Metapher

„Das riecht nach Verrat“ „Ich wusste doch gleich, wo der Hund begraben liegt.“ „Die Würfel sind gefallen.“ - Die Metapher ist die bildhafte Sprache, die ihre Entstehung auf dem Gebiet der Rhetorik hat. Das Wort Metapher kommt aus dem Griechischen = metaphorá und steht für „Übertragung“.

Begriffserklärung: Die Metapher ist ein rhetorisches Stilmittel, das sich hauptsächlich über Sprachbilder erklärt. Eine Sprache mit Metaphern spricht die Sinneskanäle Deiner Zuhörer an und erlaubt es, Deine Geschichten besonders lebhaft und bildhaft zu gestalten.

Metapher Definition: Eine Metapher ist ein sprachlicher Ausdruck, bei dem ein Wort oder eine Wort­gruppe aus seinem ursprünglichen Bedeutungs­zusammen­hang in einen anderen Zusammenhang übertragen wird.

Merke: Eine Metapher ist eine Bedeutungsübertragung. Kein Vergleich! Sie stellt eine sprachliche Verknüpfung zweier semantischer Bereiche dar. Metaphern sprechen in einem stärkeren Maße die Fantasie an, als Vergleiche.

Inhaltsverzeichnis

  1. Metaphern Beispiele
  2. Wie entsteht eine Metapher?
  3. Warum benutzt man Metaphern?
  4. Metaphernarten
  5. Wie kann der Einsatz von Metaphern meine Rhetorik verbessern?
  6. Begeistere Dein Publikum

Metaphern Beispiele:

  • Schneckentempo
  • Flaschenhals
  • Ein Tropfen auf dem heißen Stein
  • Meer aus Tränen
  • Wüstenschiff
  • Rabeneltern
  • Die Säulen der Gesellschaft
  • Spielball der Politik
  • Jemandem das Geld in den Rachen werfen

Wie entsteht eine Metapher?

Willst Du einen komplizierten Sachverhalt bildhaft und einfach darstellen, nutze eine Metapher. Es wird ein Szenario auf ein anderes Szenario übertragen, wodurch es eine andere Bedeutung als die ursprüngliche erhält.

Das rhetorische Stilmittel verbindet zwei Bereiche, die im normalen Sprachgebrauch nichts miteinander zu tun haben.

Eine Metapher entsteht auf unterschiedliche Arten:

  • Das Verschmelzen von Vorstellungen:
    „Klang der Wellen“ – Das Wasser klingt wie Musik
  • Die Analogie in der äußeren Erscheinung:
    „Wie eine Bohnenstange aussehen“ – Er ist so dünn, wie eine Bohnenstange
  • Eine ähnliche Funktion:
    „Das Stuhlbein“ – Das Möbelstück steht wie ein Tier oder ein Mensch auf seinen Beinen

Warum benutzt man Metaphern?

Metaphern sind rhetorische Stilmittel, mit denen man Business-Vorträge, Reden oder Geschichten aufwerten kann. Bei einer Metapher wird das Bild für etwas herangezogen, das der Zuhörer verstehen soll. Komplizierte Zusammenhänge werden dadurch vereinfacht dargestellt. Wenn Du für eine Rede oder einen Vortrag besonders stark kommunizieren willst, nutze die Macht der Metapher, um Deiner Rede Ausdruck zu verleihen.

Besonders häufig kommen Metaphern in der Werbung und in der Politik zum Einsatz. Dies erleichtert es dem Leser oder Zuhörer den Sachverhalt besser zu erfassen. „Pack den Tiger in den Tank“. So forderte die Esso-Werbung in der Mitte der 60er Jahre seine Kunden dazu auf, den richtigen Kraftstoff zu tanken, um von einer höheren Kilometerleistung und einem ruhigeren Motorlauf zu profitieren.

Oder die vielfach gefürchtete „Flüchtlingswelle“, die seit 2015 über Europa einrollt, wird mit der Wucht einer Naturgewalt bildlich dargestellt. Die Metapher spielt in unserem Alltag eine große Rolle. Im täglichen Sprachgebrauch fällt sie uns aber manchmal überhaupt nicht auf. Das liegt daran, dass sich viele Metaphern bereits stark in die Alltagssprache integriert haben und ihren Übertragungscharakter verloren haben.

Beispiele für abgedroschene Metaphern:

  • Die Sache beim Schopf packen
  • Etwas unter den Teppich kehren
  • Gras über die Sache wachsen lassen
  • Das bringt das Fass zum Überlaufen
  • Verkehrsinsel
  • Landzunge
  • Seenplatte
  • Briefkopf

Metaphernarten

Tote MetaphernMetaphern, deren metaphorischer Charakter aufgrund alltäglicher Anwendung verblasst ist.Handschuh / Tischbein / Gebirgskamm
Euphemistische MetaphernMildern einen negativen Ausdruck durch ein anderes Wort ab.Sterben ➔ Heimgang /
dick ➔ vollschlank
Personifizierende MetaphernObjekte werden mit menschlichen Attributen versehen.Die lachende Sonne / Die ächzenden Balken

Metaphern im deutschen Sprachgebrauch:

  • Mit einer Nussschale anreisen – In einem kleinen Boot anreisen
  • Gegen Windmühlen kämpfen – Ein im Vorhinein aussichtsloser Kampf
  • Auf einer Erfolgswelle reiten – Ungewöhnlich lange Erfolg haben
  • Nägel mit Köpfen machen – Eine Sache zu Ende bringen
  • Der Wink mit dem Zaunpfahl – Hinweis auf einen Sachverhalt

Wie kann der Einsatz von Metaphern meine Rhetorik verbessern?

Die Wirkung einer Metapher ist nicht zu unterschätzen. Vergleichst Du das letzte Meeting mit einem „Kindergarten“, entsteht in den Köpfen Deiner Zuhörer automatisch ein Bild, welches diese spezielle Stimmung ausdrückt. Automatisch entsteht das Bild eines chaotischen Durcheinanders, das weder zielführend noch konstruktiv ist – eben wie ein wahrer Kindergarten.


Rhetorik Seminar Banner

Worauf Du beim Einsatz von Metaphern achten solltest:

  • Nicht übertreiben!
    Es ist kontraproduktiv in jedem zweiten Satz eine Metapher zu benutzen. Nutze das rhetorische Stilmittel lieber sparsam, damit es seine volle Wirkung entfalten kann. Eine Sprache, die nur über Bilder geschieht, wird für Deine Zuhörer schnell langweilig oder kann sogar unfreiwillig albern wirken.
  • Zuhören und anknüpfen
    Wenn Du mit Deinem Gesprächspartner „warm werden“ willst, höre zu und erfahre, welche Sprachbilder Dein Gegenüber verwendet. Wende Metaphern aus unterschiedlichen Sinnesbereichen an, damit Deine Sprache lebendig und spannend bleibt.

    Wenn Du im Job einen Vortrag oder eine Präsentation zu einem komplexen Thema halten sollst, kannst Du Dich an rhetorischen Stilmitteln bedienen. Was in der Literatur gilt, kann auch im alltäglichen Sprachgebrauch von Vorteil sein. Die Verwendung von Metaphern kann die Kommunikation beleben und Deinem Gegenüber komplexe Sachverhalte in einem einfachen übertragenen Sinn besser darstellen.

    Da Du das Thema Deines Vortrags kennst, kannst Du Dir schon vorher passende Metaphern zur Verdeutlichung bestimmter Sachverhalte überlegen. Deine Zuhörer werden es Dir danken, wenn Du die Dinge anschaulich präsentierst und mittels Bildsprache Zusammenhänge erklärst.

Begeistere Dein Publikum

Rhetorische Stilmittel machen Deine Sprache facettenreicher und vielschichtiger. Das gilt nicht nur für die Verwendung von Metaphern, sondern auch für Alliterationen, Wiederholungen, Klimaxe oder rhetorische Fragen. Um Deine Zuhörer im persönlichen Gespräch oder im Vortrag zu überzeugen, solltest Du Dich mit rhetorischen Stilmitteln auseinandersetzen.

Mit der Verwendung von Metaphern gelingt es Dir eine aufregende Bildwelt zu erzeugen. Das Kopfkino erlaubt es Deinen Zuhörern in Deine Welt einzusteigen, was allein durch bildleere Phrasen nicht unbedingt möglich wäre. Eine Metapher kann Dein Publikum auf unterschiedlichen Sinnesebenen ansprechen.

Beispiele wie Du Metaphern im Business-Vortrag einsetzen kannst:

  • Seit der Erweiterung unserer Produktpalette haben wir zahlenmäßig die Nase ganz weit vorn.
  • Im Vergleich zu diesem Jahr, lagen die Zahlen im Vorjahr im Keller.
  • Wir müssen umsatteln, andernfalls steht unserem Konzern schon bald das Wasser bis zum Hals.

Beispiel für eine Metapher in einer Rede:

  • Niemand konnte ihm das Wasser reichen.
  • Wir haben uns hier versammelt, um die Mauer des Schweigens zu brechen.
  • Das ist bereits Schnee von gestern.
  • Politiker treten unser Recht mit Füßen.

Vorteile einer Metapher:

  • Vielfältig verwendbar
  • Bleibt in Erinnerung
  • Erleichtert das Verständnis

Nachteile einer Metapher:

  • Können manipulativ eingesetzt werden
  • Wirken bei immer gleicher Verwendung langweilig

Wenn Du in Deinen Vorträgen also verstärkt auf Metaphern zurückgreifen willst, überlege Dir, mit welchem Bild Du Deine Zuhörer erreichen kannst. Werde kreativ und suche nach möglichen Metaphern in deinem Alltag. Das können gewöhnliche Gegenstände oder banale Alltagssituationen sein, welche Du als Metapher für Deinen Vortrag verwenden kannst.



Zurück zum Seitenanfang