Übung mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch, der besagten Speaker schon oft gebucht hatte. Er sagte mir dann, dass seine Organisation besagten Speaker mehr als einmal im Jahr bucht und daher einen Preis von 2.000 Euro bezahlen würde. Das ist immer noch sehr ordentlich, aber wir reden hier über einen der Top-Speaker Deutschlands.

Noch ein anderer Gedanke: Als ich mit Seminaren angefangen habe, konnte man damals mit Trainings mit Arbeitslosen 500 DM am Tag realisieren. Ich habe das nie gemacht, aber fand 10.000 DM im Monat als Jungtrainer gar nicht schlecht. Bei dieser Rechnung gehe ich davon aus, dass von Montag bis Freitag gearbeitet wird und man nach kurzer Einarbeitung immer wieder die gleichen Seminare hält. Ich muss gestehen, dass ich die ersten zehn Jahre meiner Selbständigkeit immer die Wochenenden und Feiertage mit großer Freude und hohem Einsatz durchgearbeitet habe.

Fazit: Jungtrainern wird nichts geschenkt. Lange dabei bleiben und eine Expertenpositionierung einnehmen lohnt sich.

Mehr Informationen zu einer Trainer-Ausbildung findest du auf unserer Webseite.

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5 Comments to Was verdienen Trainer?

Clemens Groß
2. Januar 2013

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich da nur zustimmen. Jungen Trainern möchte auch ich raten, viele Trainings zu halten, am Anfang auch für wenig Geld. Aus diesen Erfahrungen heraus kann man dann gut mit Hilfe seiner Vorlieben und Stärken ein Spezialthema finden, in das man sich ganz tief hineinarbeitet. Hilfreich hierfür ist die EKS-Strategie. Wenn man einen Markt dafür findet, kommt ganz schnell ein einen Expertenstatus hinein. Damit wird man leichter gebucht und kann dann auch einfacher hohe Tagessätze erreichen.

Jacqueline Boy
4. Januar 2013

Vielen Dank Stefan Landsiedel für diese aufrichtige Aussage. Ich empfehle dazu das Buch: „Die Narzisstische Gesellschaft!“ Wichtig ist genau dann weiter zu machen, wenn es mal nicht gerade so gut läuft. Wer langfristig und ausdauernd dabei bleibt, sich regelmässig fortbildet und offen ist für neues wird dafür belohnt!! 🙂

Felix
4. Januar 2013

Schöner Artikel, Stephan.
Es gibt auch recht aktuelle Honorarempfehlungen für Trainer vom BDVT. Für Trainings-Einsteiger werden dort 800€ empfohlen, bei aufwändigen Trainings mit viel Vorbereitung auch mehr…

Und wie Clemens schon gesagt hat, je bekannter man als Experte ist, desto besser sind die Honorare. In unserer Trainer-Ausbildung stellen wir deshalb das 30/30/30-Konzept vor: jeweils 30% der Arbeitszeit für Tagesgeschäft, Positionierung/Marketing und Weiterbildung. Bestimmt nicht leicht einzuhalten, aber als Zielvorgabe finde ich das sehr passend…

Guido Fricke
6. Januar 2013

Lieber Stephan,

echt interessant. Ich hätte nicht gedacht, dass der Verdienst in diesem Bereich liegt. Es ist jedoch unverhältnismäßig gering in Relation zu dem Nutzen, welchen ein Trainer stiften kann, oder? Auch ich kenne persönlich den ein oder anderen Speaker der deutlich mehr verdient. Diese sind jedoch auch Ausnahmen, wie z.B. Karl Pilsl oder Carsten Carsten Beyreuther oder…
Es ist also noch Potential nach oben, nicht wahr? Es ist jedoch wie anscheinend mit allem im Leben: das Pareto-Prinzip!!! 20% der Trainer verdienen möglicherweise 80% der Gelder. Na ja, dann muss man halt als Trainer zu den 20% gehören bzw. sich auf den Weg machen, dort hin zu kommen. Wie überall anders auch.
Herzliche Grüße aus Dresden: GUIDO

admin
6. Januar 2013

Lieber Guido,
ja natürlich gibt es Trainer, die sehr viel mehr verdienen. Ich denke, Du setzt das Pareto-Prinzip auch hier richtig an.
Good Luck. Stephan.

Autor

NLP Trainer Stephan Landsiedel   In diesem Blog schreibt Diplom-Psychologe und NLP-Lehrtrainer Stephan Landsiedel über NLP, sein Unternehmen und sein Leben. Er ist mehrfacher Autor und hat bereits über 2.500 NLP-Ausbildungstage absolviert.

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