Einleitung einer Rede

Die Teilnehmer sollen dazu veranlasst werden, die Aufmerksamkeit auf Sie zu richten und sich an Sie gewöhnen. Gerade die ersten Momente sind oft besonders wichtig, weil Ihre Zuhörer sich hier einen ersten Eindruck von Ihnen bilden, der später nur sehr schwer zu korrigieren ist. Achten Sie deshalb in dieser Phase ganz besonders auf Körperhaltung, Blickkontakt, Mimik und Gestik (siehe Körpersprache).

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Rhetorik - Aufbau einer Rede

Rhetorik - Aufbau einer Rede

Ziele:

  • Kontakt zum Publikum aufbauen
  • Aufmerksamkeit wecken
  • an den Anlass erinnern
  • Sympathie erzeugen
  • Einstieg ins Thema

Inhalte:

  • a) Anrede und Begrüßung des Publikums
  • b) Vorstellung
  • c) Nennung des Themas der Präsentation und Abgrenzung zu anderen Themen
  • d) Inhalte und Ablauf kurz vorstellen
  • e) Eigene fachliche Kompetenz darstellen
  • f) Ziele der Präsentation nennen
  • g) Praxisbezug herstellen

Ergänzungen:

Zu a) Wenn der Redner zu sprechen beginnt, sitzt so manches Publikum wie ein Eisblock vor ihm. Mit einer herzlichen Begrüßung können Sie das Eis schon in den ersten Sekunden schmelzen. Vermeiden sollten Sie aber die weiter unten aufgeführten Unsitten.

Zu b) Nennen Sie Ihren vollständigen Namen langsam und deutlich. Am besten sorgen Sie dafür, dass jeder Teilnehmer Ihren Namen auch in irgendeiner Form geschrieben sehen kann. Sorgen Sie entweder dafür, dass er auf der Einladung oder einem Namensschild steht, oder schreiben Sie ihn an eine Tafel.

Zu c) Dadurch geben Sie den Teilnehmern die nötige Orientierung. Nicht jeder kennt sich in dem darzustellenden Thema so gut aus wie der Präsentierende, der sich länger damit auseinandergesetzt hat. Führen Sie die Teilnehmer langsam an das Thema heran und entwickeln Sie Ihre Gedanken so dass sie nachvollziehbar sind.

Zu d) Vielleicht greifen Sie schon hier auf Visualisierungsmöglichkeiten zurück oder teilen Teilnehmerunterlagen aus, damit die Teilnehmer Ihren Ausführungen besser folgen können. Vorsicht: Wenn Sie nicht beabsichtigen, sich an einen festen Ablauf zu halten, dann sollten Sie den Ablauf auch nicht bekannt machen. Andernfalls bauen Sie möglicherweise falsche Erwartungen auf. Wenn Sie sich nicht an einen festen Ablauf halten, sind Sie flexibler, müssen aber etwas mehr darauf achten, dass der roten Faden nicht verloren geht. Bleibt der Ablauf der Veranstaltung für die Teilnehmer die ganze Zeit über ersichtlich, so erhöht das im Regelfall die Aufnahmefähigkeit und die Behaltensleistung.

Zu e) Diese Information dient Ihrer Selbstpräsentation. Nennen Sie kurz Ihren Werdegang und Ihre Tätigkeit in Bezug auf das Thema der Präsentation. Sie werden eher das Vertrauen der Teilnehmer gewinnen, wenn Sie sich auf dem Gebiet, über das Sie reden, sehr gut auskennen.

Zu f) Seien Sie von Beginn an ehrlich und lassen Sie die Teilnehmer nicht darüber im Unklarem, worum es Ihnen wirklich geht. Fast alle Teilnehmer werden es im Alltag schon oft genug erlebt haben, dass jemand vorgab, sie nur informieren und beraten zu wollen und am Ende doch den Bestellschein herausrückte und zum Kauf drängte. Seien Sie offen und fair! Dadurch zeigen Sie Ihren Gesprächspartnern, dass Sie sie ernstnehmen und wertschätzen.

Zu g) Sagen Sie den Teilnehmern, wofür Sie das, was Sie jetzt präsentieren werden, in ihrem Alltag einsetzen können. Das erhöht die Aufmerksamkeit und das Interesse.

Möglichkeiten für attraktive Einleitungen

Beispiele

Aktuelles Ereignis der letzten Tage
„Sehr verehrte Abgeordnete, in den letzten Tagen haben verschiedene Nationen unterirdische Atomtests durchgeführt. Die USA haben daraufhin Sanktionen gegen diese Nationen verhängt. Für uns stellt sich jetzt die Frage, wie wir auf diese Atomtests reagieren sollen.“

Spektakuläre Fakten nennen
„Sehr verehrte ZuhörerInnen und Zuhörer, im letzten Jahr haben 20% der neugegründeten Unternehmen einen Gewinn von über einer Million DM erzielt. Erfahren Sie jetzt, wie es zu einer so erstaunlich hohen Leistung kommen konnte.“

Zitat
„Meine sehr verehrten Damen und Herren, Mark Twain hat einmal gesagt: „Zum Erfolg gibt es keinen Lift - man muss die Treppe benutzen.“ Genauso verhält es sich mit den Aufstiegschancen in unserem Unternehmen. In den nächsten zwanzig Minuten werden Sie jedoch erfahren, wie Sie auf dieser Treppe so schnell wie möglich Stufe um Stufe höher steigen können.“

Definition
„Sehr verehrte Damen, Emanzipation bedeutet die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Frau mit dem Mann. Die Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit. Emanzipation bedeutet aber nicht, dass ....“

Persönliches Erlebnis
„Verehrtes Publikum, vor wenigen Tagen wurde ich Zeuge eines schlimmen Verkehrsunfalls. zwei PKWs prallten aufeinander. Einer der Fahrer starb noch am Unfallort, der andere wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Wie die Presse am nächsten Tag berichtete, hätten diese dramatischen Folgen verhindert werden können, wenn die Fahrer ihre Sicherheitsgurte auch benutzt hätten. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam überlegen, wie wir noch effektiver auf die Gefahren des Verkehrs hinweisen können.“

Provokante These
„Liebe Gäste, nach statistischen Schätzungen des deutschen Nachrichtendienstes ist etwa jeder zehnte Bundesbürger selbstmordgefährdet. Demnach sitzen auch hier unter uns mindestens 20 Selbstmordkandidaten.“

Frage stellen oder Problem aufwerfen
Tipp: Wenn Sie eine rhetorische Frage stellen, dann sollten Sie die Pause danach nicht zu lange machen und die Frage selbst beantworten, sonst bekommen Sie vielleicht eine schlagfertige Antwort aus dem Publikum, mit der Sie nicht gerechnet haben.
„Wenn Sie in den Bergen mit einem Auto unterwegs sind, können Sie dann hundertprozentig ausschließen, dass Ihnen ein anderes Auto entgegenkommt, mit Ihnen zusammenprallt und Sie den Abhang hinabstürzen? Nein - können Sie nicht, aber trotzdem fahren Sie ganz ruhig und vertrauen darauf, dass es nicht passiert. Wenn Sie eine Partnerschaft eingehen, können Sie dann hundertprozentig ausschließen, dass Ihr Partner Sie eines Tages einmal betrügt? Nein - können Sie nicht, und das führt dazu, dass Sie Ihrem Partner nicht vertrauen können, Zweifel und Ängste entwickeln und dadurch schließlich die Partnerschaft selbst zerstören.“

Humor oder lustige Geschichte
„Meine Damen und Herren, lassen Sie mich mit einer kurzen Geschichte beginnen: Ein betrunkener Mann sucht unter einer Laterne seinen Schlüssel. Da tritt ein vorbeikommender Passant hinzu und fragt den Mann: Was suchen Sie? Meinen Schlüssel, antwortet der Betrunkene. Daraufhin suchen beiden nach dem Schlüssel. Sie können ihn aber nicht finden. Da fragt der Passant: „Sind Sie denn sicher, dass Sie Ihren Schlüssel hier verloren haben? - Nein, da hinten, aber dort ist es zu dunkel.“ [Pause]
Vielleicht sollten auch wir beginnen, einmal an anderen Stellen nach Einsparungsmöglichkeiten zu suchen.“

Notlösung
„Guten Tag, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zu der Präsentation zum Thema ...“

Auflegen einer Motivationsfolie

Anmerkung
Oftmals ist es sehr sinnvoll, die ersten Sätze einer Präsentation auswendig zu lernen und wörtlich auf dem Stichwortmanuskript zu notieren. Letzteres gilt auch für:

  • die Namen von Gästen oder besonderen Teilnehmern, die angesprochen werden sollen
  • die genaue Formulierung des Präsentationszieles.

Sie sollten nicht beginnen mit ...

  • einer Entschuldigung, z.B. eigentlich bin ich ja kein guter Redner ....
  • nichtssagenden Worthülsen, z.B. Ich habe heute die außerordentliche Freude ...
  • „Liebe Anwesende“: Vermeiden Sie diese unpersönliche, pauschale Anrede. Niemand sieht sich gern dadurch charakterisiert, dass er „anwesend“ ist! „Liebe Gäste unserer Firma, liebe Mitarbeiter, liebe Freunde der Barockmusik“: Anreden dieser Art sind um ein Vielfaches persönlicher und individueller!
  • „... ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind“. Diese bei schlechten Rednern so beliebte Floskel ist logisch ein Unsinn: Nicht ein einziger Zuhörer ist „zahlreich“ erschienen. Außerdem freut sich kein Zuhörer, wenn der Redner das Publikums-Interesse nach Quantitäten misst. Sagen Sie doch einfach: „Ich freue mich, Sie heute Abend hier begrüßen zu können!“ oder – im intimeren Kreis – „Ich freue mich, dass Sie gekommen sind!“
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