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Schüchternheit – Not oder Tugend?

Schüchternes Kind
Schüchternheit (Pixabay: © LuidmilaKot)

Schon in der Schule hat man mit Neid die Jungs und Mädchen beobachtet, die sich in Gruppen sofort einbringen konnten und denen die Herzen zuflogen, wohingegen man selbst einsam von einer Ecke des Schulhofes aus diese Szenarien beobachtete.

Im Erwachsenenalter kann man zwar mit Erfahrung gewisse Situationen selbstbewusster angehen, dennoch fühlen sich einige Menschen immer noch wie der kleine Schuljunge oder das kleine Schulmädchen, das Schwierigkeiten hat, Menschen anzusprechen.

In einer Gesellschaft geprägt von Leistungsdruck und Erfolg, ist der Wesenszug „Schüchternheit“ leider kein gesellschaftlich positiv anerkannter Wesenszug. Man muss sich im Beruf beweisen, besser sein als die anderen und mit der Präsentation über das neueste Projekt vor versammelter Belegschaft überzeugen.

Schüchternheit ist jedoch nicht ausschließlich eine negative Eigenschaft, sondern kann auch positiv eingesetzt werden. Was für den Beruf wichtig ist, kann man sich durch gewisse Techniken und Strategien aneignen und die aus einer Schüchternheit resultierenden positiven Eigenschaften zu Nutze machen.

Doch welche Strategien helfen, Schüchternheit zu überwinden? Woher kommt Schüchternheit überhaupt? Welche positiven Eigenschaften der Schüchternheit gibt es?

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition und Synonyme Schüchternheit
  2. Wie äußert sich Schüchternheit?
  3. Woher kommt Schüchternheit?
  4. Schüchternheit Gründe und Ursachen
  5. Wege aus der Schüchternheit – Schüchternheit bekämpfen
  6. Übungen, um das Selbstvertrauen zu steigern

Definition und Synonyme Schüchternheit

Unter Schüchternheit versteht man die Angst fremde Menschen anzusprechen, zwischenmenschliche Beziehungen entstehen zu lassen oder vor fremden Leuten zu sprechen. Menschen, die unter Schüchternheit leiden, können sich schlecht dazu überwinden, auf ihnen nicht vertraute Personen zuzugehen und Konversation führen.

Es gibt verschiedene Ausprägungen von Schüchternheit. Normalerweise ist Schüchternheit ein Wesenszug eines Menschen und kann durch gewisse Techniken und Übungen verbessert werden. Diese Art von Schüchternheit ist per se nichts Schlechtes, jedoch können Entwicklungen im Leben durch die negativen Eigenschaften dieser Scheu verzögert oder verhindert werden. Auch bei der Partnersuche ist übermäßige Schüchternheit nicht von Vorteil und eine schüchterne Frau zu erobern stellt eine große Herausforderung dar.

Bei einer starken Ausprägung, bei denen Betroffene nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen können und wo der Leidensdruck Auswirkungen auf das gesamte Leben hat, spricht man in der Psychologie von einer selbstunsicher-vermeidenden Persönlichkeitsstörung oder sozialen Phobie.

Spricht man von Schüchternheit, so können auch Synonyme wie Scheu, Zurückhaltung, Befangenheit und Hemmung für diesen Begriff verwendet werden.

Wie äußert sich Schüchternheit?

Führt man ein Gespräch, so ist es für den Menschen, der nicht unter Schüchternheit leidet normal, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. Er fühlt sich durch diesen Augenkontakt nicht unsicher und gehemmt. Fällt es einem jedoch schwer, bei einer Konversation dem Gesprächspartner in die Augen zu sehen, so ist es wahrscheinlich, dass dieser Mensch zu dem Personenkreis gehört, dessen Wesenszug „Schüchternheit“ ein Teil seiner Charaktereigenschaften ist.

Darüber hinaus kann es Personen mit Schüchternheit passieren ins Stottern zu verfallen, wenn der Fokus auf sie gerichtet ist. Sätze können nicht mehr klar formuliert und die Inhalte nicht mehr differenziert ausgedrückt werden. Der Betroffene ist aufgeregt und hat aus diesem Grund Schwierigkeiten, seine Gedanken zu sortieren. Er konzentriert sich nur noch auf den Eindruck den er auf den Konversationspartner macht. Der Fokus rückt somit weg vom Gesagten und hin zum Verhalten des Betroffenen in Bezug auf seinen Gesprächspartner.

Viele Personen, die unter Schüchternheit leiden, fällt es schwer, sich anderen Menschen zu öffnen. Sie teilen nur ungern persönliche Belange mit Personen, die ihnen nicht vertraut sind und haben Schwierigkeiten, von sich aus Geschichten und Erlebnisse zu präsentieren. Aus diesem Grund wirken schüchterne Menschen oftmals zurückhaltend oder sogar desinteressiert. Bei einem ersten Kennenlernen kann diese Zurückhaltung auch mit Überheblichkeit verwechselt werden.

Ein weiteres, für den Betroffenen sehr unangenehmes Anzeichen für eine vorliegende Schüchternheit, ist das Erröten, wenn man von einem unbekannten Menschen angesprochen wird und daraufhin in Konversation treten muss. Kommt der schüchterne Mensch unter Stress, so hat er entweder mit roten Pusteln, die sich im Gesicht und am Hals bilden können, mit roten Ohren oder mit einem allgemein roten Gesicht zu kämpfen. Diese Reaktion setzt man eher mit einem kindlichen Verhalten in Verbindung, kann sich jedoch bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Das Rotwerden kann von weiteren physischen Symptomen begleitet werden. So ist es nicht selten, dass in diesen Situationen, die als Stress empfunden werden, ein erhöhtes Schwitzen, Herzrasen, Zittern oder ein generelles Panikgefühl auftritt.

Diesen Symptomen liegt ein Gefühl der Furcht zu Grunde, denn in diesen Phasen empfindet der Betroffene richtiggehend Angst und Furcht. Diese Angst und Furcht ist rational nicht zu erklären und unbegründet, denn es besteht natürlich keinerlei Gefahr in Bezug auf das Überleben und die Gesundheit.

Leidet ein Mensch unter einer stark ausgeprägten Form der Schüchternheit, der Sozialphobie, so kann sich das in zwei Formen zeigen. Zum einen kann es sein, dass die Anzeichen und Symptome dieser Phobie dazu führen, nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen zu können.

Die Gedanken des Sozialphobikers kreisen ständig um die Frage, was die anderen Menschen in seinem Umfeld über ihn denken. Aus purer Angst vor Zurückweisung und Ablehnung wählen die Betroffenen die Strategie der Vermeidung. Sie bringen sich nur soweit wie nötig in das soziale Leben ein, das heißt, sie werden zur Arbeit gehen, darüber hinaus nur an den notwendigsten Veranstaltungen teilnehmen. Der soziale Rückzug ist die Folge.

Zum anderen gibt es auch die Menschen, die es gelernt haben, mit diesem gesellschaftlichen Defizit auf oberflächliche Weise zurecht zu kommen. Sie sind fleißig, machen das, was man von ihnen verlangt und sind in ihrem sozialen Umfeld sehr angepasst. Sie haben es sich beigebracht zu kommunizieren, allerdings nur auf der sachlichen Ebene, auf der persönlichen Ebene versuchen sie wenig preis zu geben. Auf diese Weise bieten sie ihrem Umfeld wenig Angriffsfläche und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihr Ego durch diese Taktik kaum angegriffen wird.

Woher kommt Schüchternheit?

Es wird vermutet, dass bei der Entwicklung von Schüchternheit auch biologische Faktoren eine Rolle spielen. So kann die Vererbung dafür verantwortlich sein, dass Ängste und Unsicherheiten von einem Elternteil auf die Kinder übertragen werden.

Jedoch sind auch die Psyche und die Erlebnisse während eines Lebens maßgeblich an der Entwicklung dieses Wesenszuges und dieser Charaktereigenschaft ausschlaggebend. Deswegen ist es wichtig, dass bereits im Kindesalter Auffälligkeiten erkannt und ernst genommen werden, um gewisse Einschränkungen am sozialen Leben verhindern zu können.

Erziehungsstile in der Kindheit können zur Folge haben, dass Kinder schüchtern und gehemmt werden. Denn hinter Schüchternheit verbirgt sich weit mehr, als man auf den ersten Blick glauben mag: Schüchternheit ist eine Reaktion auf Angst!

Um es an einem Beispiel zu veranschaulichen: ein Vater stellt hohe Erwartungen an seine Kinder und bei Nichteinhaltung werden konsequente Strafen erteilt, die das Normalmaß übersteigen. Dadurch kann ein Kind eine begründete Angst vor Strafen seitens des Vaters entwickeln und darauf reagieren. Der emotionale Rückzug und Angepasstheit ist die Folge!

Nun ist es so, dass sich nach Abschluss der Kindheit diese Gewohnheiten und prägenden Muster nicht einfach auflösen, sondern immer noch einen Einfluss auf den Menschen haben. Die Angst vor Zurückweisung und Ablehnung ist die treibende Kraft, die sich in Schüchternheit äußert. Unbewusst hat man Angst, etwas Falsches zu sagen und zu machen und reagiert mit Zurückhaltung und Rückzug – durch diese Taktik wird die Angriffsfläche relativ gering gehalten.

Schüchternheit Gründe und Ursachen

Schüchternheit kann bereits in der Kindheit entstehen. So haben gewisse Erziehungsstile einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes. Es gibt zwei Arten von Erziehung, dessen Auswirkungen eine Schüchternheit nach sich ziehen kann.

Zum einen ist das der „überbehütete Erziehungsstil“. Der „überbehütete Erziehungsstil“ ist dadurch gekennzeichnet, dass die Eltern ihren Kindern alltägliche Dinge abnehmen und bei Herausforderungen, die einem das Erwachsenwerden stellen, eingreifen. So werden den Kindern sämtliche Wünsche erfüllt und bei Lehrern und Eltern von Gleichaltrigen sich für das Kind eingesetzt, sollte es Unstimmigkeiten geben.

Das Kind lernt nicht, Konflikte selbständig zu lösen und mit sozialen Beziehungen umzugehen. Vielen Kindern bleibt es durch das Verhalten ihrer Eltern verwehrt, Lösungskonzepte für Probleme und Herausforderungen im Alltag zu entwickeln. Die Kinder bilden somit keine Selbständigkeit aus und hinken in der Entwicklung ihrer Altersgenossen, denen mehr Freiheiten zugesprochen wurden, hinterher.

Ein weiterer Erziehungsstil, der sich negativ auf die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten eines Kindes auswirkt und der das Gegenteil von der „überbehüteten Erziehung“ darstellt: der „vernachlässigende Erziehungsstil“.

Dieser ist von einem niedrigen Reaktionsbemühen von Eltern gegenüber ihrer Kinder geprägt. Es besteht ein geringes Interesse an der Entwicklung und des Alltags der Kinder. Kinder werden weitestgehend allein gelassen und müssen funktionieren. Meistens herrscht in diesen Eltern-Kindern-Gefügen eine emotionale Kälte, die für den emotionalen Rückzug der Kinder verantwortlich sind.

Diese Zurückgezogenheit zieht sich somit bis ins Erwachsenenalter. Die Kinder haben es nicht gelernt, ihre Gefühle und Erlebnisse zu teilen. Sie müssen sich immer Gedanken darüber machen, wie ihre Geschichten beim Gegenüber ankommen oder ob sie überhaupt ankommen. Dieser Fokus ist dafür verantwortlich, dass man sich auch im Erwachsenenalter nicht frei artikulieren kann.

Eine weitere Ursache für Schüchternheit sind traumatische Erlebnisse im Kindes- oder Erwachsenenalter. Hat ein Kind physischen oder psychischen Missbrauch in seiner Kindheit erfahren, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich im Erwachsenenalter mit Defiziten konfrontiert sieht. Eine Ausprägung der Schüchternheit könnte eine davon sein.

Wege aus der Schüchternheit – Schüchternheit bekämpfen

Die Selbstakzeptanz ist meistens der erste Schritt in Richtung selbstbestimmtes Leben ohne Schüchternheit, denn Veränderungen am Wesen können nur vorgenommen werden, wenn man sich der persönlichen Defizite bewusst ist. Defizite per se sind nicht schlimm, sie beeinträchtigen aber unnötig das Leben im sozialen Gefüge. Reduziert man Scheu und Zurückhaltung, so kann sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Schüchtern sein ist nichts, wofür man sich schämen müsste!
Wird hingegen akzeptiert, dass dieser Wesenszug zur Ausstattung seiner Charaktereigenschaften gehört und dass dieser eigentlich nicht schlimm ist, so verringert sich die Angst automatisch. Selbstakzeptanz ist die Grundlage für ein gesundes persönliches Wachstum und der erste Schritt in Richtung Selbstliebe.

Wie fühlt es sich an, wenn man sich in Gesellschaft gehemmt fühlt? Fühlt man sich entspannt und locker? Wohl eher nicht, man fühlt sich angespannt und der Atem fließt nicht gleichmäßig. Versucht man hingegen, mit einfachen Übungen, den Atem entspannt zu halten, so können Phasen der Gehemmtheit weniger stark ausgeprägt sein. Wird diese Methode perfektioniert, so ist sogar ein Leben ohne Schüchternheit möglich.

Eine weitere Möglichkeit Schüchternheit loszuwerden, führt nicht über die Vermeidung, sondern über die Konfrontation. Ein gehemmter und scheuer Mensch tendiert dazu, Situationen zu vermeiden, in denen er mit seinen Ängsten konfrontiert wird. Entscheidet man sich hingegen bewusst dazu, sich diesen Situationen zu stellen, so wird man bald merken, dass einem nichts passieren wird. Man kann Konversationen und Offenheit gegenüber fremden Personen üben und mit jedem Mal wird man eine Verbesserung feststellen. Dadurch wiederum bekommt man die nötige Motivation, die es erfordert, soziale Kontakte zu knüpfen und sich ein soziales Netzwerk aufzubauen.

Schüchterne Menschen sind meistens mit einem schlechten Selbstvertrauen ausgestattet und die Unsicherheiten, die gehemmte Menschen empfinden, sind eine direkte Auswirkung davon. Hinter diesem schlecht ausgebildeten Selbstvertrauen verbergen sich negative Gedanken und Glaubenssätze, die verändert werden sollten. Deswegen sollten sich Betroffene immer klar machen, dass man nie wissen kann, was Leute über einen denken und wie sie auf einen reagieren. So kann es helfen, wenn man am Beginn einer Konversation davon ausgeht, dass man einen positiven Eindruck hinterlassen wird.

Übungen, um das Selbstvertrauen zu steigern

Schüchternes Mädchen
Young Woman (Unsplash: © Sharon McCutcheon)

Mit Übungen ist es möglich, das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu steigern. Man kann einmal den Selbstversuch starten: nimmt man verschiedene Körperhaltungen ein und spürt in sich hinein, so wird man feststellen, dass die Haltung eine große Auswirkung auf die Gefühle hat. Steht man in aufrechter Position, so fühlt man sich stark, werden dabei noch die Hände in die Seiten gestützt, so fühlt man sich sogar überlegen. Hängt man jedoch gekrümmt in irgendeiner Körperhaltung, so fühlt man sich weit entfernt von selbstbewusst.

Sich seiner aktuellen Körperhaltung bewusst zu werden und diese gegebenenfalls zu ändern, kann dabei helfen, sich mutiger und selbstbewusster zu fühlen. Körpersprache sendet Signale an das Gegenüber, die beeinflusst werden können.

Grundvoraussetzung für ein gesundes Selbstvertrauen, ist die Liebe zu einem selbst. Diese Selbstliebe aufzubauen ist jedoch nicht ganz einfach. Es ist wichtig, sich ehrlich mit sich selbst auseinander zu setzen. Wie ist das Selbstbild und durch wen oder was wurde dieses geprägt? Überträgt man nun dieses negative Selbstbild in die Realität und gleicht es mit dieser ab, so wird man feststellen, dass dies gar nicht der Realität entspricht. Danach kann man sich seiner positiven Eigenschaften bewusst machen und diese in den Vordergrund stellen. So kann Schüchternheit nach und nach überwunden werden.