Körperhaltung

Die Definition von Körperhaltung ist die Haltung des menschlichen Körpers, die durch das Zusammenspiel von Bändern, Muskeln und Knochen ein Gesamtbild ergibt. Durch die Körperhaltung lässt jeder Mensch Rückschlüsse auf sein Selbstbewusstsein und seine körperliche Gesundheit zu.

Inhaltsverzeichnis

  1. Körperhaltung – Die nonverbale Art der Verständigung
  2. Körperhaltung aus medizinischer Sicht
  3. Körperhaltung aus psychologischer Sicht
  4. Warum sollte ich meine Körperhaltung verbessern?
  5. Wie kann ich meine Körperhaltung verbessern?
  6. Was ist eine Selbstbewusste Körperhaltung?
  7. Körperhaltung während einer Präsentation – Was ist die optimale Körperhaltung?
  8. Wie kommen verschiedene Körperhaltungen bei den Zuhörern an?

Körperhaltung – Die nonverbale Art der Verständigung

Selbstbewusste Frau
Selbstbewusste Frau (Unsplash: © Victoria Heath)

Nicht ohne Grund strahlen Menschen mit einer geraden, selbstbewussten Körperhaltung Attraktivität und Erfolg aus. Steht jemand hingegen krumm und in sich zusammengesackt vor uns, signalisiert er Schwäche, Unsicherheit und Angst. Dies kann vor allem im beruflichen Alltag zum Problem werden. Wer ernst genommen werden will, der muss etwas ausstrahlen, der muss nicht nur geistig flexibel sein, sondern auch körperlich einen präsenten und kompetenten Eindruck vermitteln – nur so wirkt man glaubwürdig und stark.

Grundlegend spiegelt die Körperhaltung eines Menschen ein Stück weit seine innere Verfassung wider und lässt auf sein Selbstbewusstsein schließen. Das Zusammenspiel von Rücken, Armen, Schultern und Kopfhaltung ergibt das Gesamtbild, welches uns etwas über die Selbstsicherheit des Gegenübers verrät. Ob man nun steht, sitzt oder geht – die Körperhaltung verrät sehr viel über einen Menschen, weshalb sie auch als Körpersprache bezeichnet wird.

Steht ein Mensch mit den Händen in den Hosentaschen vor uns und starrt auf den Boden, wirkt er desinteressiert und wir fühlen uns fehl am Platz. Im Gegenzug strahlt eine breitbeinige Körperhaltung mit verschränkten Armen Hochmut und Arroganz aus. Beides ist nicht optimal, um mit einem Gesprächspartner eine vertrauensvolle Basis aufzubauen.

Körperhaltung aus medizinischer Sicht

Mit einer gesunden Körperhaltung bewegt man sich freier und beugt Schmerzen und Entzündungen vor. Da Rückenleiden zu den am meist verbreiteten Krankheiten gehören, bedarf es Übungen und Trainingseinheiten, mit denen Haltungsschäden behoben werden können.

Eine falsche Körperhaltung schädigt nicht nur die Wirbelsäule, sondern kann auch die Muskulatur bzw. den gesamten Halterungsapparat in Mitleidenschaft ziehen. Ein verspannter Nacken, ein Hohlkreuz, Entzündungen oder Hüftprobleme können die Folge sein und Betroffenen das Leben schwer machen. Wer Schmerzen hat, bewegt sich automatisch anders. Eine Schonhaltung ist jedoch langfristig gesehen keine Lösung, denn sie führt durch die andauernde Fehlbelastung zu noch mehr Verspannungen. Regelmäßige Bewegung, Rückentraining und Entspannungsübungen sollen den Gesamten Bewegungsapparat unterstützen und korrigieren.

Körperhaltung aus psychologischer Sicht

Holzpuppe
Holzpuppe (Unsplash: © Kira auf der Heide)

Noch ehe ein gesprochenes Wort den Mund verlässt, spricht die Körperhaltung bereits Bände. Mit der Körperhaltung offenbart jeder Mensch Informationen und Emotionen, die das Gegenüber liest und deutet. Mimik und Gestik – aber auch die Kleidung - lassen Rückschlüsse auf andere Menschen zu. Die Psychologie der Körpersprache ist sehr interessant, weshalb sich nicht nur Kommunikationswissenschaftler mit diesem Gebiet befassen, sondern auch Personaler und Menschen in Kommunikationsberufen Schulungen für Körpersprache besuchen.

Ob man jemanden mag und Vertrauen zu ihm aufbaut, hängt stark von den Signalen ab, die man unterbewusst empfängt. Die Körpersprache spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Steht der Gesprächspartner beispielsweise sehr steif und tippelt mit den Füßen auf dem Boden, macht er einen verkrampften Eindruck, was bemüht und aufgesetzt wirkt. Er wirkt nicht authentisch und wir verlieren das Interesse an weiterer Kommunikation mit ihm.
Eine aufrechte Körperhaltung mit wachem Blick und Augenkontakt hingegen signalisiert ein ehrliches Interesse unseres Gesprächspartners.

Auch die Forschung beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Einfluss von Emotionen auf unsere Körperhaltung. Dass ein negativer Gemütszustand sich auf die Körperhaltung auswirkt, dürfte nicht verwundern. Viel überraschender ist jedoch, dass dies auch im Umkehrschluss funktioniert. Die Körperhaltung beeinflusst ebenso unsere Emotionen. Das bedeutet, dass sich die Verfassung eines Menschen, durch die Körperhaltung ändern kann.

Warum sollte ich meine Körperhaltung verbessern?

Mit der richtigen Körperhaltung kann der Mensch Selbstsicherheit ausstrahlen, was vor allem bei Vorträgen, Präsentationen oder Reden wichtig ist.

Folgendes Szenario: Ein Sprecher steht auf einer Bühne in einem Saal vor 3000 Menschen und soll eine Rede halten. Er steht gerade aber entspannt. Während er redet, ist er stets dem Publikum zugewandt, seine Hände gestikulieren dabei, um das Gesagte zu unterstreichen. Sein Blick ist wach, seine Schultern haben Haltung, manchmal lächelt er. Jeder hört zu, denn der Mann, der dort spricht, strahlt Authentizität und Kompetenz aus – nicht durch seinen Vortrag, sondern allein durch seine selbstsichere, gefestigte Körperhaltung.

Stellt man sich nun die gleiche Rede, mit dem gleichen Sprecher in einer verkrampften, unterwürfigen Körperhaltung vor, entsteht ein ganz anderes Bild. Herabhängende Schultern und ein gesenkter Blick würden auf die Zuhörer ganz anders wirken. Der Redner würde allein durch seine Körpersprache einen inkompetenten und unsicheren Eindruck vermitteln, mitleidige Blicke ernten und womöglich die Lachnummer des Abends sein. Dies hätte er verhindern können, wenn er sich zuvor die Wirkung seiner Körperhaltung bewusst gemacht hätte.

Die eigene Körperhaltung zu verbessern bedeutet, seine Ausstrahlung ins Positive zu verändern und ein selbstsicheres, sympathisches Auftreten zu erlangen. Es kann dabei helfen die Karrierechancen zu verbessern, attraktiver zu wirken und die eigene psychische Verfassung positiv zu beeinflussen.

Wie kann ich meine Körperhaltung verbessern?

Um die Körperhaltung zu verbessern, bieten sich verschiedene Methoden an, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen und innerhalb kurzer Zeit zum Erfolg führen.

Regelmäßige Bewegung

Regelmäßige Bewegung ist das A und O für die Gesundheit. Und doch sind viele der heutigen Zivilisationskrankheiten auf einen Bewegungsmangel zurückzuführen. Auch führen im Sitzen ausgeführte Berufe zu einem Bewegungsmangel, der wiederum dazu führt, dass der Mensch mehrere Stunden in unnatürlichen Posen verbringt. Diese Fehlbelastungen schaden Muskeln, Knochen und Sehnen.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, sollte regelmäßige Bewegung in den Alltag integriert werden. Wer zu den frühen Vögeln gehört, der kann noch morgens vor der Arbeit eine Runde Joggen oder Muskeltraining für den ganzen Körper machen. Wer es am Morgen nicht fertig bringt, kann die effektive Trainingseinheit auch in den Abend verlegen und den Tag mit körperlicher Aktivität ausklingen lassen.

Sportarten, wie Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren sind zudem gelenkschonend und trainieren verschiedene Muskelgruppen, welche eine gesunde Haltung unterstützen.

Passendes Schuhwerk und für die Körperhaltung Korrektur

Viel zu oft unterschätzt wird das richtige Schuhwerk. Dabei ist ein gesundes Fußbett die Basis, auf der wir stehen und gehen. Wer hier zu enge Schuhe oder ein unförmiges Fußbett trägt, riskiert Fehlstellungen des Fußes, was sich auf den kompletten Halterungsapparat auswirkt.

Um die Füße und Fußknochen zusätzlich an gesundes Gehen zu gewöhnen empfehlen Ärzte öfter mal einen Barfuß-Tag einzulegen. Barfuß laufen sensibilisiert die Lauftechnik, stärkt die Muskulatur der Füße und hilft muskuläre Dysbalancen auszugleichen, was wiederum die Haltung verbessert.

Übergewicht vermeiden

So lecker fettige und süße Speisen auch sind: Maßlosigkeit führt leider immer zum unbeliebten Hüftgold. Starkes Übergewicht und schlechte Gewohnheiten führen automatisch zu einer falschen Körperhaltung. Das menschliche Knochengerüst, die Muskulatur und Bänder sind nicht auf dauerhaftes Übergewicht ausgelegt.

Um sich flink und gesund bewegen zu können, sollte Übergewicht vermieden werden. Der Körperbau ist von Mensch zu Mensch zwar individuell, jedoch kann zu viel Gewicht die Körperhaltung negativ beeinflussen. Ein aufrechter Gang und Bewegung im Allgemeinen fallen übergewichtigen Menschen generell schwerer, als Menschen mit Normalgewicht.

Gesunde Ernährung und Sport kann dabei helfen Gewicht zu reduzieren und seine Körperhaltung zu verbessern. Ganz nebenbei ist eine schlanke Figur auch ein Booster für das eigene Selbstbewusstsein!

Coachings zum Thema Körperhaltung

In Coachings und Seminaren kann die Körperhaltung trainiert werden. Mit einem versierten Experten an der Seite können falsche Bewegungsmuster erkannt und abtrainiert werden.

In einem Seminar für korrekte Körperhaltung wird näher auf die Wirkung bestimmter Positionen, Mimik und Gestik eingegangen. Teilnehmer erfahren, wie sie mit einer bestimmten Körperhaltung auf ihre Mitmenschen wirken, wie die Haltung ihre Stimmlage und Emotionen beeinflusst und was zu einem souveränen Auftreten gehört.

Vor allem Führungskräfte und Personen, die beruflich häufig mit Menschen zu tun haben und verkaufen müssen, nehmen solche Seminare häufig wahr. Auch in Rhetorikseminaren kann man wichtige Grundlagen der zielführenden Kommunikation erlernen und trainieren.

Was ist eine Selbstbewusste Körperhaltung?

Wenn man Menschen fragt, was sie mit einer selbstbewussten Körperhaltung verbinden, wird zuerst die Antwort „aufrechte Körperhaltung“ kommen. Wer aufrecht steht, die Schultern leicht nach hinten drückt und mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht vermittelt einen gefestigten Eindruck.

Hierbei darf man nicht vergessen: Die Körperhaltung ist keine statische Pose, sondern ein Bewegungsfluss. Niemand steht mehrere Minuten oder Stunden in derselben Pose. Vielmehr ist die Körperhaltung eine Grundhaltung, die von Bewegungen begleitet wird.

Zu einer selbstbewussten Körperhaltung gehören allerdings auch Dinge, wie der Gesichtsausdruck und die Gestik. Ein nervöses Trampeln mit den Füßen, das Aneinanderreiben der Finger oder häufiges Blinzeln kann schnell als nervöser Tick oder Unwohlsein eingestuft werden – vorbei ist es mit der selbstbewussten Ausstrahlung. Das Zusammenspiel aus mehreren Faktoren macht also die selbstbewusste Körperhaltung aus.

Körperhaltung während einer Präsentation –
Was ist die optimale Körperhaltung?

Präsentation
Präsentation (iStock: © Jeff Bergen)

Menschen, die häufig vor Publikum stehen wirken meist sehr entspannt. Sie strahlen eine innere Ruhe und Selbstsicherheit aus. Diese brauchen sie auch, um ihren Zuhörern Inhalte zu vermitteln und ihre Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu lenken. Um einen Vortrag oder eine Präsentation souverän zu meistern spielt nicht nur inhaltliche Kompetenz, sondern auch die nonverbale Kommunikation eine Rolle.

Wer eine Präsentation hält, ist der Mittelpunkt des Geschehens. Hier kommt es darauf an, die Aufmerksamkeit der Zuhörer über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Mit der richtigen Körperhaltung gelingt es jedem solche Situationen souverän zu meistern. Welche Körperhaltung sollte man nun einnehmen?

Dem Publikum zugewandt

Wer bei einer Präsentation einen Beamer oder ein Whiteboard verwendet sollte dem Publikum niemals den Rücken zuwenden. Es ist unhöflich und womöglich wird kaum ein Wort verstanden. Es hilft ungemein sich im Publikum ein paar Fixpunkte zu suchen, auf die man sich während seines Vortrags konzentriert. Der Blick in die Menge vermittelt dem Zuhörer das Gefühl der persönlichen Ansprache und der Sprecher genießt die volle Aufmerksamkeit.

Mimik und Gestik kontrollieren

Jeder Mensch hat gewisse Eigenheiten, die ihn ausmachen. Darunter gibt es auch welche, die bei einem Fachvortrag nicht gerade vorteilhaft sind. Ein Beispiel hierfür ist das häufige Aufeinanderpressen der Lippen, oder das ständige Befeuchten der Lippen mit der Zunge. Solche Eigenheiten können das Publikum ablenken und im schlimmsten Fall sogar als Nervosität verstanden werden. Ein entspannter Gesichtsausdruck und eine kontrollierte Mimik und Gestik können Wunder wirken. Wichtig hierbei: authentisch bleiben!

Lächeln

Ein Lächeln wird weltweit durchweg positiv verstanden. Wer lächelt, versprüht Sympathie und weckt sofort Vertrauen. Während einer Präsentation kann ein Lächeln die Zuhörer in den Bann ziehen und sogar von der eigenen Überzeugung begeistern. Es lockert jeden Vortrag auf und kann in Verbindung mit einem guten Witz jede Präsentation unterhaltend gestalten.

Wie kommen verschiedene Körperhaltungen bei den Zuhörern an?

  • Hüftbreite Fußstellung
    Wer seine Beine etwa hüftbreit positioniert findet nicht nur seine Balance, sondern erlangt automatisch die Körperhaltung, die am natürlichsten und besonders souverän wirkt. Man sollte darauf achten, dass die Beine nicht weiter auseinander stehen, als die Hüfte: Dies vermittelt dem Zuhörer einen arroganten, überheblichen Eindruck.
  • Füße zu dicht aneinander
    Wer während eines Vortrags in dieser Position steht, vermittelt dem Zuhörer den Eindruck eines unterwürfigen und überdisziplinierten Erbsenzählers.
  • Verschränkte Arme
    Verschränkte Arme sollten tunlichst vermieden werden, da sie eine Abwehrhaltung signalisieren. Sie können vom Zuhörer als Aufbau von Distanz und Desinteresse verstanden werden.
  • Geballte Faust
    Im richtigen Moment, etwa bei einer emotionalen Ansprache, kann eine geballte Faust für Stärke und Durchsetzungskraft sprechen. Die Zuhörer werden durch diese Geste mitgerissen. Aber Vorsicht:
    Eine über Minuten Hinweg geballte Faust wirkt aggressiv!
  • Leicht nach vorne geneigter Oberkörper und aufrechter Kopf
    Mit dieser Körperhaltung signalisiert der Mensch Offenheit und Interesse. Wenn man hierbei die Schultern leicht zurücknimmt strahlt man zusätzlich Souveränität und Ruhe aus.