Interview mit Carlos Salgado


Dieses Interview mit Carlos Salgado bietet die Gelegenheit unseren NLP-Trainer in Wiesentheid näher kennen zu lernen. Viel Vergnügen beim Lesen!

Wie siehst Du die Zukunft von NLP?
Ich bin kein Hellseher und kann die Zukunft nicht sehen. Die Geschichte und die Gegenwart zeigen was die Zukunft bringen könnte. NLP kam von den Universitäten und ist heute überall. Es gibt kaum einen Weiterbildungsanbieter der nicht NLP anbietet. 40 aller IHK-Einrichtungen bieten NLP an. An fast allen Fachhochschulen für Pädagogik wird NLP als wichtiges Konzept der Bildung vorgestellt. Ich selbst habe vor einigen Monaten in meinen Studium zum Betriebspädagogen an der Uni-Koblenz/Landau in einem Seminar mit dem Titel "Entwicklung von betrieblichen Beratungskonzepten" NLP als eins von den 10 wichtigsten Beratungskonzepten vorgestellt bekommen. Die praktische Übung zu NLP war das Ankern. Im Fazit war es für uns Studenten klar, NLP ist das praktischste Beratungskonzept und auch das umfassendste von allen.

Wie bist Du auf NLP gekommen?
Wie die Jungfrau zum Kind :-), Ein sehr guter Freund von mir war auf einer NLP-Infoveranstaltung - das war im Januar 1993. Er erzählte mir, dass man mit NLP lernt, besser zu kommunizieren und man auch seine Menschenkenntnis verbessern kann. Ich war sehr skeptisch und dachte, weil er so begeistert war: "Hoffentlich ist das keine Sekte". Drei Wochen später war ich auf der Infoveranstaltung mit dem gleichen Trainer, Martin Betschart aus der Schweiz. Ich war sehr begeistert von der Lockerheit und gleichzeitiger Souveränität des Trainers. Ich dachte mir, wenn nur die Hälfte von dem, was NLP angeblich leisten soll, stimmt, dann ist es allemal das Geld und die Zeit wert. Ich meldete mich für den Basiskurs an. Noch im gleichen Jahr schloss ich erfolgreich meine NLP-Practitioner-Ausbildung ab.

 

Was bedeutet NLP für Dich?
NLP ist für mich eine Sammlung von Methoden zur besseren Nutzung unserer Wahrnehmung, zur besseren Steuerung unserer inneren Erfahrungswelt und zur Entwicklung unserer geistigen Potenziale.
Die Wahrnehmung durch unsere Sinnesorgane wird von den meisten Menschen nur teilweise genutzt. Menschen verlassen sich in der Regel auf die Eindrücke von 1-2 Sinnen. Oft dominiert in der heutigen Zeit die visuelle und die auditive Wahrnehmung. Die Welt mit allen fünf Sinnen zu erleben ist eine enorme Bereicherung in der Wahrnehmung unserer Umwelt. Ein Mensch der verliebt ist, nimmt die Welt mit allen Sinnen wahr. Auch ein Mensch der an einem fremden Ort ist, nimmt diesen Ort mit allen Sinnen wahr. Neue Eindrücke müssen verarbeitet werden und es entsteht ein Gefühl von Fülle und Freude durch die ganzheitliche Nutzung der Sinne.
Die Erfahrungen und Eindrücke werden in unseren Gedanken verarbeitet, somit entstehen neue Ideen und neue Vorstellungen von Menschen, Tätigkeiten, Orten und Dingen. Diese Erfahrungen und Eindrücke so zu steuern, dass diese auch zu innovativen Lebens- oder Arbeitskonzepten führen, muss methodisch entwickelt werden. Hierfür bietet NLP eine reiche Vielfalt an Formaten und Techniken an.
Die geistigen Potenziale zu nutzen erfordert zum einen die Kenntnis dieser Potenziale und zum anderen eine hohe Selbststeuerungskompetenz, um diese Potenziale zielgerichtet, lebensbejahend und ökonomisch und ökologisch zu entwickeln.
All dies ist das Potenzial von NLP. NLP ist eines von vielen Konzepten und Methoden, die ich in meinen unterschiedlichen Rollen als Strategieberater, als Organisationsentwickler, als Trainer und als Coach nutze.

 

In welchen Bereichen wendest Du selbst NLP am häufigsten an? (Business, Therapie u.ä.)
In meiner Beziehung und mit meiner Familie finden Ideen und Konzepte aus dem NLP die häufigste Anwendung. In meinen Seminaren im Rahmen von z.B. Führungskräfteentwicklungsprogrammen in Unternehmen arbeite ich oft mit den Neurologischen Ebenen oder mit der Disney-Strategie. Wenn ich Kommunikation in den Unternehmen trainiere, dann nutze ich natürlich Rapport als NLP-Format und oft auch die Meta-Programme. Als Coach nutze ich viele NLP-Tools für die Auftragsklärung und für die Zielfindung. Bei Strategieentwicklungen nutze ich auch gern SOAR und SCORE als Modelle für eine klare Ausrichtung.

 

Welches ist Dein NLP-Lieblingsformat?
Oje, welche Qual der Wahl… in der Anwendung ist es das Kalibrieren, es hilft mir zu wissen was mein Gesprächspartner will, noch bevor er es mir verbal mitteilt. Im Training sind es die Meta-Programme, weil sie in der Regel zu schnellen Erkenntnissen führen. In der Ausbildung ist es das Milton-Modell und die Submodalitäten. Letztere haben mir persönlich in der Practitioner-Ausbildung zu einem "aha" Erlebnis geführt, das bis heute in meinem Leben nachwirkt.

 

Was ist Dir bei Deinen Trainings wichtig?
Das meine Teilnehmer ihre inneren Grenzen sprengen mit dem Ziel der eigenen Identität und damit mit mehr Authentizität ins Leben zu gehen.

 

Wer sind Deine Lieblingstrainer aus der NLP-Szene?
Bernd Isert (Kreativität), Ray Wilkens (Herz), Dorothea Ziesenhenne-Haar (Wertschätzung), Stephan Landsiedel (Genauigkeit), Jenison Thomkins (Kontaktfreude)

 

Welches ist Dein liebstes NLP Buch?
Power-Prinzip von Tony Robbins, es war mein erstes :-) es hat mir den Zugang u NLP ermöglicht.

 

Wenn Du NLP nicht kennengelernt hättest, was glaubst Du, würde Dir in Deinem Leben fehlen?
Viele Erkenntnisse wieso Menschen so sind wie sie sind. Viele schöne Stunden mit sehr intensiven Gesprächen zum Thema Werte oder Sinn des Lebens. Viele Menschen, die ich ohne NLP wahrscheinlich nie näher kennengelernt hätte, weil mir vor NLP die Flexibilität fehlte mich auf Menschen einzulassen, die ganz anders ticken als ich. Ich wäre auch nie mit meiner Frau Tajana zusammen gekommen. Sie ist in vielen Eigenschaften das genaue Gegenteil von mir und dadurch können wir beide uns so viel geben. Ohne NLP hätte ich Sie nicht zu wertschätzen gelernt. Wenn ich also NLP nicht kennengelernt hätte, dann würde ich mir wünschen, etwas anderes mit dem gleichen Nutzwert wäre mir begegnet. Ich bin mir übrigens sicher, wenn es nicht NLP gewesen wäre, dann wäre es etwas anderes gewesen. In meinem Leben war es nun mal NLP und ich bin froh, dass es so ist!

 

Gibt es andere Konzepte der humanistischen Psychologie, die Du empfehlen kannst?
Ja, eine Menge. Hier diejenigen, mit denen ich mich u.a. auseinander gesetzt habe:
Transaktionsanalyse (Eric Berne)
Themenzentrierte Interaktion (Ruth Cohn)
Systemische Beratung (Virginia Satir)
Narrative Beratung (Michael Loebbert)
Provokative Therapie (Frank Farrelly)

 

Wie würdest Du Deinen Trainingsstil beschreiben?
Nach mehr als 30 Jahren Erfahrung als Trainer (davon über 20 Jahre NLP-Lehrtrainer) bin ich in der Lage, ganz individuell auf die Bedürfnisse meiner Gruppe einzugehen. Dabei arbeite ich sehr authentisch und zielorientiert, auch wenn ich die Teilnehmer aus ihrer Komfortzone herausholen muss. Meine Haltung ist immer von Wertschätzung, Respekt, und Würde wahrend meinen Teilnehmern gegenüber geprägt, auch wenn ich provokante (hervorlockende) Stilmitteln einsetze.

 

Welche Teilnehmer sind Dir am liebsten?
Jeder Teilnehmer ist mir gleich lieb. Es gibt für mich keine Vorstellung eines idealen Teilnehmers. Ich freue mich über jeden neuen Menschen in meinen Seminaren und empfinde es als Abenteuer diesen Menschen zu entdecken und diesem Menschen einzigartig zu begegnen.

 

Wie sollte Deiner Ansicht nach der Theorie-Praxis-Anteil im Practitioner sein?
30% Theorie und 70% Praxis

 

Mit welchen Elementen lockerst Du Deine Seminare auf?
Musik, Tanz, Bewegung, Interaktion der Teilnehmer, Humor, Geschichten

 

Welche Nicht-NLP-Elemente bringst Du in Deine Trainings mit ein? (z.B. Kinesiologie, EMDR, Schamanische Reisen usw.…)
Mein Hauptthema ist die von mir 1996 entwickelte Biolance®-Methode. Hier geht es kurz gesagt um mehr Selbst- und Menschenkenntnis unter Einbeziehung bestimmter Körpermerkmale.

Fragen die, die Teilnehmer sich im Biolance®-Training selbst beantworten:
Wer bin ich?
Was sind meine Fähigkeiten?
Wie bin ich erfolgreich?
Was ist meine Natur?

Denn nur der Mensch, der wirklich bei sich selbst angekommen ist, kann zufrieden und erfolgreich seine individuelle Lebensaufgabe erfüllen. Das ist wie "zu Hause" sein. Ein Mensch, der nicht sein Leben lebt, erlebt sich wie in einem "fremden Haus", auf einem "fremden Weg". Das muss nicht das gesamte Leben betreffen, sondern kann auch nur für einen Teil zutreffen, z.B. für die Partnerschaft oder den Job.

 

Was ist Dein größtes Ziel als Trainer?
Den Teilnehmern Unterstützung zu sein auf Ihrem Weg!

 
 

Welchen Beitrag leistet NLP für die Zukunft der Menschen?
NLP leistet keinen Beitrag. NLP ist nur eine Idee, nur eine Sammlung von Konzepten. Erst der Mensch der NLP anwendet oder lehrt, leistet einen Beitrag für die Zukunft der Menschen. Ich denke, dass jeder der NLP anwendet, einen Beitrag für eine bessere Verständigung unter den Menschen leistet. Es sind immer die Menschen die einen Beitrag leisten, welche Konzepte dabei wirken, ist aus meiner Sicht zweitrangig.

 

Vielen Dank für das Interview!